Weinguide
Ausgabe 2020/21
WACHAU
© Niederösterreich Werbung Stukhard
© ÖWM, Egon Mark
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, 1.344 Hektar Weinanbaufläche

Als Wachau wird der 33 Kilometer lange Abschnitt des Donautals zwischen Melk und Krems bezeichnet, Weinbau betrieben wird aber vor allem am linken Ufer von Schwallenbach bis Unterloiben. Zum Teil sehr steile Steinterrassenprägen das Landschaftsbild. Bei Spitz an der Donau zweigt das größte Seitental, der sogenannte Spitzer Graben, ab, der über Gut am Steg bis nach Vießling führt. Die wichtigsten Weinbauorte am linken Ufer sind, angeführt nach geografischer Lage, Spitz an der Donau, St. Michael, Wösendorf, Joching, Weißenkirchen, Dürnstein und schließlich Loiben; Enklaven am rechten Ufer befinden sich in Arnsdorf, Rossatz, Mauternbach und Mautern.

Die überwiegende Mehrheit der Wachauer Weinbaubetriebe ist auch Mitglied des 1983 gegründeten Schutzverbandes „Vinea Wachau Nobilis Districtus“, wodurch sie sich verpflichteten, ausschließlich Wachauer Wein zu führen und zu vermarkten. Die Weine der Vinea Wachau werden in drei „Gewichtsklassen“ eingeteilt, sind ausnahmslos trocken und dürfen nicht aufgebessert werden: „Steinfeder“ steht für leichte, schlanke Weine mit maximal 11,5% Alkohol, „Federspiel“ für elegante, mittelgewichtige Weine zwischen 11,5% und 12,5% und die „Smaragd“-Kategorie umfasst kräftige, trockene Spätlesen ab 12,5% Alkohol.

Die Wachau weist verschiedenste Bodentypen auf: In den Terrassenlagen sind meist verwitterte Urgesteinsböden aus Granit, Gneis und Glimmerschiefer anzutreffen, im unteren Teilder Hänge findet man öfters Lössauflagen, in der Ebene Löss und Schwemmsand. Die Wachau liegt an der Schnittstelle zwischen atlantischem und pannonischem Klimabereich, wobei der Einfluss Letzteren von Ost nach West abnimmt. Aus den zahlreichen Gräben, also den bewaldeten Seitentälern vom Waldviertel im Norden und vom Dunkelsteinerwald im Süden, strömen regelmäßig kühlere und feuchtere Luftmassen in die Weinberge ein, wodurch es zu relativ großen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht und einer kräftigen Luftzirkulation kommt, zu der auch der Donaustrom beiträgt. Neben den Leitsorten Grüner Veltliner und Riesling wachsen diverse weiße Komplementärsorten wie Gelber Muskateller und Sauvignon Blanc sowie Weißburgunder, Chardonnay und Neuburger. Die Wachau verfügt über mehr als 100 Einzellagen mit einer bunten Vielfalt an Geologie und Boden, Klima und Topografie. Die Herkunft, das viel zitierte Terroir, steht im Fokus dieses Anbaugebietes.

Am 5. Mai 2020 wurde die Wachau per Verordnung Österreichs 15. DAC-Weinbaugebiet. Es wurde eine Herkunftspyramide eingeführt: Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Die Winzer verpflichten sich grundsätzlich zur Handlese; Steinfeder, Federspiel und Smaragd bleiben erhalten. Bei den Gebietsweinen ändert sich an der traditionellen Sortenvielfalt nichts, Gemischter Satz und Cuvées sind möglich. Eine Ebene darüber sind die Ortsweine angesiedelt. Die Spitze der Herkunftspyramide ist den Riedenweinen der Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling aus 157 definierten Lagen vorbehalten. Sie dürfen nicht angereichert werden und – das gilt auch für die Ortsweine – keinen oder einen kaum merkbaren Holzton aufweisen.

Domäne Wachau

Roman Horvath MW & Heinz Frischengruber

Die Domäne Wachau gehört zu den Leitbetrieben dieses Anbaugebiets. Weingutsleiter Roman Horvath und Kellermeister Heinz Frischengruber haben mit großer Konsequenz, aber auch mit Weitblick und Kreativität die Weichen dafür gestellt. Wenn es um einen durch die Stilistik unbeeinflussten Vergleich der Lagencharakteristika dieses klimatisch begünstigten Flusstales geht, ist man hier an der ersten Adresse. Kein anderer Betrieb nämlich verfügt über ein derart großes Portfolio an renommierten Rieden wie die Domäne Wachau. Heinz Frischengruber kann kaum etwas aus der Ruhe bringen.

Als ich ihn aber zum Jahrgang 2019 befrage, wird er fast emotional: „Kurz gefasst: Sensationell. Knackige Säure, Spannung, Zug, gute Haltbarkeit, eine simple und unkomplizierte Lese.“ Die heuer vorgestellte Serie, von der wir aus Platzgründen nur einen Querschnitt präsentieren können, bestätigt diese Aussage. Jetzt im Verkauf ist ein bemerkenswerter Grüner Veltliner aus dem Vorjahr, der „Steinwerk Spitzer Graben“. Dieser Wein ist in einem eigens für die Domäne Wachau bearbeiteten Gesteinsblock aus Wachauer Marmor und einem Steinfass aus Granit vinifiziert worden und deshalb eng mit der Region verbunden. Ein stark nachgefragtes Getränk ist der 2018er Grüner Veltliner V.D.N.; die Gärung des Rohstoffes in Smaragd-Qualität wurde durch Aufspriten mit Veltlinerbrand gestoppt.

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KAMPTAL
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Anna Stöcher
© ÖWM/Herbert Lehmann

Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, 3.907 Hektar Weinanbaufläche

Das Kamptal, das mittlerweile neben der Wachau prestigeträchtigste niederösterreichische Weinbaugebiet, wurde im Jahr 1985 als Kamptal- Donauland kreiert; den heute gebräuchlichen Namen erhielt es 1993. Früher war dieses Gebiet nach seiner zentralen Hochburg als Langenlois bekannt. Im Wesentlichen erstrecken sich die Weinberge des Kamptals am linken und rechten Ufer des Unterlaufs des Kamps.

Das Wahrzeichen des Kamptals, das nach wie vor insbesondere ein Weißwein-Anbaugebiet darstellt, bildet der weithin sichtbare, berühmte Weinberg Heiligenstein. Im Sommer ist es hier ausgesprochen heiß. Die Kernlagen des Heiligensteins verfügen über verwitterten Wüstensandstein, der intensive und doch elegante Grüne Veltliner und in der Frucht ungemein brillante, kraftvolle Rieslinge von großem Lagerpotenzial hervorbringt. Ähnlich verhält es sich mit der benachbarten Lage Gaisberg, die diesen Sorten ebenfalls Kraft und Mineralität verleiht. Aber auch zahlreiche andere Lagen von Zöbing, Langenlois, Lengenfeld und rund um den bekannten Weinort Straß im Straßertale ergeben beeindruckend niveauvolle Gewächse. Über die beiden Leitsorten hinaus wissen die Winzer auch mit den Sorten Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc zu überzeugen, zum Teil auch mit Traminer sowie Zweigelt. Wer dieser malerischen Weinbaugegend einen Besuch abstattet, sollte unbedingt das „Ursin Haus“ in Langenlois aufsuchen, in dem ein Informationsbüro und eine Vinothek untergebracht sind. Für ein Erlebnis besonderer Art sorgt das architektonisch bemerkenswerte „Loisium“, das von Stararchitekt Steven Holl entworfen wurde und Vinothek, Weinerlebnis und Hotel umfasst.

DAC Kamptal wurde für trockene Grüne Veltliner und Rieslinge eingeführt. Es gibt Kamptal DAC mit und ohne Ortsangabe (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres) sowie mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab 1. März) und Kamptal DAC Reserve (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab 1. Juli). Alle Nicht-DAC-Qualitätsweine tragen die Weinbaugebietsbezeichnung Niederösterreich. Die Mindest-Alkoholgehalte liegen zwischen 11,5% und 13%, Riedenbezeichnungen sind ab 12,5% zulässig.

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Weingut Bründlmayer

Willi Bründlmayer

Schon im Vorjahr hat uns begeistert, was Willi Bründlmayers Team aus dem gar nicht so einfachen Jahrgang 2018 herausgeholt hat. Da man im ausgezeichneten Jahr 2019 sozusagen aus dem Vollen schöpfen konnte, lässt sich diese Begeisterung ohne Wenn und Aber auf die gesamte aktuelle Jungweinserie übertragen. Das gilt bereits in vollem Umfang für die leichteren Veltliner, von denen heuer die klar definierten, pfeffrigen Kamptal Terrassen und die puristischen wie engmaschigen Alten Reben, die qualitativ schon nahe an die Lagenweine heranreichen, besonders imponiert haben. Aus dem Triumvirat der Grands Crus haben alle drei brilliert, wobei zum Verkostungszeitpunkt der extraktsüße und feinkörnige Käferberg vielleicht einen Tick vor dem sehr eleganten, etwas kühler anmutenden Spiegel gelegen ist. Als Primus inter Pares steht aber wieder einmal der geheimnisvolle, noch ein wenig verschlossene Lamm-Veltliner fest, der vornehm und enorm dicht über den Gaumen rollt. Allerdings sollte man mit dem Öffnen einer Flasche noch drei, vier Jahre zuwarten, um den vollen Genuss zu erleben.

Es ist zwar schwer zu glauben, doch die Rieslingserie verwirklicht sogar noch eine weitere Steigerung. Schon der Einstieg mit den vitalen und ausgesprochen schneidigen Kamptal Terrassen gelingt vortrefflich, dann geht es jedoch Schlag auf Schlag, denn ein Geschmackserlebnis folgt auf das andere. Den Auftakt setzt der dunkelfruchtige, vor Temperament vibrierende Steinmassl, auf den der wohl beste „einfache“ Heiligenstein aller Zeiten folgt: Glockenklar und feingliedrig, ja mit enormer Fruchtintensität gesegnet, würde er aus einer anderen Serie verkostet vermutlich sofort mit den höchsten Weihen, sprich: fünf Sternen, bedacht. Das Topduo wird wie in den vergangenen Jahren mit Sicherheit wieder zur absoluten österreichischen Riesling-Spitze zählen. Einmal mehr brilliert die Lyra mit Noblesse und Eleganz bei ganz hellen, frischen Aromen, während die Alten Reben mit nahezu öliger Fülle, Komplexität und Konzentration bestechen.

Auf dem roten Sektor haben wir die Standardkategorie, bestehend aus einem sehr sauberen Zweigelt und einem schlanken wie rotbeerigen Pinot Noir, dieses Mal zugunsten der Reserven aus Platzgründen übersprungen. Schon die Zweigelt Reserve belohnte dies mit herber Würze und tiefem Fruchtspiel, während der subtile und zartblumige 2017er Pinot zu früher Hochform auflief. Bemerkenswert ist hier zunächst die stetige Steigerung, etwa von 2015 zu 2016 und 2016 zu 2017. Damit zum krönenden, besser gesagt perlenden Finale: Dort überzeugt bereits die Brut Reserve mit ungewohnter Dichte und geradezu forscher Säurestruktur bei sehr gemäßigter Dosage. Für Staunen und Verblüffung sorgt dann endgültig der Blanc de Blancs Extra Brut: ein ungemein lebhafter und vor heller Frucht strotzender, gebündelter Gaumenschmeichler, der in der Fassung der am 7. November 2019 degorgierten Charge wohl neue Maßstäbe für österreichischen Schaumwein setzt. Diese fünfeinhalb Jahre auf der Hefe verbliebene, ganz trockene Abfüllung ist nämlich auf alle Fälle in der Liga sehr guter Jahrgangschampagner anzusiedeln.

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Kremstal
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, 2.368  Hektar Weinanbaufläche

Rund um die alte Weinstadt Krems erstreckt sich das Weinbaugebiet Kremstal, das bis 1985 schlicht „Krems“ hieß, kurz im Gebiet Kamptal-Donauland aufging und seit 1993 Kremstal heißt. Die Rebfläche ist auf drei unterschiedliche Zonen aufgeteilt: In das eigentliche Kremstal und die historische Stadt Krems, deren westlicher Teil mit der Bezeichnung „Stein“ direkt an die Wachau anschließt; die östlich anschließenden mächtigen Lösslagen und die kleinen Weinorte südlich der Donau rund um das monumentale Stift Göttweig. Im Stadtgebiet und in der unmittelbaren Umgebung dominieren Urgesteinsverwitterungsböden, die ausgesprochen elegante wie rassige Weißweine hervorbringen. Ähnliches gilt für die Lagen westlich des Kremsflusses, etwa oberhalb des Stadtteils Stein an der Donau.

Die übrigen Lagen der Stadt Krems, darunter so legendäre wie die Sandgrube oder der Weinzierlberg, sind hinsichtlich der Bodenstruktur mit jenen des nördlich gelegenen Hochplateaus, das von Gneixendorf bis Droß reicht, oder mit den Böden der bekannten Weinbauorte Rohrendorf und Gedersdorf vergleichbar, wo mehr oder weniger schwere Lössböden dominieren, die hie und da von Schotter- und Sandablagerungen durchzogen werden. Die mächtigen Lössterrassen ganz im Osten des Gebietes finden mit dem Wagram ihre Fortsetzung. Eine Enklave befindet sich am rechten Donauufer unterhalb des Stiftes Göttweig; die bekanntesten Weinbauorte sind Furth, Palt und Hollenburg. Wie in der östlichen Wachau treffen hier die kontinentalen Einflüsse des Waldviertler Plateaus auf pannonische Klimacharakteristika aus dem Osten; diese werden vom Donaustrom als ausgleichendem Faktor stabilisiert.

Besonders attraktiv fallen in der Regel die Rieslinge vom Urgestein aus. Aber auch die Löss-Veltliner von den genannten Lagen der Stadt sowie aus Rohrendorf und Gedersdorf sind absolut empfehlenswert. Abgerundet wird die Palette durch Weißburgunder, Chardonnay und Sauvignon Blanc.

Seit 2007 gibt es die DAC Kremstal für Riesling und Grünen Veltliner in den Standardstufen Kremstal DAC mit und ohne Ortsangabe, mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung (Einreichung zur Prüfnummer in beiden Fällen frühestens ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres) und Kremstal DAC Reserve (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres), jeweils trocken. Die Mindest-Alkoholgehalte liegen zwischen 12% und 13%, wobei Riedenbezeichnungen ab 12,5% zulässig sind, Reserven ab 13%.

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Traisental
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner
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Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, 815 Hektar Weinanbaufläche

Seit dem Jahr 1995 existiert diese kleine Weinbaugegend als eigenes Weinbaugebiet, das sich an beiden Ufern der Traisen südlich der Donau von Traismauer bis vor die Tore der Landeshauptstadt St. Pölten erstreckt. Historisch betrachtet gehört es zu den ältesten Weinregionen Österreichs: Im idyllischen Franzhausen, einer der wichtigsten prähistorischen Fundstätten Europas, fand sich das älteste Weinkorn Österreichs – ein Weinsamen, der nachweislich aus der Zeit um 2000 vor Christi Geburt stammt.

Die Einflüsse des pannonischen Klimas aus dem Osten wirken sich positiv aus, da sie die Traubenreifung begünstigen. Kühle Nächte, für die der nahe Dunkelsteinerwald und die Flüsse Traisen und Donau verantwortlich sind, sorgen zusammen mit hohen Temperaturen für eine ausgeprägte Aromatik. Hier entstehen klar strukturierte, tieffruchtige Grüne Veltliner und Rieslinge von kühler Prägung und einer mineralischen Note, wie man sie auch von den Gewächsen der westlichen Wachau kennt. Die Bodenstruktur gestaltet sich sehr vielfältig und reicht von Löss über Urgestein sowie kalkhaltige Konglomeratböden bis zu schottrigem und sandigem Untergrund.

Um die Förderung des Prestiges dieses jungen Weinbaugebietes und seiner Produkte ist etwa die Markengemeinschaft Regio Tragisana bemüht. Vor einiger Zeit haben sich diesem Weinbaugebiet auch die im westlichen Tullnerfeld gelegenen Weinbaugemeinden um Sitzenberg-Reidling, die vormals als Enklave zum Weinbaugebiet Donauland gehört hatten, angeschlossen.

Seit dem Jahrgang 2006 kommen typische fruchtig- würzige Grüne Veltliner und kernige, mineralische Rieslinge unter der Bezeichnung Traisental DAC auf den Markt. Es gibt die Standardstufen Traisental DAC mit und ohne Ortsangabe, mit Ortsangabe und Riedenbezeichnung (Einreichung zur Prüfnummer in beiden Fällen frühestens ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres) und Traisental DAC Reserve (Einreichung zur Prüfnummer frühestens ab 1. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres), jeweils trocken. Die Mindest- Alkoholgehalte liegen zwischen 11,5% und 13%, wobei Riedenbezeichnungen ab 12,5% zulässig sind.

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Wagram
© ÖWM/Marcus Wiesner
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Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Riesling, Roter Veltliner, 2.720 Hektar Weinanbaufläche

Das Weinbaugebiet, das 2007 von Donauland in Wagram umbenannt wurde, erstreckt sich südlich des sogenannten Wagram, einer von der Urdonau geschaffenen, in ihrer Mächtigkeit einzigartigen Lössstufe, die auf halbem Weg zwischen Wien und Krems gelegen ist. Die südlichen Abhänge des Wagram, auf denen tiefgründige Lössböden überwiegen, werden schon seit alters für den Weinbau genützt. Hier reihen sich Weinbauorte mit klangvollen Namen wie Feuersbrunn, Gösing, Fels am Wagram, Kirchberg und Königsbrunn aneinander. Zwei Drittel der Rebfläche werden vom Grünen Veltliner besetzt, der damit ganz eindeutig dominiert und charakteristische, fruchttiefe und pfeffrige Gewächse hervorbringt. Weißburgunder, Chardonnay und Riesling werden ebenfalls mit guten Resultaten gepflegt. In den vergangenen Jahren wurde die regionale Spezialität Roter Veltliner wiederentdeckt und gefördert. Auch der Rotweinanbau wurde etwas forciert, und so konnten aufgrund der klimatisch günstigen Verhältnisse mit Zweigelt, Blauburgunder und Cabernet wiederholt schöne Erfolge erzielt werden.

Zwei Markengemeinschaften haben sich die Förderung des Weinniveaus am Wagram auf ihre Fahnen geschrieben: die Vereinigung „Wagramer Selektion“ und die Winzergemeinschaft „Weingüter Wagram“.

Das Weinbaugebiet Wagram endet jedoch nicht am Wagram, wie man annehmen würde, sondern erstreckt sich weiter auf eine südlich der Donau gelegene Enklave, auf die durchaus sehenswerten Lagen von Weidling und Klosterneuburg. Unangefochten als Leitbetrieb fungiert das größte österreichische Privatweingut Stift Klosterneuburg, das mit modernem Management und Kellertechnik Weingeschichte in Österreich geschrieben hat.

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Carnuntum
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Zweigelt, Blaufränkisch, 906 Hektar Weinanbaufläche

Dieses kleine Weinbaugebiet grenzt unmittelbar an den Osten von Wien und zieht sich am südlichen Donauufer bis zur Grenze zur Slowakei entlang; einige kleine Ausläufer bestehen südlich der Leitha. Das Zentrum des Gebietes erstreckt sich um dessen Mitte, rund um die Weinbauorte Göttlesbrunn, Arbesthal und Höflein, wo sich eine sehr qualitätsorientierte und auch mit geschicktem Marketing punktende Winzerschaft für ihre kraftvollen und samtigen Rotweine – speziell aus der Rebsorte Zweigelt – einen Namen gemacht hat. Einen weiteren Schwerpunkt bilden die Weinberge rund um Prellenkirchen und Berg. Diese Rieden eignen sich sehr gut für die Rebsorte Blaufränkisch, wobei die Toplage Spitzerberg ihr Renommee immer deutlicher verfestigt.

Zweigelt und Blaufränkisch sind zudem jene Rebsorten, die für den gut eingeführten Markenwein dieser Herkunft, den Rubin Carnuntum, verantwortlich zeichnen. Darüber hinaus werden St. Laurent, Cabernet, Merlot, Syrah und in kleinerem Umfang ebenfalls Blauburgunder ausgepflanzt. Bei den Premiumweinen der führenden Erzeuger handelt es sich allerdings zumeist um Cuvées, die in neuem oder gebrauchtem Holz ausgebaut werden, und deren beste zur österreichischen Elite zählen. Doch hat sich in dem Gebiet gerade in den vergangenen Jahren der Trend entwickelt, auch und besonders die Sorte Zweigelt im Premiumbereich zu etablieren, und zwar im sortenreinen Ausbau. Dafür engagieren sich ganz besonders die Leitbetriebe, weswegen Weinfreunde durchaus hohe Erwartungen an dieses Vorhaben knüpfen dürfen.

In den bisherigen Jahren hat sich von den genannten roten Rebsorten speziell der St. Laurent ein neues und positives Image verschafft. Carnuntum zieht Vorteile aus den starken Einflüssen des pannonischen Klimas: Die Sonnenscheindauer im Gebiet ist mit jener der Weinorte am Westufer des Neusiedlersees vergleichbar, allerdings ohne die hohe Luftfeuchtigkeit, welche die Edelfäule begünstigt – durchaus ein Vorteil für die Lesephase der Rotweine.

Alles in allem hat sich Carnuntum – gemeinsam mit dem zur Thermenregion gehörenden Steinfeld – in der im stetigen Umbruch befindlichen österreichischen Rotweinlandschaft als feste Größe etabliert.

Seit dem Jahrgang 2019 gibt es für die Rebsorten Chardonnay, Weißburgunder, Grüner Veltliner, Zweigelt und Blaufränkisch die Bezeichnung Carnuntum DAC, auch rote und weiße Cuvées, die mindestens zu zwei Drittel aus diesen Varietäten bestehen, sind zulässig. Es gibt ein Pyramidensystem: Gebietswein, Ortswein und Riedenwein. Der Antrag zur Erlangung der staatlichen Prüfnummer darf bei Weißwein nicht vor 15. März und bei Rotwein nicht vor 1. November des auf die Ernte folgenden Jahres erfolgen. DAC-Weine müssen trocken sein, der Alkoholgehalt eines roten DAC muss bei mindestens 12% liegen.

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Weinviertel
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Armin Faber
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Grüner Veltliner, Zweigelt, 13.858 Hektar Weinanbaufläche

Auf das größte österreichische Weinbaugebiet entfällt nahezu ein Drittel der gesamten österreichischen Rebfläche. Das Weinviertel wird im Westen vom Manhartsberg, im Norden von der Grenze zu Tschechien, im Osten von March und Thaya und somit der Staatsgrenze zur Slowakei und im Süden von der Donau oder vom sanften Höhenzug des Wagram begrenzt.

Das Weinviertel ist vornehmlich ein Weißweinland; rund 75 Prozent entfallen auf weiße Rebsorten. Doch die Rotweinreben nehmen stark zu, was besonders für den Zweigelt gilt, der auch in Weinbaugemeinden ausgepflanzt wurde, die bisher fast ausschließlich Weißwein produzierten. Der Größe des Gebietes entsprechend, sind die Bodentypen vielfältig: Sie reichen von Lössböden, Schwarzerdeböden und Lehmböden über Sandböden bis zu Urgesteinsböden. Auch die klimatischen Einflüsse – generell dominiert ein gemäßigtes Kontinentalklima – sind sehr verschieden, da die Gegenden im Süden und Südosten vom Einfluss des warmen pannonischen Klimas profitieren und deshalb meist eine deutlich frühere Traubenreife aufweisen.

Im Allgemeinen werden für das Weinviertel drei Subzonen unterschieden: das Veltlinerland, das Weinviertel West und das Weinviertel Süd. Ein historisch gewachsenes Weinbauzentrum ist das Veltlinerland bzw. die nördliche Brünner Straße, also der Bereich von Mistelbach bis nach Poysdorf, Falkenstein und Herrnbaumgarten, wo in „Österreichs Champagne“ die Grundweine für die Versektung gedeihen. Neben Grünem Veltliner werden hier auch Chardonnay, Weißburgunder und Riesling mit gutem Erfolg gekeltert. Als Weinviertel West bezeichnet man das nordwestliche Weinviertel, das ungefähr von Retz über das Pulkautal bis zum Mailberger Kessel reicht, während im Süden eine Kette von Weinbauorten anschließt. Hier finden sich abgesehen von rassigen Veltlinern und Rieslingen auch anspruchsvolle Rotweine. Den südlichen Abschluss des Weinviertels bilden die im Norden von Wien angrenzenden Bisamberger Rieden sowie die sanften Weinberge rund um Wolkersdorf; östlich an dieses Gebiet schließt das Matzner Hügelland an, das noch weichere, rundere Weißweincharaktere hervorbringt; im äußersten Südosten, entlang der March, werden aufgrund der pannonischen Klimaeinflüsse bereits Weißweine gewonnen, die eher jenen des Nordburgenlandes gleichen als denen des übrigen Weinviertels.

Das Regionale Weinkomitee des Weinviertels war mit dem Jahrgang 2002 das erste, das sich für die Einführung einer DAC für den Grünen Veltliner entschieden hat – eine logische Wahl, sind doch rund 50 Prozent der Rebfläche mit dieser Leitsorte bestockt. Die Bezeichnung Weinviertel und den Zusatz DAC dürfen nur gebietstypische Grüne Veltliner führen, die fruchtig, würzig und pfeffrig im Geschmack sind und ohne Barriqueoder Holzton trocken ausgebaut wurden; der Alkoholgehalt muss mindestens 12% betragen. Beginnend mit dem Jahrgang 2009, wurde die Kategorie DAC Reserve für trockene, kräftige, dichte Sortenvertreter geschaffen, Mindest-Alkoholgehalt 13%. Der Antrag zur Prüfnummer darf für DAC Reserve frühestens am 15. März nach der Lese gestellt werden, während für „Weinviertel DAC“ der 1. Jänner als Stichtag gilt. DAC Reserve muss trocken im Sinne des Weinrechts sein, für die Basis-DAC ist ein Restzuckergehalt bis 6 g/l zulässig.

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Thermenregion
© ÖWM/Anna Stöcher
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Zierfandler, Rotgipfler, St. Laurent, Pinot Noir, 2.181 Hektar Weinanbaufläche

Die Thermenregion, die wohl nicht nur im Sprachgebrauch der Wiener Weinfreunde immer die „Südbahn“ bleiben wird, ist das unmittelbar im Süden an Wien angrenzende Weinbaugebiet. Es blickt auf eine große Tradition zurück, wurde doch der Gumpoldskirchner schon am kaiserlichen Hof serviert; in der Zeit des Dritten Reiches wurde der berühmten Gumpoldskirchner Lage Wiege – ex aequo mit dem Bernkasteler Doktor – der höchste Einheitswert zugewiesen.

Die an den sanften Südhängen von Eichkogel und Anninger gelegenen Weinberge, die zu den Weinbaugemeinden Mödling, Gumpoldskirchen, Guntramsdorf, Pfaffstätten und Traiskirchen zählen, erinnern aufgrund des Landschaftsbilds etwas an Burgund, was übrigens auch für die Bodenstrukturen gilt – denn hier herrschen ungewöhnlich kalkhaltige Untergründe vor. Diese eignen sich bestens für die Pinot-Familie sowie für Chardonnay. Das Lokalkolorit von Gumpoldskirchen oder Traiskirchen wird jedoch durch die autochthonen Sorten Zierfandler, Rotgipfler und Neuburger geprägt.

Die Raritäten Rotgipfler mit 119 Hektar und Zierfandler mit 77 Hektar sind weltweit fast ausschließlich hier beheimatet. Der Rotgipfler eignet sich gut für den Ausbau im Eichenfass, aber auch als Cuvéepartner für den Zierfandler – der traditionelle Verschnitt wird oft als „Spätrot-Rotgipfler“ bezeichnet. Der Zierfandler kann mit Rasse, Finesse und Persistenz punkten.

Aus den traditionellen Südbahn-Weißweinsorten können außerdem prachtvolle Prädikatsweine gekeltert werden, von der Auslese bis zu Trockenbeerenauslese und Eiswein; durch die lebhafte Säure und eine exotische Frucht ergeben sich äußerst individuelle, aber auch lagerfähige Gewächse. Neben Rust und dem Seewinkel steht hier gewissermaßen die dritte Säule der österreichischen Süßweinproduktion. Bei den Rotweinsorten dominiert in qualitativer Hinsicht der Zweigelt. Die kleinere Rotweininsel der Thermenregion befindet sich im Bereich um Bad Vöslau, Baden und Sooß, wo neben Zweigelt und Blauer Portugieser auch St. Laurent, Blauburgunder, Cabernet Sauvignon, Merlot und Co. kultiviert werden. Ungefähr den gleichen Rebsortenmix trifft man auf den kargen Schotterböden des Steinfeldes rund um Tattendorf, Teesdorf und Trumau, doch wollen sich diese Weinorte besonders mit St. Laurent und Blauburgunder profilieren. Die im Tannin eher samtigen Rotweine werden überdies als Blends ausgebaut.

Thermenregion rot

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2002
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Wien
© ÖWM, Gerhard Elze
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Egon Mark

Die wichtigsten Rebsorten: Gemischter Satz, Grüner Veltliner, Riesling, 637 Hektar Weinanbaufläche

Der Name der Bundeshauptstadt Wien geht auf das römische Vindobona und das nachrömische Venia zurück. Wohl die Ersten waren die Kelten, die Wein rund um das heutige Wien anbauten. Auf eine geordnete Grundlage wurde der Wiener Weinbau aber sicherlich erst durch die Römer gestellt, deren Soldatenkaiser Marcus Aurelius Probus im Jahr 276 das bestehende Pflanzverbot für Reben aufhob.

Im späten Mittelalter erlebte der Wiener Weinbau eine erste Hochblüte. Damals waren nicht nur die Heurigenvororte mit Weinreben bestockt, sondern auch Teile der Innenstadt sowie nahezu der gesamte dritte und vierte Bezirk. Nach den Zerstörungen infolge der Türkenkriege zog sich der Wiener Weinbau in die Vororte zurück, wo er bis heute überlebt hat. Der Großteil der Wiener Weingartenfläche ist heute an den nördlichen und nordöstlichen Wienerwald-Ausläufern im Gemeindebezirk Döbling gelegen, wo ausgeprägte Muschelkalkböden vorherrschen, die den Weinen viel Mineralität verleihen, und wo die Niederschlagsmengen etwas höher sind als am linken Ufer der Donau.

Die Weinbaufluren rund um den Bisamberg teilen sich die drei Weinbauorte Strebersdorf, Jedlersdorf und Stammersdorf, wo Löss- und Braunerdeböden, aber auch schottriger Untergrund vorherrschen. Während aus den Döblinger Lagen die Rieslinge vom Nussberg und aus den Grinzinger Rieden vielleicht das höchste Ansehen genießen, fühlen sich die Reben der weißen Burgunderfamilie rund um den Bisamberg besonders wohl und liefern beachtliche Weine. Mit kleinen Weingärten in Ottakring, Dornbach und Oberlaa im äußersten Südosten besitzt Wien auch drei winzige Weinbau-Enklaven. Das dritte, etwas größere Gebiet liegt in Mauer und Rodaun im äußersten Südwesten, wo sich Muschelkalkböden mit schweren Lehmböden abwechseln und durchaus eine Vergleichbarkeit mit den angrenzenden Weinherkünften der nördlichen Thermenregion besteht. In den vergangenen Jahren haben Rotweine aufhorchen lassen, wenngleich das derzeitige Verhältnis Weiß zu Rot von 80 zu 20 wohl als zweckmäßig beibehalten wird.

Der Aufschwung des Wiener Gemischten Satzes, der 2013 eine neue DAC bekam, ist ungebrochen. Gegenwärtig nimmt der Gemischte Satz schon rund 30 Prozent der Rebfläche der Bundeshauptstadt ein und ist damit der wichtigste Wein seiner Herkunft. Gemäß DAC-Regelwerk darf der größte Sortenanteil einer Rebsorte nicht höher als 50% sein, der drittgrößte Anteil muss zumindest 10% ausmachen. Weine ohne Riedenangabe müssen trocken und ohne markanten Holzgeschmack sein, sie dürfen ab 1. Dezember des Erntejahres verkauft werden. Zusätzlich ist der Wiener Gemischte Satz DAC mit einer Lagenbezeichnung zulässig. Lagenweine müssen nicht der Geschmacksangabe „trocken“ entsprechen und dürfen nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden. Der Alkoholgehalt muss in jedem Fall mindestens 12,5% betragen.

Jahrgangstabelle

2019
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2017
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2013
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2011
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2009
2008
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2006
2005
2004
2003
2002
2001
2000
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1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
Neusiedlersee
© ÖWM/Armin Faber
© ÖWM/Robert Herbst
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Welschriesling, Zweigelt, 6.675 Hektar Weinanbaufläche

Im Norden und Osten des Neusiedlersees breitet sich das nach dem See benannte Weinbaugebiet bis zur ungarischen Grenze aus. Es reicht von den Hügeln der Weinstadt Gols über den flachen Heideboden bis hinunter in den beschaulichchen Seewinkel. Die wichtigsten und bekanntesten Weinbauorte sind Gols, Mönchhof, Halbturn, Podersdorf, Frauenkirchen, Illmitz, Apetlon und Andau.

Durch die Einführung der DAC Neusiedlersee im Jahr 2011 hat sich das Weinbaugebiet etwas verkleinert; die am Westufer des Sees gelegenen Gemeinden Jois und Winden gehören nunmehr nicht mehr zum Weinbaugebiet Neusiedlersee. Weine, die dort gewachsen sind, tragen entweder die DAC Leithaberg oder die Herkunft Burgenland.

Die österreichweite Tendenz zur Auspflanzung von Rotweinen hat dazu geführt, dass einstige Weißweinzentren wie Gols zu Rotwein-Hochburgen geworden sind. War früher der Trend zu französischen Sorten wie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah kaum aufzuhalten, so ist seit einigen Jahren die Rückbesinnung auf Zweigelt, St. Laurent und Blaufränkisch bemerkbar. Die DAC Neusiedlersee bezieht sich auf trockene Rotweine der Rebsorte Zweigelt (DAC) bzw. von Zweigelt dominierte Cuvées (Anteil mindestens 60%, nur autochthone Rebsorten als Cuvéepartner) für DAC Reserve. Der Mindest-Alkoholgehalt beträgt 12% bzw. 13%, ein Restzuckergehalt bis 4 g/l ist zulässig. Für Neusiedlersee DAC ist eine Einreichung zur Prüfnummer ab 1. Februar des auf die Ernte folgenden Jahres möglich, für Reserven ab 1. Februar des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres.

Die große Wasserfläche des Neusiedler Sees wirkt stabilisierend auf Temperatur und Luftfeuchtigkeit und kann auch die im Jahresschnitt sehr geringe Niederschlagsmenge zum Teil wettmachen. Dieses klimatische Phänomen bewirkt in Verbindung mit den meisten Sonnenstunden Österreichs eine hohe Zuckerreife, die sich positiv auf jene Zonen auswirkt, die für die Gewinnung hoher und höchster Prädikatsweine geeignet sind. Das Zentrum der Süßweinproduktion liegt im südlichen Teil des Seewinkels rund um Weinbauorte wie Podersdorf, Illmitz und Apetlon. Vor allem die seenahen Lagen profitieren von der fast regelmäßig auftretenden Botrytis – Prädikate wie Beerenauslese (BA) und Trockenbeerenauslese (TBA) können in manchen Jahrgängen in erheblichen Quantitäten erzeugt werden. In Jahren, in denen der Herbst trocken verläuft, wird mittels Eisweinerzeugung oder Kelterung von Stroh- bzw. Schilfweinen versucht Abhilfe zu schaffen. Viele Süßweinspezialisten konnten mit aromatischen Sorten wie Scheurebe (Sämling), Muskat-Ottonel oder Traminer besonders überzeugen, aber ebenso mit Welschriesling, Chardonnay und
Weißburgunder.

Jahrgangstabelle

Leithaberg, Rust & Rosalia
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Robert Herbst

Rust

Die Freistadt Rust gehört keinem spezifischen Gebiet an, 3.097 Hektar Weinanbaufläche

Das Weinbaugebiet Leithaberg ist seit 2009 eigenständig; davor war es ein wichtiger Teil von Neusiedlersee-Hügelland. Es liegt westlich des Neusiedler Sees an der burgenländischen Seite des Leithagebirges und zählt zu den ältesten Weinbauzonen der Welt. Hauptsächlich werden hier Weißburgunder, Chardonnay und Blaufränkisch angebaut, daneben auch Varietäten wie Welschriesling oder Sauvignon Blanc. Das prägende Element der trockenen Weine sind die Böden am Abhang des Leithagebirges, wo zwischen kalkreichen Schichten immer wieder saure kristalline Schiefer und Gneise anzutreffen sind.

Die kleinklimatischen Vorteile des Gebietes, das von der regulierenden Wirkung der großen Wasserfläche des nahe liegenden Neusiedlersees profitiert, zeigen sich auch in der stetig zunehmenden Bedeutung der Rotweinproduktion. Sowohl in den seenahen Gemeinden wie Purbach, Schützen, Oggau, St. Margarethen und Mörbisch als auch in landeinwärts gelegenen Orten wie Großhöflein, Wulkaprodersdorf und Zagersdorf werden aus Blaufränkisch und Zweigelt sowie Cabernet Sauvignon, Merlot und Syrah feine Rote produziert – reinsortig oder als Cuvée.

Speziell in den Gemeinden am Westufer des Neusiedlersees, fallweise aber auch rund um Eisenstadt werden durch das häufige Auftreten der Edelfäule ebenso hochgradige Dessertweine in Gestalt von Beerenauslesen, Ausbrüchen und Trockenbeerenauslesen gekeltert. Im Vergleich zum Gebiet Neusiedlersee sind die Rotweine hier insgesamt vielleicht etwas fester und tanninreicher, und der Sorte Blaufränkisch kommt größere Bedeutung zu; die Dessertweine wiederum zeigen sich generell eine Spur kraftvoller und strukturierter.

Für die besonders gebietstypischen Weine wurde die Leithaberg DAC geschaffen. Das Produktionsgebiet umfasst den politischen Bezirk Eisenstadt- Umgebung, die Freistadt Eisenstadt und die politischen Gemeinden Jois und Winden. Der weiße Leithaberg DAC darf aus den Sorten Weißburgunder, Chardonnay, Neuburger oder Grüner Veltliner gekeltert werden. Zugelassen sind zudem Cuvées aus diesen Sorten. Für den roten Leithaberg DAC ist Blaufränkisch vorgesehen, ein Anteil von maximal 15% Zweigelt, St. Laurent oder Pinot Noir ist möglich. Der Alkoholgehalt muss mindestens 12,5% betragen. Roter Leithaberg DAC muss im Holzfass ausgebaut werden. Die Prüfnummer darf ab 1. Mai des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden, bei den weißen DAC-Weinen ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres.

Rosalia

Die wichtigsten Rebsorten: Weißburgunder, Chardonnay, Blaufränkisch, 297 Hektar Weinanbaufläche

Die ehemalige Großlage „Rosalia“ südlich des Leithagebirges wurde zu einem DAC-Weinbaugebiet; die Rebflächen gehören zum politischen Bezirk Mattersburg. Seinen Namen verdankt das Weinbaugebiet dem Rosaliengebirge, das sich an der Grenze zwischen Niederösterreich und dem Burgenland erhebt. Das Klima ist pannonisch geprägt. Auf den fruchtbaren Braunerdeböden mit Lössuntergrund fühlen sich Blaufränkisch und Zweigelt besonders wohl. Ab dem Jahrgang 2017 dürfen regionstypische Rosalia DAC- und Rosalia DAC Reserve-Rotweine sowie eigenständige Roséweine unter der Bezeichnung Rosalia DAC Rosé vermarktet werden. Die Rotweine müssen mindestens 12% Alkohol aufweisen (Reserven mindestens 13%), die Angabe einer Riede auf dem Etikett ist den Reserven und den Rosés vorbehalten. Die Einreichung zur Prüfnummer ist ab 1. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres zulässig, für DAC Reserve ab 1. November.

Rosalia DAC Rosé muss aus einer oder mehreren roten Qualitätsweinrebsorten vinifiziert werden, während die Rebsorte nicht auf dem Etikett angegeben werden darf. Der DAC Rosé ist trocken und muss ein Bukett nach roten Beeren sowie einen frischen, fruchtigen und würzigen Geschmack aufweisen.

Mittelburgenland
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Klaus Egle
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorte: Blaufränkisch, 2.104 Hektar Weinanbaufläche

Das Mittelburgenland ist größtenteils ein Rotweingebiet: Die Rebfläche ist zu mehr als zwei Dritteln mit Rotweinreben bestockt, und die Anteile verschieben sich stetig weiter zugunsten des Rotweines. Die Lagen an den sanften Ausläufern des Ödenburger Gebirges ziehen Nutzen aus den lehmigen bis sandigen, mitunter schottrigen Böden. Zum Teil dominieren auch sehr schwere Lehmböden, die naturgemäß in heißen und trockenen Weinjahren von Vorteil sind. Aber auch klimatisch ist das Gebiet begünstigt: So wird es im Norden vom Ödenburger Gebirge, im Westen von der Buckligen Welt und im Süden vom Günser Bergland bestens gegen negative Wettereinflüsse abgeschirmt, während die freie Öffnung gegen Osten hin bewirkt, dass sich das warme pannonische Klima ungehindert ausbreiten kann.

Im Mittelburgenland dominiert die klassische Rotweinsorte Blaufränkisch mit großem Abstand vor allen anderen. Tatsächlich haben die vergangenen Weinjahrgänge ausgezeichnete Rahmenbedingungen für die Rotweinerzeugung, vor allem für den Blaufränkisch, geboten, was sich in entsprechend markanten und kräftigen Gewächsen niedergeschlagen hat. Die besten Rotweinlagen befinden sich in den Weinorten Horitschon, Deutschkreutz, Lutzmannsburg, Neckenmarkt, Raiding und Ritzing. Eine Besonderheit von Neckenmarkt stellen die relativ steilen Südhänge dar. Klangvolle Riednamen sind etwa der Hochberg und der Bodigraben in Neckenmarkt, in Horitschon Dürrau oder Hochäcker. Gewissermaßen eine Weinbauinsel bildet das Lutzmannsburger Plateau, dessen außerordentlich schwere Lehmböden ebenfalls beste Voraussetzungen für qualitativ hochwertigen Rotweinanbau bieten, selbst wenn das Potenzial nicht immer ganz ausgeschöpft wird. Im Mittelburgenland sind auch St. Laurent, Blauburgunder, Cabernet, Merlot und Syrah ausgepflanzt; die Rotweine der Premium-Kategorie sind allerdings oft Cuvées aus mehreren Rebsorten.

Mit dem Jahrgang 2005 wurde die Herkunftsbezeichnung DAC Mittelburgenland eingeführt. Mittelburgenland DAC steht für fruchtbetonte, würzige Weine aus Blaufränkisch, die im traditionellen großen Holzfass und/oder im Stahltank ausgebaut wurden. Mit einer Riedenbezeichnung wird ein kräftigerer Blaufränkisch-Stil versehen, der Ausbau in gebrauchten Barriques ist zulässig, der Alkoholgehalt beträgt mindestens 13%, maximal 13,5%. Mit Reserve werden die gehaltvollsten Blaufränkisch mit einem Mindest-Alkohol von 13% gekennzeichnet. Diese Weine dürfen auch in neuen kleinen Holzfässern ausgebaut werden. Die Prüfnummer für Mittelburgenland DAC darf frühestens ab 1. Mai des auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden, verkauft werden darf er nicht vor 1. August. Für DAC mit Riedenbezeichnung gelten 1. Juli sowie 1. Oktober, für Reserven 1. Jänner sowie 1. März des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres.

Jahrgangstabelle

2019
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2005
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2003
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1995
1994
1993
1992
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Eisenberg
© ÖWM/Herbert Lehmann
© ÖWM/Egon Mark
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Blaufränkisch, Zweigelt, Welschriesling, 515 Hektar Weinanbaufläche

Das Südburgenland wird treffend als „Weinidylle“ bezeichnet, jedoch sind nur einige Enklaven dieses landschaftlich sehr reizvollen Gebiets mit Reben bestockt. Die bekanntesten Weinberge befinden sich rund um Deutsch-Schützen sowie auf dem legendären Eisenberg. Hier gedeihen überaus mineralische, kernige und strukturierte Rotweine, und zwar überwiegend aus der heimischen Rebsorte Blaufränkisch. Wichtig ist zudem der Zweigelt; weniger Bedeutung haben die französischen Sorten à la Cabernet Sauvignon und Merlot, die meist Eingang in Blends mit Blaufränkisch finden.

Weitere Weingärten finden sich im Hügelland westlich des Pinkatals sowie auf den nach Süden exponierten Hängen des Geschriebensteins. Hier werden traditionell ebenso weiße Rebsorten kultiviert, wobei den spritzig-schlanken Welschrieslingen, die an die südoststeirischen Gewächse erinnern, die größte Bedeutung zukommt. Darüber hinaus werden auch Weißburgunder und Chardonnay angebaut.

Im äußersten Süden des Weinbaugebietes, wo die idyllischen, holzgeschnitzten Kellerstöckel der Presshäuser zur Einkehr einladen, wird noch der urwüchsige Uhudler ausgeschenkt. Bei diesem Wein handelt es sich um einen Sammelbegriff für diverse amerikanische Unterlagsreben.
Die Uhudler ergeben teils plakativ rotfruchtige, rassige Sommerweine, die eine eingeschworene
Liebhabergemeinde besitzen.

Die typischen Blaufränkischen im Südburgenland werden ab dem Jahrgang 2009 unter der Bezeichnung Eisenberg DAC (Eisenberg DAC Reserve ab dem Jahrgang 2008) vermarktet. Der Alkoholgehalt beträgt mindestens 12,5%, die Reservekategorie beginnt bei 13%. Der Restzucker ist mit 4 g/l limitiert. Der Verkauf der DAC-Weine ist ab 1. September des auf die Ernte folgenden Jahres zulässig (Einreichung zur Prüfnummer 1. August), bei den Reserven erst ab 1. März des zweiten auf die Ernte folgenden Jahres (Einreichung zur Prüfnummer 1. Februar). Alle anderen Weine führen die Herkunftsbezeichnung „Burgenland“.

Jahrgangstabelle

2019
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1998
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1996
1995
1994
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1992
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Vulkanland Steiermark
© ÖWM/Anna Stöcher
© ÖWM/Gerhard Elze
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Welschriesling, Weißburgunder, Sauvignon Blanc, Traminer, 1.524 Hektar Weinanbaufläche

Das „Vulkanland Steiermark“ ist aus dem Weinbaugebiet Südoststeiermark hervorgegangen und stellt kein geschlossenes Anbaugebiet dar. Stattdessen gibt es hier eine Reihe von Weinbauinseln, die für österreichische Begriffe relativ weit voneinander entfernt sind und auch in puncto Bodenbeschaffenheit und Kleinklima wenige Gemeinsamkeiten aufweisen. Im südoststeirischen Dreiländereck rund um Klöch und Straden, wo steile Kogel vulkanischen Ursprungs aus dem Weinland herausragen, konnten sich einige Betriebe mit fruchttiefem Sauvignon Blanc, Morillon und Traminer profilieren. Regelmäßig werden hier Kreszenzen mit sehr hohem Mostgewicht gewonnen, und auch der österreichweite Trend zum Rotwein ist in dieser kleinklimatisch begünstigten Ecke deutlich zu bemerken – mit dem Zweigelt als Leitsorte. Der würzig-aromatische Traminer, für den es in Klöch eine spezielle Markengemeinschaft gibt, hat – begünstigt durch einige sonnige Herbste – eine wahre Renaissance erlebt.

In der Oststeiermark, etwa auf dem Ringkogel bei Hartberg oder in den weiteren Zentren um Gleisdorf und Fürstenfeld, werden deutlich härtere Weißweintypen gekeltert, wie animierende Welschrieslinge, saftige Weißburgunder und rassige Sauvignons. Unmittelbar an der Thermenlinie, nahe den boomenden Heilbädern, gewinnen die Rotweinrebsorten immer mehr an Bedeutung, wobei der vorherrschende Zweigelt um Komplementärsorten wie Blauburgunder und Syrah ergänzt wurde.

Im Jahr 2018 wurden DAC-Regelungen eingeführt. Im Fokus steht die Herkunft, also eine Klassifizierung in Gebietswein, Ortswein und
Riedenwein. So dürfen nur folgende Rebsorten verwendet werden: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Gelber
Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer und Verschnitte daraus. Die Prüfnummer darf ab 15. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden, für Welschriesling ab 1. Dezember des Erntejahres. Der Wein darf nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden; ausgenommen davon sind Weine der Rebsorte Welschriesling.

Jahrgangstabelle

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2008
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2001
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1994
1993
1992
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Südsteiermark
© ÖWM/Egon Mark
© ÖWM/Anna Stöcher
© ÖWM/Gerhard Trumler

Die wichtigsten Rebsorten: Welschriesling, Sauvignon Blanc, Muskateller, Weißburgunder, Morillon, 2.563 Hektar Weinanbaufläche

Hier feierte das österreichische Weinwunder seinen Ursprung. Nach der Krise Mitte der 1980er-Jahre riss eine gut ausgebildete Generation ehrgeiziger junger Winzer in den führenden Betrieben das Ruder herum und überzeugte die österreichischen Weinliebhaber mit trockenen, sehr fruchtbetonten Weinen. Daneben wurde das Vorurteil der angeblich so kurzen Lagerfähigkeit der südsteirischen Weißweine durch spät gelesenen Sauvignon Blanc und Morillon – ausgebaut zum Teil in Barriques, zum Teil im großen Holzfass – widerlegt.

Eine schwarz-weiß malende Differenzierung zwischen Weinen der Steirischen Klassik, die im Stahltank ausgebaut werden, und den in neuen oder gebrauchten Holzfässern ausgebauten Weinen ist nicht mehr angebracht, ist doch der merkliche Holzanteil in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Der Herkunftsgedanke setzt sich zusehends in Gestalt von Gebiets-, Orts- und Riedenweinen durch. Die wichtigsten Weinbauorte umfassen Gamlitz, Ratsch, Berghausen, Spielfeld und Leutschach sowie im Sausal Kitzeck und Sankt Nikolai. Bei den Rebsorten dominieren Sauvignon Blanc, Muskateller, Welschriesling, Weißburgunder und Morillon, im Sausal fühlt sich auch der Riesling ausgesprochen wohl. Die Böden sind vielschichtig und reichen von Sand und Schiefer über Schotter und Konglomerate bis zu Mergel und Kalkstein. Der Opok, ein verfestigtes, nicht sehr grobkörniges Sedimentgestein, ist typisch für die Gegend um Leutschach, Gamlitz und Spielfeld. Kristalline Untergründe findet man vor allem im Sausal. Feuchtwarmes, mediterranes Klima bestimmt den langen Vegetationsverlauf, kühle Nächte fördern die Entwicklung einer frischen und tiefen Aromatik.

Im Jahr 2018 wurden DAC-Regelungen eingeführt. Im Fokus steht die Herkunft, also eine Klassifizierung in Gebiets-, Orts- und Riedenwein. Nur die folgenden Rebsorten sind zugelassen: Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer sowie Verschnitte daraus. Die staatliche Prüfnummer darf nicht vor 15. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden, bei Welschriesling nicht vor 1. Dezember des Erntejahres. Der Wein darf nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden; ausgenommen davon sind Weine der Rebsorte Welschriesling. Der Gehalt an unvergorenem Zucker darf maximal 4 g/l betragen, Riesling und Traminer müssen trocken im Sinne des Weinrechts sein.

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1994
1993
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Weststeiermark
© ÖWM/Robert Herbst
© ÖWM/Egon Mark
© ÖWM/Anna Stöcher

Die wichtigsten Rebsorten: Blauer Wildbacher, Sauvignon Blanc, Weißburgunder, 546 Hektar Weinanbaufläche

Den Ruf der Weststeiermark begründet hat zweifellos der Schilcher, ein überaus charaktervoller, von rassiger Säure geprägter Rosé aus der Rebsorte Blauer Wildbacher, eine der urwüchsigsten autochthonen Sorten in Österreichs Weingärten. Der Begriff Schilcher kommt von „schillern“, also den Facetten dieses von Pink bis Dunkelrosa changierenden Weines, wobei die Farbkraft lediglich von der Maischestandzeit abhängig ist. Die früher betonten Unterschiede zwischen Stainzer Schilcher und den dunkleren Deutschlandsberger Typen sowie die Differenzierungen der verschiedenen Schilcher-Spielarten sind mittlerweile längst obsolet.

Das typische an Cassis, Walderdbeeren oder Himbeeren erinnernde Bukett, begleitet von Brennnessel-, Johannisbeerblätter- und Paprikanoten, entwickelt der Blaue Wildbacher in seiner schillernden Ausprägung allerdings nur in seiner Urheimat Weststeiermark. Eine Beschränkung des Blauen Wildbachers auf einen rassigen Rosé wäre zu kurz gegriffen. In besonders reifen Jahrgängen werden aus dem Wildbacher teils auch restsüße Spät- und Auslesen, ganz vereinzelt Eisweine und sogar Trockenbeerenauslesen oder Strohweine gekeltert.

Eine relativ neue Ausbauweise manifestiert sich in kraftvollen, tanninbetonten Rotweinen, die zum Teil in Barriques ausgebaut werden. Eine gewisse Bedeutung erlangt haben zudem die schäumenden Schilcher in Gestalt von Frizzante und Schilchersekt.

Die führenden Betriebe der Weststeiermark setzen selbstverständlich nicht mehr nur auf den Blauen Wildbacher in all seinen Spielarten, sondern versuchen sich – bestärkt durch die günstigen klimatischen Voraussetzungen der vergangenen Jahre – mit aromatischen Weißweinen wie Sauvignon Blanc und Gelbem Muskateller, die aus dieser Herkunft – entsprechenden Ausbau vorausgesetzt – sehr erfrischende und rassige Weine mit einem frühlingshaft anmutenden Fruchtspektrum ergeben können.

Im Jahr 2018 wurden DAC-Regelungen eingeführt. Im Fokus steht die Herkunft, also eine Klassifizierung in Gebiets-, Orts- und Riedenwein. Nur die folgenden Rebsorten sind zugelassen: Blauer Wildbacher (ausgebaut als Schilcher), Welschriesling, Weißburgunder, Morillon, Grauburgunder, Riesling, Gelber Muskateller, Sauvignon Blanc, Traminer und Verschnitte daraus. Die staatliche Prüfnummer darf nicht vor 15. Jänner des auf die Ernte folgenden Jahres beantragt werden, für Schilcher und Welschriesling nicht vor 1. Dezember des Erntejahres. Der Wein darf nicht vor 1. März des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden; ausgenommen davon sind Schilcher und Welschriesling. Der Gehalt an unvergorenem Zucker ist mit 4 g/l limitiert, Riesling und Traminer müssen trocken im Sinne des Weinrechts sein.

Jahrgangstabelle

2019
2018
2017
2016
2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
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2003
2002
2001
2000
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1998
1997
1996
1995
1994
1993
1992
1991
Bergland
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner
© ÖWM/Marcus Wiesner

Die wichtigsten Rebsorten: Unterschiedlich je nach Bundesland, 237 Hektar Weinanbaufläche

Wein wird in Österreich nicht nur in den typischen Weinbauregionen Weinland (Niederösterreich, Burgenland, Wien) und Steirerland (Steiermark) angebaut, sondern auch in allen anderen Bundesländern, die in der Weinbauregion Bergland zusammengefasst sind.

Vorarlberg

Mit mehr als zehn Hektar Weinanbaufläche entfällt ein kleiner Teil des bunt gemischten Bergland- Konglomerats auf Vorarlberger Rieden, wo der Weinbau einstmals große Bedeutung besaß. Heute beschränkt er sich im Wesentlichen auf die steilen Röthner Lagen rund um den Viktorsberg und auf Rankweil, die eine tadellose Exposition nach Süden aufweisen. Einige kleinere Einsprengsel von Weinfluren befinden sich zudem in Frastanz, Rankweil, Bludesch, Feldkirch, Klaus und Bregenz. Sofern die regelmäßig auftretenden herbstlichen Föhnperioden für eine gute Ausreifung des Traubengutes sorgen, können durchaus feingliedrige und fruchtbetonte Blauburgunder gekeltert werden; auch die weiße Burgunderfamilie bringt mit Weißburgunder, Grauburgunder und Chardonnay immer wieder ordentliche Weinqualitäten hervor. Der ebenfalls angebaute Riesling fällt in Vorarlberg animierend aus.

Kärnten

Der Weinbau in Kärnten befindet sich seit Jahren im Aufschwung – binnen relativ kurzer Zeit ist die Rebfläche auf aktuell gemeldete 170 Hektar angestiegen. Die Zentren des Kärntner Weinbaus liegen im Bezirk St. Veit mit dem Längsee und dem Gebiet um die Burg Hochosterwitz, im Lavanttal, im Bereich von Feldkirchen und rund um die Stadt Klagenfurt. 2013 wurden erstmals drei Kärntner Weine im Salon Österreich Wein ausgezeichnet.

Oberösterreich

In Oberösterreich werden rund 45 Hektar an sonnigen Standorten des Donautales, des Machlandes, des Linzer Gaumberges, am Rande des Eferdinger Beckens, im oberösterreichischen Zentralraum, im hügeligen Innviertel, in luftigen Lagen des Mühlviertels und im Süden des Salzkammergutes bewirtschaftet. Durchwegs dominieren die Rebsorten Grüner Veltliner, Chardonnay, Zweigelt und Roesler.

Andere

Weinbau in bescheidenem Ausmaß hat es schon immer in Nordtirol gegeben. Aktuell sind fünf Hektar Anbaufläche gemeldet. Relativ neu im Bergland-Reigen findet sich Salzburg mit sieben Hektar.

schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -