Wie bereits in den Vorjahren wirkte sich die angespannte gesamtwirtschaftliche Situation auf den Weinabsatz aus: Sowohl im Inland als auch im Export mussten 2025 Rückgänge verzeichnet werden. Trotzdem konnte sich österreichischer Wein vergleichsweise sehr gut behaupten.

Im heimischen Lebensmitteleinzelhandel wurden in den ersten drei Quartalen 2025 um insgesamt 5,2 % weniger Wein verkauft, der Umsatz ging um 2,5 % zurück. Die Verluste fielen bei ausländischen Weinen noch stärker aus als bei österreichischen. Trotz insgesamt rückläufiger Verkaufszahlen konnte österreichischer Wein seinen Marktanteil weiter ausbauen: Rund 70 % der verkauften Weine sowie mehr als 75 % des Weinumsatzes im Lebensmitteleinzelhandel entfallen auf heimische Produkte.

In der Gastronomie bleibt österreichischer Wein klarer Marktführer. Mit einem Mengenanteil von knapp 90 % und einem Wertanteil von über 80 % sind Weine aus österreichischen Anbaugebieten weiterhin die unangefochtene Nummer eins. Gleichzeitig macht sich die Zurückhaltung der Konsumenten bemerkbar: Zwischen Jänner und September 2025 sank der Weinabsatz im Gastronomie-Großhandel um 4,6 %, der Umsatz um 0,9 %. Das Verkaufsniveau liegt damit weiterhin unter jenem vor der Corona-Pandemie.

Die Gründe für den verhaltenen Konsum in der Gastronomie sind vielfältig. Die starken Preissteigerungen der jüngeren Vergangenheit, die üppigen Kalkulationen auf den Weinkarten und die deutlich gestiegenen Schließtage in der Gastronomie infolge des Personalmangels gehören jedenfalls dazu.

Im Export Probleme mit den „Großen“, aber Licht am Horizont

Seit über 20 Jahren zeigt die Exportentwicklung des österreichischen Weins langfristig nach oben, mit besonders starken Zuwächsen in den Jahren nach der Corona-Pandemie. Nach einer leichten Konsolidierung 2024 ist auch 2025 mit Rückgängen im einstelligen Prozentbereich zu rechnen, insbesondere im Weißweinsegment. Wesentliche Ursache dafür ist die kleine Erntemenge 2024, die rund 20 % unter dem Durchschnitt lag und zu Einschränkungen in der Marktversorgung führte, vor allem bei Weißwein.
 
Hinzu kommt ein herausforderndes internationales Umfeld: Der wichtigste Exportmarkt Deutschland und viele weitere EU-Märkte schwächeln, während US-Zölle die Verkäufe im wertmäßig zweitwichtigsten Exportland dämpfen. Gleichzeitig zeigen einzelne Märkte weiterhin dynamisches Wachstum, darunter Kanada, aber auch skandinavische Länder sowie Japan und China.

Jahrgang 2025 bringt nachgefragte Weine und gute Mengen

Diese Entwicklungen unterstreichen jedenfalls, dass österreichischer Wein weiterhin über internationales Wachstumspotenzial verfügt. Österreichs Weine treffen den aktuellen Geschmack, trotz der weltweit angespannten Konsumlage. ÖWM-Geschäftsführer Chris Yorke: „Unsere Weine stehen für hohe Qualität, eine umweltbewusste Produktion und eine Frische, die international stark nachgefragt wird – denn die Präferenz geht weg von allzu schweren Weinen. Umso besser, dass wir mit dem Jahrgang 2025 wieder fruchtige und trinkfreudige Weine in guter Menge bieten können!“

2026 im Fokus: Marke „rot weiss rosé“ und die VieVinum

Im Jahr 2026 setzt die ÖWM ihre strategischen Schwerpunkte konsequent fort. Auf dem Heimmarkt liegt der Fokus darauf, die hohen Marktanteile des österreichischen Weins zu sichern. Dafür wird heimischer Wein mit der Marke rot weiss rosé und der großen Banderolenkampagne breit und zielgruppengerecht bei allen Konsumentenschichten beworben.
 
Für die Exportentwicklung steht 2026 die Weinmesse VieVinum im Mittelpunkt. Die ÖWM wird dazu rund 1.000 internationale Fachgäste nach Wien einladen, die mit den österreichischen Weingütern Kontakte knüpfen und Geschäfte abschließen können.

Quelle: ÖWM