Wenn es einem Winzer gelingt, innerhalb eines Jahrzehnts gleich sieben Mal im Vinaria Guide die Höchstwertung von fünf Sternen - immer mit dem gleichen Wein zu erlangen –dann macht das neugierig. So sehr, dass eine große Jahrgangsvertikale fast zwingen erscheint. Hier von 2022 bis zurück nach 1992.

Die nächste Generation: Lukas Hagen mit Papa Anton © Weingut Hagen

Das Weingut der Familie Hagen liegt im Herzstück des Kremstals, im kleinen Örtchen Rehberg, unmittelbar am Kremsfluss. Der Betrieb ist mittlerweile mehr als 200 Jahre im Familienbesitz, hat jedoch seine heutige Reputation in erster Linie Anton Hagen, dem Senior, zu verdanken. Toni Hagen macht nicht viel Wind um die Weine, sondern lässt diese lieber für sich sprechen. 

Weingut und Lagen im Herzen des Kremstales

Toni Hagen zeigte niemals Ambitionen für ein rasches Wachstum, sondern ist ein Freund der Behutsamkeit: „Wer warten kann, hat letztendlich eine breitere Auswahl, was die guten Lagen betrifft!“ Und tatsächlich bewirtschaftet die Familie neben der herausragenden Riede Holzgasse eine umfangreiche Zahl weiterer Toplagen, wie Goldberg, Sandgrube, Weinzierlberg, Thurnerberg, Kremsleithen oder Altenburg, die sich sowohl geologisch als auch in kleinklimatischer Hinsicht oft diametral voneinander unterscheiden – insgesamt 16 Hektar.

Dass hier – neben fünf verschiedenen Veltlinern – auch großartige Rieslinge sowie Weißburgunder, Chardonnay und Gelber Muskateller reüssieren, darf nicht unerwähnt bleiben. Das lange Zeit als „Kremser Geheimtipp“ gehandelte Weingut hat sich längst aus diesem Nimbus befreit und zählt heute zu den Top-Betrieben des Gebiets. Mittlerweile ist mit Sohn Lukas die nächste Generation im Betrieb.

Die Spitzenriede Holzgasse 

Womit wir wieder bei unserem Protagonisten, dem Grünen Veltliner Holzgasse Alte Reben, angelangt wären. 2021, 2022 und 2023 wurden nämlich im Vinaria Guide allesamt mit der Höchstnote von 5 Sternen ausgezeichnet.

„Was also macht diese Riede so besonders?“ Es sei das Zusammenspiel vieler einzelner Faktoren, meint Toni Hagen und präzisiert: „Wir haben dort mächtige, von Lehm durchsetzte Lössterrassen, tiefgründig und gut wasserspeichernd, in einer Seehöhe von 300 Metern.“

Im Weingarten Tiefwurzler, im Keller lange Reife

Die Rebanlagen sind rund 60 Jahre alt, also tatsächlich „Alte Reben“, Tiefwurzler, die in trockenen Witterungsphasen immer noch Zugang zu Feuchtigkeitsreserven haben. Jedes Jahr wird physiologische Hochreife angestrebt.

Der Ausbau erfolgt in Edelstahltanks, in denen der Wein zunächst auf der Vollhefe ruht und nach dem ersten Abstich für rund fünf Monate auf der Feinhefe verweilt, bevor er in Flaschen gefüllt wird. Anschließend gesteht man ihm weitere acht Monate Flaschenreife zu, ehe er im April des Folgejahres in den Verkauf gelangt.

Ab dem Jahrgang 2007 weisen sämtliche Flaschen Schraubverschlüsse auf, die reiferen Jahrgänge sind mit Naturkorken verschlossen.

Die Vertikale: 23 Jahrgänge befanden sich auf dem Prüfstand, 22 von ihnen absolvierten die Degustation mit Bravour. Interessant waren die Unterschiede zwischen den – laut Papierform – großen und weniger hoch bewerteten Jahrgängen herauszuschmecken.

 

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© Weingut Hagen
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