Der Fokus liege auf Erhalt von Betrieben und regionalen Arbeitsplätzen, sagt Kilger-Anwalt Johannes Zink zum jüngst eröffneten Insolvenzverfahren der Domaines Kilger GmbH & Co KG – Vinaria berichtete. Weingut, Jaglhof, Schloss Gamlitz und Peterquelle sollen gerettet werden.

Im Zusammenhang mit dem laufenden Insolvenzverfahren der Domaines Kilger GmbH & Co. KG laufen derzeit intensive Gespräche mit dem vom Gericht bestellten Masseverwalter Dr. Michael Pacher (Pacher & Partner Rechtsanwälte, Graz), um die wirtschaftliche Situation der einzelnen Betriebe umfassend zu prüfen und mögliche Zukunftsperspektiven auszuloten, so Rechtsanwalt Johannes Zink. Er begleitet im Auftrag des Unternehmers Hans Kilger die Neuordnung bei Domaines Kilger. Im Insolvenzverfahren selbst wird Domaines Kilger GmbH & Co KG von Gerlach Rechtsanwälte aus Wien vertreten.

„Der Masseverwalter verschafft sich derzeit einen vollständigen Überblick über die wirtschaftliche Lage der einzelnen Gesellschaften. Parallel dazu arbeiten wir gemeinsam daran, tragfähige Lösungen für möglichst viele Betriebe zu entwickeln. Ziel ist es, wirtschaftlich gesunde Strukturen zu erhalten und Arbeitsplätze in den Regionen zu sichern“, so Johannes Zink in einer Aussendung.

Kilger-Anwalt beklagt schwierigen Markt, Kosten, Inflation und Konsumverhalten

Insbesondere das Weingut Domaines Kilger, der Jaglhof in Gamlitz, das Schloss Gamlitz, der Stupperhof und die Mineralwasserfirma Peterquelle sollen weitergeführt werden. Die aktuelle Situation sei auch vor dem Hintergrund eines deutlich schwierigeren Marktumfelds zu bewerten, so Zink: „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für Gastronomie und Hotellerie haben sich in den letzten Jahren massiv verschärft. Gestiegene Kosten, Inflation und ein deutlich verändertes Konsumverhalten haben viele Betriebe vor große Herausforderungen gestellt.“

Unternehmer Hans Kilger nimmt selbst Stellung: „Die Situation ist für alle Beteiligten belastend – vor allem für unsere Mitarbeiter, Partner und Lieferanten. Viele Menschen haben über Jahre hinweg zum Aufbau dieser Betriebe beigetragen. Umso wichtiger ist es mir, dass wir jetzt zusammenarbeiten, um für möglichst viele Betriebe und Arbeitsplätze eine Zukunftsperspektive zu schaffen.“

Masseverwalter entscheidet über Fortführung, Sanierung oder Schließung

Erst auf Basis dieser Evaluierung kann entschieden werden, in welcher Form einzelne Betriebe weitergeführt werden können. Die Unternehmensgruppe steht in engem Austausch mit dem Masseverwalter und unterstützt aktiv die laufende Prüfung möglicher Fortführungslösungen. Weitere Details können erst nach Abschluss dieser Analyse kommuniziert werden.

Wie weit diese Bestrebungen Hans Kilgers von Erfolg gekrönt sein werden, können erst die kommenden Monate und die Einschätzung des Masseverwalters zeigen. Diese muss Masseverwalter Michael Pacher spätestens bei der Prüfungstagsatzung im Landesgericht Graz am 23. April 2026 abgeben. Eine erste Gläubigerversammlung ist für 12. März 2026 angesetzt. Die Anmeldefrist für Forderungen an die insolvente Gesellschaft endet am 9. April 2026.

Fette Pleite: über 80 Millionen Euro Schulden!

Wie berichtet, wurde über die Domaines Kilger GmbH & Co KG über Gläubigerantrag ein Insolvenzverfahren eröffnet, das durchaus beachtliche Ausmaße annehmen könnte. Die Überschuldung wird auf mindestens 26 Mio. Euro taxiert, die kumulierten Schulden der Gesellschaft auf bis zu 80 Mio. Euro geschätzt. Inwiefern die Aktiva - laut im Firmenbuch hinterlegten Bilanzen in Höhe von rund 48 Mio. Euro - im Verwertungsfall erlösbar sind, wird der Masseverwalterzu prüfen haben. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent geboten, zahlbar binnen zwei Jahren in drei Raten.

Hans Kilger investierte seit 2015 in der Südsteiermark und im Südburgenland. Zum Unternehmen gehören unter anderem das Weingut Kilger, das Schloss Gamlitz (auf Jahrzehnte gepachtet) sowie mehrere Restaurants und Hotels wie „Am Ratschen“ am Eisenberg im Südburgenland. Kurze Zeit war Kilger sogar (auf Pump) Eigentümer des Loisium Hotels in Ehrenhausen in der Südsteiermark.

Mehrere Pleiten in Kilgers Umfeld sorgten schon in den vergangenen Jahren für Schlagzeilen. Darunter waren Steirerwein und die Domäne Müller. In der Steiermark fürchtet man nun Folgewirkungen der Kilger-Pleite, die andere Betriebe mitreißen könnten, etwa Lieferanten.