Die Revo Hospitality Group mit Sitz in Berlin und Hotels auch in Österreich ist pleite. Das Pikante daran: Revo sollte ab 28. Februar 2026 das größte Hotel Niederösterreichs betreiben, das Vienna House Easy by Wyndham am Flughafen Wien, das samt 510 Zimmern unmittelbar vor der Eröffnung steht.

Das Vienna House Easy by Wyndham Airport Vienna ist mit 510 Zimmern das größte Hotel Niederösterreichs und das weltweit größte Hotel in Holzbauweise. © Vienna House by Wyndham

Revo Hospitality agiert in Österreich als Betreiber für andere Marken, hauptsächlich Vienna House by Wyndham und Vienna House Easy by Wyndham. Wobei eines der größten Hotels überhaupt das neue Vienna House Easy by Wyndham am Flughafen Wien sein soll, das von Revo betrieben werden sollte und in wenigen Wochen eröffnet.

Das Vienna House Easy by Wyndham am Airport ist konzipiert für Geschäftsreisende, Urlauber und gestrandete Reisende am Airport und bietet einen einladenden Rückzugsort direkt am Flughafen Wien (VIE). Es befindet sich an „berühmter Adresse“, Niki Lauda Allee 10. Die Zimmer sind praktisch und komfortabel am neuesten Stand und kosten ab 101 Euro pro Nacht (Einzel) und ab 122 Euro für das Doppelzimmer. Das Hotel bezeichnet sich selbst als haustierfreundlich und 100 Prozent rauchfrei.

 Weltweit größtes Hotel in Holzbauweise

 „Mit dem Vienna House Easy setzen wir auf ein innovatives Konzept in nachhaltiger Bauweise. Das Projekt ist ein Meilenstein für die Hotellerie weltweit – sowohl hinsichtlich Größe als auch ökologischer Verantwortung. Wir freuen uns, das größte Holz-Hotel der Welt in Kooperation mit dem Flughafen Wien zu realisieren“, erläutert Herbert Pinzolits, Eigentümer und CEO der MAMMA Group, dem Investor und Eigentümer der Hotelimmobilie. An der Eröffnung wird derzeit festgehalten, Buchungen sind bereits möglich.

Das Vienna House Easy by Wyndham Airport Vienna wird das weltweit größte Hotel aus Holz sein. Es wird in Holz-Hybrid-Bauweise konstruiert und integriert darüber hinaus eine nachhaltige Wärme- und Kälteversorgung. Ebenso soll ein Teil des Strombedarfs durch eine eigene Photovoltaik-Anlage am Dach des Hotels gedeckt werden.

Revo schlittert mit 140 Hotels in die Pleite, undurchsichtige Gruppenstruktur

Revo verwaltet auch Marken wie H4 Hotels, H+ Hotels, Holiday Inn und andere als Franchise-Partner und fokussiert sich stark auf den deutschen Raum, aber Österreich und der Standort Wien ist ein wichtiger Teil der geplanten Expansion. Von den derzeit 140 Hotels, die von Revo betrieben werden, befinden sich 12 in Österreich. Eigentümer der Immobilien ist Revo nirgendwo. Das Portfolio umfasst Economy-, Midscale- bis Premium-Hotels, oft in der Nähe von Flughäfen und in Städten. 

Hotelier-Shootingstar stürzt ab, Behörden ermitteln

Gründer der Gruppe, die in den vergangenen Jahren als Lokomotive am Hotel-Betreibermarkt galt, ist Ruslan Husry aus Berlin. Er firmierte erst vor zwei Jahren seine Hotelgesellschaften um, die Gruppe war davor unter dem Gründungsnamen HR Hotel Group bekannt. Husry galt als Shootingstar der Branche und ließ sich entsprechend feiern.

Inwiefern es bei der eher überraschenden Pleite zu Unregelmäßigkeiten kam, ist derzeit Gegenstand von Ermittlungen der Behörden und des Insolvenzverwalters. Jedes Hotel ist eine eigene Gesellschaft, entsprechend schwer durchschaubar das gesamte Konstrukt.

250 Hotels in Europa und 1,3 Milliarden Euro Umsatz

Revo hieß früher HR Group nach ihrem Gründer Ruslan Husry und übernahm als Betreiber das erste Hotel im Jahr 2008 in Leipzig. Aktuell betreibt die Gruppe 250 Hotels in EU-Europa, alle in eigenen Gesellschaften. Rund 1,3 Milliarden Euro Umsatz wurden zuletzt erwirtschaftet. Das rasante Wachstum führte zu Doeppelstrukturen, Integrationsproblemen, hohen Schulden und explodierenden Zinsen. Dazu kamen die Probleme des Marktes: Personal, hohe Lohn- und Energiekosten, um nur einige zu nennen.