Dramatische Wende in den Ermittlungen zum plötzlichen Tod von Wagram-Winzer Anton Bauer (54). Nach erster Diagnose erlag er im Schlaf einem Herzinfarkt. Jetzt steht aber fest: Bauer war davor in eine brutale Rauferei verwickelt, wurde niedergeschlagen und am Kopf schwer verletzt.

Das Café Enrico in der Oberen Landstraße 12 in Krems in der Wachau: Hier gerieten die Männer in mutmaßlich schwer angeheitertem Zustand aneinander. Winzer Anton Bauer zog sich offenbar eine schwere Kopfverletzung zu und verstarb. © Martin Kalchhauser

Recherchen von Vinaria und den Regionalausgaben der Niederösterreichischen Nachrichten (NÖN) ergaben ebenso wie Ermittlungen der Kriminalpolizei in Krems den dringenden Verdacht auf einen dramatischen Vorfall rund 36 Stunden vor Bauers Tod im Schlaf: der Winzer wurde im Zuge eines rüden Raufhandels in und vor einer Bar in der Kremser Innenstadt von zwei Kontrahenten brutal niedergeschlagen, fiel auf den Hinterkopf und wurde offenbar schwerst verletzt.

 Brutal niedergeschlagen als er Wein liefern wollte

Toni Bauer wollte demnach am 8. Jänner in den Abendstunden Wein liefern an seine Stammkundin Daniela P., der Betreiberin des Café Enrico in der Fußgeherzone Landstraße in Krems. Dabei soll er – so die Recherchen von Vinaria, NÖN und Kripo – mit dem anwesenden Freund der Frau und einem stadtbekannten „Radaubruder“ in Streit geraten sein. Dieser eskalierte und einer der Männer hat dabei Anton Bauer brutal niedergeschlagen; ein Zeuge will sogar Fausthiebe gegen den Kopf gesehen haben. Der Winzer stürzte unglücklich auf den Stein- oder Pflasterboden, zog sich dabei eine schwere Kopfverletzung zu.

Der genannte Kremser ist als Stänkerer und dem Alkohol nicht abgeneigt bekannt ist, hat bereits in einigen Lokalen Hausverbot. Er dürfte dem Feuersbrunner den heftigen Schlag versetzt haben. Ebenfalls berichtet wird, dass Bauer mehrere Minuten lang bewusstlos am Boden lag, ehe er wieder zu sich kam. Reichlich Alkohol bei allen Beteiligten war nach Zeugenaussagen jedenfalls im Spiel.

Dass für ihn nicht die Rettung gerufen wurde, ist unerklärlich. Er könnte vielleicht noch leben. Denn nachdem der Winzer wieder zu sich gekommen war, begab er sich nach Hause - und wachte am nächsten Tag nicht mehr auf. Der Tod könnte also infolge einer unbemerkten Gehirnblutung eingetreten sein.

Gehirnblutung nach Sturz bei Rauferei

In diese Richtung ermittelt nun die Polizeiinspektion Krems, der - ebenso wie Vinaria – Zeugen des Vorfalls namentlich bekannt sind. Um die Ermittlungen nicht zu gefährden, wurde eine Nachrichtensperre verhängt. Eine Obduktion des Leichnams wurde von der Staatsanwaltschaft Krems angeordnet. Das Ergebnis steht aus.

Sollte sich der Verdacht gehen den oder die beiden Männer erhärten, drohen schwere Strafen und jedenfalls ein Gerichtsverfahren. Eine Anklage könnte auf schwere Körperverletzung mit tödlichem Ausgang (Strafrahmen: ein bis zehn Jahre Haft) oder gar Totschlag lauten (Strafrahmen: fünf bis 15 Jahre Haft).

Weingut Anton Bauer in Feuersbrunn in sicheren Händen

Die Erschütterung und tiefe Trauer um Wagram-Winzer Anton Bauer hält unterdessen an. Tausende Freunde, Stammkunden und Bekannte sind nach wie vor fassungslos. Wie es mit dem Weingut in Feuersbrunn am Wagram weitergehen, ist derzeit offen. Besitzer des Guts ist der oberösterreichische Lebensmittelindustrielle und Hotelier Wolfgang Hochreiter, der das Weingut im Herbst 2025 aus einem Sanierungsverfahren erworben hatte. Bauer sollte jedenfalls als Weinmacher, Önologe und Gesicht nach außen weiter an der Spitze stehen. Das Schicksal hat anders entschieden.

Reserven und Große Reserven in weiß und rot waren die Flaggschiffe im Sortiment von Anton Bauer. © Weingut Anton Bauer