Der Grüne Stern hatte nur ein kurzes Leben im Guide Michelin und ist ab sofort Geschichte: was Restaurants auszeichnen sollte, die sich besonders mit Nachhaltigkeit beschäftigen, erwies sich in der Praxis als nicht durchführbar. Neu kommen die „Mindful Voices“.

Im Mittelpunkt der Kriterien für den Grünen Stern, der unabhängig von den Roten Sternen verliehen wurde, standen etwa das nachhaltige Wirtschaften der Restaurants, die Verwendung regionaler Produkte und Ressourcenschonung. Von Beginn an gab es allerdings nicht unbegründete Kritik: es würden einheitliche Kriterien fehlen und sei die Nachhaltigkeit im Rahmen eines anonymen Bewertungssystems überhaupt nicht kontrollierbar. 

Meist wurden die Kriterien seitens Michelin nur mittels Fragebogen erhoben, also direkt bei den Betrieben durch Selbstauskunft abgefragt. Dass dies den sonst hohen Ansprüchen der Inspektoren nicht gerecht werden konnte, lag auf der Hand. Jetzt ist Schluss damit: Der Grüne Stern wird eingestellt.

Dafür startet der Guide Michelin „Mindful Voices“, eine neue Bühne für wegweisende Persönlichkeiten. So nennt sich das neue redaktionelle Konzept des Guide. Es rückt Persönlichkeiten ins Rampenlicht, die durch ihr Engagement und ihre Arbeit neue Wege in der Gastronomie, Hotellerie und im Weinbau beschreiten.

Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des Michelin Guide, erläutert: „Dieses neue Konzept spiegelt wider, was unsere Inspektoren vor Ort erleben: inspirierende Begegnungen mit Menschen aus der Gastronomie, Hotellerie und dem Weinbau. Ihre Geschichten wollen wir teilen, ihren Stimmen wollen wir ganz im Einklang mit der DNA und den Werten des Michelin Guide mehr Gewicht verleihen.“

Die Umsetzung soll durch redaktionelle Maßnahmen auf allen Ebenen des Guide Michelin erfolgen und erstmals am 1. Juni 2026 in Kopenhagen vorgestellt werden, im Zuge der Präsentation des Guide Michelin 2026 für die nordischen Länder.