Solche Besuche empfängt man gerne: als der Europäische Landwirtschaftskommissar Christophe Hansen kürzlich in Paris zu Gast war, hatte er ein fettes Geschenk für die französischen Weinbauern im Gepäck: die EU stellt 40 Mio. Euro zur Krisendestillation überschüssiger Weine bereit.

Hansen reiste eigens an zur Landwirtschaftsmesse (zwei Wochen nach der Wine Paris) an, um Proteste und Zweifel der französischen Winzer auszuräumen, die seit Monaten Europa wiederholt aufgefordert hatten, EU-Ressourcen zur Lösung der Probleme übermäßiger Weinbestände freizugeben. Hansen kündigte daher an, dass Brüssel Frankreich 40 Millionen Euro überweisen wird, um die Beseitigung eines Überschusses von 1,2 Millionen Hektolitern an Rot- und Rosé-Weinen in transalpinen Weingütern zu ermöglichen.

Zum Vergleich: bei seinem Besuch in Wien Ende 2025 kam Kommissar Christophe Hansen mit leeren Händen zu Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig. Was dieser auch kommentarlos zur Kenntnis nahm.

Frankreich setzt seit gut zwei Jahren auf eine Kombination von Rodung der Weinkulturen (rund 40.000 Hektar bereits geschliffen – das ist fast der komplette Rebbestand Österreichs) sowie gezielte Absatz- und Exportförderungen. Der französische Landwirtschaftssektor inklusive Weinbau gilt als überreguliert und übergefördert, was zu teils abstrusen Auswüchsen führt, abseits der renitenten und bei Protesten auch gewaltbereiten Bauern.

So hat beispielsweise der Verband der Cognac-Winzer gefordert, die EU möge aus einem Teil ihrer Zolleinnahmen, die auf Importe von Elektroautos aus China erhoben werden, die Rodung von 3.500 Hektar Weinberge in Cognac fördern. Begründung: die hohen chinesischen Zölle auf Cognac-Importe hätten den Markt ruiniert.