Mit 6. April 2021 ist die Supermarktkette Merkur Geschichte und die Zeit von Billa Plus angebrochen. Die 104 Merkur-Märkte wurden in der Vorwoche bereits sukkzessive umgeflaggt, die Farbenwelt von türkis-grün auf das Billa-Gelb geändert.

Mit der Eingliederung von Merkur als künftigem Billa Plus in die Markenrange von Billa erhofft sich Eigentümer Rewe Synergien und Einsparungen, vor allem in Einkauf, Verwaltung und Marketing. Wieweit das Sortiment betroffen ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Merkur war bis zuletzt als der „Feinkostladen“ unter den Supermärkten bekannt und hat eine eigene Fangemeinde aus Stammkunden.

Von allfälligen Sortimentsumstellungen betroffen könnte auch das Weinsegment sein, wo Merkur im Vergleich zu anderen Supermärkten auf ein eher breites Sortiment mit geografischer und sortenspezifischer Tiefe aus dem In- und Ausland setzte. Vor allem aktionsorientierte und regional gesplittete Angebote beim Wein erfreuten sich großer Beliebtheit, öffneten diese Vertriebsschiene auch für kleinere Winzer.

Die zahlreichen Rabattaktionen („Ich such’s mir aus Rabatt“) und die Bonussysteme für Jö-Karten werden in den kommenden Wochen von Grund auf geändert und an das Billa-System angepasst. Zahlreiche Eigenmarken von Billa (Billa Bio) und der konzerneigenen Parfümeriekette Bipa (Bi Good, Bi Life) werden in das Sortiment von Ex-Merkur aufgenommen. Im Gegenzug dürften sukkzessive zahlreiche Produkte aus der obersten Preisrange wegfallen, auch das Alnatura-Sortiment.

Die Preisaktionen sollen aktionistischer werden („Extrem Woche“, „Satte Rabatte“), die Warengruppe offenbar eingeschränkt. Der Rewe-Konzern spricht von der größten Preissenkungsaktion der Geschichte von Merkur, pardon: Billa Plus.

Der ehemalige Merkur-Flagshipstore am Wiener Hohen Markt wurde, wie berichtet, zum Wochenende ebenfalls bereits umgeflaggt und ist nun Teil der exklusiven Billa Corso-Gruppe.

© REWE
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