Welcher Wein zu welcher Peka? Zu einem guten Essen braucht man auch Weine mit Niveau. Und da hat Istrien viel zu bieten. Ganz Kroatien erlebt seinen Weinfrühling. Was als zartes Pflänzchen begann, wird von der jungen Winzergeneration konsequent fortgesetzt.

Annamaria Kolić hat mit ihrem Mann Ivor die Konoba Alla Beccaccia erfolgreich übernommen. © Annamaria Koli

Grundlage sind drei autochthone Sorten: Istarska Malvazija, Teran und Momjanski Muškat. Multitalentiert sind sie alle, denn sie machen als Sekt, als Rosé, frisch oder gereift, in naturnahem Ausbau, klassisch oder als Süßwein vinifiziert gute Figur. Der Malvazija, in ähnlicher Form nur im Friaul zu finden, nimmt den Löwenanteil der Rebflächen in Anspruch und überzeugt als fruchtig-frischer Sommerwein. 

Die Liste der empfehlenswerten Winzer für Malvazija wird mit jedem Jahr länger. Sie reicht von Kozlović, Matošević, Coronica, Degrassi, Benvenuti, Geržinić, Franc Arman und Radovan bis zu Bruno Trapan. Alternative Stile bietet das Weingut Kabola mit seinem Malvazija Amfora.

Einer der Pioniere unter den kroatischen Naturweinwinzern ist Mladen Rožanić vom Weingut Roxanich. Kein Winzer hat die istrische Weinszene in den letzten Jahren so geprägt wie er. Mit einem Maximum an Wissen bringt er Weine mit einem Minimum an Intervention in die Flaschen. Vor allem sein Malvazija Antica ist außergewöhnlich.

Die jungen Wilden aus Kroatien

Eine junge istrische Generation „junger Wilder“ drängt jetzt aber nach. Obwohl, so wild sind sie gar nicht. Aber konsequent. Sie entdeckten die alten, authentischen Methoden des Weinmachens wieder, gepaart mit dem Blick von heute. Einer dieser dynamischen Kräfte ist Damir Mihelić. 2007 stieg er ins Familienweingut Ghira ein. Sein Ziel: Wein zu machen, wie er es in Gorizia gesehen hatte. Den damaligen Trend, frischen Malvazija mit Sauvignon-Noten zu produzieren, lehnte er ab. 

Er wollte ein „neues altes Kapitel“ aufschlagen. Vater Bruno unterstützte ihn dabei. Heute steht Ghira für authentischen Malvazija, Teran und Muškat. Charakteristisch ist die mineralische Note der roten, kalkreichen Böden um Novigrad.

Sehr jung, mit 18 Jahren, begann auch Lari Juričić im Weingut in Bartići bei Labin. In seiner Familie gab es keine Weinbautradition, er begann aber Olivenbäume und Weinstöcke zu pflanzen. Seine Linie ist engagiert, vor allem der Malvazijasekt setzt sich gut in Szene.

Eine andere treibende Kraft ist Marko Fakin. Er gilt als der neue Aufsteiger, das Ausnahmetalent in der kroatischen Weinszene. Im hügeligen Hinterland rund um Motovun kultiviert er Malvazija, Teran und Muškat, verteilt auf mehrere Mikrostandorte. 

Olivenöl der Familie Ipša gehören zu den besten der Welt

In Livade, nördlich von Motovun, liegen die Olivenhaine und Weinberge der Familie Ipša. Bekannt ist sie für das exzellente Olivenöl, das aus mehr als 1.000 Olivenbäumen auf fünf Hektar Bioland gewonnen wird. Die Ipša-Olivenöle erreichen jedes Jahr Spitzenpositionen bei internationalen Wettbewerben wie dem Flos Olei und gehören damit zu den besten der Welt. Mittlerweile hat sich auch die Weinlinie etabliert – dank Ivan Ipša, der Sohn, der die Idee hatte, die Öle mit den Weinen zu ergänzen. Ivans naturbelassene, auf der Maische vergorene, in Holzfässern gereiften Weine schließen an die Spitzenqualität des Öls an.  

Danijela und Franko Radovan sprangen im Jahr 1994 auf Istriens Weinwelle auf. Bereits die ersten Malvazija-Flaschen 1998 wurden mit einer Goldmedaille bei Istriens Weinmesse Vinistra ausgezeichnet. Sohn Antonio und Tochter Anna arbeiten bereits im Familienbetrieb mit. Auch ein Grund, warum der Neubau des Weinguts in Radovani nahe Poreč etwas größer ausfiel. Gelungen sind Rosé, Malvazija, Chardonnay, Sauvignon Blanc und Refošk. Aus dem Portfolio ragen Radovan Capeletto Malvazija und Capeletto Cuvée heraus.

Auch das Bioweingut Veralda hat schon auf sich aufmerksam gemacht. Ob Malvazija Xtriana, Teran Xtrian oder Innovationen wie die herrlich fruchtigen Schaumweine Pet Nat oder Xtrian Brut aus Teran – bei internationalen Wettbewerben wird Veralda mit den höchsten Auszeichnungen prämiert. 

Welche Weine zu einer Peka?

Für dunkles Fleisch (Lamm, Rind, Wild) eignen sich kraftvolle Rotweine, sie harmonieren perfekt mit den intensiven Röstaromen und dem Fett vom Fleisch. Ein paar Beispiele: Der Xtrian Refošk von Veralda, ein monumentaler Wein, kann mit seinen reifen Tanninen und der typisch frischen Teran-Säure perfekt das Fett des Lammfleisches aufnehmen. 

Der Teran Il Primo von Fakin ist extrem dicht, vollgepackt mit Beerenaromen und Würze. Ideal zu geschmortem Rind oder Wildschwein. Der tiefgründige Teran von Ivan Ipša wird unfiltriert abgefüllt, mit seiner erdigen, fast wilden Art passt er gut zu Lamm mit Kräutern. Der elegante, strukturierte Cabernet Sauvignon von Radovan ist ein guter Partner für eine Rinder-Peka.

Für eine Peka mit hellem Fleisch (Kalb, Huhn) passen elegante Rotweine oder vollmundige, komplex ausgebaute Weißweine. Der samtige Merlot von Radovan harmoniert mit feinem Kalbfleisch, bringt aber genug Körper für die geschmorten Kartoffeln und Zwiebeln ein. Der Ipša Malvazija gehört zu den besten maischevergorenen Weinen Kroatiens: ein faszinierender, filigraner und gleichzeitig vollmundiger Wein. Ideal für das röstaromatische Gericht. 

Für eine Oktopus- oder Fisch-Peka fährt man gut mit strukturierten, langlebigen Weißweinen. Der Malvazija La Prima von Mario Fakin reifte in verschiedenen Fässern und zeigt Noten von Pfirsich, Nüssen, Honig, Wacholder und Ingwer. Ganz toll zu geschmortem Oktopus. Der Malvazija Dorata von Veralda ist ein goldgelber, komplexer Malvazija mit toller Textur, der mit dem Olivenöl und den Röstaromen einer Fisch-Peka problemlos mithält. Die klassische Malvazija-Variante von Radovan ist präzise, mineralisch und frisch. Sie passt hervorragend zu einer etwas leichteren Fisch-Peka.

 

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Im Restaurant Markus in Labin wird auf Vorbestellung die Feuerstelle in der alten Konoba-Stube neben dem modernen Restaurant eingeheizt. © Hauenstein
Giorgio Clai, einer von Istriens Naturweinpionieren, ging in Pension, der junge Winemaker Timothy Whitfield arbeitet in seinem Sinne und unter seiner Marke weiter. © Petr Blaha
Eine sehr beliebte, traditionelle Konoba, unweit von Buje: das Malo Selo © Kernmayer
Der Name Ipša steht für hervorragendes Olivenöl, Junior Ivan Ipša baute das Portfolio um naturbelassene Weine aus. © Günter Standl
Damir Mihelić vom Familienweingut Ghira steht für authentischen Malvazija, Teran und Muškat. © Günter Standl
Peka-Gerichte zuzubereiten, erfordert Zeit und ganz viel Fingerspitzengefühl und Erfahrung. © A.R.T. Heuer