Weinguide
Ausgabe 2020/21
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2018 Semicolon Riesling
Nikolaihof Wachau
Wachau

Ruhige Frucht, geschmeidig, fast cremig, leicht rauchig, bisschen Waldhonig und Dörrpfirsich, wird immer tiefer; saftig, strukturbetont, gut dosiertes Tannin, viel Frische und Grip, konturiert, pointiert, guter Spannungsbogen, gewisse Länge.

Weißwein
Riesling
-
Naturkork

Nikolaihof Wachau
Wachau

Familie Saahs
3512 Mautern
Nikolaigasse 3

Tel. +43 2732 82901
Fax. 76440
wein@nikolaihof.at
www.nikolaihof.at

Unter den Pionierbetrieben weltweit in Sachen biodynamische Bewirtschaftung im Weinbau zählt der Nikolaihof der Familie Saahs in Mautern international zu den renommiertesten Weingütern aus Österreich. Das Musterweingut hat aber mittlerweile auch hierzulande dank der stetig zunehmenden Nachfrage nach bekömmlichen Weinen mit mäßigem Alkohol sowie dem verstärkten Trend hin zu Weinen mit Flaschenreife eine starke und weiter wachsende Fangemeinde. Die Ursprünge des historischen Nikolaihofs reichen bis in die Römerzeit zurück. Mit biodynamischer Bewirtschaftung nach den Richtlinien von Rudolf Steiner begannen Christine und Nikolaus Saahs übrigens schon Anfang der Neunzehnsiebzigerjahre zu arbeiten. Seit 2005 ist Nikolaus Saahs jun. federführend im Weingut tätig. Stammen die Federspiele aus dem jeweils letzten Jahrgang, so genießen die Smaragde bzw. die Reserven aus den Weingärten in Krems-Stein eine längere Reifezeit – derzeit sind nach wie vor die Jahrgänge 2016 (Grüner Veltliner) und 2015 (Riesling) aktuell. Darüber hinaus stehen jeweils auch einige tolle Altweinschmankerl zur Auswahl, wie etwa die gefeierten „Vinothek“-Weine – Grüne Veltliner oder Rieslinge mit teils über 15 Jahren Fassreife. Vielversprechend ist die neue Serie unter dem Namen Semicolon, die Nikolaus Saahs mit Katharina Salzgeber kreiert hat – (teilweise) Maischegärung, weder Schönung noch Filtration noch Schwefelzusatz. Höchst empfehlenswert ist die Weinstube, die zu den besten im Land zählt und in der man nebst schmackhafter biologischer Kost und Säften auch alle Nikolaihof-Weine bekommt.ps

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2019 Grüner Veltliner Ried Kammerner Lamm 1ÖTW
Schloss Gobelsburg
Kamptal

Exotischer Obstkorb, der unter anderem Zuckermelone und Mango enthält, sehr nobel und vielschichtig, engmaschig und spannungsgeladen, zeigt Finesse und Balance in jeder Phase, extraktsüß und ausdauernd, ein Veltliner-Meisterwerk.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€
Naturkork

Schloss Gobelsburg
Kamptal

Michael Moosbrugger
3550 Gobelsburg
Schlossstraße 16

Tel. +43 2734 2422
Fax. 2422-20
schloss@gobelsburg.at
www.gobelsburg.at

Die Bauarbeiten für den ebenso großzügig wie architektonisch anspruchsvoll geplanten, neuen Fasskeller sind in diesem Frühjahr naturgemäß etwas ins Stocken geraten, was aber auf lange Sicht bloß einer unbedeutenden Zeitspanne entsprechen wird. Als freudvolle Erinnerung an diesen seltsamen Frühling wird jedoch die Hochstimmung verbleiben, welche die Güte der in den wohlgefüllten Fässern schlummernden Jungweine hervorruft. Das überzeugendste Argument für den Jahrgang 2019 ist dabei nicht die überragende Qualität einzelner Weine, denn die gab es in den letzten zwanzig Jahren immer wieder, sondern das untadelige Niveau der gesamten Serie. Dies gilt beispielsweise uneingeschränkt für die leichteren Veltliner, von denen der pfeffrige und vitale Messwein heuer quasi in eine andere Liga vorstößt. Ein Sonderlob gebührt auch dem Kamptaler Grünen, der den Gaumen sogleich mit saftiger Apfelfrucht und dezentem Säurespiel erfreut. Schon im Übergang zu den großen Lagenweinen positioniert sich der Steinsetz, der bereits Tiefgang wie Nuancenreichtum realisiert. Aus dem Quartett der Topveltliner fällt die Wahl noch schwerer als sonst, wobei der elegante, facettenreichere Renner wohl noch eine Spur über den eher geradlinigen, schlankeren Spiegel zu setzen wäre. Als Wein der leisen Zwischentöne kommt diesmal der zartgliedrige, bildhübsche Grub dem punkto Komplexität und Finesse kaum zu erreichenden Lamm „gefährlich“ nahe. Der erst im Jänner 2019 gelesene, hochelegante und sortentypische Eiswein wurde ja bereits im Rahmen der Vinaria-Süßweindegustation gebührend gewürdigt. Damit zu den genauso bestechenden Rieslingen, von denen einander schon Urgestein und Kamptaler einen harten Zweikampf liefern. Während Ersterer mit noblen, hellen Fruchtaromen und Rasse besticht, gefällt Zweiterer durch traubigen Charme und satten, gelbfruchtigen Schmelz. Ein tolles Ausrufezeichen setzt dann der Zöbinger Ortswein, dessen dunkelfruchtiger Charme und klirrende Frische wohl zumindest zum Teil auf die Urgesteinsverwitterungsböden des Kogelberges zurückzuführen sind. Verlockend, offenherzig und balanciert wie immer präsentiert sich der Gaisberg, der in diesem jugendlichen Stadium eben aufgrund seiner Zugänglichkeit zuweilen unterschätzt wird. In bestechender Frühform befand sich zum Verkostungszeitpunkt schließlich der mit glockenklarem Fruchtspiel und messerscharfer Struktur brillierende Riesling vom Heiligenstein – ein wahrer „Gänsehautwein“, der uns wohl noch in vielen Jahren wohlige Schauer bereiten wird. Solche Elogen verdient freilich auch der völlig anders geartete, gleichsam nostalgisch anmutende Traditionsriesling, der dem Jahrgang entsprechend eher sanft über den Gaumen strömt, gleichwohl aber auch viel Ananasfrucht und salzige Mineralität ins Treffen führt und über einen ähnlich langen Atem verfügen sollte.

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2018 Albatros
Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

Überraschend reichhaltiges und offenherziges Bukett nach Orangenblüten und Nougat, cremig und einschmeichelnd, kräftiger Körperbau, betont dennoch die Eleganz, von der Eiche nur begleitet, gute Aussichten.

Weißwein
Chardonnay
€€€€€€
Naturkork

Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

Heribert Bayer
7311 Neckenmarkt
Wirtschaftspark 5

Tel. +43 2610 42644
Fax. 42644-4
bayer@weinfreund.at
www.weinfreund.at

Auch dieses Jahr wird es als weißen Elefanten im Repertoire wieder einen reinsortigen Chardonnay namens Albatros aus der bekannten Ruster Ried Bandkräften geben. Überraschenderweise präsentiert sich der 2018er keineswegs so opulent und schwermütig, wie man es aus diesem Hitzejahr vielleicht annehmen durfte, sondern schon recht rund und geschliffen. Im Vergleich zum top bewerteten Vorgänger wirkt er sogar eine Spur schlanker und hat das Holz zu diesem frühen Zeitpunkt auch bereits besser integriert. Neu im Sortiment ist als perlende Erfrischung im Zeichen des Wassermanns, der eigentlich eine Nixe in Gestalt der Lebensgefährtin von Patrick Bayer ist, ein Pinot-Noir-Sekt der Reservekategorie, der recht animierend und trocken über den Gaumen tänzelt. Im mittleren Preissegment der Rotweine hat der früher abgefüllte Merlot derzeit die Nase vorn, könnte aber vom an sich expressiveren, momentan noch unentwickelten Cabernet einmal sogar überflügelt werden. An der roten Spitze bahnt sich, so wie meistens, ein knappes Rennen zwischen den Grands Crus im Zeichen des Schützen und Löwen an. Zum Verkostungszeitpunkt brillierte der Sagittarius wohl auch aufgrund einer optimalen Fassprobe mit Dichte und Komplexität. In seiner dunkelfruchtigen, geheimnisvollen Art erinnert er an legendäre Jahrgänge wie 2002 und 2004. Noch etwas ungestüm und ruppig erschien vergleichsweise der reduktivere Leo, wiewohl ebenfalls sehr großzügig und vielschichtig angelegt, bei dem vorerst die rotbeerigen Aromen im Vordergrund standen, aber das ist zu dieser Zeit ja nichts Neues.

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2017 GSTK Ried Zieregg Vinothek Reserve
Weingut Tement
Südsteiermark

Völlig eigenständiges Bukett unter den Sauvignons des Hauses, reife Frucht, druckvoll, Charme und Noblesse, fast steinig anmutende Würze; Power und Frische, Bodentöne, Frucht mit Kräutern und feinen Gerbstoffen verwoben, Tiefgang, charmant dank einer Prise Restzucker, lang, geradezu zeitlos.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€€€€
Glassstöpsel

Weingut Tement
Südsteiermark

Manfred, Armin & Stefan Tement
8461 Berghausen
Zieregg 13

Tel. +43 3453 410110
Fax. 410110-30
weingut@tement.at
www.tement.at

Seit der Umstellung auf biologische Bewirtschaftung – die Zertifizierung erfolgte mit dem Jahrgang 2018 – werden auf dem Weingut Tement nur noch eigene Trauben verarbeitet. Das macht es Manfred Tement und seinen beiden Söhnen Armin und Stefan etwas leichter, die hohen Qualitätsstandards konsequent umzusetzen. Man arbeitet schon seit längerer Zeit biologisch. Das hat sich auch in der Stilistik der Weine niedergeschlagen, die nun weniger Alkohol aufweisen. Zudem sind die Beeren kleiner als zuvor. Die Familie Tement verfügt über viele hochklassige Rieden mit zum Teil völlig unterschiedlichen Bodenverhältnissen und mikroklimatischen Randbedingungen. So zum Beispiel weist der Boden der Ried Sernau König einen pH-Wert von rund 6 auf, ist also sauer. Der Untergrund der Ried Zieregg hingegen ist basisch mit ph-Werten von 7,8 bis 8. Die Weine werden überwiegend lagenrein ausgebaut. Das unterstreicht die Herkunft, ein Kriterium, das für die Tements höchsten Stellenwert besitzt. Im Sortiment ist die Herkunftspyramide abgebildet, die dem DAC-Regelwerk der Südsteiermark zugrunde liegt.

Die Tements haben das schon vor Jahren so gemacht und waren damit der Zeit voraus. In den Gebietswein Sauvignon Blanc kommen Trauben aus mehreren Rieden. Die Ortsweine repräsentieren den jeweiligen Bodentypus klar verständlich. Bei den Lagen ist man penibel darauf bedacht, deren Charakteristika präzise herauszuarbeiten. Mitunter werden sogar einzelne, winzige Parzellen einer Riede mit besonderen Eigenschaften gesondert ausgebaut. Die Lagen sind nach den Regeln der STK-Winzer klassifiziert, die Spitze bilden die Großen STK-Lagen, kurz GSTK. Den großen Wert alter Weinstöcke hat Manfred Tement frühzeitig erkannt. Sie sind den besten Weinen des Hauses vorbehalten. Mit dem Jahrgang 2019 ist Armin Tement durchaus zufrieden. „Im Jahr 2019 war die Arbeit nicht leichter als 2017 und 2018, aber der Ertrag war gut, die Lese vierzehn Tage später, die Weine sind eine Spur fester und nerviger“.

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2019 Riesling Ried Heiligenstein Zöbing 1ÖTW
Schloss Gobelsburg
Kamptal

Limette und Weingartenpfirsich, auch etwas Maracuja und rote Ribiseln im glockenklaren Duftspiel, intensiv und subtil zugleich, Finesse pur, ganz helle, lupenreine Aromatik, dabei von kühler Eleganz, bleibt fruchttief bis zum rassigen, langen Nachhall, große Ressourcen.

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Schloss Gobelsburg
Kamptal

Michael Moosbrugger
3550 Gobelsburg
Schlossstraße 16

Tel. +43 2734 2422
Fax. 2422-20
schloss@gobelsburg.at
www.gobelsburg.at

Die Bauarbeiten für den ebenso großzügig wie architektonisch anspruchsvoll geplanten, neuen Fasskeller sind in diesem Frühjahr naturgemäß etwas ins Stocken geraten, was aber auf lange Sicht bloß einer unbedeutenden Zeitspanne entsprechen wird. Als freudvolle Erinnerung an diesen seltsamen Frühling wird jedoch die Hochstimmung verbleiben, welche die Güte der in den wohlgefüllten Fässern schlummernden Jungweine hervorruft. Das überzeugendste Argument für den Jahrgang 2019 ist dabei nicht die überragende Qualität einzelner Weine, denn die gab es in den letzten zwanzig Jahren immer wieder, sondern das untadelige Niveau der gesamten Serie. Dies gilt beispielsweise uneingeschränkt für die leichteren Veltliner, von denen der pfeffrige und vitale Messwein heuer quasi in eine andere Liga vorstößt. Ein Sonderlob gebührt auch dem Kamptaler Grünen, der den Gaumen sogleich mit saftiger Apfelfrucht und dezentem Säurespiel erfreut. Schon im Übergang zu den großen Lagenweinen positioniert sich der Steinsetz, der bereits Tiefgang wie Nuancenreichtum realisiert. Aus dem Quartett der Topveltliner fällt die Wahl noch schwerer als sonst, wobei der elegante, facettenreichere Renner wohl noch eine Spur über den eher geradlinigen, schlankeren Spiegel zu setzen wäre. Als Wein der leisen Zwischentöne kommt diesmal der zartgliedrige, bildhübsche Grub dem punkto Komplexität und Finesse kaum zu erreichenden Lamm „gefährlich“ nahe. Der erst im Jänner 2019 gelesene, hochelegante und sortentypische Eiswein wurde ja bereits im Rahmen der Vinaria-Süßweindegustation gebührend gewürdigt. Damit zu den genauso bestechenden Rieslingen, von denen einander schon Urgestein und Kamptaler einen harten Zweikampf liefern. Während Ersterer mit noblen, hellen Fruchtaromen und Rasse besticht, gefällt Zweiterer durch traubigen Charme und satten, gelbfruchtigen Schmelz. Ein tolles Ausrufezeichen setzt dann der Zöbinger Ortswein, dessen dunkelfruchtiger Charme und klirrende Frische wohl zumindest zum Teil auf die Urgesteinsverwitterungsböden des Kogelberges zurückzuführen sind. Verlockend, offenherzig und balanciert wie immer präsentiert sich der Gaisberg, der in diesem jugendlichen Stadium eben aufgrund seiner Zugänglichkeit zuweilen unterschätzt wird. In bestechender Frühform befand sich zum Verkostungszeitpunkt schließlich der mit glockenklarem Fruchtspiel und messerscharfer Struktur brillierende Riesling vom Heiligenstein – ein wahrer „Gänsehautwein“, der uns wohl noch in vielen Jahren wohlige Schauer bereiten wird. Solche Elogen verdient freilich auch der völlig anders geartete, gleichsam nostalgisch anmutende Traditionsriesling, der dem Jahrgang entsprechend eher sanft über den Gaumen strömt, gleichwohl aber auch viel Ananasfrucht und salzige Mineralität ins Treffen führt und über einen ähnlich langen Atem verfügen sollte.

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2017 Judith
Weingut Judith Beck
Neusiedlersee

Einladende Dunkelfrucht in der Nase, im Geschmacksbild sehr facettenreich, mit deutlichen Anklängen nach Morellen und Heidelbeeren, stoffig und komplex, reichlicher Tiefgang bei gleichzeitig vergnüglichem Trinkfluss, extrem balanciert – wie aus einem Guss, vereinigt alle Komponenten, die man sich nur wünschen kann, großartiger Sortencharakter, animierende und zugleich sehr bekömmliche Säure, erweckt Euphorie; durchgehend und deutlich, aber völlig unaufdringlich von der Fruchtigkeit geprägt, anhaltend im Abgang.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Weingut Judith Beck
Neusiedlersee

Judith Beck
7122 Gols
In den Reben 1

Tel. +43 2173 2755
Fax. 22175
judith@weingut-beck.at
www.weingut-beck.at

Außerordentlich einfühlsam hat Judith Beck die Jahrgänge 2017, 2018 und 2019 gekeltert. Der 2018er Pinot Noir ist ein Paradebeispiel dafür, wie mit den wunderbar unmanierierten Gewächsen der Golser Winzerin „umzugehen“ ist: Nur nicht zu hastig vorgehen, das passende Glas verwenden, dem Wein Zeit geben, dann offenbart er wunderbare Schichten und Phasen. Der „Out“ (nomen est omen) mit seinem ungestümen Charakter ist sozusagen ein „Outlaw“, er verlangt nach experimentierfreudigen Nasen und wird gewiss seine Freunde finden. Alles andere ist exquisit und gediegen. Wer auf der Suche nach einem supersüffigen Weißburgunder mit feiner Kontur ist, wird im Weingut Judith Beck fündig werden. Ein vielschichtiges, herrlich erfrischendes und zugleich engmaschiges Tröpfchen ist Koreaa, ein Gemischter Satz aus Weiß- und Rotweinsorten. Mit Blaufränkisch Bambule und Judith sind gleich zwei – absolut traumhafte – Premium-Vertreter der „austriakischen“ Königsklasse in Rot vorhanden. Beide bringen in höchst eleganter Weise den Sortencharakter auf den Punkt und erfreuen gleichermaßen mit Feinheit und Tiefgründigkeit. Geradezu Euphorie erweckend präsentiert sich der komplexe, gediegene und balancierte Blaufränkisch Judith aus dem vorzüglichen Rotweinjahrgang 2017.

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2018 In Signo Sagittarii
Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

Nach Heidelbeeren und schwarzen Kirschen, vielschichtig wie verführerisch, fruchtsüß und charmant, beachtliche Dichte, ein wenig Bourbonvanille, glockenklar und ausdrucksstark – ein großes Versprechen für die Zukunft.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

Heribert Bayer
7311 Neckenmarkt
Wirtschaftspark 5

Tel. +43 2610 42644
Fax. 42644-4
bayer@weinfreund.at
www.weinfreund.at

Auch dieses Jahr wird es als weißen Elefanten im Repertoire wieder einen reinsortigen Chardonnay namens Albatros aus der bekannten Ruster Ried Bandkräften geben. Überraschenderweise präsentiert sich der 2018er keineswegs so opulent und schwermütig, wie man es aus diesem Hitzejahr vielleicht annehmen durfte, sondern schon recht rund und geschliffen. Im Vergleich zum top bewerteten Vorgänger wirkt er sogar eine Spur schlanker und hat das Holz zu diesem frühen Zeitpunkt auch bereits besser integriert. Neu im Sortiment ist als perlende Erfrischung im Zeichen des Wassermanns, der eigentlich eine Nixe in Gestalt der Lebensgefährtin von Patrick Bayer ist, ein Pinot-Noir-Sekt der Reservekategorie, der recht animierend und trocken über den Gaumen tänzelt. Im mittleren Preissegment der Rotweine hat der früher abgefüllte Merlot derzeit die Nase vorn, könnte aber vom an sich expressiveren, momentan noch unentwickelten Cabernet einmal sogar überflügelt werden. An der roten Spitze bahnt sich, so wie meistens, ein knappes Rennen zwischen den Grands Crus im Zeichen des Schützen und Löwen an. Zum Verkostungszeitpunkt brillierte der Sagittarius wohl auch aufgrund einer optimalen Fassprobe mit Dichte und Komplexität. In seiner dunkelfruchtigen, geheimnisvollen Art erinnert er an legendäre Jahrgänge wie 2002 und 2004. Noch etwas ungestüm und ruppig erschien vergleichsweise der reduktivere Leo, wiewohl ebenfalls sehr großzügig und vielschichtig angelegt, bei dem vorerst die rotbeerigen Aromen im Vordergrund standen, aber das ist zu dieser Zeit ja nichts Neues.

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2018 In Signo Leonis
Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

(BF/ZW/CS) Erdbeeren und Himbeeren im Duett, noch eine Spur unruhig, reduktiv und kraftvoll, dann aber von seidigem Schmelz geprägt, reintönig und balanciert, dezente Gerbstoffe im langen Nachhall, große Reserven.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€
Naturkork

Kellerei In Signo Leonis
Mittelburgenland

Heribert Bayer
7311 Neckenmarkt
Wirtschaftspark 5

Tel. +43 2610 42644
Fax. 42644-4
bayer@weinfreund.at
www.weinfreund.at

Auch dieses Jahr wird es als weißen Elefanten im Repertoire wieder einen reinsortigen Chardonnay namens Albatros aus der bekannten Ruster Ried Bandkräften geben. Überraschenderweise präsentiert sich der 2018er keineswegs so opulent und schwermütig, wie man es aus diesem Hitzejahr vielleicht annehmen durfte, sondern schon recht rund und geschliffen. Im Vergleich zum top bewerteten Vorgänger wirkt er sogar eine Spur schlanker und hat das Holz zu diesem frühen Zeitpunkt auch bereits besser integriert. Neu im Sortiment ist als perlende Erfrischung im Zeichen des Wassermanns, der eigentlich eine Nixe in Gestalt der Lebensgefährtin von Patrick Bayer ist, ein Pinot-Noir-Sekt der Reservekategorie, der recht animierend und trocken über den Gaumen tänzelt. Im mittleren Preissegment der Rotweine hat der früher abgefüllte Merlot derzeit die Nase vorn, könnte aber vom an sich expressiveren, momentan noch unentwickelten Cabernet einmal sogar überflügelt werden. An der roten Spitze bahnt sich, so wie meistens, ein knappes Rennen zwischen den Grands Crus im Zeichen des Schützen und Löwen an. Zum Verkostungszeitpunkt brillierte der Sagittarius wohl auch aufgrund einer optimalen Fassprobe mit Dichte und Komplexität. In seiner dunkelfruchtigen, geheimnisvollen Art erinnert er an legendäre Jahrgänge wie 2002 und 2004. Noch etwas ungestüm und ruppig erschien vergleichsweise der reduktivere Leo, wiewohl ebenfalls sehr großzügig und vielschichtig angelegt, bei dem vorerst die rotbeerigen Aromen im Vordergrund standen, aber das ist zu dieser Zeit ja nichts Neues.

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2017 Merlot
Franz Schindler
Leithaberg, Rust & Rosalia

Saftig, heller Tabak, präsente Rotbeerigkeit, viel Extrakt, engmaschig, druckvoll, perfekte Holzeinbindung, vornehm zurückhaltend, zukunftsträchtig, sehr lang im Finish.

Rotwein
Merlot
€€€€
Naturkork

Franz Schindler
Leithaberg, Rust & Rosalia

Franz & Ferry Schindler
7072 Mörbisch
Neustiftgasse 6

Tel. +43 2685 8326
Fax. +43 2685
office@weingut-schindler.at
www.weingut-schindler.at

Die Familie Schindler zählt mit Weinen in kräftiger Rotweinstilistik und mit bester Lagerfähigkeit zu den anerkanntesten Adressen im Lande. Bereits die weiße Sortencuvée d’Argent zeigt unverkennbar die von Ferry Schindler präferierte Stilistik im Premiumbereich: kräftig, dicht, mit präsentem Holzeinsatz und im medium-toasting entsprechend eines internationalen Ausbaustils. Das vinifikatorische Statement von Fruchtfülle, Kraft und Dichte setzt sich im roten Bereich fort. Blaufränkisch Ried Lehmgrube strotzt förmlich mit dichter und dunkler Fruchtführung, die, noch sehr holzbetont, ihre Vorzüge erst in der Reife ausspielen wird. Straffer und vielschichtiger strukturiert zeigt sich die „Cuvée d’Or“, die als kleinere Schwester der preisgekrönten Luxusausführung „Grande Cuvée d’Or“ gilt. Gewissermaßen Konkurrenz dürfte letztgenanntem Flaggschiff im eigenen Haus durch den Sortenblend namens „Lena“ erwachsen, die als Einmalfüllung anlässlich der Geburt seiner Tochter entstand. Der Sortenmix aus Blaufränkisch, Merlot und Cabernet Sauvignon ist ziemlich ident mit der Grande Cuvée, jedoch reift die „Familienfüllung“ nur im neuen Barrique und erfüllt mit viel Fruchtpower und großzügigem Tanningerüst alle Voraussetzungen für einen Vin de Garde. Die reinsortig ausgebauten Bordeauxsorten Cabernet Sauvignon und Merlot sind im Hause Schindler eine sichere Bank und mit internationalen Maßstäben zu messen. Überzeugt ersterer Sortenvertreter durch klar strukturierte Kraft, so ist der Merlot doch als geheimer Favorit zu sehen, der mit vielschichtiger Fruchtpräsenz, zugleich in juveniler Ungestümheit und Dichte, erst in vielen Jahren sein Potenzial ganz zeigen wird. Ein spannendes Experiment bestreitet Ferry Schindler mit dem Projekt „Granbarrel“, der Lagerung einer Sortencuvée auf Basis von Blaufränkisch in ca. 2000 Liter großen und tonnenschweren Granitbehältnissen. Ohne Umziehen und verschlossen im Gebinde reift der Wein ohne äußere Einflüsse über mehrere Jahre. Das Ergebnis ist ein faszinierendes Geschmacksbild von geschmeidiger wie ruhiger Fruchtführung, das ganz komplementär zur gewohnten Weinstilistik des Hauses Schindler steht.

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2019 Riesling Ried Loibenberg Smaragd
Weingut Alzinger
Wachau

Exotisch mit Grapefruit und Maracuja, feine Würze; saftig, viel frische Frucht, schiebt mächtig an, exotische Früchte und Pfirsich im Abgang und im Nachhall, noch sehr jugendlich. Vereint Kraft und Eleganz.

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Weingut Alzinger
Wachau

Leo Alzinger
3601 Dürnstein
Unterloiben 11

Tel. +43 2732 77900
Fax. 77900-50
weingut@alzinger.at
www.alzinger.at

„So eine schöne Ernteperiode hatten wir schon lange nicht mehr. Begonnen haben wir am 16. September, am 27. Oktober waren wir fertig“, berichtet der junge Winzer Leo Alzinger. Die Trauben waren völlig gesund und aromatisch, was den kühlen Nächten in der entscheidenden Reifephase zu verdanken war. Überdurchschnittlich viel Wasser in den Beeren ist am Stock verdunstet. Dadurch sind nicht nur die Zuckergradationen gestiegen, auch die Säure wurde konzentriert, und das ist ein wichtiger Faktor für das Reifepotenzial der Weine. Mit dem Abschluss der Lese noch im Oktober habe man etwas Glück gehabt, weil der nebelige November Botrytis gebracht hätte, und darauf stehen die Alzingers überhaupt nicht. Im Jahr 1983 entschloss sich Leo Alzinger sen., die Trauben des von seinen Eltern übernommenen Weinguts selbst zu vermarkten. Von Anfang an hatte er klare Vorstellungen, wie sein Wein beschaffen sein muss: „Präzision, Klarheit, Geradlinigkeit, Filigranität und Lebendigkeit“. Und Herkunft, wäre noch zu ergänzen. Er war in der glücklichen Lage, Anteile an renommierten Lagen im östlichen Teil der Wachau zu besitzen, die zum Teil signifikante Unterschiede in der Zusammensetzung der Böden und in den mikroklimatischen Randbedingungen aufweisen. So zum Beispiel ist der obere Teil der Ried Mühlpoint von verwittertem Gneis geprägt, der untere Teil von tiefgründigem Lehm. Ganz andere Weine ergibt die Ried Liebenberg mit ihrem kühlen Umfeld und einem Boden aus Amphiboliten und Glimmerschiefer; der Grüne Veltliner wächst auf den höchsten Parzellen. Den mikroklimatischen Kontrapunkt stellt der Loibenberg dar, eine der wärmsten Rieden der Wachau. Je nach Parzelle gibt es aber beträchtliche Unterschiede, sowohl hinsichtlich Wind und Sonneneinstrahlung als auch hinsichtlich der Geologie.

Der Grüne Veltliner der Familie Alzinger wurzelt in Löss, der Riesling in kargen und seichten Böden. Eine weitere, sowohl für Riesling als auch Veltliner prädestinierte Lage ist das Steinertal. Der Riesling stammt von den höchsten und kargsten Parzellen, der Grüne Veltliner von den tiefergelegenen Terrassen mit tiefgründigem Boden. Die Ried Höhereck gilt als kleiner Bruder der Lage Steinertal, ist aber etwas wärmer und extrem karg. Am Fuß des berühmten Kellerbergs liegt die Ried Hollerin mit viel Gneis, Sand und ein wenig Lehm. Im Riesling Dürnstein Federspiel sind viele kleine Parzellen vereint, deren getrennter Ausbau sich nicht rentieren würde. Leo Alzinger jun. legt großen Wert darauf, die Charakteristika seiner Rieden präzise herauszuarbeiten. Die Verkostung der aktuellen Serie zeigt, dass ihm das eindrücklich gelungen ist. Die Weine sind aufs Wesentliche konzentriert, geradlinig, schnörkellos und weisen null Fett auf. Seine Stilistik ist neben dem Vorbild des Vaters sichtlich von seinen Wanderjahren geprägt, die ihn unter anderem an einen der Hotspots deutscher Rieslinge führten, nämlich zu Müller-Catoir in der Pfalz.

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2017 Chardonnay BA
Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

(176,8 g/l RZ) Filigran, Pilznoten, Streuobstwiese, grüne Oliven, gute Tiefe; straff, betont salzig, feingliedrige Mineralität, Mango, Haselnussschoko, elegante Beerenauslese mit Spannung und Länge.

Süßwein
Chardonnay
€€€
Glassstöpsel

Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

Hans Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida ist Süßweinspezialist – seine Top-Hochprädikate sind aus dem Jahr 2017, das der Illmitzer Winzer als „Riesenjahrgang“ einordnet. Mit diesem Jahrgang hat er auch seine Toplage – das Domkapitel – erstmals als Riedenwein in die Auslage gestellt: mit einer bildhübschen Sämling Beerenauslese und mit einer ungemein facettenreichen Sämling Trockenbeerenauslese. Die Lage ist im Nationalpark, direkt bei der Zicklacke. Der Sämling steht dort auf sandigem Boden und die Salzlacken rundherum sorgen für das besondere Mikroklima für die Botrytis. Beide Domkapitel sind enorm präzise und zeitlos schön. Auch die „normale“ TBA vom Sämling zeigt sich verspielt, wirkt von der Frucht her eine Spur konzentrierter, aber nicht so straff wie das Domkapitel. Wer mehr Leichtigkeit in der Süße sucht, kommt heuer bei Tschidas Beerenauslesen voll auf seine Rechnung. Durch die lässige Säureunterstützung wirken diese Weine trockener und haben einen enormen Trinkfluss. In Perfektion bildet das die Beerenauslese vom Chardonnay ab. Große Klasse, Tschida pur!

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2019 Grüner Veltliner Ried Atzberg Obere Steilterrassen
Weingut Atzberg
Wachau

Reicher Frucht- und Würzemix, viel Kernobst, noch mehr tabakige, gesteinsartige Aromen, auch Wacholder sowie kühle Nadelwald- und Anisnoten; kraftvoller, engmaschiger Unterbau, wieder einmal die Quadratur des Kreises: generöse Fülle, vermählt mit unglaublicher Eleganz; saftig, mundfüllend, vielschichtig, dabei glasklar und perfekt ausbalanciert; Karrieretyp mit Potenzial für Jahrzehnte.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€€
Naturkork

Weingut Atzberg
Wachau

Franz-Josef Gritsch
3620 Spitz
Kirchenplatz 13

Tel. +43 2713 2450
office@atzberg.at
www.atzberg.at

Der Atzberg ist schon etwas ganz Besonderes. Wer einmal zu den hochaufragenden schmalen Weinterrassen hinaufgeblickt hat, die bei einer Hangneigung von 75% mühsam errichtet werden mussten, um eine Bearbeitung zu ermöglichen, der weiß, dass hier nicht Allerweltsweine entstehen. Vielmehr sind es großartige mineralische Gewächse mit Weite und Tiefe, die all das in sich vereinen, was die Wachau zu einem der erfolgreichsten Weinbaugebiete weltweit macht. Bereits aus dem Jahr 1328 stammen die ältesten Aufzeichnungen über die mühsam rekultivierte Riede im Donaustädtchen Spitz; in diesem Dokument ist sie bereits mit dem Namen „Ärzberg“ belegt. Sie liegt unmittelbar neben der ebenfalls zu den Toprieden der Wachau zählenden Singerriedel, mit der sie in früheren Tagen eine geologische Einheit gebildet hatte, ehe der aus dem Waldviertel in die Donau strömende Mieslingbach die beiden Lagen voneinander trennte. Der Boden – wie der ursprüngliche Name erahnen lässt – ist erzhaltig (rotes Gestein mit Gneis und Schieferstruktur und geringer Erdauflage) und zählt zu den kargsten in der Wachau. Auf den bis zu einer Seehöhe von 420 Metern hinaufreichenden Parzellen benötigen die Trauben eine längere Reifezeit, das bedeutet auch spätere Ernte, was nicht so sehr der Zucker-, dafür aber der physiologischen Reife zugutekommt. Hier bekommen die Trauben sowohl die Kühle des Spitzer Grabens als auch die milderen Luftmassen des Donautals zu spüren – eine klimatische Idealkombination. Mittlerweile ist mehr als ein Jahrzehnt vergangen, seit das „Projekt Atzberg“ von Franz-Josef Gritsch und seinen Geschäftsfreunden in die Tat umgesetzt wurde – neben dem Winzer sitzen Immobilien-Entwickler Robert Wutzl und Hans Schmid (Mayer am Pfarrplatz, Rotes Haus, beide in Wien) im Boot. Doch bereits mit dem ersten vorgestellten Jahrgang (2012) ließ der Grüne Veltliner Atzberg (heute der „Atzberg Obere Steilterrassen“) aufhorchen, als er die Vinaria-Höchstwertung erhielt – eine Auszeichnung, die ihm mittlerweile mehrfach widerfahren ist.

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2019 Grüner Veltliner Ried Rosengartl
Weingut Allram
Kamptal

Guter Apfelsaft, Ringlotten, etwas kühler Hintergrund; zart vanillig umfangene Apfelfrucht, etwas knackige Birne, fruchtsüß, gutes Volumen, mit Luft immer deutlicher werdendes Pfefferl, herrliche Länge, man möchte dem Wein ewig hinterherschmecken.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Naturkork

Weingut Allram
Kamptal

Lorenz Haas
3491 Straß im Straßertale
Herrengasse 3

Tel. +43 2735 2232
Fax. 2232-3
weingut@allram.at
www.allram.at

Schon nach Verkostung der beiden Ortsweine ist die Frage nach Veltliner- oder Rieslingjahr hinfällig – es ist ein Allramjahr, so einfach ist das manchmal. Natürlich steht hier noch die Sorte im Vordergrund, als Einstieg sind diese Weine aber schon eine Empfehlung. Mit Bezug zur Herkunft ist der Hasel der passende Übergang zu den Lagenweinen, die allesamt als Fassproben im Homeoffice verkostet wurden. Durch den dezenten Eindruck vom großen Holz zeigte sich der Rosengartl von Anfang an sehr zugänglich und konnte auch im tagelangen Match mit nahezu gleichwertigen Mitbewerbern seine ausgezeichnete Performance halten. Dem Renner gelang es mit langem Anlauf nahezu aufzuschließen, er braucht laut Lorenz Haas aber „immer ein Jahr mehr“. Dem Gaisberg schließlich ist das große Potenzial schon in vielen Details anzusehen, er gab sich jedoch am meisten zugeknöpft. In Summe stehen mit den Lagenveltlinern ab 1. September drei große Weine in der Warteschleife. Bei den Rieslingen ist der Einfluss des Gaisberg recht ähnlich; auch hier steht die steinige Herkunft über der Sorte, doch trotz Tiefe und erstem Trinkvergnügen kommt er an die souveräne Erscheinung des Heiligenstein noch nicht ganz heran. Drittes Standbein sind die Burgunder mit dem stets verlässlichen Papageno aus dem Stahl. Eine Idee von Holz haben große und kleine, eher neutrale Fässer beim noch recht jugendlich wirkenden Chardonnay hinterlassen. Aus dem Vollen schöpft Altmeister Erich Haas dann beim Grauburgunder, der, wieder ein barockes Ereignis, viele Jahre Freude bereiten kann, wie ein kürzlich verkosteter 2007er bewies.

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2018 Grüner Veltliner Ried Kollmütz DB Smaragd
Weingut Franz Pichler
Wachau

DB für „das Beste“; Brioche, reifes Kernobst, Orangenzesten, Marillenmus, Kräuterwiese; fleischig, muskulös, mit fokussierter Frucht, elegant und voll Strahlkraft; bildschöner Veltliner mit Potenzial für viele Jahre.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€
Naturkork

Weingut Franz Pichler
Wachau

Franz Pichler
3610 Wösendorf
Hauptstraße 68

Tel. +43 2715 2307
Fax. 2307-15
weingut.pichler@aon.at
www.f-pichler.at

Sie wollen den Jahrgang nicht über den grünen Klee loben, aber dass er zu den besten der letzten Jahre zählt, darüber sind sich Franz Pichler und sein gleichnamiger Sohn einig. Das eingespielte Team sucht in seinen Weinen vor allem Sorten- und Lagenpräzision und tut dies auf gut sieben Hektar Rebfläche in einigen herausragenden Rieden der Wachau. Von St. Michael über Wösendorf donauabwärts bis Joching existiert ein immens breites Spektrum an Bodenstrukturen und kleinklimatischen Bedingungen. Oft gibt es diese innerhalb einer Lage, so befinden sich beispielsweise die Weingärten auf dem Jochinger Kollmitz in unterschiedlichen Höhen, wobei oben Urgestein, unten jedoch Löss vorherrscht. Hier konnten im Vorjahr neue Weingärten übernommen werden, die mit 50-jährigen Reben vom Grünen Veltliner bepflanzt sind. Und auch westlich davon, in der Ried Höll, gib es eine kleine zusätzliche Fläche, in der Rieslingtrauben gedeihen. Der Gaisberg wiederum definiert sich durch seine klimatische Kühle, während die Harzenleiten in St. Michael von der Wärme der steilen Steinterrassen geprägt wird. Besonders gut gefallen haben uns im aktuellen Jahrgang die Veltliner-Smaragde von Kollmitz und Kollmütz sowie die beiden Smaragd-Rieslinge, wobei auch auf das Terrassen-Federspiel nicht vergessen werden darf, das selten so viel Spaß gemacht hat wie heuer. Last but not least die beiden Burgunder, von denen der Weißburgunder ohnehin in einer eigenen Liga spielt.

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2017 Sämling 88 TBA
Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

(237,8 g/l RZ) Üppig und elegant, viel Exotik, Ananassaft, mineralisch, gute Spannung; nektarhafte, exotische Frucht, vielschichtig, perfektes Säure-Süße-Spiel, vibrierende TBA mit Power und Toplänge.

Süßwein
Scheurebe (Sämling 88)
€€€€
Glassstöpsel

Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

Hans Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida ist Süßweinspezialist – seine Top-Hochprädikate sind aus dem Jahr 2017, das der Illmitzer Winzer als „Riesenjahrgang“ einordnet. Mit diesem Jahrgang hat er auch seine Toplage – das Domkapitel – erstmals als Riedenwein in die Auslage gestellt: mit einer bildhübschen Sämling Beerenauslese und mit einer ungemein facettenreichen Sämling Trockenbeerenauslese. Die Lage ist im Nationalpark, direkt bei der Zicklacke. Der Sämling steht dort auf sandigem Boden und die Salzlacken rundherum sorgen für das besondere Mikroklima für die Botrytis. Beide Domkapitel sind enorm präzise und zeitlos schön. Auch die „normale“ TBA vom Sämling zeigt sich verspielt, wirkt von der Frucht her eine Spur konzentrierter, aber nicht so straff wie das Domkapitel. Wer mehr Leichtigkeit in der Süße sucht, kommt heuer bei Tschidas Beerenauslesen voll auf seine Rechnung. Durch die lässige Säureunterstützung wirken diese Weine trockener und haben einen enormen Trinkfluss. In Perfektion bildet das die Beerenauslese vom Chardonnay ab. Große Klasse, Tschida pur!

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2017 Sämling 88 Ried Domkapitel TBA
Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

(228,9 g/l RZ) Gewürzige Fülle, reichhaltiger Fruchtmix, Birnenkompott, Maracuja, Kiwi; nektarhafte Frucht, Nektarinen, Pfirsiche, Ananas, lässige Säure, super Tannin, elegante Länge, Riesenwein.

Süßwein
Scheurebe (Sämling 88)
€€€€
Glassstöpsel

Tschida – Angerhof
Neusiedlersee

Hans Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida ist Süßweinspezialist – seine Top-Hochprädikate sind aus dem Jahr 2017, das der Illmitzer Winzer als „Riesenjahrgang“ einordnet. Mit diesem Jahrgang hat er auch seine Toplage – das Domkapitel – erstmals als Riedenwein in die Auslage gestellt: mit einer bildhübschen Sämling Beerenauslese und mit einer ungemein facettenreichen Sämling Trockenbeerenauslese. Die Lage ist im Nationalpark, direkt bei der Zicklacke. Der Sämling steht dort auf sandigem Boden und die Salzlacken rundherum sorgen für das besondere Mikroklima für die Botrytis. Beide Domkapitel sind enorm präzise und zeitlos schön. Auch die „normale“ TBA vom Sämling zeigt sich verspielt, wirkt von der Frucht her eine Spur konzentrierter, aber nicht so straff wie das Domkapitel. Wer mehr Leichtigkeit in der Süße sucht, kommt heuer bei Tschidas Beerenauslesen voll auf seine Rechnung. Durch die lässige Säureunterstützung wirken diese Weine trockener und haben einen enormen Trinkfluss. In Perfektion bildet das die Beerenauslese vom Chardonnay ab. Große Klasse, Tschida pur!

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2018 Weißburgunder Gaisberg Smaragd
Weingut Franz Pichler
Wachau

Mürbteig, weiße Blüten, Haselnüsse, Bienenwachs; stattliche Figur, schöne Extraktsüße, leicht cremige Noten; zeigt sich von seiner schönsten Seite, sehr burgundisch; feine Länge.

Weißwein
Pinot Blanc (Weißburgunder)
€€€
Naturkork

Weingut Franz Pichler
Wachau

Franz Pichler
3610 Wösendorf
Hauptstraße 68

Tel. +43 2715 2307
Fax. 2307-15
weingut.pichler@aon.at
www.f-pichler.at

Sie wollen den Jahrgang nicht über den grünen Klee loben, aber dass er zu den besten der letzten Jahre zählt, darüber sind sich Franz Pichler und sein gleichnamiger Sohn einig. Das eingespielte Team sucht in seinen Weinen vor allem Sorten- und Lagenpräzision und tut dies auf gut sieben Hektar Rebfläche in einigen herausragenden Rieden der Wachau. Von St. Michael über Wösendorf donauabwärts bis Joching existiert ein immens breites Spektrum an Bodenstrukturen und kleinklimatischen Bedingungen. Oft gibt es diese innerhalb einer Lage, so befinden sich beispielsweise die Weingärten auf dem Jochinger Kollmitz in unterschiedlichen Höhen, wobei oben Urgestein, unten jedoch Löss vorherrscht. Hier konnten im Vorjahr neue Weingärten übernommen werden, die mit 50-jährigen Reben vom Grünen Veltliner bepflanzt sind. Und auch westlich davon, in der Ried Höll, gib es eine kleine zusätzliche Fläche, in der Rieslingtrauben gedeihen. Der Gaisberg wiederum definiert sich durch seine klimatische Kühle, während die Harzenleiten in St. Michael von der Wärme der steilen Steinterrassen geprägt wird. Besonders gut gefallen haben uns im aktuellen Jahrgang die Veltliner-Smaragde von Kollmitz und Kollmütz sowie die beiden Smaragd-Rieslinge, wobei auch auf das Terrassen-Federspiel nicht vergessen werden darf, das selten so viel Spaß gemacht hat wie heuer. Last but not least die beiden Burgunder, von denen der Weißburgunder ohnehin in einer eigenen Liga spielt.

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2017 St. Laurent Ried Holzspur
Johanneshof Reinisch
Thermenregion

Intensives Bukett nach Weichseln, Tabak und Eukalyptus, ausgereift und kraftvoll, pfeffrige Töne; der uralte Rebbestand verleiht enorme Dichte, muskulös und vielschichtig, lang und ausbaufähig – ein Meisterwerk!

Rotwein
St. Laurent
€€€€€
Naturkork

Johanneshof Reinisch
Thermenregion

Hannes, Christian & Michael Reinisch
2523 Tattendorf
Im Weingarten 1

Tel. +43 2253 81423
Fax. 81423-4
office@j-r.at
www.j-r.at

Im Fokus der Jungweinverkostung standen diesmal die Weißweinjahrgänge 2019 und 2018 sowie die Rotweine aus 2018 und 2017. Auf dem weißen Sektor ist der klassische Rotgipfler diesmal besonders animierend und zupackend geraten, ohne dass er die nötige Dichte vermissen ließe. Sogar so gut wie noch nie ist der halbtrockene, traditionelle Gumpoldskirchner ausgefallen, in dem sich die beiden Rebsorten perfekt ergänzen: so steuert der Zierfandler Pistazienwürze und Ribiselfrucht bei, während der Rotgipfler für Druck und Schmelz sorgt. Ein wenig unscheinbar, aber ebenfalls sehr sauber erscheint im Vergleich dazu der „einfache“ Chardonnay, der vom aus der gleichen Rebsorte bereiteten Lagenwein Lores doch klar übertroffen wird. Dieser ist bei unaufdringlicher Eichenumrahmung so gepolstert und balanciert wie immer geraten, wenn wir auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt erst den Genuss des Vorgängerjahres empfehlen würden. Dieser Rat gilt umso mehr für den Zierfandler von der Ried Spiegel, zumal sich der 2018er bei aller Opulenz doch noch etwas verhalten und unausgewogen zeigt, weshalb man in diesem Fall wohl besser zum nunmehr mit einiger Flaschenreife versehenen 2017er greift. Auf dem Gebiet der Rotweine brennen die drei Brüder ein wahres Feuerwerk an Fruchtaromen und geschliffener Eleganz ab, sodass einige Rotweine aus 2018 sogar ihre Vorgänger der gleichen Kategorie mehr oder weniger deutlich übertreffen, womit nach unseren bisherigen Verkostungserfahrungen keineswegs zu rechnen war. In der Betrachtung der Einsteiger-Kategorie wirkt der Zweigelt noch etwas streng und rustikal, während der zartblumige und feingliedrige Pinot Noir in seiner schlanken Art schon bezaubernden Fruchtcharme ins Glas bringt. Auf gleichem Niveau präsentiert sich der kernige und pfeffrige St. Laurent, der mit Luftzufuhr immer mehr Profil gewinnt. Die größte Überraschung lieferte aber der nach den großen Tattendorfer Lage Frauenfeld benannte Mittelbau, in dem bereits der engmaschige Zweigelt mit bildhübscher Zwetschkenfrucht zu überzeugen mag. Ob man in dieser Gewichtsklasse dem zarten und nuancierten Pinot Noir Grillenhügel oder dem ebenso puristischen wie mit tiefer Kirschfrucht prunkenden St. Laurent den Vorzug gibt, bleibt zweifellos Geschmacksache. Auffallend ist sicherlich, dass der St. Laurent Frauenfeld so leichtfüßig, schlank und elegant wie niemals zuvor ausgefallen ist. Bei den Topweinen aus der Ried Holzspur brilliert der intensive wie komplexe St. Laurent, der aus einem uralten Weingarten stammt, mit Fruchttiefe und Länge und hat im Moment gegenüber dem zwar facettenreichen und überaus sortentypischen Pinot Noir die Nase vorne, weil Letzterer noch eine Spur spröde und unentwickelt erscheint. Ein tolles Ausrufzeichnen ist mit dem Pinot Noir von der Ried Kästenbaum aus dem Jahrgang 2016 gelungen: hier wird der eher dunkle Früchtereigen von einer Dichte und Balance begleitet, wie sie österreichischen Pinots bislang kaum gelungen ist. In seiner hochattraktiven und selbstverständlichen Erscheinung kommt dieser Pinot gleichsam einer gelungenen Melange aus den besten badischen Proponenten und einem Premier Cru von der Côte-de-Nuits gleich. Der Schlussapplaus gebührt dem erstmals aus der legendären Rebsorte Zierfandler gekelterten Eiswein, der glockenklare, helle Fruchtaromen mit pikantem Süße-Säure-Spiel verbindet.

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2017 Weißburgunder Ried Rosengarten Alte Reben
Weingut Kodolitsch
Südsteiermark

Elegant, Fenchelsaat, Anis, Sternanis, dahinter Dörrobst; feinkörnige Gewürze, feiner Schmelz, gebrannte Mandeln, Holz stützt bloß, feines Säurerückgrat, Gewürznelken klingen sehr lange nach. Bemerkenswert, Reserven.

Weißwein
Pinot Blanc (Weißburgunder)
€€€€€
Naturkork

Weingut Kodolitsch
Südsteiermark

Mario Weber
8430 Leibnitz
Seggauberg 65

Seit mehr als 300 Jahren befindet sich das Weingut Kodolitsch im Eigentum der Familie. Zu einem modernen Anwesen nach dem neuesten Stand der Technik haben es die jetzigen Besitzer, Christa und Nikolaus Kodolitsch, gemacht. Sie haben den Betrieb 1993 übernommen. Schon seit einigen Jahren ist Mario Weber, Absolvent der Weinbauschule Silberberg, für fast alles verantwortlich, was mit dem Entstehen von Wein zu tun hat. Die Kellertechnik ist ihm ebenso wichtig wie Boden, Klima, Flora und Fauna. Mit seinem 2015er Rosengarten Reserve wurde er zum Weltmeister im Rahmen des Concours Mondial du Sauvignon gekürt.

Auf diesem Weingut legt man Wert auf Nachhaltigkeit. Deshalb werden die Weingärten nach den Vorgaben des kontrolliert-integrierten Weinbaus bewirtschaftet. Diese naturnahe Methode bringt qualitativ hochwertige Trauben hervor. Die Erträge werden geringgehalten. Die Reben stehen in den Rieden Rosengarten und Kogelberg. Erstere umfasst sechs Hektar am Seggauberg und ist südlich bis südwestlich exponiert, die Weine von hier sind füllig. Einen völlig anderen Charakter ergibt der Kogelberg auf der anderen Seite des Sulmsees. Der kalkfreie Boden aus verwittertem rotem Schiefer forciert Eleganz und Feingliedrigkeit. Der 2017er Chardonnay Alte Reben aus dieser Lage ist dennoch ungewohnt stoffig ausgefallen. Primus inter Pares ist diesmal der Weißburgunder Alte Reben vom Rosengarten, Jahrgang 2017. Das Kürzel „T.M.S.“ beim Sauvignon Blanc Ried Rosengarten steht für „trink ma selbst“ und bedarf keiner Interpretation.

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2016 Pinot Noir Ried Kästenbaum
Johanneshof Reinisch
Thermenregion

Anklänge von Waldhimbeeren und Fenchel, verführerisch, dicht und substanzreich, aber distinguiert und zurückhaltend, tolle Finesse und Komplexität, legt den Fokus auf schiere Eleganz und schlägt für österreichischen Pinot ein neues Kapitel auf!

Rotwein
Pinot Noir (Blauburgunder)
€€€€€€
Naturkork

Johanneshof Reinisch
Thermenregion

Hannes, Christian & Michael Reinisch
2523 Tattendorf
Im Weingarten 1

Tel. +43 2253 81423
Fax. 81423-4
office@j-r.at
www.j-r.at

Im Fokus der Jungweinverkostung standen diesmal die Weißweinjahrgänge 2019 und 2018 sowie die Rotweine aus 2018 und 2017. Auf dem weißen Sektor ist der klassische Rotgipfler diesmal besonders animierend und zupackend geraten, ohne dass er die nötige Dichte vermissen ließe. Sogar so gut wie noch nie ist der halbtrockene, traditionelle Gumpoldskirchner ausgefallen, in dem sich die beiden Rebsorten perfekt ergänzen: so steuert der Zierfandler Pistazienwürze und Ribiselfrucht bei, während der Rotgipfler für Druck und Schmelz sorgt. Ein wenig unscheinbar, aber ebenfalls sehr sauber erscheint im Vergleich dazu der „einfache“ Chardonnay, der vom aus der gleichen Rebsorte bereiteten Lagenwein Lores doch klar übertroffen wird. Dieser ist bei unaufdringlicher Eichenumrahmung so gepolstert und balanciert wie immer geraten, wenn wir auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt erst den Genuss des Vorgängerjahres empfehlen würden. Dieser Rat gilt umso mehr für den Zierfandler von der Ried Spiegel, zumal sich der 2018er bei aller Opulenz doch noch etwas verhalten und unausgewogen zeigt, weshalb man in diesem Fall wohl besser zum nunmehr mit einiger Flaschenreife versehenen 2017er greift. Auf dem Gebiet der Rotweine brennen die drei Brüder ein wahres Feuerwerk an Fruchtaromen und geschliffener Eleganz ab, sodass einige Rotweine aus 2018 sogar ihre Vorgänger der gleichen Kategorie mehr oder weniger deutlich übertreffen, womit nach unseren bisherigen Verkostungserfahrungen keineswegs zu rechnen war. In der Betrachtung der Einsteiger-Kategorie wirkt der Zweigelt noch etwas streng und rustikal, während der zartblumige und feingliedrige Pinot Noir in seiner schlanken Art schon bezaubernden Fruchtcharme ins Glas bringt. Auf gleichem Niveau präsentiert sich der kernige und pfeffrige St. Laurent, der mit Luftzufuhr immer mehr Profil gewinnt. Die größte Überraschung lieferte aber der nach den großen Tattendorfer Lage Frauenfeld benannte Mittelbau, in dem bereits der engmaschige Zweigelt mit bildhübscher Zwetschkenfrucht zu überzeugen mag. Ob man in dieser Gewichtsklasse dem zarten und nuancierten Pinot Noir Grillenhügel oder dem ebenso puristischen wie mit tiefer Kirschfrucht prunkenden St. Laurent den Vorzug gibt, bleibt zweifellos Geschmacksache. Auffallend ist sicherlich, dass der St. Laurent Frauenfeld so leichtfüßig, schlank und elegant wie niemals zuvor ausgefallen ist. Bei den Topweinen aus der Ried Holzspur brilliert der intensive wie komplexe St. Laurent, der aus einem uralten Weingarten stammt, mit Fruchttiefe und Länge und hat im Moment gegenüber dem zwar facettenreichen und überaus sortentypischen Pinot Noir die Nase vorne, weil Letzterer noch eine Spur spröde und unentwickelt erscheint. Ein tolles Ausrufzeichnen ist mit dem Pinot Noir von der Ried Kästenbaum aus dem Jahrgang 2016 gelungen: hier wird der eher dunkle Früchtereigen von einer Dichte und Balance begleitet, wie sie österreichischen Pinots bislang kaum gelungen ist. In seiner hochattraktiven und selbstverständlichen Erscheinung kommt dieser Pinot gleichsam einer gelungenen Melange aus den besten badischen Proponenten und einem Premier Cru von der Côte-de-Nuits gleich. Der Schlussapplaus gebührt dem erstmals aus der legendären Rebsorte Zierfandler gekelterten Eiswein, der glockenklare, helle Fruchtaromen mit pikantem Süße-Säure-Spiel verbindet.

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2019 Riesling Ried Sunogeln 1ÖTW Reserve
Josef Schmid
Kremstal

Marillenkuchen, Mandarinen, mineralisch; facettenreich, vom Steinobst bis hin zur Tropenfrucht; engmaschig, pikante Säure, hat Tiefgang und Finesse; langes Finish.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Josef Schmid
Kremstal

Josef Schmid
3552 Stratzing
Obere Hauptstraße 38

Tel. +43 2719 8288
Fax. 8288-18
weingut@j-schmid.at
www.j-schmid.at

Bis ins Jahr 1865 reicht die Tradition des Weinguts Schmid zurück, in dem heute Josef Schmid seit knapp 30 Jahren bemerkenswerte Weine macht, die auch weltweit vertrieben werden. Stratzing ist ein malerischer Winkel auf einem Hochplateau nördlich der Stadt Krems, das schmucke Weingut mit dem lauschigen Innenhof liegt am Ende des Orts. Der engagierte, sympathische Winzer leitet den Betrieb mit viel Umsicht und ebenso großem Erfolg. Angesichts der Jahr für Jahr ungemein homogen ausfallenden Angebotspalette an Weinen ist es immer wieder erstaunlich, dass dem umtriebigen Stratzinger genügend Zeit bleibt, noch ein weiteres hohes Amt zu bekleiden – er ist „nebstbei“ auch Bürgermeister seiner Gemeinde. Josef Schmids besonderer Stolz gilt seinen herausragenden Rieden, wie Gebling, Frechau, Sunogeln, die zu Recht als Erste Lagen klassifiziert wurden. Gemeinsam mit der modernen Kellertechnik liefern sie Jahr für Jahr optimale Voraussetzungen für die Entstehung feiner Gewächse. Gleich sechs verschiedene Grüne Veltliner eröffnen heuer den Reigen an „kostbaren“ Weinen, allesamt kleine und große Persönlichkeiten. Schon der „Kremser Löss“ genannte Sortenvertreter begeistert mit viel Eleganz, doch das Feuerwerk schießen – in ansteigender Reihenfolge – die Reserven „Alte Reben“, „Kremser Gebling“ und, als Primus inter Pares, der hinreißende Veltliner „Kremser Frechau“ ab. Ebenso großartig ist die Performance des Toprieslings aus der Ried Sunogeln ausgefallen – ein Muss für jeden Rieslingfan.

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2017 Blaufränkisch Ried Windener Alter Berg
Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

Super Tiefe, füllig, kandierte Früchte, Pumpernickel, kühle Kräuterwürze, Heidelbeeren und Ribiseln; enorm straff und fordernd, atmen lassen, vielschichtig, würzige Fruchtfülle, Riesenpotenzial.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
Glassstöpsel

Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

Gernot & Heike Heinrich
7122 Gols
Baumgarten 60

Gernot Heinrich hat erneut eine stimmige und hochwertige Weinserie in die Auslage gestellt – und zeigt einmal mehr seine Vielseitigkeit, die sich über zwei Weingebiete spannt und darüber hinaus beim Thema Naturwein ein Ausrufezeichen setzt. Klammer und Kraftquelle seines Weinschaffens ist die biodynamische Bewirtschaftung seiner Weingärten – ein Weg, den Heinrich seit 15 Jahren konsequent geht. Im Keller ist der Wein der Star. Lange Maischestandzeiten werden zugelassen, alle Weine sind spontan vergoren, generell wird so wenig wie möglich eingegriffen, denn die Weine sollen von ihrem Ursprung und ihrer Herkunft erzählen. Und das sind die großen Lagen am Leithaberg und zu Hause in Gols. Auf die Kraft des Salzbergs und des Gabarinza kann sich Heinrich uneingeschränkt verlassen. Aus diesen beiden großen Golser Hanglagen zieht der Winzer Jahr für Jahr seine Top-Cuvées – wobei der Salzberg in einer eigenen Liga spielt. Am Leithaberg hat Heinrich mit dem Alten Berg und dem Edelgraben zwei Top-Blaufränkisch-Lagen. Um das Potenzial dieser straffen und reduktiven Weine zu fassen, sollte man sie dekantieren. Belüften ist auch der Schlüssel für Heinrichs Freyheits-Weine: Sie sind betont anders, sehr eigenständig und enorm standhaft. Eine geöffnete, gekühlte Flasche hält den Genuss viele Tage und wird dabei immer besser – vor allem der Traminer ist ein Traum!

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2017 BFG
Weingut Gager
Mittelburgenland

Satte Frucht, dicht, Pflaumen, Zwetschken, hochreife Brombeeren, Minze, gelassen; Berge von reifer Frucht, markante Tannine, belebende Säure, dunkle Beeren, Kakao und Zartbitterschokolade, Minze im Finish, trotz der beachtlichen Fülle Struktur und Präzision.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
Naturkork

Weingut Gager
Mittelburgenland

Horst Gager
7301 Deutschkreutz
Karrnergasse 2

Tel. +43 2613 80385
Fax. 80385-15
info@weingut-gager.at
www.weingut-gager.at

Das Weingut Gager gehört seit Jahren zu den Leitbetrieben des Mittelburgenlandes. Gegründet wurde es von Josef Gager im Jahr 1984. Mit vier Hektar Anbaufläche waren die Anfänge bescheiden, aber der qualitätsbewusste Mann hatte klare Vorstellungen, wie er Rotwein machen wollte. Eine gesunde Härte wurde bald zum Markenzeichen. Mittlerweile führt sein Sohn Horst das Weingut. Er hat etwas an Strenge weggenommen, ohne den Charakter der Gager’schen Kreszenzen zu verwässern. Noch nie anlässlich der Jungweinverkostungen hat sich der Tycoon, eine Cuvée aus je einem Drittel Cabernet Sauvignon, Tannat und Blaufränkisch, so zugänglich präsentiert wie die aktuelle Ausgabe 2017. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Weichgespült ist er beileibe nicht. Aus diesem Jahr gibt es keinen reinsortigen Tannat, die ganze Ernte kam in den Tycoon. Auch der Cabernet Franc war als fordernder Wein bekannt. Es gibt ihn jetzt nur mehr als Cuvéepartner im Cablot, wo er für kühle Würze sorgt. Den Blaufränkisch Gager, kurz BFG, gibt es nur in den besten Jahren. 2016 ist er ausgefallen, ebenso 2018. Das ursprünglich dafür vorgesehene Lesegut kam dem Blaufränkisch Ried Mitterberg zugute, was diesen Wein klar aufwertet. Noch heuer in den Verkauf kommt der BFG 2017, ein beeindruckendes Sortenkonzentrat. 2017 sei sein bestes Weinjahr gewesen, erklärt mir Josef Gager anlässlich meines Besuches. Die Familie Gager baut grundsätzlich alle Rotweine im Holz aus, für die Klassik-Linie werden Barriques aus siebter und achter Befüllung verwendet, um schmeckbares Holz zu vermeiden. Für die Flaggschiffe des Hauses kommt ausschließlich neues kleines Holz zum Einsatz.

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2017 Tycoon
Weingut Gager
Mittelburgenland

(je 1/3 CS/BF/TA) Druckvoll, gelassen, Cassis, Brombeeren, dunkle Schokolade, elegante Würze; ungewohnt zugänglich, ausgewogen, vielschichtige Frucht, Tiefgang, Riesensubstanz, reifes Gerbstoffnetz, reife Frucht sowie etwas Tintenblei im langen Nachhall.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€€
Naturkork

Weingut Gager
Mittelburgenland

Horst Gager
7301 Deutschkreutz
Karrnergasse 2

Tel. +43 2613 80385
Fax. 80385-15
info@weingut-gager.at
www.weingut-gager.at

Das Weingut Gager gehört seit Jahren zu den Leitbetrieben des Mittelburgenlandes. Gegründet wurde es von Josef Gager im Jahr 1984. Mit vier Hektar Anbaufläche waren die Anfänge bescheiden, aber der qualitätsbewusste Mann hatte klare Vorstellungen, wie er Rotwein machen wollte. Eine gesunde Härte wurde bald zum Markenzeichen. Mittlerweile führt sein Sohn Horst das Weingut. Er hat etwas an Strenge weggenommen, ohne den Charakter der Gager’schen Kreszenzen zu verwässern. Noch nie anlässlich der Jungweinverkostungen hat sich der Tycoon, eine Cuvée aus je einem Drittel Cabernet Sauvignon, Tannat und Blaufränkisch, so zugänglich präsentiert wie die aktuelle Ausgabe 2017. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Weichgespült ist er beileibe nicht. Aus diesem Jahr gibt es keinen reinsortigen Tannat, die ganze Ernte kam in den Tycoon. Auch der Cabernet Franc war als fordernder Wein bekannt. Es gibt ihn jetzt nur mehr als Cuvéepartner im Cablot, wo er für kühle Würze sorgt. Den Blaufränkisch Gager, kurz BFG, gibt es nur in den besten Jahren. 2016 ist er ausgefallen, ebenso 2018. Das ursprünglich dafür vorgesehene Lesegut kam dem Blaufränkisch Ried Mitterberg zugute, was diesen Wein klar aufwertet. Noch heuer in den Verkauf kommt der BFG 2017, ein beeindruckendes Sortenkonzentrat. 2017 sei sein bestes Weinjahr gewesen, erklärt mir Josef Gager anlässlich meines Besuches. Die Familie Gager baut grundsätzlich alle Rotweine im Holz aus, für die Klassik-Linie werden Barriques aus siebter und achter Befüllung verwendet, um schmeckbares Holz zu vermeiden. Für die Flaggschiffe des Hauses kommt ausschließlich neues kleines Holz zum Einsatz.

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2019 Grüner Veltliner Smaragd Ried Kellerberg
Domäne Wachau
Wachau

Charmant, Würze, fruchtig und warm getönt, Frühlingswald; reife Tropenfrüchte, zarter Schmelz, Kraft und Druck, feinkörnige Säure, steinig im langen Nachhall.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€
Naturkork

Domäne Wachau
Wachau

Roman Horvath MW & Heinz Frischengruber
3601 Dürnstein
Nummer 107

Tel. +43 2711 371
Fax. +43 2711 371-13
office@domaene-wachau.at
www.domaene-wachau.at

Die Domäne Wachau gehört zu den Leitbetrieben dieses Anbaugebiets. Weingutsleiter Roman Horvath und Kellermeister Heinz Frischengruber haben mit großer Konsequenz, aber auch mit Weitblick und Kreativität die Weichen dafür gestellt. Wenn es um einen durch die Stilistik unbeeinflussten Vergleich der Lagencharakteristika dieses klimatisch begünstigten Flusstales geht, ist man hier an der ersten Adresse. Kein anderer Betrieb nämlich verfügt über ein derart großes Portfolio an renommierten Rieden wie die Domäne Wachau. Heinz Frischengruber kann kaum etwas aus der Ruhe bringen.

Als ich ihn aber zum Jahrgang 2019 befrage, wird er fast emotional: „Kurz gefasst: Sensationell. Knackige Säure, Spannung, Zug, gute Haltbarkeit, eine simple und unkomplizierte Lese.“ Die heuer vorgestellte Serie, von der wir aus Platzgründen nur einen Querschnitt präsentieren können, bestätigt diese Aussage. Jetzt im Verkauf ist ein bemerkenswerter Grüner Veltliner aus dem Vorjahr, der „Steinwerk Spitzer Graben“. Dieser Wein ist in einem eigens für die Domäne Wachau bearbeiteten Gesteinsblock aus Wachauer Marmor und einem Steinfass aus Granit vinifiziert worden und deshalb eng mit der Region verbunden. Ein stark nachgefragtes Getränk ist der 2018er Grüner Veltliner V.D.N.; die Gärung des Rohstoffes in Smaragd-Qualität wurde durch Aufspriten mit Veltlinerbrand gestoppt.

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2019 Grüner Veltliner Ried Zwerithaler Kammergut Smaragd
Weingut Prager
Wachau

Blütenhonig und Orangenzeste im hochfeinen Duftspiel, auch ein Touch weißer Spargel, subtil und vornehm; ein ganzer Reigen heller Fruchtaromen, cremig und komplex, modellhafte Finesse und Konzentration, herrlicher Veltliner-Typ, der ein langes Leben vor sich hat.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€€
Naturkork

Weingut Prager
Wachau

Toni & Robert Bodenstein & Sophie-Helen Hinterhölzl
3610 Weißenkirchen
Wachaustraße 48

Toni Bodenstein hat den formidablen Jahrgang 2019 dazu genützt, eine beeindruckende Wachauer Lagenrevue zu realisieren, in der einander Grüner Veltliner und Riesling mehr oder weniger gleichwertig gegenüberstehen. Bekanntlich wird dem Riesling in diesem Wachauer Spitzenbetrieb hohe Wertschätzung zuteil, was sich auch im 60-prozentigen Anteil an der Rebfläche widerspiegelt. Schon das resche Federspiel von der Ried Steinriegl ist wohlgeraten und gibt die kalkige Note dieser Lage gut wieder. So gut wie selten in den letzten Jahren ist der dunkel getönte, nahezu exotisch wirkende Achleiten-Riesling gelungen. Für eine weitere Steigerung sorgt dann der Klaus Smaragd, der mit seiner Eleganz und Finesse sicher wieder einmal zu den allerbesten Wachauer Gewächsen zu zählen ist.

Gleichsam hart auf den Fersen ist ihm diesmal der überaus agile und ein wahres Fruchtfeuerwerk zündende Riesling, der auf der extremen Seehöhe von 460 Metern gedeiht und als „Wachstum Bodenstein“ firmiert. Von den Smaragd-Veltlinern war der gebündelte wie saftige von der Ried Achleiten zum Verkostungszeitpunkt seinem noch in der einst üblichen Stockkultur gezogenen Namensvetter ein wenig vorzuziehen, weil Letzterer noch recht verkapselt und vom Gerbstoff beeinflusst erscheint; hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Hingegen hat der Wachstum-Bodenstein-Veltliner, der bekanntlich vor mehr als 20 Jahren in Form von 100 verschiedenen Genotypen ausgepflanzt wurde, schon jetzt mit sattem Fruchtspiel und perfekter Balance brilliert. Die absolute Spitzenposition gehört im „grünen“ Sortiment der Bodensteins heuer aber wohl dem monolithischen Veltliner von der Ried Zwerithaler Kammergut, der immer wieder neue Nuancen hervorbringt und elegantes Fruchtspiel mit bemerkenswerter Konzentration vereint. Die besten Riesling- und Veltliner-Smaragde sollten aufgrund ihrer Spannkraft und inneren Harmonie auch ein langes Leben vor sich haben.

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2017 Ried Golser Gabarinza
Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

(BF/ME/ZW) Enorm fruchtig, würziges Cassis, Dörrobst, viel Kräuter, Anis, Fenchel, reichhaltig; viel Frucht, Schwarzkirschen, Johannisbeeren, Pflaumen, strukturgebender Gerbstoff, langes Finish. Top-Gabarinza!

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€

Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

Gernot & Heike Heinrich
7122 Gols
Baumgarten 60

Gernot Heinrich hat erneut eine stimmige und hochwertige Weinserie in die Auslage gestellt – und zeigt einmal mehr seine Vielseitigkeit, die sich über zwei Weingebiete spannt und darüber hinaus beim Thema Naturwein ein Ausrufezeichen setzt. Klammer und Kraftquelle seines Weinschaffens ist die biodynamische Bewirtschaftung seiner Weingärten – ein Weg, den Heinrich seit 15 Jahren konsequent geht. Im Keller ist der Wein der Star. Lange Maischestandzeiten werden zugelassen, alle Weine sind spontan vergoren, generell wird so wenig wie möglich eingegriffen, denn die Weine sollen von ihrem Ursprung und ihrer Herkunft erzählen. Und das sind die großen Lagen am Leithaberg und zu Hause in Gols. Auf die Kraft des Salzbergs und des Gabarinza kann sich Heinrich uneingeschränkt verlassen. Aus diesen beiden großen Golser Hanglagen zieht der Winzer Jahr für Jahr seine Top-Cuvées – wobei der Salzberg in einer eigenen Liga spielt. Am Leithaberg hat Heinrich mit dem Alten Berg und dem Edelgraben zwei Top-Blaufränkisch-Lagen. Um das Potenzial dieser straffen und reduktiven Weine zu fassen, sollte man sie dekantieren. Belüften ist auch der Schlüssel für Heinrichs Freyheits-Weine: Sie sind betont anders, sehr eigenständig und enorm standhaft. Eine geöffnete, gekühlte Flasche hält den Genuss viele Tage und wird dabei immer besser – vor allem der Traminer ist ein Traum!

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2017 Ried Golser Salzberg
Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

(ME/BF) Enorme Tiefe und Dichte, elegante Frucht, Weichseln, Brombeeren, samtige Würze, feine Schokonoten; vielschichtig und elegant, kühle Kräuterwürze, Johannisbeeren, süßes Tannin, reifer Gerbstoff, Powerwein, endlos lang. Ganz großer Salzberg!

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€€
Naturkork

Gernot & Heike Heinrich
Neusiedlersee

Gernot & Heike Heinrich
7122 Gols
Baumgarten 60

Gernot Heinrich hat erneut eine stimmige und hochwertige Weinserie in die Auslage gestellt – und zeigt einmal mehr seine Vielseitigkeit, die sich über zwei Weingebiete spannt und darüber hinaus beim Thema Naturwein ein Ausrufezeichen setzt. Klammer und Kraftquelle seines Weinschaffens ist die biodynamische Bewirtschaftung seiner Weingärten – ein Weg, den Heinrich seit 15 Jahren konsequent geht. Im Keller ist der Wein der Star. Lange Maischestandzeiten werden zugelassen, alle Weine sind spontan vergoren, generell wird so wenig wie möglich eingegriffen, denn die Weine sollen von ihrem Ursprung und ihrer Herkunft erzählen. Und das sind die großen Lagen am Leithaberg und zu Hause in Gols. Auf die Kraft des Salzbergs und des Gabarinza kann sich Heinrich uneingeschränkt verlassen. Aus diesen beiden großen Golser Hanglagen zieht der Winzer Jahr für Jahr seine Top-Cuvées – wobei der Salzberg in einer eigenen Liga spielt. Am Leithaberg hat Heinrich mit dem Alten Berg und dem Edelgraben zwei Top-Blaufränkisch-Lagen. Um das Potenzial dieser straffen und reduktiven Weine zu fassen, sollte man sie dekantieren. Belüften ist auch der Schlüssel für Heinrichs Freyheits-Weine: Sie sind betont anders, sehr eigenständig und enorm standhaft. Eine geöffnete, gekühlte Flasche hält den Genuss viele Tage und wird dabei immer besser – vor allem der Traminer ist ein Traum!

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2018 Sauvignon Blanc Ried Buch GSTK
Frauwallner-Straden
Vulkanland Steiermark

Holz und tiefdunkle Frucht haben bestens zueinandergefunden, Tomatenrispen, getrocknete Oliven, vielschichtig, eigenständig, Feuerstein, Holz zieht sich an der Luft zurück, wird steiniger; Holztannine dienen als Auflage für jede Menge Frucht und Aromen, anspruchsvoll und doch verführerisch trinkig.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€€
Schraubverschluss

Frauwallner-Straden
Vulkanland Steiermark

Walter Frauwallner
8345 Straden
Karbach 7

Ein Besuch bei Walter Frauwallner ist weniger eine Verkostung als ein Privatissimum. 31 Weine umfasst das aktuelle Sortiment und zu jedem einzelnen davon könnte Walter schier endlos erzählen. 15 Weine wurden im Homeoffice in mehreren Durchgängen (wie von allen Winzern) verkostet, und da offenbarte sich der erste Konflikt mit Walters Weinen – das Problem ist immer der nächste Wein, oder wie es Voltaire, der barocke Lebemann, ausdrückte: „Das Bessere ist der Feind des Guten.“ Gäbe es nur den Welschriesling, man würde beglückt mit einem ausgezeichneten Wein von dannen schreiten. Aber dann folgen nicht etwa ein Burgunder, sondern derer sechs, von denen die Gebietsweine schon Freude bereiten. Dann erst die Lagen – noch sehr jugendlich der Weißburgunder aus der Großen STK-Lage Buch, schon recht trinkig der Morillon, oder bleiben wir barock mit einem himmelhochjauchzenden Grauburgunder aus der Ersten STK-Lage Rosenberg? Hier wird natürlich auch mit Holz gearbeitet, das die „Weine stützen soll, eng halten, aber nicht aromatisieren“. Mit Genuss bringt einen der Muskateller auf die aromatische Schiene vom klassischen Sauvignon-Gebietswein hinauf zum maischevergorenen Privat. Perfekt in puncto Lage und Sorte präsentiert sich jetzt der Buch. Dem steht auf Augenhöhe der verschwenderische Traminer vom Rosenberg gegenüber. Diese Weine enthüllen ein weiteres Manko – in einer Bouteille ist immer mindestens ein Glas zu wenig. Und wer jetzt glaubt, alles über das Weingut zu wissen, der hat noch nichts Sprudelndes oder Süßes verkostet, vom Blauen Wildbacher ganz zu schweigen.

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2018 Sauvignon Blanc Ried Edelschuh GSTK
Weingut Wohlmuth
Südsteiermark

Ein wahres Feuerwerk von Fruchtaromen: Maracuja, dunkle Stachelbeere und rosa Grapefruit sind nur einige davon, ziseliert und vielschichtig, offeriert immer wieder neue Details, bei aller Reife von der Finesse bestimmt, ruhig strömend und lang.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€€€€
Naturkork

Weingut Wohlmuth
Südsteiermark

Vertrieb über Weingut Wohlmuth
8441 Kitzeck im Sausal
Fresing 24

Tel. +43 3456 2303
Fax. 2121
wein@wohlmuth.at
www.wohlmuth.at

Die Wohlmuths haben mit den 2019er Standard- und Ortsweinen sowie den 2018er Lagenweinen ihren Erfolgslauf eindrucksvoll prolongiert. Schon die einfacheren Qualitäten sind wohlgeraten, wenn auch aufgrund des überwiegenden Kitzecker Anteils ein wenig schlank, aber das ist für diese Appellation ja nichts Neues und in diesem Preissegment an sich auch kein Nachteil. Primus inter Pares war in dieser Kategorie diesmal der überaus animierende, glockenklare Sauvignon. In geradezu mundwässernder Verfassung befanden sich sämtliche Ortsweine unter der Kennung Kitzeck-Sausal. Wunderbar anregend und präzise strukturiert präsentierte sich das gesamte Kleeblatt, aus dem eventuell noch der akzentuierte, nervige Riesling sowie als Geheimtipp der diese Sorte nahezu neu interpretierende Grauburgunder ein wenig hervorragten. Speziell in diesem Segment wird die segensreiche Wirkung des von Gerhard Wohlmuth jun. gepflogenen Ausbaustils schmeckbar, der ausnahmslos auf Spontangärung und langen Hefekontakt setzt. Unter den zahlreichen Lagenweinen waren die absoluten Höhepunkte wieder bei den Rieslingen und Sauvignons zu finden. So gibt der enorm frische wie elegante Riesling von der extrem hoch gelegenen Ried Dr. Wunsch schon einen höchst vergnüglichen Ausblick auf das untadelige Niveau des Lesejahres 2019 preis. Aber auch der 2018er von der Spitzenlage Edelschuh präsentiert sich in überragender Verfassung, zumal jene Breite und Schwermut, welche die Gewächse dieses Jahrgangs landauf und landab kennzeichnen, in den Sausaler Topweinen glücklicherweise überhaupt nicht anzutreffen sind. Bei den Sauvignons bestach bereits der Steinriegl mit einem reintönigen Früchtereigen, und auch hier war der komplexe 2018er Edelschuh in jener seltenen Form, welche die Tücken des Hitzejahres vergessen ließ. Von den übrigen verkosteten 2019er Fassproben sollten auch der ungemein saftige Muskateller vom Steinriegl, der erst im September abgefüllt werden wird, und der Weißburgunder von der Ried Gola hohen Ansprüchen genügen. Schon früher höchstes Trinkvergnügen bereiten dürfte der verführerische, sogleich an eine hochklassige Auslese von der Mosel erinnernde Riesling unter der Bezeichnung „Dr. Wu“, der offensichtlich oder, besser gesagt, schmeckbar aus lediglich eingetrockneten Beeren ohne spürbaren Botrytisgehalt gewonnen wurde.

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2019 Riesling Smaragd Ried Loibenberg
Domäne Wachau
Wachau

Gelbe Pflaumen, Unterholz, Estragon, Frühlingswald, Kumquats, Mandarinen; vielschichtig und präzise, Zitrus, Pfirsich, Zug, Kraft, Wärme, lang.

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Domäne Wachau
Wachau

Roman Horvath MW & Heinz Frischengruber
3601 Dürnstein
Nummer 107

Tel. +43 2711 371
Fax. +43 2711 371-13
office@domaene-wachau.at
www.domaene-wachau.at

Die Domäne Wachau gehört zu den Leitbetrieben dieses Anbaugebiets. Weingutsleiter Roman Horvath und Kellermeister Heinz Frischengruber haben mit großer Konsequenz, aber auch mit Weitblick und Kreativität die Weichen dafür gestellt. Wenn es um einen durch die Stilistik unbeeinflussten Vergleich der Lagencharakteristika dieses klimatisch begünstigten Flusstales geht, ist man hier an der ersten Adresse. Kein anderer Betrieb nämlich verfügt über ein derart großes Portfolio an renommierten Rieden wie die Domäne Wachau. Heinz Frischengruber kann kaum etwas aus der Ruhe bringen.

Als ich ihn aber zum Jahrgang 2019 befrage, wird er fast emotional: „Kurz gefasst: Sensationell. Knackige Säure, Spannung, Zug, gute Haltbarkeit, eine simple und unkomplizierte Lese.“ Die heuer vorgestellte Serie, von der wir aus Platzgründen nur einen Querschnitt präsentieren können, bestätigt diese Aussage. Jetzt im Verkauf ist ein bemerkenswerter Grüner Veltliner aus dem Vorjahr, der „Steinwerk Spitzer Graben“. Dieser Wein ist in einem eigens für die Domäne Wachau bearbeiteten Gesteinsblock aus Wachauer Marmor und einem Steinfass aus Granit vinifiziert worden und deshalb eng mit der Region verbunden. Ein stark nachgefragtes Getränk ist der 2018er Grüner Veltliner V.D.N.; die Gärung des Rohstoffes in Smaragd-Qualität wurde durch Aufspriten mit Veltlinerbrand gestoppt.

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2019 Riesling Wachstum Bodenstein Smaragd
Weingut Prager
Wachau

Ribiseln und Stachelbeeren im zupackenden Bukett, voll Elan und Esprit, puristischer Auftritt; Passionsfrucht und Marille im Aufkeimen, fruchtsüß und gebündelt, ungemein lebhafter, rassiger Riesling voll Spannkraft und Fruchttiefe, lang und mit großen Reserven versehen.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut Prager
Wachau

Toni & Robert Bodenstein & Sophie-Helen Hinterhölzl
3610 Weißenkirchen
Wachaustraße 48

Toni Bodenstein hat den formidablen Jahrgang 2019 dazu genützt, eine beeindruckende Wachauer Lagenrevue zu realisieren, in der einander Grüner Veltliner und Riesling mehr oder weniger gleichwertig gegenüberstehen. Bekanntlich wird dem Riesling in diesem Wachauer Spitzenbetrieb hohe Wertschätzung zuteil, was sich auch im 60-prozentigen Anteil an der Rebfläche widerspiegelt. Schon das resche Federspiel von der Ried Steinriegl ist wohlgeraten und gibt die kalkige Note dieser Lage gut wieder. So gut wie selten in den letzten Jahren ist der dunkel getönte, nahezu exotisch wirkende Achleiten-Riesling gelungen. Für eine weitere Steigerung sorgt dann der Klaus Smaragd, der mit seiner Eleganz und Finesse sicher wieder einmal zu den allerbesten Wachauer Gewächsen zu zählen ist.

Gleichsam hart auf den Fersen ist ihm diesmal der überaus agile und ein wahres Fruchtfeuerwerk zündende Riesling, der auf der extremen Seehöhe von 460 Metern gedeiht und als „Wachstum Bodenstein“ firmiert. Von den Smaragd-Veltlinern war der gebündelte wie saftige von der Ried Achleiten zum Verkostungszeitpunkt seinem noch in der einst üblichen Stockkultur gezogenen Namensvetter ein wenig vorzuziehen, weil Letzterer noch recht verkapselt und vom Gerbstoff beeinflusst erscheint; hier bleibt die weitere Entwicklung abzuwarten. Hingegen hat der Wachstum-Bodenstein-Veltliner, der bekanntlich vor mehr als 20 Jahren in Form von 100 verschiedenen Genotypen ausgepflanzt wurde, schon jetzt mit sattem Fruchtspiel und perfekter Balance brilliert. Die absolute Spitzenposition gehört im „grünen“ Sortiment der Bodensteins heuer aber wohl dem monolithischen Veltliner von der Ried Zwerithaler Kammergut, der immer wieder neue Nuancen hervorbringt und elegantes Fruchtspiel mit bemerkenswerter Konzentration vereint. Die besten Riesling- und Veltliner-Smaragde sollten aufgrund ihrer Spannkraft und inneren Harmonie auch ein langes Leben vor sich haben.

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2018 Merlot Top Edition Ried Lange Mitterschossen
Weingut Schwertführer „47er“
Thermenregion

Peperonata; Maul- und Johannisbeeren; saftig und dicht, vitale warme Würze nach Rosmarin und rotem Pfeffer, einladender Körper, pikant packende Tannine, kompakte Struktur, charmant-animierendes Finale.

Rotwein
Merlot
€€€
Naturkork

Weingut Schwertführer „47er“
Thermenregion

Martin Schwertführer
2504 Sooß
Hauptstraße 47

Tel. +43 2252 87191
weingut@47er.at
www.47er.at

Martin Schwertführer merkt man seine Liebe zum Wein deutlich an. Mit Akribie und Freude betreut er die Vielfalt seiner Weine, sucht nach noch feineren Nuancen und immer neuen Top-Editionen. Voraussetzung dafür ist sein Fleiß, nicht nur bei der schonenden Boden- und Rebenbetreuung im Weingarten, sondern auch im Keller, wo er jedem Wein erlaubt, sich individuell zu entfalten. Seine Philosophie, hochwertige Weine moderat zu kalkulieren, kann man an seiner Preisliste erkennen. Ein Umstand, der dem gesamten Sortiment seiner Weine ein erfreulich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis verleiht, wie auch seinen neuen Kreationen, einem eindrucksvollen Syrah und einem Rotgipfler, der sich mit Recht „No Limit“ nennt. Für die Spitzencuvée „Privat 2018“ bedarf es noch etwas Geduld, sie reift noch bis 2021 im Fass heran!

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2016 G
Weingut Familie Gesellmann
Mittelburgenland

(90BF/SL) Feine, zarte, unverfälschte Frucht, rotbeerig, Weichseln, auch reife Brombeeren, Eichenaromen eingestreut; feingliedrig, belebendes Säurespiel, kühl angehaucht, Tiefgang, fokussiert, akzentuierte Gerbstoffe, nobel tiefe Frucht und feine Gewürznoten vom Holz im langen Abgang. So vibrierend war dieser Wein noch nie!

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€€
Naturkork

Weingut Familie Gesellmann
Mittelburgenland

Albert Gesellmann
7301 Deutschkreutz
Langegasse 65

Tel. +43 2613 80360
Fax. 80360-15
weingut@gesellmann.at
www.gesellmann.at

Das Weingut Gesellmann ist zuletzt aus allen Nähten geplatzt. Deshalb hat Albert Gesellmann eine komplett neue Verarbeitungsstätte gebaut, inklusive neuem Gärkeller. Dort gibt es jetzt keine Beeren- und Saftpumpen mehr, das erledigt die Schwerkraft in Verbindung mit mechanischen Hebeeinrichtungen. Für den Weißwein wurde eine gekühlte Presse installiert, welche die Mazeration der Trauben über Nacht erlaubt. Auch am neuen Standort laufen die Trauben ausnahmslos über Sortiertische. Dabei werden beeinträchtigte Beeren mit großer Treffsicherheit ausgeschieden, aber auch Unmengen von Insekten. Das ist im Interesse der Reintönigkeit und Finesse absolut notwendig, betont der gelassene Winzer. Der Betrieb blickt auf eine lange Tradition zurück. Die erste urkundliche Erwähnung geht auf das Jahr 1767 zurück. Nicht ganz so alt sind die Reben in den Weingärten, aber manche bringen es auf das nahezu biblische Alter von 90 Jahren. „Die regulieren den Ertrag ohne mein Zutun“, erklärt Albert Gesellmann. Bei den Rotweinen ist Holzeinsatz selbstverständlich. Es kommen überwiegend Fässer mit 500 Liter Inhalt zum Einsatz, die Eichenaromen sollen sich dem Wein unterordnen, der Wein selbst soll der Hauptdarsteller sein. Auch Zeit ist ein wichtiger Faktor. Dem „G“ und dem Blaufränkisch hochberc Stockkultur gönnt Albert Gesellmann vier bis fünf Jahre, bevor die beiden Flaggschiffe des Hauses in den Verkauf kommen. Die Trauben für Letzteren stammen aus einer Blaufränkischanlage am Hochberg mit dichter Bepflanzung und Stockkultur. Die 10.000 Rebstöcke je Hektar stehen an einzelnen Pfählen, die Bearbeitung erfolgt ausschließlich händisch und mit Pferden. Diesen hochinteressanten Wein gibt es nur in guten Jahrgängen. Gleiches gilt für den „G“, der sein Dasein den ältesten Rebstöcken des Betriebes verdankt, überwiegend aus kleinbeerigen Blaufränkischtrauben und etwas St. Laurent besteht und rund 40 Monate in Barriques geschult wird. Wegen der geringen Mengen sind beide Weine, der „G“ und die Stockkultur, nur in limitierter Flaschenanzahl verfügbar, was bei genauerer Betrachtung ein echtes Problem für die Gesellmanns darstellt – man will ja keinen Kunden beleidigen. Auch in den Weingärten tut sich einiges. Am Hochberg entstanden auf der Basis einer alten Riedenkarte aus dem Jahr 1857 zwanzig Terrassen in Nord-Süd-Orientierung. Der Vorteil dieser Anordnung: Morgens und abends wird die Sonne bestmöglich eingefangen, in der heißen Mittagszeit stehen die Reben im eigenen Schatten. Die ersten Weine aus dieser Riede wird es 2025 geben – vom unteren, kühleren Teil Chardonnay, vom oberen Blaufränkisch.

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2017 Blaufränkisch Ried Halser
Weingut Sommer
Leithaberg, Rust & Rosalia

(Kalk) Ganz feine Frucht bei jodigen Aspekten, von genial-adeliger Struktur, nobler Ausdruck, hochelegant, fast filigran anmutend, seidige Frucht, sehr burgundisch mit salzigen Aspekten, langer und enger Abgang, das ist eine ganz feine Klinge.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€
Naturkork

Weingut Sommer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Leopold Sommer
7082 Donnerskirchen
Johannesstraße 26

Tel. +43 2683 8504
Fax. 8504-4
info@weingut-sommer.at
www.weingut-sommer.at

Leo Sommer hat ein klares Konzept bei seinen Weinen: Zum einen die Klassik-Serie – die sind von glockenklarer Stilistik, Stahltankausbau, Trinken ist angesagt. Zum anderen die weißen Lagenweine wie Chardonnay Kreuzjoch oder Grüner Veltliner Bergweingarten – ebenfalls im Stahltank ausgebaut, doch mit viel mehr Struktur und Tiefe. Die Handwerk-Gewächse aus 2019 – Welschriesling, Riesling & Sauvignon Blanc – sind von puristischer Schönheit, längere Maischegärung, Holzfassausbau, die persönliche Interpretation des Winzers. Es sind sehr individuelle Weine, die ziemlich lagerfähig sind. Die Leithaberg DAC-Weine repräsentieren die Region im Glas: ein feminin anmutender 2017 Chardonnay Ried Riefring, ein 2018 Grüner Veltliner von puristischer Statur und die absolute Spitze 2018 Grüner Veltliner Ried Himmelreich – ein Wein, bei dem die Lage über der Rebsorte steht. Ebenfalls enorm terroirbezogen sind die Rotweine: 2018 Zweigelt Schieferstein – für mich einer der außergewöhnlichsten Zweigelt ever. 2018 Leithaberg DAC Blaufränkisch – tiefgründig und würzig. Das Größte unter der Donnerskirchner Sonne ist der 2017 Leithaberg DAC Blaufränkisch Ried Halser – ein Wein von burgundischer Größe und voll adeligen Blutes. Für die Bordeauxfans steht der 2017 CAMER Reserve – ein Blend aus CS & ME mit allen positiven Attributen dieser Rebsorten. Zum Abschluss kommt noch eine 2019 Spätlese vom Gewürztraminer – da leuchten die Augen, vibrieren die Papillen. Ein ungemein delikater Wein. Ein Traminer aus dem Bilderbuch. typischer ist nicht möglich.

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2015 Silvia Heinrich Edition Blaufränkisch Alte Reben
Weingut Silvia Heinrich
Mittelburgenland

Nobel, Beeren, Hauch von Gewürzen; feingliedrig, spannendes Säurespiel, elegante Tanninstruktur, Beeren, Kaffee und Gewürze im langen Abgang, Kräuterwürze im Nachhall.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
Naturkork

Weingut Silvia Heinrich
Mittelburgenland

Silvia Heinrich
7301 Deutschkreutz
Karrnergasse 59

Tel. +43 2613 89615
Fax. 89615-4
office@weingut-heinrich.at
www.weingut-heinrich.at

Johann Heinrich hat dieses Weingut schon vor vielen Jahren zu einem Leitbetrieb im Mittelburgenland gemacht. Silvia, seine Tochter, hat längst ihren eigenen Stil gefunden und entwickelt diesen mit Fingerspitzengefühl weiter. Deutlich sichtbares Zeichen dafür ist die neue Linie „Silvia Heinrich Edition“ aus alten Reben, das edle Etikett ist weiß. Es gibt einen Pinot Noir und einen Blaufränkisch. Letzterem ist burgunderhafte Finesse zu attestieren, die Trauben kommen von den ältesten Stöcken, er wurde offen vergoren und vier Jahre in einem neuen Fass aus Manhartsberger Eiche, Inhalt 1.800 Liter, ausgebaut. Der Wein ist frei von Üppigkeit und wirkt völlig ungekünstelt – back to the roots im besten Sinn. Damit sind wir bei der grundsätzlichen Einstellung von Silvia: „Größer werden ist kein Thema, vielmehr möchte ich zurück zu den Wurzeln.“ Die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung wurde schon vor Längerem initiiert, die Zertifizierung ist geplant. „Wein ist ein Naturprodukt und erfordert Geduld und Gelassenheit. In schwierigen Jahren lernt man auch Demut“, umreißt sie kurz ihre Einstellung zum Wein, der für sie viel mehr ist als nur ein Job. Das neue Holz hat die Winzerin hinsichtlich seiner sensorischen Wirkung zurückgenommen. So wird der Blaufränkisch von der renommierten Ried Goldberg in alten kleinen Holzfässern vergoren und in solchen aus zweiter Befüllung ausgebaut. Für die Reserve aus dieser Lage hingegen kommen neue Fässer mit 225 und 300 Liter Inhalt zum Einsatz. Der Blaufränkisch Cupido ist eine Selektion der besten Fässer; er wird nur in sehr guten Jahren gefüllt. Gleiches gilt für die Bordeaux-Cuvée Elegy, deren Jahrgang 2018 ausfällt. Der dafür vorgesehene Cabernet floss in den Maestro und wertet diesen Wein auf.

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2019 Riesling Limitierte Edition Smaragd
Weingut Johann Donabaum
Wachau

Würziger Riesling, viel Pfirsich, super Mineralität, hochelegant; weiche Frucht, Marille, viel Extrakt, sehr eigenständig, salzige Noten, lässige Säure, große Zukunft.

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Schraubverschluss

Weingut Johann Donabaum
Wachau

Johann Donabaum
3620 Spitz
Laaben 15

Seit 23 Jahren macht Johann Donabaum Wein – der aktuelle Jahrgang gehört für ihn zu „den drei besten“, die er je im Keller gehabt hat. Grund ist die hohe Reife bei schön gehaltener Säure, was sich bei den Rieslingen schon bestens zeigt. Hier ergänzt ein neuer Lagenwein die Donabaum-Palette: jener von der Ried Vogelleithen im Spitzer Graben. Mit dem Offenberg und Setzberg hat der Winzer jetzt „drei gleichwertige Lagen“, die sich nur im Bodenprofil und in der Exponiertheit unterscheiden. Die drei Premium-Rieslinge wurden innerhalb von vier Tagen gelesen und komplett gleich ausgebaut. Dennoch zeigen sie feine Unterschiede abseits ihrer Fruchtfülle. Die Vogelleithen, als die am weitesten im Graben situierte Lage, ist am kühlsten. Der Offenberg ist straff und kalkig geprägt, was auf den Marmor im Gneis zurückzuführen ist. Der Setzberg ist die wärmste Lage, er hat die meiste Mineralität und die Setzberg-typische Salzigkeit. Sein Riesling-Meisterstück hat Donabaum mit der „Limitierten Edition“ abgeliefert, wo er die besten Trauben selektionierte – hauptsächlich vom Setzberg. Ein Riesenwein mit Wow-Faktor! Doch auch das Veltliner-Gegenstück der „Limitierten“ zeigt Potenzial. Hier hat Donabaum vor allem das Beste von der Spitzer Point herausgeholt. Doch auch sein Veltliner-Klassiker, der Spitzer Point Smaragd, ist eine Wucht; einer der besten der vergangenen Jahre.

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2019 Riesling Ried Mordthal 1ÖTW
Weingut Fritsch
Wagram

Reife Steinobstfrucht, bisschen Exotik und Würze, ungemein lebendig; viel Pfirsich, dazu Kiwi, Orangen, super Säure und Vitalität, messerscharfer Riesling mit toller Spannung und Länge.

Weißwein
Riesling
€€€
Naturkork

Weingut Fritsch
Wagram

Karl Fritsch
3470 Oberstockstall
Schlossbergstraße 9

Tel. +43 2279 5037
info@fritsch.cc
www.fritsch.cc

Seit 15 Jahren geht Karl Fritsch biodynamisch erfolgreich seinen Weg. Seine Weine glänzen mit Leichtigkeit und haben enorm viel Ernsthaftigkeit und Tiefgang. Der Grüne Veltliner ist Fritsch’ große Spielwiese – vor allem am Schlossberg. Dieser Lagenwein zählt Jahr für Jahr verlässlich zu den besten Veltlinern Österreichs. Dass der Winzer auch ein Meister beim Riesling ist, zeigt er eindrucksvoll mit dem puristischen, hocheleganten Riesling Mordthal und setzt mit dem Wein heuer ein Top-Ausrufezeichen! Generell steht 2019 in Weiß bei Fritsch für einen Riesenjahrgang. Aber auch bei Rot hat der Winzer mit 2017 viel zu sagen: Der Burgunder P und die Cuvée Foggathal sind bestens gelungen. Alle Fritsch-Weine werden spontan vergoren. Die Riedenweine kommen frühestens ein Jahr nach der Ernte heraus. Sein „Tausendweiss“ reift sogar drei Jahre im Fass – der 2016er zeigt, wie gut das tut.

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2019 Zierfandler Ried Mandel-Höh
Weingut Stadlmann
Thermenregion

Kühle, tropische Früchte; hochelegante Struktur, komplexes Aromabild, bisschen Ingwer, etwas gelbgrüne Kräuterwürze und Zitrusnoten, kompakte Säure, dicht und saftig mit feinem Schmelz nach Backwerk, Hauch kühler Rauch und feiner Mineralik, auch helle rote Beeren, Hibiskus und etwas roter Pfeffer im imposanten, endlosen Finish.

Weißwein
Zierfandler
€€€€€
Naturkork

Weingut Stadlmann
Thermenregion

Mag. Bernhard Stadlmann
2514 Traiskirchen
Wiener Straße 41

Tel. +43 2252 52343
Fax. 56332
kontakt@stadlmann-wein.at
www.stadlmann-wein.at

Seit Generationen beschäftigt sich die Familie Stadlmann intensiv mit den charakteristischen Lagen der Thermenregion und den hier klassischen Rebsorten. Im Keller wurde schon von Johann Stadlmann die Tugend der Behutsamkeit und Geduld geübt, und sein Sohn Bernhard führt diese Philosophie eindrucksvoll fort. Die aktuellen Weine sind ein deutliches Ergebnis des Zusammenwirkens von Sonne, Mikroklima und den einzigartigen Bodenformationen mit den typischen Traubensorten der Region. Alle zeigen sich mit tief klarer, aber nicht vordergründiger Frucht und substanziell dichter Stoffigkeit. Geradlinig im Wesen, mit einer ausgeprägten kreidigen Salzigkeit, verfügen sie so über ein enormes Potenzial, was sich auch in der Lagerfähigkeit ausdrückt.

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2017 Cupido
Weingut Silvia Heinrich
Mittelburgenland

Sorte unverfälscht, Holz dezent, Preiselbeeren, dunkle Frucht, Mon Chéri, feingliedrig; saftig, elegante Struktur, feinkörniges Tannin, rote und dunkle Beeren, im Abgang grünblättrige Würze, lebhaft, bisschen Holz klingt nach.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
Naturkork

Weingut Silvia Heinrich
Mittelburgenland

Silvia Heinrich
7301 Deutschkreutz
Karrnergasse 59

Tel. +43 2613 89615
Fax. 89615-4
office@weingut-heinrich.at
www.weingut-heinrich.at

Johann Heinrich hat dieses Weingut schon vor vielen Jahren zu einem Leitbetrieb im Mittelburgenland gemacht. Silvia, seine Tochter, hat längst ihren eigenen Stil gefunden und entwickelt diesen mit Fingerspitzengefühl weiter. Deutlich sichtbares Zeichen dafür ist die neue Linie „Silvia Heinrich Edition“ aus alten Reben, das edle Etikett ist weiß. Es gibt einen Pinot Noir und einen Blaufränkisch. Letzterem ist burgunderhafte Finesse zu attestieren, die Trauben kommen von den ältesten Stöcken, er wurde offen vergoren und vier Jahre in einem neuen Fass aus Manhartsberger Eiche, Inhalt 1.800 Liter, ausgebaut. Der Wein ist frei von Üppigkeit und wirkt völlig ungekünstelt – back to the roots im besten Sinn. Damit sind wir bei der grundsätzlichen Einstellung von Silvia: „Größer werden ist kein Thema, vielmehr möchte ich zurück zu den Wurzeln.“ Die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung wurde schon vor Längerem initiiert, die Zertifizierung ist geplant. „Wein ist ein Naturprodukt und erfordert Geduld und Gelassenheit. In schwierigen Jahren lernt man auch Demut“, umreißt sie kurz ihre Einstellung zum Wein, der für sie viel mehr ist als nur ein Job. Das neue Holz hat die Winzerin hinsichtlich seiner sensorischen Wirkung zurückgenommen. So wird der Blaufränkisch von der renommierten Ried Goldberg in alten kleinen Holzfässern vergoren und in solchen aus zweiter Befüllung ausgebaut. Für die Reserve aus dieser Lage hingegen kommen neue Fässer mit 225 und 300 Liter Inhalt zum Einsatz. Der Blaufränkisch Cupido ist eine Selektion der besten Fässer; er wird nur in sehr guten Jahren gefüllt. Gleiches gilt für die Bordeaux-Cuvée Elegy, deren Jahrgang 2018 ausfällt. Der dafür vorgesehene Cabernet floss in den Maestro und wertet diesen Wein auf.

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2019 Grüner Veltliner Reserve Ried Obere Sandgrube
Türk
Kremstal

(Dunkle Aromatik, Tabak, schwarzer Pfeffer, Apfel, gelbe Früchte, gewisse Exotik, feine Frucht, elegante Note, seidige Textur, cremig, Rosmarin, voller Pikanz, voller Würze.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Schraubverschluss

Türk
Kremstal

Franz Türk
3552 Stratzing
Kirchengasse 16

Tel. +43 2719 28460
Fax. 2846-4
info@weinguttuerk.at
www.weinguttuerk.at

Im Weingut Türk gibt es keine primärfruchtigen Weine. Da hat schon der sogenannte „Der Leichte“ eine ziemliche Komplexität und Tiefe. Die Weine von Franz Türk sind nie vordergründig, es sind immer strukturierte, straffe Gewächse, charakterstarke Weine aus perfektem Traubenmaterial. Mit einem Anteil von 75% der Rebfläche ist der Grüne Veltliner die dominante Rebsorte des Weingutes. Es gibt ihn in den verschiedensten Varianten und Lagen, bis hin zur TBA. Bei aller Dominanz des Grünen Veltliners sollte man nicht auf die Rieslinge vergessen: Der Riesling aus den Kremser Weinbergen ist von knackiger Originalität. Grandios ist der Riesling vom Wachtberg – das ist ganz großer Stoff. Bei den Grünen Veltlinern schlägt mein Herz für den Urgestein – der zieht so richtig durch. Dass der Koch des Jahrhunderts Eckart Witzigmann sich von Franz Türk einen Grünen Veltliner für seine Küche machen lässt, ist eine besondere Referenz für das Haus. Aus der Originalriede Obere Sandgrube – seit 1214 – kommt ein herrlicher 2019 Grüner Veltliner Reserve. Die beiden 2019 Grüner Veltliner vom Thurnerberg und Frechau sind kräftige, ausdrucksstarke Weine von besonderem Typus. Ungemein lagerfähig. Auch der 2017 Grüner Veltliner „333“ ist eine Besonderheit. Nicht billig, aber was ist schon Geld. Zwei – schon selten gewordene – Eisweine vom Grünen Veltliner und Zweigelt aus 2018 gibt es hier, beide sind von sensationeller Qualität. Selbige Qualität hat eine 2017 TBA vom Grünen Veltliner. Gehört in jeden Haushalt. Es herrscht in diesem besonderen Weingut 300 Jahre Erfahrung – 300 Jahre Weinwissen, das kann niemand aufholen. PS: JUZZZ – ein alkoholfreier Saft von frisch geernteten Weintrauben, also ein Verjus mit Holunderblüten und Zitronenmelisse – herrlich erfrischend, speziell für den Sommer.

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2018 GSTK Ried Hochstermetzberg Sauvignon Blanc
Weingut Wolfgang Maitz
Südsteiermark

Hauch Karamell, Graphit, Bodentöne, Brunnenkresse, Blüten, Zitronenblüten, rauchig; gediegen, Terroir im besten Sinn, Holz sensorisch nicht da, Frucht und Blüten im Abgang, nobler Sauvignon mit Potenzial.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€€€
Schraubverschluss

Weingut Wolfgang Maitz
Südsteiermark

Wolfgang Maitz
8461 Ehrenhausen an der Weinstraße
Ratsch 45

Tel. +43 3453 2153
Fax. +43 3453 2153-7
weingut@maitz.co.at
www.maitz.co.at

Wolfgang Maitz gehört zu den überzeugten Verfechtern des Herkunftsgedankens in der Steiermark. Für ihn steht das Handwerk im Vordergrund. „Wir sind ein Familienweingut, Massenweine waren bei uns nie ein Thema. Wir geben den Weinen jene Zeit, die sie zu ihrer Entfaltung brauchen. Die Qualität in den Weingärten stellen wir durch kleine Erträge sicher“, umreißt er seine Betriebsphilosophie. Durch die naturnahe und nachhaltige Bewirtschaftung gebe es nun tendenziell weniger Alkohol – dem Klimawandel zum Trotz, erklärt der bescheidene Winzer. Dazu gehöre auch die Artenvielfalt in den Weinbergen, man strebe ein buntes Biotop an, keine Monokultur. Die aktuelle Verkostung hat gezeigt, dass auch Weine mit vergleichsweise geringem Alkohol sensorisch füllig wirken. Zum Teil werden schon die Gebietsweine in großen Holzfässern ausgebaut, ab der Kategorie Ortswein sind Eichengebinde für Wolfgang Maitz obligatorisch. Ausgenommen ist der 2018er Traminer aus der Ried Sulz, er wurde in einem Granitfass erzogen und ist hochgradig individuell ausgefallen.

Für die Riedenweine aus den Lagen Schusterberg und Hochstermetzberg sowie beim Welschriesling Sulz werden nur die Trauben der ältesten Reben verwendet, was die Menge der Flaschen deutlich reduziert. Diese Art der Selektion hat den Lagenweinen noch mehr Wertigkeit verliehen. Neu im Portfolio ist eine fruchtsüße Scheurebe, deren fröhlicher und unkomplizierter Charakter an feinherbe deutsche Kabinett-Rieslinge erinnert. Im Gegenzug gibt es den trockenen Sämling als Gebietswein nicht mehr

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2019 Riesling Ried Heiligenstein 1ÖTW Reserve
Weingut Brandl
Kamptal

Kreidig-mineralisch, dann die volle Frucht, Marillenschaum, Orangenbiskuit, Panettone, Maracuja; extraktsüß und zugleich fein ziseliert, voll Verve und Spannung; lang ausklingend.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingut Brandl
Kamptal

Günther Brandl
3561 Zöbing
Lauserkellergasse 1

Wenn man Günther Brandl, dem ewig Junggebliebenen, gegenübersitzt, muss schon Stefan, sein Sohn, daneben sitzen, um die Jugendlichkeit des engagierten Zöbinger Weinmachers zu relativieren. Der 23-jährige Sohnemann ist bereits fest im Weingut integriert und entlastet den Herrn Papa vorwiegend im Keller und im Verkauf, während sich der Letztgenannte weiterhin mit viel Liebe und Akribie seinen Weingärten widmet. Mit den Paradelagen Heiligenstein, Kogelberg und Lamm verfügt man schließlich gleich über drei absolute Toprieden des Kamptals, aus denen die Brandls großartige Grüne Veltliner und Rieslinge keltern und mit denen es dem Vater-Sohn-Gespann immer besser gelingt, das Terroir in ihren Weinen messerscharf einzufangen. Auf den Grünen Veltliner Lamm müssen wir heuer allerdings verzichten, Günther Brandl will ihm mehr Reife schenken, ehe er den Wein in den Verkauf bringt – nachzulesen im kommenden Vinaria-Guide. Seit 1952 besteht das Weingut im Weinort Zöbing am Fuße des Heiligensteins. Und obwohl es mit seinen zehn Hektar Rebfläche zu den kleineren Betrieben im Kamptal zählt, hat es sich doch zu einem Vorzeigebetrieb gemausert. Es ist ein reiner Familienbetrieb, in dem derzeit drei Generationen am Werk sind, Stefan, der Jüngste, repräsentiert bereits die fünfte Generation. Die Liebe zum Wein, die Fokussierung auf einige wenige Rebsorten, denen man dafür die volle Aufmerksamkeit schenkt, sowie eine klare Ausrichtung in Weingarten und Keller dürften die wesentlichen Pfeiler des Erfolges sein. Der Zöbinger bekennt sich kompromisslos zu einer vollkommen trockenen Ausbauweise, er sucht in seinen Weinen Frucht- und Lagentransparenz und verzichtet dafür auf das Spiel mit etwas höheren Restzuckerwerten, welche zwar gefällige Weine hervorbringen, seiner Meinung nach aber oft Struktur und Klarheit vermissen lassen.

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2017 Blaufränkisch Ried Mariental
Weingut Ernst Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Tiefes Fruchtspiel nach Brombeeren und Herzkirschen, flankiert von Minze und dunkler Schokolade, bei aller Kraft vor allem vielschichtig und finessereich, in jeder Phase vornehm und balanciert, klingt auf Wellen samtigen Tannins lange nach – jeder Schluck ein großer Wein!

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€€
Naturkork

Weingut Ernst Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Ernst Triebaumer
7071 Rust
Raiffeisenstraße 9

Wunderschön gestaltet it die neue Broschüre aus dem Hause Triebaumer, in der die Familie ihre Herangehensweise an eine Ökologisierung der Weinerzeugung unter dem Betriebsmotto „ganzheitlicher Weinbau“ ausführlich erläutern. Dieser geht über die reine Weinproduktion weit hinaus und schließt etwa auch Belange der Vermarktung und persönlichen Lebensführung mit ein. Ein verkostenswertes Beispiel ihrer unkonventionellen Methoden ist gleich der schwefelfrei erzeugte Urwerk-Muskateller, der sich aus 2018 besonders harmonisch gibt Eher im vertrauten Bereich befindet sich der fein verwobene, ganz ruhig über den Gaumen gleitende Chardonnay von der Bandkräftn. Auf dem roten Sektor vermag der vierte sehr gute Jahrgang nacheinander erwartungsgemäß zu überzeugen, wozu auch die tolle Frühform der preisgünstigen Einstiegsweine Rusterberg und Gemärk einen wertvollen Beitrag leistet. Beinahe an den wunderbaren Vorgänger schließt auch der immer zielsicherer vinifizierte, ebenso differenzierte wie kühle Eleganz vermittelnde Tridendron an. Noch etwas pelzig und reduktiv erschien zum Verkostungszeitpunkt der im Prinzip aus den drei gleichen Rebsorten gebildete Maulwurf, während der schneidige Blaufränkische aus der Ried Oberer Wald wieder mit seiner Melange aus roten und blauen Fruchtaromen überzeugt. Dies gilt auch für den Urwerk-Blaufränkischen, der aus 2016 sein bislang bestes Exemplar geliefert hat. Ein eindrucksvolles Zeugnis für den großen Rotweinjahrgang 2017 legen dann der straffe und mächtige, noch ein wenig vom Tannin beherrschte Cabernet-Merlot und der unnachahmliche Blaufränkisch Mariental ab. Letzterer erinnert mit seiner Spannkraft und enormen Fülle an einstige Stars aus warmen Jahrgängen, wie 2003, 2006 und 2011, und wird sich ohne Zweifel in die Riege der ganz großen Marientaler einfügen, was übrigens in gleicher Weise für seinen Vorgänger und Vinaria-Trophy-Sieger aus 2016 zutrifft.

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2017 Ina’mera Reserve
Weingut Juris
Neusiedlersee

(BF/ME/CS) Rauchig-würzig, dunkle Beeren, bisschen Cassis, reife Weichseln, angenehmes Tannin; viel Kräuterwürze, Johannisbeere pur, balanciert, kühl-würzig, riesiges Trinkanimo und Länge.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€
Naturkork

Weingut Juris
Neusiedlersee

Axel & Herta Stiegelmar
7122 Gols
Marktgasse 12

Tel. +43 2173 2748
Fax. 3323
office@juris.at
www.juris.at

Wenn Axel Stiegelmar über seine gelungenen Weine zu schwärmen beginnt, funkeln vor allem beim Burgunder und St. Laurent seine Augen. Der Golser hat sich diesen beiden Rebsorten verschrieben wie kaum ein anderer burgenländischer Winzer. Jeder zweite Rebstock auf seinen 20 Hektar ist „burgundisch“, und dafür ist Stiegelmar weit über die Landesgrenze hinaus bekannt. Abseits der Reserven gibt es drei Lagen-Pinots: Hochreit und Heide mit Herkunft Gols, Breitenteil in der Nachbargemeinde Mönchhof. Und es gibt einen Lagen-Laurent vom Golser Goldberg. Im „St. Georg“ dürfen beide Sorten zeigen, wie gut sie zusammenpassen, wobei der Pinot der Tonangeber ist. Seine Lagenweine bringt Stiegelmar erst vier Jahre nach der Ernte auf den Markt; die Reserven dürfen schon nach drei Jahren raus. Dass der Winzer auch bei Blaufränkisch viel zu sagen hat, zeigt er alle Jahre mit seinem charaktervollen, Terroir-typischen Golser Ungerberg und mit seinem außergewöhnlichen „Tricata“, der auch vom Ungerberg ist. Beim Tricata stehen nicht Lagen- und Sortencharakter im Vordergrund, sondern die Machart: Sechs Wochen wurden die Trauben für diesen dem Amarone-Stil angelehnten Powerwein getrocknet. Ein Top-Pick im Hause Juris ist immer die Rotweincuvée Ina’mera, wo Stiegelmar Blaufränkisch mit den Bordeaux-Sorten attraktiv vermählt. Der Ina’mera 2017 schickt sich an, einer der besten der vergangenen zehn Jahre zu werden!

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2017 Syrah Reserve
Weingut Hundsdorfer
Mittelburgenland

Einnehmendes Bouquet nach dunklen Beeren und Kräutern, gediegener Fruchtteppich, reichlich Würze klingt an, kräftiges Tannin, tiefgründig, saftig und stoffig, ausgesprochen sortentypisch, klingt anhaltend und druckvoll aus.

Rotwein
Syrah (Shiraz)
€€€
Naturkork

Weingut Hundsdorfer
Mittelburgenland

Lukas Hundsdorfer
7311 Neckenmarkt
Lange Zeile 10

Tel. +43 2610 42034
Fax. 42034-40
info@hundsdorfer.at
www.hundsdorfer.at

Im Hause Hundsdorfer kommt zunehmend Dynamik durch das Wirken der jungen Generation auf. Lukas Hundsdorfer ist neuerdings Betriebsführer, unterstützt wird er bei wichtigen Agenden im Keller von seinem Bruder Anton Hundsdorfer und vom Vater Anton Hundsdorfer, der sich als Allrounder mannigfach einbringt. Seit Jahren liefert das Weingut Hundsdorfer im Klassiksegment solide Qualitäten. Ganz besonders sei im aktuellen 2018er-Jahrgang der würzig-beschwingte Zweigelt hervorgehoben, der für seine Gewichtsklasse eine beachtliche Eleganz aufweist und vor allem punkto Balance, Vitalität und Trinkfluss beeindruckte. Im Premiumsegment verstand Hundsdorfer in den vergangenen Jahren insbesondere mit Syrah zu überzeugen. Mit der gediegenen 2017er Syrah Reserve wurde erneut ein hochrangiger Sortenvertreter etabliert. In gewohnter Weise vielschichtig, mächtig und engmaschig ist die 2017er Cuvée Canis aus Blaufränkisch, Zweigelt, Merlot und Cabernet Sauvignon ausgefallen. Eine sortengerechte Vorzeigequalität hat das Weingut mit „Zweigelt Traubenteilung“ des Jahrgangs 2018 an den Tag gebracht und damit eindrucksvoll unter Beweis gestellt, welch grandiose Qualität per Schulung im großen Holzfass möglich ist.

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2018 Eiswein vom Grünen Veltliner süß
Türk
Kremstal

(0,375 l; Geschroteter schwarzer Pfeffer, Lychees, rauchig-würzig, Honignoten, enorm süße Fülle, cremig, voller Fruchtschmelz, perfekte Harmonie, herrliche Süße, die Quintessenz von Grünem Veltliner.

Süßwein
Grüner Veltliner
€€€€
Schraubverschluss

Türk
Kremstal

Franz Türk
3552 Stratzing
Kirchengasse 16

Tel. +43 2719 28460
Fax. 2846-4
info@weinguttuerk.at
www.weinguttuerk.at

Im Weingut Türk gibt es keine primärfruchtigen Weine. Da hat schon der sogenannte „Der Leichte“ eine ziemliche Komplexität und Tiefe. Die Weine von Franz Türk sind nie vordergründig, es sind immer strukturierte, straffe Gewächse, charakterstarke Weine aus perfektem Traubenmaterial. Mit einem Anteil von 75% der Rebfläche ist der Grüne Veltliner die dominante Rebsorte des Weingutes. Es gibt ihn in den verschiedensten Varianten und Lagen, bis hin zur TBA. Bei aller Dominanz des Grünen Veltliners sollte man nicht auf die Rieslinge vergessen: Der Riesling aus den Kremser Weinbergen ist von knackiger Originalität. Grandios ist der Riesling vom Wachtberg – das ist ganz großer Stoff. Bei den Grünen Veltlinern schlägt mein Herz für den Urgestein – der zieht so richtig durch. Dass der Koch des Jahrhunderts Eckart Witzigmann sich von Franz Türk einen Grünen Veltliner für seine Küche machen lässt, ist eine besondere Referenz für das Haus. Aus der Originalriede Obere Sandgrube – seit 1214 – kommt ein herrlicher 2019 Grüner Veltliner Reserve. Die beiden 2019 Grüner Veltliner vom Thurnerberg und Frechau sind kräftige, ausdrucksstarke Weine von besonderem Typus. Ungemein lagerfähig. Auch der 2017 Grüner Veltliner „333“ ist eine Besonderheit. Nicht billig, aber was ist schon Geld. Zwei – schon selten gewordene – Eisweine vom Grünen Veltliner und Zweigelt aus 2018 gibt es hier, beide sind von sensationeller Qualität. Selbige Qualität hat eine 2017 TBA vom Grünen Veltliner. Gehört in jeden Haushalt. Es herrscht in diesem besonderen Weingut 300 Jahre Erfahrung – 300 Jahre Weinwissen, das kann niemand aufholen. PS: JUZZZ – ein alkoholfreier Saft von frisch geernteten Weintrauben, also ein Verjus mit Holunderblüten und Zitronenmelisse – herrlich erfrischend, speziell für den Sommer.

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2017 Ried Gillesberg Cabernet Franc
Weingut Günter + Regina Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Satte Fülle, getrocknete Beeren, Erdbeeren und reife Kirschen, Kuchen, wilde Würze, Moos, Kirschkern, Cajun-Gewürz; mächtig und opulent mit markantem, reifem Tannin, satt und schmelzig, beeindruckend, ziemlich feurig, sehr lang, Geduld.

Rotwein
Cabernet Franc
€€€€€
Schraubverschluss

Weingut Günter + Regina Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Günter + Regina Triebaumer
7071 Rust
Neuegasse 18

Tel. +43 676 4728288
Fax. +43 2173
weingut@triebaumer.at
www.triebaumer.at

Vor mehr als 15 Jahren übernahmen Günter und Regina Triebaumer das alteingesessene Weingut mit Betriebssitz in Rust. Seitdem haben die beiden einen qualitativen Höhenflug absolviert und zählen mittlerweile zu den bekanntesten burgenländischen Weingütern. Die Weingärten liegen fast zur Gänze in und um Rust – lediglich 1,3 Hektar mit Muskateller stehen in Reginas Heimatgemeinde Gols –, wobei sich die Rebflächen auf viele der Toprieden der Freistadt verteilen. Im Weißweinbereich gibt es eine starke Präsenz von aromatischen Sorten – neben Muskateller und Sauvignon Blanc wird auch die historische Sorte Furmint kultiviert. Premiumwein in Weiß ist allerdings der Lagen-Chardonnay von der Ried Geyerumriss. Zusätzlich gibt es noch internationale Raritäten, und das nicht ohne Grund: Weil der früher bei einer großen Weinhandelskette beschäftigte Günter und Weinakademikerin Regina Triebaumer mit autochthonen Topsorten aus verschiedenen Ländern intim vertraut sind, versuchen sie sich u.a. mit der edlen Rhône-Sorte Viognier und dem Pyrenäen-Juwel Petit Manseng; schon seit Langem gibt es den aus Nebbiolo bestehenden roten Landwein „Erster Nebel“. In dem von Blaufränkisch dominierten Rotweinsegment sind bereits die hochwertigen Basisweine hervorzuheben, die mit Sortentypizität und Fruchttransparenz glänzen. Unter den Reserven gibt es eine aus einem internationalen Sortenmix bestehende „Weite Welt“. Das Topsegment bilden drei Lagenweine: Cabernet Franc Gillesberg sowie je ein Blaufränkisch von den Rieden Plachen und Oberer Wald.ps

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2018 Roter Veltliner Ried Steinberg Privat
Josef Fritz
Wagram

Nase nach Zuckerwatte und roten Beeren, schwingt weit aus und deutet vieles erst an, perfekt eingegliedertes Holz, spielt die lagenbedingte Eleganz schon aus, Birnen- und Quittenfrucht sowie Melisse, bei aller Dichte gibt die Finesse den Ton an, komplex und ausdauernd.

Weißwein
Roter Veltliner
€€€€€
Naturkork

Josef Fritz
Wagram

Josef Fritz
3701 Zaussenberg
Ortsstraße 3

Josef Fritz, der sich schon früh als Mr. Roter Veltliner einen Namen gemacht hat, hat mit der aktuellen Serie erneut bewiesen, dass in seinem Weingut mittlerweile alle Rebsorten auf gleich hohem Niveau stehen. Am längsten hat es für den Grünen Veltliner gedauert, der aber heuer in jeder Stufe zu überzeugen vermag; dies gilt für den feingliedrigen und lebhaften Himmelreich ebenso wie für den mächtigen, im typischen Fritz-Stil gehaltenen Mordthal. Im Burgunder-Segment ist der im kleinen Holz ausgebaute Chardonnay wegen seiner Eleganz vorerst über den etwas feurig anmutenden Weißburgunder zu stellen. Auch der charakteristische und doch subtile Traminer kann nahezu an den wunderbaren Vorgänger anschließen, wie überhaupt die Fritz’schen Gewächse die Klippen des 18er-Jahrgangs recht geschickt umschiffen. Nun aber zum großen Atout des Wagrams und speziell dieses Betriebes in Gestalt des Roten Veltliners, der immerhin bereits ein Drittel der eigenen Rebfläche beansprucht und immer als Erster vergriffen ist. Von den derzeit fünf Varianten gefällt schon der Einstiegswein namens Wagramterrassen durch seine beschwingte, blitzsaubere Art, aber auch die ungewöhnlichste Interpretation in Form des gemäßigten Orangeweines Gondwana vermag selbst altgediente Weinbeißer zu erfreuen, die ansonsten mit diesem Weintyp wenig anfangen können. Noch etwas verkapselt gibt sich der die namensgebende, sehr karge Lage schon gut abbildende Ried Steinberg, während sich an der Spitze ein Duell zweier wahrscheinlich gleichwertiger und doch äußerst unterschiedlicher Repräsentanten abzeichnet. So gefällt der mächtige und vor Frucht nur so strotzende Mordthal 2019 durch die jahrgangsbedingte Klarheit und Rasse, wohingegen der 2018er Privat die Mineralität des Steinbergs in unnachahmlicher Eleganz widerspiegelt und vor allem auf die Finesse setzt.

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2019 Grüner Veltliner Ried Kammerner Lamm 1ÖTW
Weingut Bründlmayer
Kamptal

Beschreibt einen weiten Bogen, der über Nusslaub zu vollreifen Marillen und Bergamotten führt, kristallklar und vielschichtig, vornehm und enorm dicht, schokoladige Fülle, bei aller Kraft gibt die Finesse stets den Ton an, auf Eichentanninen langsam ausklingend, ein Veltliner, der zum Träumen anregt.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€€
Naturkork

Weingut Bründlmayer
Kamptal

Willi Bründlmayer
3550 Langenlois
Zwettler Straße 23

Tel. +43 2734 21720
Fax. 3748
weingut@bruendlmayer.at
www.bruendlmayer.at

Schon im Vorjahr hat uns begeistert, was Willi Bründlmayers Team aus dem gar nicht so einfachen Jahrgang 2018 herausgeholt hat. Da man im ausgezeichneten Jahr 2019 sozusagen aus dem Vollen schöpfen konnte, lässt sich diese Begeisterung ohne Wenn und Aber auf die gesamte aktuelle Jungweinserie übertragen. Das gilt bereits in vollem Umfang für die leichteren Veltliner, von denen heuer die klar definierten, pfeffrigen Kamptal Terrassen und die puristischen wie engmaschigen Alten Reben, die qualitativ schon nahe an die Lagenweine heranreichen, besonders imponiert haben. Aus dem Triumvirat der Grands Crus haben alle drei brilliert, wobei zum Verkostungszeitpunkt der extraktsüße und feinkörnige Käferberg vielleicht einen Tick vor dem sehr eleganten, etwas kühler anmutenden Spiegel gelegen ist. Als Primus inter Pares steht aber wieder einmal der geheimnisvolle, noch ein wenig verschlossene Lamm-Veltliner fest, der vornehm und enorm dicht über den Gaumen rollt. Allerdings sollte man mit dem Öffnen einer Flasche noch drei, vier Jahre zuwarten, um den vollen Genuss zu erleben.

Es ist zwar schwer zu glauben, doch die Rieslingserie verwirklicht sogar noch eine weitere Steigerung. Schon der Einstieg mit den vitalen und ausgesprochen schneidigen Kamptal Terrassen gelingt vortrefflich, dann geht es jedoch Schlag auf Schlag, denn ein Geschmackserlebnis folgt auf das andere. Den Auftakt setzt der dunkelfruchtige, vor Temperament vibrierende Steinmassl, auf den der wohl beste „einfache“ Heiligenstein aller Zeiten folgt: Glockenklar und feingliedrig, ja mit enormer Fruchtintensität gesegnet, würde er aus einer anderen Serie verkostet vermutlich sofort mit den höchsten Weihen, sprich: fünf Sternen, bedacht. Das Topduo wird wie in den vergangenen Jahren mit Sicherheit wieder zur absoluten österreichischen Riesling-Spitze zählen. Einmal mehr brilliert die Lyra mit Noblesse und Eleganz bei ganz hellen, frischen Aromen, während die Alten Reben mit nahezu öliger Fülle, Komplexität und Konzentration bestechen.

Auf dem roten Sektor haben wir die Standardkategorie, bestehend aus einem sehr sauberen Zweigelt und einem schlanken wie rotbeerigen Pinot Noir, dieses Mal zugunsten der Reserven aus Platzgründen übersprungen. Schon die Zweigelt Reserve belohnte dies mit herber Würze und tiefem Fruchtspiel, während der subtile und zartblumige 2017er Pinot zu früher Hochform auflief. Bemerkenswert ist hier zunächst die stetige Steigerung, etwa von 2015 zu 2016 und 2016 zu 2017. Damit zum krönenden, besser gesagt perlenden Finale: Dort überzeugt bereits die Brut Reserve mit ungewohnter Dichte und geradezu forscher Säurestruktur bei sehr gemäßigter Dosage. Für Staunen und Verblüffung sorgt dann endgültig der Blanc de Blancs Extra Brut: ein ungemein lebhafter und vor heller Frucht strotzender, gebündelter Gaumenschmeichler, der in der Fassung der am 7. November 2019 degorgierten Charge wohl neue Maßstäbe für österreichischen Schaumwein setzt. Diese fünfeinhalb Jahre auf der Hefe verbliebene, ganz trockene Abfüllung ist nämlich auf alle Fälle in der Liga sehr guter Jahrgangschampagner anzusiedeln.

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schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -