Das hoch verschuldete Champagnerhaus Maison Pommery gab bekannt, dass es exklusive Verhandlungen zur Übernahme mit dem deutschen Schaumweinhersteller Henkell aufgenommen hat. In zwei Monaten soll die „strategische Fusion“ unter Dach und Fach sein.

"Dieses Partnerschaftsprojekt zwischen zwei Familiengruppen würde einen globalen Akteur im Bereich Schaumweine hervorbringen, der von einem Portfolio starker und komplementärer Marken profitiert", schreibt Maison Pommery in einer Stellungnahme. Sollte das Projekt wie geplant finalisiert werden, würde Henkell Mehrheitsaktionär von Maison Pommery werden.

Maison Pommery ist, wie von Vinaria berichtet, extrem hoch verschuldet. Laut Berichten betrug die Nettoverschuldung Ende 2025 satte 754,4 Millionen Euro. Mit den Banken laufen Verhandlungen über Refinanzierungen, derzeit aber noch ohne Ergebnis. Die Banken dürften Pommery schließlich zur Hereinnahme eines starken Mehrheitspartners gedrängt haben. Aus eigenen Stücken hätte Maison Pommery die Umschuldung nicht geschafft, obwohl sich der Nettogewinn im Jahr 2025 auf 32 Millionen Euro erholen konnte.

Rückgänge der Champagnerverkäufe belasten das Haus aber weiterhin, eine rasche Besserung des Marktes ist unwahrscheinlich. Maison Pommery verwaltet 2.600 Hektar Land, das sich im vollen Besitz oder in Pacht befindet und sich über vier Weinberge in der Champagne, Provence, Camargue und dem Douro-Tal in Portugal erstreckt.

Dazu gehören Champagnermarken wie Vranken, Pommery & Greno, Heidsieck & Co Monopole, Charles Lafitte und Bissinger & Co, Rozès und São Pedro Portwein sowie Douro Terras do Grifo sowie Weine von Domaine Royal de Jarras, Pink Flamingo Camargue und Château La Gordonne Provence.

Quelle: La Revue du Vin de France