Die aktuelle Verkostung der Sommerweine aus dem Jahrgang 2025 war herausfordernd. Grund dafür: die Menge von knapp 250 Weinen und das breit gefächerte Niveau der Proben. Die größte Gruppe stellten die Veltliner, den Sieg schnappte sich eine Aromasorte. Viel Wein um wenig Geld jedenfalls!

Besonders erfreulich, dass viele Winzer den Herausforderungen des Jahrgangs 2025 gerecht geworden sind und zwei Drittel der Weine – quer über alle Sorten und Gebiete hinweg – mit Pfiff und Trinkvergnügen, manche durchaus mit Charakter und Struktur, zu gefallen wissen. Zur Sommerweinverkostung waren bereits auf Flasche gefüllte, trockene Weißweine des Jahrgangs 2025, hergestellt aus weißen Qualitätsrebsorten, mit maximal zwölf Prozent Alkohol auf dem Etikett zugelassen.

Der Siegerwein – eine Scheurebe!

Die kleine Gruppe der aromatischen Sorten konnte zum dritten Mal hintereinander den Gesamtsieger der großen Vinaria Verkostung stellen. Doch diesmal ist es eine köstliche Scheurebe vom Weinhof Rossmann in St. Peter am Ottersbach in der Südost-Steiermark, die durch Sortentypik, pikante Säure, viel Eleganz und gutem Druck überzeugen konnte. 

Den zweiten Platz bei den aromatischen Weinen belegte der Sauvignon Blanc vom Weingut Markus Waldschütz aus Elsarn (Kamptal), der mit seiner Vielschichtigkeit in Nase und am Gaumen punktete. Es ist auch anzumerken, dass dieses Weingut bei der Verkostung der Sommerweine seit Jahren ganz vorne zu finden ist.

Am dritten Platz findet sich ebenfalls ein Sauvignon Blanc von der Weingärtnerei Engelbrecht in Etsdorf (Kamptal), der einen zarteren Typus dieser Sorte zeigt.

Die neutralen Sorten vom Welschriesling dominiert

Aus der Gruppe der neutralen Sorten rund um den dominierenden Welschriesling kommt der zweitplazierte Wein in der Gesamtwertung: Der Pinot Blanc vom Weingut Hahn (spusu Wein) aus Hohenruppersdorf im Weinviertel. Vielschichtige Obstnoten, transparente Struktur und eine orangige Säure geben diesem Wein einiges an Klasse mit und sind auch ein Versprechen für die Zukunft. Die neu entstandene Kooperation zwischen Veronika Pichler, Kellermeister Markus Vock und Altmeister Paul Hahn (lesen Sie dazu auch das Interview) sollte man jedenfalls im Auge behalten, waren sie doch die Einzigen, die beide Weine in die Finalverkostung bringen konnten!

Franz und Christina Netzl erzielten mit ihrem knackigen Welschriesling den zweiten Platz bei den neutralen Weinen. Mit dem Duft nach Wiesenkräutern, betonten Zitrusnoten und einem pfiffigen Abgang konnte er die Verkoster für sich einnehmen.

Platz drei belegte der Welschriesling Südsteiermark DAC vom Weingut Adam-Schererkogl aus Gamlitz. Mit gelbem Blütenduft, Zitronenglasur im Geschmack und feinem Gerbstoffgerüst überzeugte dieser gelungene Sortenvertreter.

Grüner Veltliner traditionell die größte Sortengruppe

Diese Gruppe war mit 40 Prozent die traditionell größte bei dieser Sommerweinverkostung.Der Grüne Veltliner Messwein vom Weingut Wimmer in Fels am Wagram erreichte ex aequo den zweiten Platz in der Gesamtwertung und den Sieg in dieser Sortengruppe. Mit nur elf Prozent Alkohol zeigt dieser Sommerwein, dass Schwung und Freude auch ohne Kraft möglich sind: Vielschichtige Fruchtaromen, feine Mineralität und freudiger Trinkfluss erfreuen den Genießer.

Auf Platz zwei landete der Grüne Veltliner Federspiel vom Weingut Braun aus Wösendorf (Wachau), der durch den Duft nach Marillen und Quitten, fein unterlegter Würze und lebhaftem Säurebiss für sich warb. Die Wertung bedeutet auch ex aequo den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Platz drei belegte der Weinviertel DAC vom Winzerhof Zimmermann in Radlbrunn (Weinviertel): Rieslinganklänge, stoffige Säure und mineralische Noten laden zum Gaumentanz.

Gemischte Sätze und Weiße Cuvées

Mit 21 Gemischten Sätzen aus 32 präsentierten Weinen in dieser Gruppe ist es nicht verwunderlich, dass der Siegerwein ein Gemischter Satz ist! 

Reinhard Topf aus Straß (Kamptal) heimste mit seinem Topf 3 – einem Gemischten Satz - die Siegestrophäe ein. Eine exotische Nase, viel Muskat und eine straffe Struktur machen ihn zu einem idealen Sommerwein. Außerdem erzielte er ex aequo den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Auf Platz zwei findet sich der schon vorher erwähnte Gemischte Satz Sommergewitter vom Weingut Hahn (spusu Wein) aus Hohenruppersdorf, der mit einem ganzen Obstkorb an Aromen in der Nase und feinherben Geschmacksnuancen aufwartet.

An dritter Stelle landete der Gemischte Satz Matzner Bär vom Weingut Günter Wenzl aus Matzen (Weinviertel), der mit feinherben Kräuternoten und straffer Struktur anzeigt, dass man ihn über den Sommer hinaus genießen wird können.

Die Verkostung zeigt: Viel Wein um wenig Geld!

Positiv zu vermerken ist, dass man in Österreich viel guten Wein für wenig Geld bekommen kann, wie zum Beispiel 15,1 Punkte um 5,50 Euro. Die Preisspanne reichte von 5,00 bis 15,90 Euro, wobei nur 15 Weine die Zehn-Euro-Grenze überschritten. Der Durchschnittspreis lag bei konsumentenfreundlichen 8,10 Euro ab Hof.

Die Weine wurden – wie immer blind – an mehreren Tagen in der Vinothek des Weinguts Stift Klosterneuburg verkostet, wobei ich den Kollegen Adi Schmid, Karl Kohl, Peter Schleimer und Hans Pleininger für die fachkundige Mitarbeit recht herzlich danke. Mein besonderer Dank gilt wieder der Crew des Weingutes für die Unterstützung und die Bereitstellung der Infrastruktur.

 

Topliste Sommerweine: Grüner Veltliner 2025

16,0Weingut Wimmer WagramkellerGrüner Veltliner Messwein NÖ
15,9Weingut Braun Grüner Veltliner Federspiel WacHau DAC WA
15,8Winzerhof ZimmermannWeinviertel DAC Grüner Veltliner WV
15,7Weinhof GrillGrüner Veltliner Wagram WG
15,7Weingut PassGrüner Veltliner N°11 NÖ
15,6Weingut Braun Grüner Veltliner Steinfeder WA
15,6Weingut BründlmayerKamptal Terrassen G.V. KA
15,5Weingut BayerGrüner Veltliner Steinfeder Ried Donauboden WA
15,5Weingut PluschkovitsGrüner Veltliner BG
15,4Weingut EdlingerGrüner Veltliner granit pur NÖ
15,4Weingut SteinschadenGV Kamptal Tradition KA
15,4Ferdinand MayrGrüner Veltliner Funkstille NÖ

 

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Robert Wimmer keltert seinen höchst erfolgreichen Grünen Veltliner Messwein seit Jahrzehnten aus demselben Weingarten, der auf meterdickem Lössboden steht. Mit dem Jahrgang 2025 holte er damit den Sortensieg bei der großen Vinaria Verkostung der besten Sommerweine Österreichs. © Weingut Wimmer
Sebastian und Veronika Braun überzeugten mit Wachauer Steinfeder und Federspiel – beides Grüne Veltliner. © Weingut Braun
Mit Weinviertel DAC zum Erfolg: Theresia und Paul Zimmermann vom gleichnamigen Winzerhof in Radlbrunn. © Winzerhof Zimmermann
Best-Buy-Siegerin Gudrun Grill glänzte mit ihrem Grüner Veltliner Gebietswein Wagram. © Weingut Grill
Gerald Pass aus Etzmannsdorf im westlichen Weinviertel glänzte mit Grüner Veltliner N° 11. © Nimo Zimmerhackl
Thomas Klinger und Andreas Wickhoff mit Willi und Edwige Bründlmayer aus Langenlois © Anna Stöcher
Erich Bayer aus St. Michael in der Wachau punktete mit seiner Grüner Veltliner Steinfeder. © Weingut Bayer
Reinhard Topf © Weingut Topf
Veronika Pichler trägt die Verantwortung für spusu Wein inklusive der Linie Hahn. © Weingut Hahn
Der Weinviertler Topwinzer Paul Hahn hat sein renommiertes Weingut an spusu Wein verpachtet, die Marke bleibt erhalten, er an Bord. © Eugenie Sophie
Einen lässigen Welschriesling aus Carnuntum lieferte Familie Netzl: Christine und Anna-Maria, dahinter Peter und Christina mit dem jüngsten Töchterchen Theresa gefolgt von Franz und Lena. © Julius Hirtzberger
Christoph und Heidi Bauer aus Jetzelsdorf nahe Retz. © Astrid Bartl
Matthias Rossmann aus dem Vulkanland Steiermark sicherte sich mit seiner ausgezeichneten Scheurebe den Gesamtsieg in der riesigen Vinaria Verkostung der besten Sommerweine Österreichs aus dem Jahrgang 2025. © Werner Krug
Ein regelmäßiger Gast in den Sommerwein-Toplisten ist Markus Waldschütz aus Elsarn bei Straß: Heuer war es der Sauvignon Blanc. © Weingut Waldschütz
Gustav und Karl Strauss aus Gamlitz waren mit Weißburgunder erfolgreich. © Weingut Strauss
Drei Generationen im Weingut Assigal: Marlene, Andreas und Daniela, Iris und Mathias, Maria und August © Michaela Lorber
Michael und Christian Ettl beim Rotwein belüften. © Weingut Ettl
Exzellenter Sauvignon Blanc aus dem Kamptal: Wolfgang Engelbrecht aus Etsdorf © Weingut Engelbrecht