Der „Vinaria Schnapsbrenner des Jahres 2020“, die Destillerie Parzmair aus Oberösterreich, baut sich zur aktuell grünsten Destillerie Österreichs. Der letzte, millionenschwere Bauabschnitt wurde wegen Corona vorgezogen.

Unterstützt von Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer erfolgte kürzlich der Spatenstich für die finale Bauphase 2 am Hof der Familie Ratzinger-Parzmair in Staig bei Schwanenstadt. „Investitionen wie diese sind in wirtschaftlich extrem herausfordernden Zeiten ein wertvoller Impuls für die regionale Konjunktur und ein wichtiges Signal für andere Betriebe. Die Destillerie Parzmair glaubt an eine erfolgreiche Zukunft und stärkt damit auch die Region“, würdige der Landeschef.

Gemeinsam mit den ausführenden Professionisten führt die Familie Ratzinger ein Umnutzungsprojekt aus, das den bäuerlichen Bestand mit zeitgemäßer, ökologischer Bauweise veredelt. Dieser Bauabschnitt kostet rund eine Millione Euro. Corona hat die Abläufe in der Destillerie Parzmaier beschleunigt, die Bauphasen wurden kurzerhand vorgezogen.

Kein zusätzliches Grün- oder Ackerland sollte verbaut werden. 100 % Nutzung vorhandener Flächen statt neuer Versiegelung, 100 % nachhaltige Energie, 100 % regionale Partner. Das Holz für die Hackschnitzel-Heizuing kommt aus dem eigenen Wald, Biogas betreibt die Brennerei und eine Photovoltaik-Anlage ist selbstverständlich.

Im neuen Maischeraum, größtenteils unter die Erde gesetzt, werden die kühlen, stabilen Temperaturen des Erdreichs für die Gärung genutzt. Der alte Maischeraum wird zu einem Schnapslager umfunktioniert, der "Stadl" zu einer hochmodernen, nahezu gläsernen Edelbrand-Produktion.

"Die Idee ist, unsere Produktion möglichst "gläsern" zu machen, Einblick in den handwerklichen Prozess zu gewähren und den Kunden ein hochprozentiges Erlebnis zu bieten", beschreibt Franz Ratzinger die Vision, die beinahe schon Realität ist. Ab Mai 2021 können Besucher vom Einmaischen, über das Vergären bis hin zum Brennen, Reifen und Abfüllen der Destillate "live" dabei sein. Die grüne Parade-Destillerie ist mittlerweile beliebtes Ausflugsziel für Genießer: Bereits vor Corona kamen mehr als 10.000 Besucher pro Jahr auf den Parzmair Hof.

INFO:  Destillerie Parzmair

Der Hof in Staig bei Schwanenstadt ist seit 1782 im Besitz der Familie Parzmair. Das Brennrecht wurde in der Zeit Maria Theresias erteilt. Ab 1992 beschäftigte sich Ferdinand Parzmair mit dem Schnapsbrennen und entwickelte sein Talent. Schon nach zwei Jahren gab es erste Auszeichnungen. 2011 übernahmen Tochter Karin und Schwiegersohn Franz Ratzinger den Betrieb. Zahlreiche Auszeichnungen gipfelten 2020 in der Kür zum „Vinaria Schnapsbrenner des Jahres in Österreich“.

Neben dem Stammhaus in Schwanenstadt wird ein kleines Ladenlokal in Saalbach geführt. Nur bestes, baumreifes Obst wird verarbeitet, das vor allem aus Ober- und Niederösterreich stammt. Das Sortiment umfasst Edelbrände, Liköre, Gin, Rum, Marmeladen und Sirupe.

Kostschluck: Franz Ratzinger-Parzmair © parzmair / Klemens Fellner
Karin und Franz Ratzinger-Parzmair mit den Söhnen Maximilian, Johannes © parzmair
Ein Teil des umfangreichen Parzmair-Sortiments. © parzmair