Die En-Primeur-Kampagne 2025 im Bordeaux kam mit der Veröffentlichung des Preises für Château Montrose zum Abschluss. Dieser liegt um 21 Prozent über dem des Jahrgangs 2024. 

Ein Experte kommentiert das im Fachmagazin Vitisphere: „Es ist noch früh für ein endgültiges Urteil, aber gut sieht es nicht aus. Es ist schade – eine verpasste Chance.“ Seiner Ansicht nach müsse ein Wein, der noch nicht physisch existiert, „mindestens 20 Prozent günstiger sein als jeder bereits verfügbare und lieferbare Jahrgang.“ 

"Die Spitzenweingüter haben Ruf des Marktes noch immer nicht verstanden"

Das hätten die Eigentümer der Spitzenweingüter noch immer nicht verstanden. Die Preissenkungen der vergangenen Jahre seien noch nicht ausreichend.

Vitisphere zitiert einen Händler, der sagt: „Montrose hat nur ein Drittel seiner Ernte vermarktet. Es bleibt abzuwarten, wie die zurückgehaltenen Mengen aufgenommen werden, wenn sie später in den Handel kommen. Das ist ein Ansatz zwischen dem traditionellen En-Primeur-System und der Strategie von Château Latour.“ Latour veröffentlicht seit 2012 keine Weine mehr en primeur, sondern bringt nur sporadisch bereits abgefüllte Jahrgänge in den Handel.

Margaux und Montrose 2025 so teuer wie nie

Auch andere bekannte Weingüter wie Château Haut-Brion (+15 Prozent), Château Margaux (+22 Prozent) oder Château Léoville Las Cases (+13 Prozent) haben ihre Preise im Vergleich zu 2024 erhöht. Montrose und Margaux 2025 sind laut der Weinhandelsplattform Liv-ex sogar die teuersten, die je in Subskription angeboten wurden. Beide Châteaux haben nur sehr kleine Mengen geerntet.

Unbestritten hohe Qualität des Jahrgangs 2025

Unbestritten ist die hohe Qualität der 2025er Weine. Sie würden das beste Verhältnis von Qualität zu Preis bieten. Trotzdem sagt ein Makler: „Wir kehren zum ursprünglichen Zweck des En-Primeur-Systems zurück, das in erster Linie den großen Marken dient. Es gab bis zu 300 Veröffentlichungen, aber Bordeaux hat keine 300 wirklich bedeutenden Weine.“ 

300 Weine en primeur, aber nur 8 bis 10 wurden echt nachgefragt

Daher zieht ein Händler die ernüchternde Bilanz: „Nur acht bis zehn Weine haben in diesem Jahr wirklich funktioniert. Das ist angesichts der gesamten Kampagne wenig.“

Quellen: Vitisphere, wein.plus.de, Liv-ex