Stefan Bauer, Obmann des Regionalen Weinkomitees Wagram und selbst einer der herausragenden Winzer im Gebiet, im Vinaria Gespräch über Bio-Diversität und den boomenden Weintourismus am Wagram, der mit Auto, Rad und Öffis sehr gut angebunden und leicht erreichbar ist. Nichts wie hin!

Großriedenthal Berg Eisenhut © Robert Herbst

Vinaria: Jüngst wurde der Wagram im Weinfrühling gestürmt?

Stefan Bauer: Und wie! Es waren unglaublich viele Besucher bei uns. Der Weintourismus spielt am Wagram eine große Rolle, verfügt das Gebiet doch über eine höchst attraktive Weinstraße und prächtige Kellergassen.

Vinaria: Die Lage zwischen Wien und Krems ist ein Riesenvorteil?

Stefan Bauer: Es stehen allerbeste Verkehrsverbindungen zur Verfügung, etwa die Schnellstraße S5 oder die Franz-Josef-Bahn. Aus Krems kommend ist man in 20 Minuten am Wagram, aus Wien in 35 Minuten, sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene. Praktisch jede Gemeinde ist an den Donauradweg angebunden.

Vinaria: Die Region ist ein Vorreiter in Sachen Biodiversität?

Stefan Bauer: Das ist Teil der DNA am Wagram. Es gibt sehr viele Biobetriebe, Dauerbegrünung in den Weingärten ist selbstverständlich; wir haben hier viele Raine, Furchen, Böschungen und Strauchgürtel als Rückzugsorte für Fauna und Flora, die Artenvielfalt ist überragend. An Vögeln fühlen sich auch die sensiblen Arten Bienenfresser und Wiedehopf wohl, dazu jede Menge Niederwild und Fasane.

Vinaria: Wie spürt man am Wagram die Weinabsatzkrise?

Stefan Bauer: Wir haben eine gute Struktur aus vielen kleinen und mittleren Betrieben, viele davon mit starkem Ab-Hof-Verkauf, etliche mit schönen Heurigen. So drückend wie anderswo ist die Krise hier noch nicht.

Vinaria: Wann bekommt der Weißburgunder DAC-Herkunft?

Stefan Bauer: Wir werden da immer auf das neue Weingesetz vertröstet, die Sorte würde aber gut in alle drei Stufen der Weinpyramide passen. 

Vinaria: Kulinarisch hat der Wagram viel zu bieten?

Stefan Bauer: Wirklich viel zu bieten. Die Bandbreite reicht von Sterne- und Haubenrestaurants über Bodenständiges bis zu tollen Heurigen, die am Wagram immer besonders gepflegt wurden. Die Buschenschänken warten mit gutem Essen und ausnehmend hoher Weinkompetenz auf. Wild spielt in den Küchen der Wagramer Gastronomie eine besondere Rolle, oft sind die Wirte selbst auch Jäger.

Vinaria: Der vinophile Hotspot am Wagram?

Stefan Bauer: Sicher die Gebietsvinothek Weritas in Kirchberg – vielleicht die beste in Österreich - mit sehr gutem Restaurant und laufend gut 50 Winzer im Sortiment.

 

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Touren zum Wagramer Löss können auch gebucht werden: www.donau.com/touren/loess-tour © Region Wagram
Praktisch alle relevanten Weingärten und -berge am Wagram sind durchgehend begrünt, Biodiversität wird groß geschrieben. © Steve Haider
Ist der Boden gesund, ist er auch belebt und unabdingbar für die Spitzenqualität der Weine vom Wagram. © Steve Haider
Die mächtigen Lössterrassen sind ein Paradies für viele Tiere, vor allem auch geschützte Vögel wie den Bienenfresser. Gleichzeitig verliehen diese den Weinen das unnachahmliche Wagram-Terroir. © Steve Haider
Mit dem Rad durch die Weinberge am Wagram. Zum Beispiel von den Bahnhöfen zwischen Tulln und Kirchberg. Geführte Touren zum Beispiel ab dem Weritas in Kirchberg: www.donau.com/touren/kellergassen-tour © Donau Niederösterreich, Region Wagram
© Doris Schwarz-König
Wagram Schlossberg © Robert Herbst
Wagram - Großriedenthal Eisenhut © Robert Herbst
© Agnes Winkler
Ried Wadenthal © ÖWM
© Agnes Winkler
© Agnes Winkler
© Agnes Winkler
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Ried Rosenberg © ÖWM