Mit 705.000 Euro (812.500 Dollar) hat eine Flasche Domaine de la Romanée-Conti Romanée-Conti 1945 einen neuen Weltrekord bei der Versteigerung des US-Auktionshauses Acker in New York erzielt. Sammler fasziniert die Einzigartigkeit dieses mythischen Jahrgangs.

Die Flasche stammt aus dem legendären Keller des Burgund-Winzers Robert Drouhin – einem der Erben von Maison Joseph Drouhin - und wurde 2018 bei Sotheby’s für 461.000 Euro verkauft. Damit war sie schon damals die teuerste jemals versteigerte oder verkaufte Flasche Wein. Nun erfolgte der Weiterverkauf. Mit dem erzielten Preis übertrifft die Flasche damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018 mit 558.000 Dollar (485.000 Euro).

Letzter Jahrgang aus wurzelechten Reben

Das Besondere daran: Es ist der letzte Jahrgang aus wurzelechten Reben, die nicht der Reblaus zum Opfer gefallen waren. Damals wurden nur 600 Flaschen produziert. Viele Sammler und auch Experten sind der Ansicht, Prä-Phylloxera-Reben hätten Weine mit unerreichter Tiefe und Komplexität hervorgebracht, die es heute so nicht mehr gibt. John Kapon von Acker Wines bezeichnete den 1945er DRC als „den größten Wein, den ich je getrunken habe“ – und er hat den Jahrgang nach eigenen Angaben dreimal probiert. 1947 wurde der Weinberg neu bepflanzt.

La Paulée-Auktion brachte 460 neue Weltrekordpreise

Dieser außergewöhnliche Verkauf war Teil von „La Paulée“, einer großen New Yorker Versteigerung, die den burgundischen Weinen gewidmet ist und jedes Jahr Sammler und Liebhaber aus aller Welt zusammenbringt. Insgesamt wurden 7.675 Flaschen angeboten, was laut dem Auktionshaus Acker zu einem Gesamtergebnis von etwa 25 Millionen Dollar (21,7 Millionen Euro) führte. Insgesamt wurden dabei 460 neue Weltrekordpreise erzielt.

Insgesamt wurden bei der dreitägigen Auktion sieben Burgunder-Kollektionen mit mehr als 3.700 Losen versteigert. Höhepunkte waren eine Methusalem-Flasche (sechs Liter) 1971 La Tâche und zwölf Flaschen 1999 Romanée-Conti in Originalverpackung mit jeweils 298.000 Euro. Eine Methusalem-Flasche 1999 La Tâche in eigener Holzkiste brachte 161.000 Euro ein. Eine Kiste mit sechs Magnums der Flasche Domaine de la Romanée-Conti aus dem Jahrgang 2005 erzielte 140.000 Euro. 

Auktionspreise über jede Vernunft, Romanée-Conti dominiert

Es gibt eben immer wieder und allen Krisen, Kriegen und Inflationen zum Trotz Weinpreise, die über jede Vernunft hinausgehen. Die Flasche Romanée-Conti, Jahrgang 1945, gehört zu dieser seltenen Kategorie und bestätigt einmal mehr den besonderen Status des Grand-Cru-Monopols der Domaine de la Romanée-Conti Romanée-Conti. Noch dazu, wo der Füllstand der Flasche – logischerweise – nur etwa „mid shoulder“ beträgt (siehe Foto).

Domaine de la Romanée-Conti dominiert mit seinen acht Weinbergen und einer jährlichen Produktion von nur 5.000 bis 6.000 Flaschen den Auktionsmarkt seit vielen Jahren. Die Domaine stand zuletzt etwa auch für 17 Prozent des gesamten Weinverkaufs-Volumens eines Jahres des Auktionshauses Sotheby’s. Im Vorjahr stieg eine Charge von zwölf Flaschen Romanée-Conti des Jahrgangs 1990 in Hongkong auf fast 450.000 US-Dollar (391.000 Euro).

Quellen: La Revue du Vin de France; Acker