Der Jahrgang 2025 verspricht klassisch österreichischen Weingenuss: Die Weiß- und Rotweine präsentieren sich frisch, elegant und fruchtbetont mit tollem Sortenausdruck und moderatem Alkoholgehalt. Sehr gute Bedingungen herrschten auch für die Erzeugung von edelsüßen Weinen. 

Ebenfalls erfreulich: Nach dem quantitativ sehr kleinen Vorjahr wird mit einer leicht überdurchschnittlichen Erntemenge von mehr als 2,5 Millionen Hektolitern gerechnet. Die endgültigen Zahlen stehen noch aus.

Niederösterreich
In Niederösterreich erfreut man sich an einem klassischen Weißweinjahrgang, der durch präzise Aromatik, reintönige Frucht und Säurepikanz brilliert. Die Säure liegt analytisch merklich höher als in den jüngsten vergangenen Jahrgängen, wobei die Äpfelsäure einen etwas höheren Anteil als etwa im Traumjahr 2021 einnimmt. Die relativ niedrigen Alkoholwerte kommen dem Trend der jüngeren Zeit sehr entgegen. Insbesondere freuen darf man sich auf die erfreulich knackigen Vertreter aus Niederösterreichs Paradesorte Grüner Veltliner, die neben der frischen Würze vielfach auch durch lebhafte Kernobstfrucht geprägt sind. Bei jenen Rieslingen, bei denen eine kompromisslose Selektion bei der Ernte erfolgte, darf man sich auf rassige, fruchtbetonte Exemplare freuen. Sehr überzeugend sind auch die physiologisch vollreifen und besonders anregenden Weißburgunder und Chardonnays ausgefallen, die Muskateller bestechen durch Sortentypizität. Auch von den Wagramer Roten Veltlinern und den Raritäten der Thermenregion wie Rotgipfler und Zierfandler darf man einiges erwarten. Am süßen Sektor gab es mancherorts Botrytisweine, außerdem konnten bereits Ende November Eisweine gelesen werden.

Wien
In Wien entsprach der Witterungsverlauf mehrheitlich jenem der niederösterreichischen Gebiete. Im September jedoch verzeichnete die Bundeshauptstadt ein Plus an Niederschlägen, weshalb der späten Weingartenpflege und raschen Lese eine hohe Bedeutung zukam. Auch hier fielen die Resultate erfreulich aus mit charaktervollen Weißweinen, die etwas schlanker, zugleich pikanter als in den vergangenen Jahren sind. Aromatisch ausdrucksvoll präsentieren sich die Gemischten Sätze aus den Weingärten beiderseits der Donau, die Grünen Veltliner sind durch hohe Transparenz und Pikanz ausgezeichnet. Nervigkeit und Vitalität zeichnen schließlich die Rieslinge aus den bevorzugten Döblinger und Maurer Rieden aus.

Burgenland
Bei entsprechender Pflege und penibler Selektion konnten sehr gute Qualitäten geerntet werden. Aus Pinot Blanc und Chardonnay sind besonders präzise, feinfruchtige und pikante Vertreter entstanden, auch aus Welschriesling konnten sortentypische Exemplare gekeltert werden. Sehr fruchtbetont und elegant zeigt sich vielerorts der Zweigelt, bei Blaufränkisch konnte man sich bei entsprechend später Lese über strukturierte, markante Vertreter mit viel Frucht und festem Tannin erfreuen. Fielen die Merlots in vielen Lagen durchaus charaktervoll aus, so zeigen sich die Cabernets etwas schlanker und zarter. Großartige Aussichten gibt es am Prädikatsweinsektor, vor allem im Seewinkel und in Rust. Nach dem verzögerten Vegetationsverlauf und guter Ausreifung im September setzte dank der Niederschläge bereits erfreulich zeitig und vor allem sehr regelmäßig die Edelfäule ein, womit die Prädikatsweinlese vielerorts in einem Zug erfolgen konnte. Hohe Gradationen und tolle Säurewerte prägen die süßen wie auch edelsüßen Weine von der Spätlese bis zu Trockenbeerenauslese und Ausbruch. Eisweine konnten erst bei tiefen Temperaturen zum Jahreswechsel eingebracht werden.

Steiermark
Bei einigen Sorten war eine starke Mengenreduktion im Vorfeld notwendig, um entsprechende Vollreife zu erlangen, etwa beim Muskateller, aber auch bei Sauvignon und Pinot Blanc. Wo das geschehen ist, überzeugen die Sauvignons durch tolle Aromatik, Pinot Blanc und Chardonnay durch Typizität sowie Biss und Straffheit. Gemeinsames Kennzeichen der Weine ist ein im Vergleich moderaterer Alkoholgehalt. Es kündigt sich ein klassisch steirischer Jahrgang mit Pikanz und Frucht an, der strukturierte wie straffe Premiumweine in allen Gebieten bringt. Beim Blauen Wildbacher in der Weststeiermark war Zuwarten auf die Vollreife wichtig. Das Resultat sind jedoch animierende rosarote Klassiker mit ausgeprägter Waldbeerenfrucht, Rasse und Biss.

Bergland
In den Weinbaufluren des Berglands waren die Bedingungen teils anders als im Weinland. Insbesondere fiel der September in den meisten Herkünften Kärntens, Oberösterreichs sowie in Vorarlberg und Tirol wesentlich freundlicher, weil trockener, aus als in den klassischen Weinbaugebieten im Osten. In Oberösterreich blickt man auf ein sehr gutes und vor allem schadenfreies Weinjahr zurück. 2025 wird ein richtiger Klassiker mit ausgeprägter Aromatik und gutem Trinkanimo. Weine aus Chardonnay und Sauvignon Blanc zeigen sich besonders vielversprechend. Besonders günstige Wetterbedingungen konnte man in Kärnten verzeichnen, wo die Rebfläche mittlerweile gut 125 Hektar beträgt. Auf dern Markt kommt ein sehr guter Jahrgang mit reifen wie knackigen Weinen mit guter Fruchtausprägung. In etlichen Weinbaufluren Tirols gab es im Juni und Juli schwere Schäden aufgrund von Hagelereignissen. Häufige Lesefenster im Herbst ermöglichten die Lese gesunder Trauben zur Kelterung frischfruchtiger und knackiger Weine. Zum Glück zeigten sich September und Oktober auch am Bodensee und im Walgau freundlich, wodurch Weine mit viel Frucht und guter Säurestruktur entstehen konnten.

Quelle: ÖWM