Einen höchst demokratischen Weg geht der Weinbauverband Kremstal künftig auch in Sachen der Erzeugervereinigung Kremstal, deren Gründung aufgrund aktuellem EU-Recht nötig wurde.

Die Erzeugergemeinschaften sollen die demokratische Vertretung der Weinbauern in allen Weinbaugebieten sicherstellen und müssen in der Umsetzung von gültigem EU-Recht in allen Weinbauregionen gegründet werden. Sie ersetzen im Laufe des Jahres 2026 die Regionalen Weinkomitees und übernehmen deren Aufgaben.

Der Weinbauverband Kremstal stellte bei der jüngsten Jahreshauptversammlung die Weichen dazu. Der fast 500 Mitglieder starke Weinbauverband Kremstal verzeichnet in seinen Reihen etwa 330 Kremstaler Traubenproduzenten und 210 Weinproduzenten. Gewählt wurde ein neuer 24-köpfiger Vorstand mit dem neuen und alten Obmann Leopold Müller aus Krustetten im südlichen Kremstal, sein Stellvertreter ist Erich Berger aus Gedersdorf bei Krems. 

Weinbauverband ist auch Erzeugervereinigung

Aufgrund einer Statutenänderung fungiert der Weinbauverband künftig auch als Erzeugervereinigung Kremstal. Dieses Modell sieht der neue Vorstand als beispielhaft, zumal im Sinne des EU-Rechts das Kopfstimmrecht (one person one vote) zementiert wurde. Obmann Leopold Müller: „Das Kopfstimmrecht ist die Basis unserer Demokratie und nicht verhandelbar!“   In logischer Folge gibt es im Weinbauverband Kremstal keine Möglichkeit, persönliche Stimmrechte zu delegieren.

Breite Mitwirkung, volle Kommunikation und aktives „Junges Kremstal“

Im Kremstal wurde der Vorstand des Weinbauverbandes auf 24 Mitglieder aufgestockt. Mit an Bord sind auch alle bisherigen Vorstände des Regionalen Weinkomitees und Nominierte aus allen Weinbaugemeinden des Verbands, um eine breite Mitwirkung an den Entscheidungsfindungen zu ermöglichen. Aus selbem Grund wird an der Kommunikation gefeilt, alle Produzenten werden künftig auch die Vorstandprotokolle automatisch erhalten. 

„Wir möchten laufend alle unsere Winzer erreichen und informieren“, so Leopold Müller, der auch Vizepräsident des Weinbauverbandes Niederösterreich ist und das Kremstaler Modell als Vorbild für andere Weinbaugebiete sieht. Die Verbände seien schließlich dem Wohl der Weinbauern verpflichtet – „und sonst niemandem.“

Darüberhinaus steht seit einiger Zeit mit dem „Jungen Kremstal“ eine Bühne für Jungwinzer bereit, die von der "next generation" bereits eifrig bespielt wird. Etwa zehn von ihnen wurden auch in den neuen Vorstand des Weinbauverbandes integriert. Die „Jungen Kremstaler“ sind durchwegs bestens ausgebildete und in den Betrieben aktive junge Winzer.

Für Interessierte ist der komplette Vorstand des Weinbauverbandes Kremstal einsehbar in einem PDF am Ende dieses Beitrages.