Mineralische Würze, dichte Frucht, helle Aromatik, kandierte Ananas, pfiffig; gute Fruchttiefe, getrocknetes Steinobst, feinherb, knackig, saftig, elegant gebaut, Zitrus, mittellang.
Allram
3491 Straß im Straßertale
Herrengasse 3
Tel. +43 2735 2232
weingut@allram.at
www.allram.at
In diesem Strasser Musterbetrieb ist der Rebbau schon relativ früh zum Hauptthema geworden. Der Wechsel von der gemischten Landwirtschaft zu einem reinen Weinbaubetrieb mit rund 12 Hektar Rebfläche wurde nämlich bereits in den 1950er-Jahren von Großvater Walter Allram initiiert. Vinophiler Fokus und höchstes Qualitätsstreben zeichneten auch die Folgegeneration in Gestalt von Tochter Michaela Haas-Allram und Erich Haas aus, die das Weingut nicht nur national an die Spitze führten und Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter wurden, sondern auch im Ausland rege tätig waren und in der Folge den Exportanteil auf 80 Prozent hochschraubten. Seit Mitte der vorigen Dekade zeichnet Lorenz Haas für die Weine des Weinguts Allram verantwortlich, Schwester Magdalena hat ihre eigene Weinpalette unter dem Namen Jugend kreiert. Das Strasser Weingut zählt schon seit Längerem zu den renommiertesten Betrieben im Kamptal, dennoch ist es Lorenz Haas gerade im Lauf der letzten Jahren gelungen, das Profil der Allram’schen Weine weiter zu schärfen. Der Winzer absolvierte im Lauf seiner Ausbildung etliche Praktika im In- und Ausland – Stationen waren Pfalz, Steiermark, Neuseeland, Südafrika und schließlich Wachau. Dort hatte er die Möglichkeit, Methoden und Techniken aus Alter und Neuer Welt kennenzulernen und die ihm geeignet erscheinenden Praktiken aus beiden Welten zu verbinden. So konnte er den hohen Qualitätsstandard nicht nur halten, sondern weiter steigern. Auch stilistisch hat es einen behutsamen Wandel gegeben, die Weine von heute zeigen ein Plus an Finesse bei gleichzeitig straffer und pointierter Struktur sowie ausgeprägter Mineralität. Der respektvolle Umgang mit der Natur ist schon seit langem Thema im Weingut Allram. Folglich war die 2016 von Lorenz eingeleitete Umstellung in Richtung biologischer Bewirtschaftung „nicht sehr schwer“, da die Eltern bereits wichtige Vorarbeit geleistet hätten – so waren Kompostausbringung und Begrünung schon seit langem Standard. Mit dem Jahrgang 2023 erfolgte die Zertifizierung als Bio-Weingut. Gleich im ersten Jahr danach wurde die organische Ausrichtung auf die Probe gestellt: 2024 brachte riesige Herausforderungen wie die schlimmen Spätfröste Mitte April sowie sintflutartige Niederschläge im September. Mehr als 50 Prozent der Erntemenge gingen verloren, was erhalten blieb, ist ausgezeichnet gelungen. Doch auch der jüngste Jahrgang war nicht ganz problemlos, in erster Linie des warmen, mehrmals von kleinen Regengüssen betroffenen Septembers wegen. Insbesondere bei Riesling kam es sehr rasch zu Botrytisbildung – da hieß es ganz schnell ernten und kompromisslos selektionieren. Die Lese erstreckte sich über sechs Wochen. Alles in allem ist 2025 jedoch ein „Superjahr“ mit guten, ausgewogenen Erträgen, das von den moderaten Temperaturen bis Spätsommer geprägt ist und in dem sich die klassischen Lagen besonders hervorgetan haben. Im Weingarten wird auf Handarbeit größten Wert gelegt – vom Rebschnitt über Laubarbeit bis zur ausschließlich händisch durchgeführten Lese. Im Portfolio befinden sich Weingärten in etlichen der renommiertesten Lagen rundum Straß, darunter Hasel und Wechselberg, Kammerner Renner, Strasser und Zöbinger Gaisberg sowie Zöbinger Heiligenstein. Zu den wichtigen Lagen zählen aber auch die kalkreiche Ried Gautscher, wo hervorragende Burgunder und Chardonnays herkommen. Noch junger Zuwachs im Lageninventar ist die an der Südostflanke vom Gaisberg situierte, terrassierte Ried Lammberg, deren Lössboden mit Kalkanteil auf Schieferuntergrund höchst eigenständige Grüne Veltliner von hoher Qualität erbringt. Die Weine im Einstiegsbereich und Mittelsegment im Sortiment stammen aus 2025. Sie sind elegant , teils fast zart, mit klarer Frucht und knackigem bis rassigem Biss geprägt, zugleich deutlich leichter als die letzten Jahre. Bei den Riedenweinen steht der Jahrgang 2024 zur Verfügung, der sich mittelkräftig präsentiert, mit relativ geschmeidigen Veltlinern und pikanten Rieslingen. Die Burgundersorten nehmen im Weingut Allram eine Sonderstellung ein: Die Palette reicht vom fruchtigen Weißburgunder Papageno, geht weiter mit einem sehr gut gelungenen Chardonnay W.B. im klassischen Ausbau zum vollmundigen Grauburgunder und endet mit dem konturierten, pikanten Stellar 2023 aus überwiegend Chardonnay. ps