Eine aktuelle japanische Studie sagt eine schwierige Zukunft für Kaliforniens bekannteste Weinbaugebiete voraus, bedingt durch Hitzewellen, Dürren und Waldbrände. Aber es gibt auch Gebiete, die davon profitieren.

Die Zukunft des kalifornischen Weins könnte sich von Napa und Sonoma entfernen. Herkünfte, die in den Vereinigten Staaten Symbole für Qualitätsproduktion sind. Dies wird durch eine neue Studie der Tohoku University untermauert, die in der Zeitschrift „Frontiers in Climate veröffentlicht“ und von der „Los Angeles Times“ aufgegriffen wurde.

Dabei wurden verschiedene Klimamodelle abgeglichen, um zu bewerten, wie sich die Weinbautauglichkeit der verschiedenen Gebiete des Bundesstaates in den nächsten 70 Jahren verändern wird. Das Ergebnis ist eine Weinbau-Geografie in Bewegung, bei der die heute prestigeträchtigsten Gebiete Kaliforniens Gefahr laufen, an Boden zu verlieren: Während Weinbaugebiete wie Monterey und Mendocino zunehmend für den Anbau von Reben attraktiver werden. 

Die unmittelbarste Bedrohung für die etablierten Regionen geht von Hitzewellen aus, die inzwischen häufiger und unberechenbarer sind. so wurden Temperatur in den McIntyre-Weinbergen der Saint Lucia Highlands von 47 Grad Celsius erreicht. Ein extremes Ereignis, das Pflanzen in einen Zustand versetzen kann, der einem Hitzschlag ähnelt. Hinzu kommen Dürren, im mehr und heftigere Brände sowie eine extrem trockenere Atmosphäre, die die Dehydrierung von Pflanzen beschleunigt.

Napa und Sonoma zunehmend weniger geeignet für den Weinbau

Die Forschung der japanischen Universität berücksichtigte den jährlichen Niederschlag, während der Wachstumsperiode angesammelte Temperaturen, Wintertemperaturen und Luftfeuchtigkeit. Laut Simulationen könnten Napa und Sonoma zunehmend weniger geeignet für den Weinbau werden, während Monterey und Mendocino von kleineren Temperaturanstiegen, mehr Niederschlag und einer möglichen Verringerung des Brandrisikos profitieren würden. 

Was die Studie und deren Autoren allerdings unberücksichtigt lassen ist, dass die Weinbaubetriebe - vielfach verzweifelt – Gegenmaßnahmen ergreifen. In kalifornischen Weinbergen werden Schattentücher, Vernebler, verbrauchsarme Bewässerung, neue Reihenorientierungen und hitzebeständigere Rebsorten getestet. Die Ernte vorwegzunehmen oder das Management des Blätterdachs zu verändern, kann ebenfalls dazu beitragen, die Säure, das Gleichgewicht und die Qualität der Trauben zu bewahren.

Die Forscher beobachteten weiters, dass Rebsorten unterschiedlich auf Klimastress und Waldbrände reagieren. In Sonoma zum Beispiel zeigt Chardonnay in Jahren eine höhere Qualität ohne extreme Ereignisse, während Pinot Noir seine Eigenschaften auch in Jahrgängen mit hohem Brandrisiko besser erhalten kann. Die Wahl der Rebsorte könnte daher eines der effektivsten Werkzeuge werden, um den Weinbau an neue klimatische Bedingungen anzupassen.