Was manche Winzer bereits fallweise machen, soll nach dem Willen einer Gruppe junger Winzer bald wieder Standard sein: Wein in Doppelliter-Flaschen, also mit zwei Litern Inhalt.

Wie der ORF Burgenland berichtet, haben sich einige engagierte junge Winzer aus dem Burgenland, der Steiermark und Niederösterreich zusammengetan, um dem Doppler ein Comeback zu ermöglichen. Der Namen des Projekts klingt wie eine wehmütige Hommage an Donald Trump und seinen Wahlkampfspruch „Make America Great Again“.

„Make the Doppler great again“ heißt es demnach auf den Flaschenhals-Etiketten der Doppler-Retter. Macht auch nichts, kann man ja noch ändern, sollte die Idee erfolgreich sein.

 

Doppler-Hochblüte in den 1960er-Jahren

Früher war der Doppler das klassische Gebinde für Wein, vor allem ab Hof und in der Gastronomie zum Ausschank von einfachen Tafelweinen, die anno dazumal die Hauptabsatzschiene waren. Mitte der 1960er-Jahre erlebte der Doppelliter seine Hochblüte. Mit zunehmender Weinqualität verschwand Ende der 1980er-Jahre der Doppler zusehends vom Markt.

Die Weingesetze taten ein Übriges und verbannten das 2 Liter-Gebinde von den Füllanlagen der Qualitätsweine, wenn diese die geschützten Herkunfts-Insignien tragen wollten. Auch die DAC-Regeln untersagen explizit die Dopplergebinde, dort heißt es sinngemäß: „….ist der Wein in Gebinden von 0,75 Litern oder einem Vielfachen davon abzufüllen.“ Ein Vielfaches sind Magnums vor allem und größere Flaschen von der Doppelmagnum über die Jeroboam und Bathazar bis zu den Nebukadnedzar-Gebinden mit 18 Litern Inhalt. Diese sind allesamt erlaubt, wenn ihr Inhalt durch 0,75 teilbar ist und das Ergebnis ganze Flaschen 0,75 Liter ergibt.

Der Doppler trägt bei Weinfreunden den liebvollen Beinamen „Bauernmagnum“, was auf seine Herkunft als Standardgebinde der Weinbauern nach dem 2. Weltkrieg und bis Ende der 1980er Jahre anspielt.

 

Raritäten immer wieder in Doppler gefüllt

Immer wieder trieb es Winzer dazu, das fast ausgestorbene Gebinde des Dopplers mit Nischenprodukten doch zu füllen. Diese tragen dann allerdings die Herkunftsbezeichnungen bestenfalls des Bundeslandes oder gar nur „Weinland“.

Spitzenwinzer Sepp Dockner aus Höbenbach am Göttweiger Berg ist so ein Dopplerfan, wenn es um Raritäten geht. Zum Jubiläum eines 90 Jahre alten Weingartens in der Ried Leiten wurde im Vorjahr eine Grüne Veltliner Auslese 2019 im Doppelliter gefüllt. „Um die Lagerfähigkeit zu erhöhen, haben wir diesen Wein in eine 2-Liter-Flasche gefüllt“, erzählt Kellermeister und Juniorchef Josef Dockner. Er schätzt das Lagerpotenzial seiner Auslese locker auf „mindestens 50 Jahre“.

 

Lagerfähigkeit spricht für größere Gebinde

Genau hier setzen die jungen Winzer bei ihrer Doppler-Renaissance an. „Der Wein entfaltet sich in einem größeren Gebinde ganz, ganz toll und deswegen ist der Doppler für uns eigentlich ganz wichtig, dass wir den wieder salonfähig machen“, so Rainer Schuster aus Halbturn zum ORF, einer der Proponenten.

Der Südsteirer Michael Lorenz ergänzt: „Wir möchten Grünen Veltliner, Sauvignon Blanc, Rotweine, Uhudler und Naturweine in die Zweiliterflaschen füllen. Damit haben wir dann das ganze Spektrum des österreichischen Weinbaus qualitativ in einer großen Flasche.“ Wunschziel wäre noch die Wiederverwendbarkeit der Dopplerflaschen, wie anno dazumal. Dem steht allerdings wohl die moderne Logistik und klare Ablehnung der potenziellen Kunden aus Handel und Gastronomie entgegen.

Alte Dopplerkiste aus Holz haben wohl in der modernen Logistik keinen Platz mehr. © ORF
Ein Teil der engagierten jungen Winzer der Doppler-Initiative. © ORF
Das Flaschenhals-Etikett erinnert einfach zu stark an Donald Trump: „Make the Doppler great again“ © ORF