Seit Sommer dieses Jahres verfügt das Traisental über einen mit 5 Vinaria Kronen höchstdekorierten Winzer: Ludwig Neumayer aus Inzersdorf; lange Jahre war er der einzige Leuchtturm der Traisentaler Weine. Mittlerweile ist die Szene differenziert. Hier die besten Weine & Winzer aus dem Vinaria Weinguide 2023/24.

Ludwig Neumayer © Katharina Stögmüller, Weingut Neumayer

Ludwig Neumayer reüssierte anfangs vor allem mit seinen Weinen vom Stein (GV, RI, WB), verfügt heute über ein breites Riedenspektrum. Der größte Weinbaubetrieb gehört im Traisental Markus Huber aus dem benachbarten Reichersdorf. Huber gilt als ein extrem innovativer, draufgängerischer Spitzenwinzer, exportstark, sowie Macher exzellenter Weine. Beide – Neumayer und Huber – sind seit vielen Jahren Mitglieder der Österreichischen Traditionsweingüter (ÖTW). Zu den jungen Shootingstars der heimischen Winzerszene zählen zweifellos Silke und Tom Dockner, die bereits Vinaria-, SALON- und Landessiege einfahren konnten.

Nicht nur, dass die amtierende Österreichische Weinkönigin Sophie Hromatka aus dem Traisental kommt, aus Oberwölbling, fuhr die Jungwinzerin in diesem Jahr auch gleich einen Salonsieg ein mit ihrem 2022 Grünen Veltliner Urgestein; laut Jury der gebietstypischste DAC Wein des Wettbewerbs. Von sich reden machte auch Viktoria Preiß vom gleichnamigen Wein- und Obsthof und zuletzt Jungwinzerin Ida Haimel mit ihrer neuen Piwi-Serie namens „Piwida“.

Eigenes Weinbaugebiet seit 1995

Seit dem Jahr 1995 existiert kleine Weinbaugegend zwischen Krems und der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten als eigenes Weinbaugebiet, das sich an beiden Ufern der Traisen südlich der Donau etwa von Traismauer bis vor die Tore der Landeshauptstadt St. Pölten erstreckt. Historisch betrachtet gehört es zu den ältesten Weinregionen Österreichs überhaupt: Im idyllischen Franzhausen, einer der wichtigsten prähistorischen Fundstätten Europas, ließ sich das älteste Weinkorn Österreichs finden – ein Weinsamen, der nachweislich aus der Zeit um 2000 vor Christi Geburt stammt.

Weinbau seit 4.000 Jahren

Die Einflüsse des pannonischen Klimas aus dem Osten wirken sich positiv aus, da sie das Erreichen der Traubenreife begünstigen. Kühle Nächte, für die der nahe Dunkelsteinerwald und die Flüsse Traisen und Donau verantwortlich sind, sorgen in Kombination mit den warmen Tagen für eine ausgeprägte Aromatik. Hier entstehen klar strukturierte, tieffruchtige Grüne Veltliner und Rieslinge von kühler Prägung und einer mineralischen Note, wie man sie auch von den Gewächsen der westlichen Wachau kennt.

Die Bodenstruktur ist sehr vielfältig und reicht von Löss über Urgestein sowie kalkhaltige Konglomeratböden bis zu schottrigem und sandigem Untergrund. Vor einiger Zeit haben sich diesem Weinbaugebiet auch die im westlichen Tullnerfeld gelegenen Weinbaugemeinden um Sitzenberg-Reidling, die vormals als Enklave zum Weinbaugebiet Donauland gehört haben, angeschlossen.

DAC Herkunft seit 2006

Seit dem Jahrgang 2006 kommen typische fruchtig-würzige Grüne Veltliner und kernige, mineralische Rieslinge unter der Bezeichnung Traisental DAC auf den Markt. Es gibt die Standardstufen Traisental DAC mit und ohne Ortsangabe, mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung (Einreichung zur Prüfnummer in beiden Fällen frühestens ab dem 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres) und Traisental DAC Reserve (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab dem 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres), jeweils trocken. Die Mindest-Alkoholgehalte liegen zwischen 11,5% und 13% vol. Alk., wobei Riedenbezeichnungen ab 12,5% zulässig sind.

 

5-Kronen Winzer

4-Kronen Winzer

3-Kronen Winzer

2-Kronen Winzer

Tom Dockner © Helga Wöll
Markus Huber © www.loutocky.com
Viktoria Preiß (Mitte) samt Familie © Julius Hirtzberger
Dominik Schoderböck © Andreas Kraus
Leopold Figl © Weingut Figl
Familie Siedler © Weingut Siedler
Ida Haimel macht auf Piwi © David Schreiber
Sophie Hromatka © LWmedia, Leonard Ramirez