Auf dem Wiener Luxushotelmarkt geht es aktuell zu wie beim Brettspiel Monopoly. Das Wiener Luxushotel Hilton am Stadtpark – eine Ikone - sucht wieder einen Käufer und soll um bis zu 420 Mio. Euro den Besitzer wechseln. Das Grand Hotel an der Ringstraße wiederum kauft ein OPEC-Fonds aus der Insolvenz.

Das Wiener Luxushotel Hilton am Stadtpark – eine Ikone - sucht wieder einen Käufer und soll um bis zu 420 Mio. Euro den Besitzer wechseln. © Hilton

Während für das Grand Hotel am Ring kürzlich ein Käufer gefunden werden konnte, wird für das Park Hyatt von der insolventen Signa bereits seit Monaten einer gesucht. Nun dürfte mit dem bekannten Wiener Hilton Hotel am Stadtpark ein weiteres Luxushotel zum Kauf stehen. Das geht jedenfalls aus einer Verkaufsunterlage hervor, die momentan in Wien die Runde macht, wie das Wirtschaftsmagazin trend zuerst berichtete. Darin ist von einem indikativen Kaufpreis für das „seltene Trophy Asset“ in Höhe von 410 bis 420 Millionen Euro die Rede.

 Eines der größten Hotels Österreichs

Das Fünf-Sterne-Hotel, das in den letzten fünf Jahren eine Auslastung von 70 bis 75 Prozent schaffte, kommt auf jährliche Gewinne von rund 20 Millionen Euro, ist der Unterlage zu entnehmen. Mit Hilton gebe es eine langfristige Managementvereinbarung. Das Hotel am Stadtpark, mit knapp 600 Zimmern, drei Restaurants und Bars sowie großem Konferenzcenter eines der größten Hotels Österreichs, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: In den 1970ern gebaut, wurde das Haus 2001 von den Brüdern Soravia gekauft und umgebaut, 2008 erwarb die Raiffeisen Zentralbank das Haus von der Familie Soravia.

2016 übernahmen mit BETHA Zwerenz Krause und der APM Holding zwei Wiener Family Offices die Immobilie, ehe im Jahr 2019 ein südkoreanisches Konsortium um 334 Millionen Euro das Traditionshaus kaufte. Dieses Konsortium, bestehend aus den südkoreanischen Investoren Hana Financial Investment, NH Investment & Securities und Meritz Securities, will sich nun offenbar mit Gewinn von dem Wiener Hotel verabschieden.

Grand Hotel am Ring geht fix an Opec-Fonds

Der Deal wurde mit Beschluss des Handelsgerichts Wien vorigen Spätherbst genehmigt, die insolvente Eigentümerin hatte dagegen allerdings Rekurs erhoben. Durch den nun vollzogenen Verkauf des Grand Hotel Wien werde der langfristige Betrieb sichergestellt, teilten involvierte Rechtsanwälte am Donnerstag mit.

Im Interesse der Dienstnehmer und Gläubiger sei das bestmögliche Ergebnis erzielt worden, so Masseverwalter Reisch Rechtsanwälte. Das Hotel gehörte bisher über eine eigene Gesellschaft der Erste Wiener Hotel AG, die im Mai 2025 Konkurs angemeldet hatte und dem den einst schillernden Investor Mohamed Bin Issa Al Jaber zugerechnet wird.

Im Juni 2025 musste auch die Grand Hotel GesmbH als Betreiber Insolvenz anmelden. Das Hotel wechselte im November 2025 um 90 Mio. Euro den Besitzer, als Käufer wurde ein OPEC-Fonds genannt. Al Jaber hatte das Grand Hotel im Jahr 2002 erworben und über seine insolvente Firma den gerichtlichen Verkauf in erster Instanz – erfolglos - beeinsprucht.