Als „Gewerkschaft“ der Winzer sieht sich der Weinbauverband Burgenland und möchte dazu beitragen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die die Betriebe bei ihrer Arbeit bestmöglich unterstützen. Aktuelle Forderung an das Marketing: „Wein trinken muss einfacher werden!“

Lady Power aus dem Burgenland (v.l.): Weinköniginnen a.D. & Winzerinnen Hannah Wetschka und Anna Reichhardt, die amtierende Weinkönigin Maria Liegenfeld, die Geschäftsführerin des Weinbauverbandes Verena Klöckl, Weinprinzessin Lena Glauber, Weinhändlerin Vera Leithner. © Reinhard Judt

Gemeint ist damit, in allen Marketing- und Werbemaßnahmen für den österreichischen Wein das Produkt niederschwellig für eine breite Konsumentenschicht zu bewerben. Die komplizierte Vermittlung von Weinfachwissen seit laut Burgenlands Weinbaupräsident Andreas Liegenfeld eine Blase, die sich nur an ein kleines fachkundiges Nischenpublikum wende, aber im Markt keine Mengen bewegen kann. Genau auf diese käme es beim derzeit etwas stockenden Weinabsatz aber ab.

Liegenfeld informierte beim Burgenländischen Weinbautag 2026 in Donnerskirchen auch über die Gründungsversammlung der Erzeugervereinigung Burgenland, die kurz vor dem Weinbautag erfolgte. Damit wird neues EU-Recht umgesetzt, wobei der Präsident und seine engsten Gremien sehr darauf bedacht sind, dass sich gegenüber der bisherigen Strukturen nichts ändert. Der Verbandsvorstand steht daher auch der neuen Erzeugergemeinschaft vor. Die EU möchte mit den neuen Regeln eine basisdemokratische Struktur im Weinsektor umsetzen.

Die Erzeugervereinigung Burgenland soll unter anderem auch die Weinherkunft Burgenland stark forcieren, zumal nur etwa 4,5 Prozent der gesamten burgenländischen Weinproduktion als DAC-Herkunft abgefüllt werden. Der derzeitigen DAC Weinbaugebiete (Neusiedlersee, Leithaberg, Rust, Rosalia, Mittelburgenland, Eisenberg) werden wohl in eigenen Erzeugergemeinschaften weitergeführt werden.

Umfrageergebnisse aus der Vergangenheit belegen, so Andreas Liegenfeld, dass bei ungestützter Abfrage, Burgenland als mit Abstand wichtigste Weinherkunft hervorging. Darauf soll in Zukunft der Fokus liegen, womit die allermeisten Winzer gut leben können. 

Wein Burgenland Obmann Herbert Oschep verdeutlichte beim Weinbautag die Wichtigkeit der Weinwirtschaft im Burgenland. Die Bruttowertschöpfung durch die Branche beträgt fast 258 Millionen Euro. Und in der Landwirtschaft entfallen im Burgenland fast 30 Prozent der Produktion auf den Weinbau. 

Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung hat Burgenland fest im Griff

Zum Ende des Vorjahres eine rasche Adaptierung erfuhr des Burgenländische Weinbaugesetz im Hinblick auf nicht gepflegte Weingärten. Deren Rodung ist eine unabdingbare Maßnahme in Anbetracht der sich zuspitzenden Situation im Zusammenhang mit der Verbreitung der Rebkrankheit Goldgelbe Vergilbung (Flavescence dorée) und ihrem Überträger, der Amerikanischen Rebzikade. Die Krankheit hat weite Teile des Burgenlandes fest im Griff und kann nur mit drastischen Massnahmen bekämpft werden.