Weinguide
Ausgabe 2026/27
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2019 Cuveé Ried Frauenfeld Reserve
Weingut
Hannes Dachauer
Thermenregion

(CS/ME/SY) Dunkelrot, fruchtig-würzig; fein röstiger Johannisbeermix, Hauch Cassis und Peperonata, Trockenfrucht, fleischige Dichte, reife Tannine mit Nougat und Kranebeere, hat Saft und Kraft, Zimt, fein röstig, Brombeerschokolade im eleganten Rückaroma. ÖSTERREICH

Rotwein
Cuvée Rot
€€€
Naturkork

Weingut
Hannes Dachauer
Thermenregion

Johannes Dachauer
2523 Tattendorf
Raiffeisenplatz 9

Das Weingut von Hannes Dachauer findet man im Heurigenort Tattendorf im Weinbaugebiet Thermenregion. Hier werden besonders markante und gebietstypische Weine gekeltert, wie man auch an jenen des Kellermeisters Hannes Dachauer gut nachvollziehen kann. In seinem zertifizierten biologischen Betrieb wird besonderes Augenmerk auf den St.Laurent, Pinot Noir und den autochtonen Rotgipfler gelegt. Auch im Weingarten zeigt sich sein hoher Respekt vor Natur und Umwelt, und es ist für Hannes Dachauer selbstverständlich, sorgfältig und liebevoll mit diesen edlen natürlichen Gütern umzugehen. Der Lohn seiner gefühlvollen Arbeit in Weingarten und Keller ist das Entstehen von gebietstypischen Weinen mit Charakter. Zu verkosten sind diese am besten bei einem Besuch in seinem gemütlichen Heurigenlokal, wo bis zu 80 Gäste Platz finden und wo man auch mit schmackhafter Hausmannskost verwöhnt wird.

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2025 NEU Riesling Nussberg-Ried Langteufel 1ÖTW
Weingut
Mayer am Pfarrplatz
Wien

(ca. 50 Jahre alte Reben) Der strotzt vor Mineralität, salzig, von großer Eleganz, erinnert an blauen Schiefer, Honigmelone, Steinobst, Kräuterwürze, Kamille, straff, dicht, engmaschig, streng limitiert. Wird im Herbst durchstarten.

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut
Mayer am Pfarrplatz
Wien

Thomas Podsednik
1190 Wien
Pfarrplatz 2

Es ist das vielleicht wichtigste Wiener Weingut und prägender Heuriger am Pfarrplatz in Heiligenstadt. Seit 1683 wird hier Weinkultur großgeschrieben. Die Weingärten befinden sich überwiegend in Döbling und auf der Hernalser Ried Alsegg. Hier residierte schon im Jahr 1817 Ludwig van Beethoven und schrieb an seiner 9. Symphonie und an seinem Heiligenstädter Testament. Die Weine sind herrliche Wiener Gewächse. Immer von Hellfruchtigkeit und Eleganz durchzogen. Das Tandem Thomas Podsednik, Betriebsleiter, und Dragos Pavelescu, Kellermeister, funktioniert perfekt. Das Weingut ist im Besitz von Hans Schmid, welcher es dereinst vom legendären Franz Mayer übernommen hat. Ich empfehle, den Heurigen Mayer am Pfarrplatz aufzusuchen. Dort führt man eine ausgezeichnete Küche und es gibt alle Weine, möglicherweise mit Ausnahme des raren Riesling Weißer Marmor. Der angesprochene Weißer Marmor – gewachsen am Nussberg Ried Obere Schoß – zählt mit Sicherheit zu den besten in Österreich und international. Leider streng limitiert. Jedoch hat er Konkurrenz im eigenen Haus bekommen. Der 2025 Riesling vom Nussberg Ried Langteufel – brandneu im Programm – ist verdammt gut.

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2024 Grauburgunder
Weingut
Hermann Moser
Kremstal

Nobles Bukett, hochfeiner Holzeinsatz, geröstete Maronen, Crème Brûlée, Kakaobohnen, Single-Malt; fest gebaut, fließt geschmeidig und facettenreich über den Gaumen, alles sehr edel, sehr stimmig; tolle moderne Vinifikation, die auch der Rebsorte Platz gibt; Burgund lässt grüßen.

Weißwein
Goldburger
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Hermann Moser
Kremstal

Martin Moser
3495 Rohrendorf
Bahnstraße 36

Es ist – in Gestalt von Martin und Carmen Moser – die 23. Generation, die das auf eine rund 400-jährige Tradition zurückblickende Weingut in Rohrendorf bei Krems heute führt und dies auch ausgesprochen erfolgreich bewerkstelligt. Freilich hat man auch die erforderlichen Ressourcen zur Hand, insbesondere mit der Prachtlage Gebling, aus der sowohl Top-Veltliner als auch ein großartiger Riesling stammen. Das Weingut ist international bestens aufgestellt, rund 70 Prozent der jährlichen Produktionskapazität fließen in den Export. Naturnahe bewirtschaftet wird seit langem, ab dem Jahrgang 2024 ist man nun auch biozertifiziert. 2025 beschreibt der sympathische Winzer als Österreich-Jahrgang. „Alles ist angenehmer ausgefallen, die Alkoholwerte sind geringer, die Säure etwas höher, dafür reif und hochfein, und auch die Erntemengen lagen über denen des Vorjahrs“, wird uns beschieden – deutlich an den Grünen Veltlinern Karmeliter und Kaiserstiege nachzuvollziehen, die heuer zur Hochform auflaufen. Freilich kommen auch dieses Mal die Top-Weine wieder aus der Ried Gebling – neben den hervorragenden Veltliner-Reserven Der Löss und Hannah hat der grandiose Riesling Gebling Kellerterrassen das Nasenspitzerl sogar noch ein Stück weiter vorne. Von diesen drei Prachtweinen behält Martin Moser Jahr für Jahr ungefähr ein Drittel zurück, um sie nach jeweils zehn Jahren nochmals als gereifte Exemplare anzubieten. Für eine mittlere Sensation sorgte in diesem Jahr aber ein ganz anderer Wein. Der im kleinen Holz ausgebaute Grauburgunder erinnert in seiner Noblesse tatsächlich an einen großen Montrachet aus dem Burgund.

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2024 Grüner Veltliner Ried Käferberg Alte Reben
Weingut
Rabl
Kamptal

Verlockend reife Frucht, Bienenwachs, Limonen, Orangenzesten; hochfeiner Fruchtschmelz, fest gebaut, ausgewogen, lang; Bilderbuch-Veltliner.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€
Schraubverschluss

Weingut
Rabl
Kamptal

Rudolf Rabl
3550 Langenlois
Weraingraben 10

Rudolf Rabl – im Outfit mehr Manager als Winzer – ist 1986 in den Betrieb eingetreten und setzte von Anfang an auf Erweiterung und Modernisierung des Weinguts, dessen Geschichte bis ins Jahr 1750 zurückreicht. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bereits in Flaschen gefüllt, und wenig später erfolgten mit dem Grünen Veltliner Käferberg und dem Riesling Schenkenbichl auch die ersten riedenreinen Füllungen im Haus. Mittlerweile gilt das Weingut mit einer bewirtschafteten Fläche von 80 Hektar als Kamptaler Vorzeigeunternehmen, das nach wie vor von der Familie geführt wird. Rabls Kinder sind beide im Betrieb tätig, Sohn Tobias hat an der HBLA Klosterneuburg maturiert und ist nach Praxis in Südafrika Teil des Kellerteams. Tochter Johanna, die mit ihrem Partner Jonas aus Kanada zurückgekehrt ist, kümmert sich vornehmlich um die Bereiche Präsentation und Vermarktung. Eine penible Bearbeitung der Rebanlagen sorgt zusammen mit modernster Kellertechnik Jahr für Jahr für eine Palette feiner Weine, die das Kamptaler Terroir vollständig abdeckt. Denn die Reben stehen sowohl in Urgesteinslagen (Schenkenbichl, Käferberg, Steinmassl, Steinhaus) als auch in reinen Lössweingärten, wie Kittmannsberg oder Spiegel. Hinzu kommt im Zuge einer Betriebsübernahme ab heuer eine beachtliche Größenordnung von Weingärten aus Grafenegg.

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2023 Göttlesbrunn
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

(ex-Redmont – ZW/BF) + Verlockende Dunkelfrucht, entgegenkommend, ausgereift, Tintenblei, ausgewogen; mittelgewichtig, frische Frucht, balanciert, lebhaft, hinten fester herber Gerbstoff, mittellang.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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2021 Grüner Veltliner BIO unique
Weingut
Hagn
Weinviertel

Helles Goldgelb, würzig und blumig zugleich, weißer Pfeffer, süßliche Extrakte, Orangenzesten, delikat, reife, gelbe Früchte, Ananas, sehr kräftig und gehaltvoll, elegant und lang. Herrlicher Speisenbegleiter!

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€
Naturkork

Weingut
Hagn
Weinviertel

Wolfgang und Leopold Hagn
2024 Mailberg
154

Wolfgang Hagn und sein Cousin Leo haben aus dem Weingut eine moderne Weinerlebniswelt geschaffen – mit dem Weindomizil als Kulinarik-Hotspot samt Nächtigungsmöglichkeit. Kulinarik und Wein sind für Wolfgang Hagn etwas ganz Besonderes. Ihr umfangreiches Sortiment wird immer wieder mit nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt. Bereits sieben Mal gab es von der Niederösterreichischen Weingala eine Auszeichnung als „Weingut des Jahres“. Mit dem aktuellen Jahrgang ist Wolfgang sehr zufrieden, die Weine sind wieder gelungen, haben Finesse und Extrakte, machen viel Freude. „Wein ist ein Handwerk, wir leben Wein und Kulinarik sieben Tage, einen ganzen Monat, ein ganzes Jahr – und es macht uns große Freude“, so der Winzer, und empfiehlt auch einen Blick in seine Weinerlebniswelt, wo man neben moderner Architektur die gesamte Produktpalette verkosten kann. Im hauseigenen Weinkino wird einem der Weg des Weines von der Rebe bis in die Flasche gezeigt.

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2025 Sämling 88 Beerenauslese
Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

(220 g/l RZ) Exotische Frucht, Litschi und Kiwi, einige Frische und Mineralität, getrocknete Kräuter; auch am Gaumen frucht-exotisch, Maracuja, Mandarinen, dezent Muskat, viel Salzigkeit, toller Säuregrip, gute Länge, dabei trocken wirkend.

Süßwein
Scheurebe (Sämling 88)
€€€
Glassstöpsel

Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

Angerhof Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida vom Angerhof in Illmitz gehört zu den besten Sweet Winemaker der Welt – was zahlreiche internationale Auszeichnungen bekunden. Sein Süßweinspektrum ist breit – es reicht von Spät- und Auslesen über Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen bis zu Besonderheiten wie Eiswein und Schilfwein. Wann immer man glaubt, man hat in diesem Facettenreichtum und dieser terroirgeprägten Eleganz schon alles gekostet, wird von Hans Tschida einmal mehr überrascht – mit einem außergewöhnlichen Schilfwein, einer Sonderedition, wie der Winzer zu seinem Grüner Veltliner Late Release Schilfwein sagt. Das Besondere: Der Süßwein kommt aus dem Jahr 2013, war bis heuer im Tank gelagert und wurde jetzt abgefüllt, erzählt Tschida über diese Veltliner-Essenz: „Es war ein Top-Traubenmaterial mit 31,5 Grad KMW. Ich wollte das ausreizen. Doch ich habe nicht länger abwarten wollen.“ So kam der 2013er Schilfwein nach 13 Jahren jetzt in den Verkauf. Dieser Schilfwein ist ein enorm würziges, nektarhaftes Fruchtbündel (Südfrüchte) mit viel Sortencharakter. Der jugendlich wirkende Wein ist jetzt für eine halbe Ewigkeit freigegeben. Denn der elegante, vielschichtige Wein könnte Jahrzehnte erfreuen, doch er präsentiert sich schon jetzt perfekt zum Genießen. Auf der „jungen“ Weinseite bringt der Sweet Winemaker heuer als Ergänzung zum White Sparkling und Rosé Sparkling, beide brut nature, erstmals einen Sweet Sparkling, eine Schaumwein-Cuvée mit zugesetzter Kohlensäure. „Wir finden das cool“, sagt Hans Tschida. Wir, das sind Tschidas Frau Lisa und seine Tochter Daniela Salzl-Tschida, die seit 2018 dabei ist und den Verkauf macht, aber auch bei der Ernte und der Produktion dabei ist. Im Angerhof-Verkauf stehen rund 25 Süßweine mit beeindruckender Jahrgangstiefe bei den Hochprädikaten, teilweise zurück bis zum Jahrgang 2017. Bei der höchsten Stufe, den Trockenbeerenauslesen, gibt es bei der Sämling TBA aus der Ried Domkapitel eine Seewinkel-Reserve und einem Leuchtturmwein von Tschida – die aktuellen jungen Jahrgänge 2024 und 2023 sowie auch verfügbar 2017. Der Sämling ist mengenmäßig Tschidas Toprebsorte, dann kommen Muskat Ottonel und der Welschriesling – denn der Winzer liebt die aromatischen Sorten, die er von A bis Z im Stahltank ausbaut. Jedoch gilt das für alle Weine, denn Tschida fokussiert auf Frucht; Holzfassausbau würde etwas von der Frucht nehmen – und das will er nicht. „Ich will frische, fruchtaromatische Weine haben.“ Tschidas Weine tragen alle eine Salzigkeit in sich – und das macht sie unverkennbar. „Das ist sehr typisch für unser Terroir; das sind unsere Böden rund um die Salzlacken, die mit einer Salzschicht bedeckt sind und diese Salzigkeit spürt man im Wein.“

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2017 Weißer Schiefer m
Weingut
Schiefer
Eisenberg

(WR/PB/PG) (Maische vergoren) Bukett nach Brioche, am Gaumen ein Cocktail von getrockneten Früchten, Marille, Feige, Ringlotte, Orangenzeste, ausdrucksstark, kompakt, straff mit mineralischer Prägung, mediterrane Kräuterwürze, toller Spannungsbogen mit vitalem Säureschliff, feine Gerbstoffeinbindung, viel Tiefe, balanciert, feiner Fruchtschmelz im Nachhall, sehr lang und salzig im Abgang, ganz groß!

Weißwein
Cuvée Weiß
€€€€
Naturkork

Weingut
Schiefer
Eisenberg

Uwe Schiefer
7503 Welgersdorf
Angerstraße 14

Uwe Schiefer ist ein Garant für authentische Terroir-Interpretationen in seidig-mineralischer Stilistik. Seine Weine sind geprägt vom allgegenwärtigen Schieferboden und offenbaren jene unverkennbare Stilistik und Bekömmlichkeit in Vollendung, die im Einklang mit naturnahem Weinbau und seiner minimalinvasiven Ausbauweise steht. Das schiefer.pur Weinsortiment ist vielfältig und umspannt die Klassiklinie ebenso wie die hochgepriesenen Premiumweine in Weiß samt der maischevergorenen Sortencuvée m und den Varietäten in Rot. Mit der Marke Weißer Schiefer begründete Uwe Schiefer nicht nur die Welschriesling-Renaissance in Österreich, sondern setzte zugleich die Benchmark für diese hierzulande im trocken werdenden Klima zu höchsten Ehren gekommene Rebsorte. Heute sind von seinen Varietäten der komplexe Weißer Schiefer s und die maischevergorene Variante m gefragte Welschriesling-Klassiker. Entsprechend den Erfahrungswerten des Winzers wird den Welschriesling-Varietäten geringfügig nun Weißburgunder beigefügt, um etwas mehr an gerundeter Tiefe zu erhalten. Der klassische Weißer Schiefer als auch sein Premiumpartner s präsentieren sich in feinziselierter Struktur mit viel Mineralik, wobei Letzterer mit engmaschiger Dichte in perfekter Struktur erneut eine Benchmark für diese Sorte in Österreich darstellt. Die Basis für den in gebrauchten Barriques ausgebauten Schiefer s bildet eine 30-jährige Altanlage der Ried Hummelgraben (toniger Lehm), die unterhalb an die Ried Saybritz anschließt. Ein beeindruckendes Lebenszeichen gibt die maischevergorene Variante m im aktuell verfügbaren Jahrgang 2017, die durch ihre feinziselierte Spielart auch in diesem Segment die zukünftige Stilistik vorgeben wird. Im Bereich der klassischen Rotweinlinie widmet sich Uwe Schiefer erwartungsgemäß ausschließlich der Sorte Blaufränkisch. Diese überzeugt Jahr für Jahr im traditionellen Lagerholzfass-Ausbau in feinziselierter Fruchtstilistik und bereitet in perfekter Balance höchsten Trinkgenuss. Die Lagencuvée Vom blauen Schiefer ist als eine idealtypische Eisenberg-Interpretation von feinster Fruchttiefe im noblen Understatement zu bezeichnen. Die rote Premiumlinie vom Blaufränkisch Eisenberg präsentiert sich im Einzellagen-Ausbau unisono erwartungsgemäß in höchster Qualität. Innerhalb dieser Kollektion gilt Blaufränkisch Ried Szapary (karge Schieferverwitterungsböden) als die feingliedrigste Interpretation. Entsprechend dem Witterungsverlauf tritt der sonst mit filigraner Frucht gekennzeichnete Ried Szapary vom Jahrgang 2021 mit straffer Frucht und viel Extraktdichte auf. Komplementär dazu verhält sich die kräftige Blaufränkisch-Variante aus der Ried Reihburg (Grün- und Blauschiefer, tonige Lehmböden), die international zur Benchmark für Top-Blaufränkische zu zählen ist. Das stilistisch komplementäre Meisterstück dazu bildet der Blaufränkische aus Uwe Schiefers Altbesitzungen im Mittelburgenland vom Lutzmannsburg V.V. (Vieille Vigne), der die saftige und fruchtcharmante Seite des Blaufränkisch verkörpert. Die betreffenden Weingärten wurden inzwischen aufgegeben, sodass diese Weine nur mehr aus historischen Jahrgängen erhältlich sind. Parallel dazu hat Uwe Schiefer den Grand Reserve Club als neue Linie ins Leben gerufen. Umwerfend, welch herrliche Stilperspektiven in höchster Perfektion und Qualität Uwe Schiefer von den Sorten Merlot und Pinot Noir am Eisenberg eröffnet hat. Merlot 2021 ist der würdige Nachfolger vom Jahrgang 2018, der diesen vermutlich durch sein mehr an Fruchtklarheit und Tiefe übertreffen wird, und der Pinot Noir 2023 schwebt puncto hellfruchtiger Finesse und Vielschichtigkeit in jenen Höhen, die ihn in die Liga der besten Pinots dieser Welt einordnen lassen.

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2025 Grüner Veltliner Ried Steinporz Smaragd
Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Würziges, von frischen Äpfeln umrahmtes Bukett, glockenklare Gelbfrucht, mineralisch geprägt, Weingartenpfirsich, Trockenkräuter, strukturiert, alles in Balance, ein eleganter Sortenvertreter mit viel Potenzial.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Roman Gritsch
3620 Spitz
Radlbach 11

Roman Gritsch betreibt am östlichsten Ausläufer der Ried Setzberg, der quasi als Hausberg der Familie Gritsch bezeichnet werden kann, einen sympathischen Winzerbetrieb. Angeschlossen ist ein beliebter Heurigenbetrieb, von wo sich ein überwältigender Ausblick auf die Spitzer Weingärten bis zur Ruine Hinterhaus öffnet. Die aktuelle Serie ist besonders beim Grünen Veltliner bravourös ausgefallen: Federspiel als auch die Smaragdvariante präsentieren sich in heller Fruchtigkeit und verfügen über eine feine Säurestruktur. Zusehends profitieren sie von der eleganteren Stilistik, die in den letzten Jahren zusehends forciert wird. Der Grüne Veltliner von der Ried Gasslreith, die eine steinige und terrassierte Subriede vom Steinborz ist, begeistert mit viel schiefigem Verve im gehobenen Federspielbereich. Vom Steinporz gibt es noch die Smaragdvariante, die ohne Bewässerung einen hocharomatischen Top-Veltliner hervorbringt, geprägt von Mineralität und Extraktdichte. Von den beiden Riesling Smaragden zeigt sich die Ried Tausendeimerberg jahrgangsbedingt mit etwas Botrytis, die Ried Setzberg liegt noch im Fass und wird erst im Herbst auf die Flasche kommen. Von den beiden traditionellen Burgundersorten, jeweils in der Kategorie Smaragd, ist der Neuburger wetterbedingt ausgefallen, sodass hier der Weißburgunder die Ehrenrettung übernimmt. Jahr für Jahr überzeugt dieser körperreiche Wein mit kühlem Charme, doch diesmal ist seine Fruchttransparenz unübertroffen. Der heuer sich wieder mehr pikant zeigende Muskateller ist im Hause Gritsch von Jahr zu Jahr ein idealtypischer Einstieg für ein herrliches Trinkvergnügen im Gastgarten.

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2025 Grüner Veltliner Smaragd Ried Dürnsteiner Schütt
Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Dezentes Bukett, elegant, Stein- und Kernobst, Zitrus, Orangenschalen, exotisches Flair, kühl, lebendig, charmant, mineralischer Touch, tolle Würze, gute Länge. Geht auf – ein Langstreckenläufer.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€
Schraubverschluss

Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Paul Stierschneider
3601 Dürnstein
Oberloiben 17

„Ein sehr guter Jahrgang der 2025iger“, meinte Paul Stierschneider – eine Aussage, die bei der Verkostung bestätigt wurde. Es gab etwas Hagel in diesem Jahr in der Region. Doch fast ohne Schäden. Dadurch Ertragsreduzierung, was sich sogar als positiv herausgestellt hat. Leider gibt es weniger Riesling in diesem Jahrgang. Man arbeitet halt mit der Natur. Seit zirka 60 Jahren gibt es in diesem Haus einen Zweigelt Rosé. Immer mit Verve und höchster Güte. Herrliche Grüne Veltliner Federspiele. Vor allem der produced by Valentin vom Sohn des Hauses ragt heraus. Bei den Smaragd Weinen stechen die Gewächse vom Loibenberg hervor. Wie Riesling Terrassen Loibenberg oder der 351 Smaragd Riesling – die Seehöhe anzeigend. Der Riesling Loibenberg, welcher kein Smaragd ist, da 9,4 Gramm Restzucker: ganz einfach brillant. Ebenfalls der Grüner Veltliner Smaragd aus dieser großen Lage. Hinweisen möchte ich aber auch auf den Gelber Muskateller Federspiel Guglzipf.

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2024 Grüner Veltliner Ried Dechant Alte Reben
Weingut
Rabl
Kamptal

Honigfrüchte, Ringlotten, weiße Ribisel, auch cremige Noten, Würztabak; der mittelkräftige Körper wird von forscher Säure verschlankt, schwelgt in Substanz und Finesse; erste Trinkreife erreicht; exquisiter Stoff.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€
Schraubverschluss

Weingut
Rabl
Kamptal

Rudolf Rabl
3550 Langenlois
Weraingraben 10

Rudolf Rabl – im Outfit mehr Manager als Winzer – ist 1986 in den Betrieb eingetreten und setzte von Anfang an auf Erweiterung und Modernisierung des Weinguts, dessen Geschichte bis ins Jahr 1750 zurückreicht. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bereits in Flaschen gefüllt, und wenig später erfolgten mit dem Grünen Veltliner Käferberg und dem Riesling Schenkenbichl auch die ersten riedenreinen Füllungen im Haus. Mittlerweile gilt das Weingut mit einer bewirtschafteten Fläche von 80 Hektar als Kamptaler Vorzeigeunternehmen, das nach wie vor von der Familie geführt wird. Rabls Kinder sind beide im Betrieb tätig, Sohn Tobias hat an der HBLA Klosterneuburg maturiert und ist nach Praxis in Südafrika Teil des Kellerteams. Tochter Johanna, die mit ihrem Partner Jonas aus Kanada zurückgekehrt ist, kümmert sich vornehmlich um die Bereiche Präsentation und Vermarktung. Eine penible Bearbeitung der Rebanlagen sorgt zusammen mit modernster Kellertechnik Jahr für Jahr für eine Palette feiner Weine, die das Kamptaler Terroir vollständig abdeckt. Denn die Reben stehen sowohl in Urgesteinslagen (Schenkenbichl, Käferberg, Steinmassl, Steinhaus) als auch in reinen Lössweingärten, wie Kittmannsberg oder Spiegel. Hinzu kommt im Zuge einer Betriebsübernahme ab heuer eine beachtliche Größenordnung von Weingärten aus Grafenegg.

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2022 Gelber Muskateller Eiswein
Weingut
Josef Ehmoser
Wagram

Konzentriertes Fruchtaromenspiel im Auftakt, Hollunderblüte, Zitronen, Crème Brûlée, Minze, sehr reichhaltiger Gaumen, aber mit einer sehr guten Säure, die Eleganz hineinbringt, kandiertes Zitronenkaramell, Kumquat, Blutpfirsich, viel Kräuterauszug, eleganter Abgang, schade, dass Eiswein nur so selten funktioniert.

Weißwein
Gelber Muskateller
€€
Schraubverschluss

Weingut
Josef Ehmoser
Wagram

Josef Ehmoser
3701 Tiefenthal
9

Mit dem Jahrgang 2022 ist das Weingut von Josef Ehmoser offiziell biologisch zertifiziert. Diese konsequente Entscheidung passt perfekt zu einer Philosophie, die auf Natürlichkeit, Präzision und Geduld setzt. In den Weinen spiegeln sich Energie, Spannung und Herkunft auf besonders eindrucksvolle Weise wider – sie zeigen das Beste, was der Wagram zu bieten hat. Gemeinsam mit seiner Frau Martina erzeugt Josef Ehmoser Weine von großer Ruhe und innerer Kraft. Sie dürfen sowohl im Fass als auch in der Flasche die Zeit bekommen, die sie brauchen, um sich vollständig zu entfalten. Im Mittelpunkt steht der Grüne Veltliner, doch auch Riesling und Weißburgunder überzeugen Jahr für Jahr mit Ausdruck und Charakter. Bemerkenswert ist die kontinuierliche Entwicklung des Weinguts. Die Weine gewinnen zunehmend an Tiefe, Eleganz und Finesse. Gleichzeitig stehen die Weingärten in harmonischem Einklang mit der Natur. Rehe, Hasen, Rebhühner, zahlreiche Insekten und Vögel finden hier ebenso ihren Lebensraum wie Wiesenblumen und verschiedene Baumarten. „Wir wollen den Reichtum des Lebendigen durch unsere naturnahe und schonende Arbeitsweise mit viel Handarbeit erhalten und fördern“, sagt Josef Ehmoser. „Biodiversität und Bodenfruchtbarkeit stehen für uns im Mittelpunkt.“ Der Grüne Veltliner aus der Ried Hohenberg, gewachsen auf klassischem Löss, beeindruckt mit kraftvoller Struktur und großer Komplexität. Der Grüne Veltliner aus der Ried Georgenberg – ruhig und gesetzt, zugleich voller innerer Spannung – wurzelt in einer faszinierenden Mischung aus Löss und Donaukies und bildet das Rückgrat des Weinguts. Die dem heiligen Georg gewidmete Lage trägt ihren Namen aufgrund der Kirche, die sich dort befindet. Beide Weine reifen zwei Winter lang in großen Holzfässern und gewinnen dadurch an Tiefe und Ausdruck. Schon die Basislinie zeigt eindrucksvoll die Handschrift des Hauses. Mit dem Wagram Terrassen Grüner Veltliner, dem Riesling und Weißburgunder demonstriert Josef Ehmoser, wie konsequent er auf Festigkeit, Eleganz und Herkunft setzt. Der Jahrgang 2025 präsentiert sich als hervorragender Vertreter der Region. Josef Ehmoser betont, dass die Lese unter idealen Bedingungen verlief: kühl, präzise und mit bester Säurestruktur. Für ihn stehen derzeit Kontinuität und bewährte Methoden klar im Vordergrund. Die Grünen Veltliner aus den Rieden Georgenberg und Hohenberg zeigen sich im Jahrgang 2024 ausdrucksstark und kraftvoll, ohne ihre elegante Balance zu verlieren. Ein fulminanter Schlusspunkt ist der Eiswein 2022 aus Gelbem Muskateller – mit betörender Frucht, feiner Würze und beeindruckender Komplexität.

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2023 Prellenkirchen Blaufränkisch
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Rauchig, würzig, vollreif, pfeffrig, viel Brombeer, Schwarzkirschen, dunkles Laub, Tee; kraftvoll, kernig, saftig, seidige Frucht, Brombeere mit Ribisel, hinten wieder sehr strukturiert, Biss, recht lang.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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2025 Riesling Nussberg
Weingut
Muth
Wien

(Schallau, Untere Schoß) Feines Bukett, Stein- und Kernobst, kalkig, zarte Aromen; vornehm zurückhaltend, Weingartenpfirsich, Minze, steht am Beginn seiner guten Entwicklung, adstringierend, ich freue mich auf den Herbst!

Weißwein
Riesling
€€
Schraubverschluss

Weingut
Muth
Wien

Josef & Gerhard J. Lobner
1190 Wien
Probusgasse 10

1596 wurde die Familie Muth in der Heiligenstädter Probusgasse 10 zum ersten Mal als Bauern mit Wein, Acker und Holz erwähnt. Die Muthgasse im 19. Bezirk ist nach einem Vorfahren benannt, der dort Holzlagerplätze am Donaukanal hatte, Bürgermeister von Nußdorf und Landtagsabgeordneter war. Hans Muth ist die mittlerweile 8. Generation im Weinbau und konnte mir in unserem langen Gespräch viel aus seinem Leben erzählen: 1938 geboren, musste er schon mit 18 Jahren (da sein Vater früh starb) den Weinbau und den Heurigen übernehmen, zuerst noch mit seiner Mutter als Vormund, mit 21 Jahren dann alleine. Sofort – also 1956 – ließ er den Heurigen umbauen und modernisieren (Schank, Innenraum, WC-Anlagen etc.), und ein großer Teil dieses Umbaus macht heute noch den Charme des Heurigen aus. Von 06:00 bis 15:00 Uhr saß er am Traktor oder arbeitete im Weingarten, danach ging es im Heurigen weiter. Auf der Welser Messe verkaufte er 1958 in 10 Tagen 4.800 Liter Wein aus dem Doppler und machte damit den Wiener Wein und seinen Betrieb bekannter. Bald wurde auch begonnen, einen Teil der Produktion auf Flasche zu füllen. Der Heurige war immer ein Gemischter Satz aus der Oberen Schoß, dazu kam der Alte (der Wein aus dem Vorjahr) und der Spezi, ein spezieller Wein, der bei jedem Betrieb anders komponiert war, hier eine Cuvée aus Riesling und Weißburgunder. Ab dem Ende der 60er Jahre wurde Riesling auch reinsortig im Heurigen verkauft und auf Bouteille gefüllt. In den 70er Jahren bewirtschaftete Hans Muth sechs bis sieben Hektar, füllte 15.000 Flaschen pro Jahr ab und der Riesling wurde immer wichtiger. Die Gäste kamen wegen Obststrudel frisch vom Blech und dem legendären Liptauer zum Heurigen. In den 80ern wuchs der Weinbau auf 12 Hektar. 1997 kam der erste Einschnitt: Hans Muth hatte einen Herzinfarkt, den er gerade so überlebte. Im Weingarten holte er sich daraufhin Hilfe (dieser Mitarbeiter sollte 31 Jahre bleiben) und den Heurigen übergab er an seine Tochter. Nach einigen Irrungen und Wirrungen übernahm Michael Landrichter am 01.03.2020 den Heurigen und setzt die lange Tradition mit neuem Elan und einem jungen Team fort. Und das kann er ausgezeichnet, war er doch 26 Jahre lang Gutsverwalter beim Stift St. Peter in Hernals samt angeschlossener Buschenschank. Von 2007 bis 2025 war Gerhard Lobner als erfolgreicher Weingutsleiter der Wiener Weingüter „Mayer am Pfarrplatz“ und „Rotes Haus“ tätig. Jetzt ist er quasi einmal die Probusgasse hinaufgegangen und haucht nun – zusammen mit seinem Sohn Josef – ab dem Jahrgang 2025 dem altehrwürdigen Weingut Muth neues Leben ein. Der Start ist vielversprechend, konnte doch der Grüne Veltliner 2025 beim Wiener Weinpreis gleich einmal den Landessieger abräumen. Und am Heurigentisch sitzt der Hans Muth bei einem Glaserl Riesling und sieht den Jüngeren beim Arbeiten zu. Ich habe ihn gefragt, was für ihn im Leben das Wichtigste ist. Er antwortete: „Positives Denken!“

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2013 Grüner Veltliner
Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

Late Release Schilfwein (220 g/l RZ) Nach 13 Jahren im Tank jetzt abgefüllt. Fein gereifte Kernobstfruchtnoten mit noch immer guter Fruchtfrische, gewürzig, schwarzer Pfeffer, Honigmelone, Limettenschalen; bisschen ätherisch mit Kräuternoten, Tannenzapfen, viel Fruchtgelee, reife Birnen, würzige Ananas, getrocknete Orangen, super Säurebogen, lebhafter Wein, dem man sein Alter nicht ansieht, feine Länge, enormes Potenzial, sehr gelungen!

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€€€
Glassstöpsel

Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

Angerhof Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida vom Angerhof in Illmitz gehört zu den besten Sweet Winemaker der Welt – was zahlreiche internationale Auszeichnungen bekunden. Sein Süßweinspektrum ist breit – es reicht von Spät- und Auslesen über Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen bis zu Besonderheiten wie Eiswein und Schilfwein. Wann immer man glaubt, man hat in diesem Facettenreichtum und dieser terroirgeprägten Eleganz schon alles gekostet, wird von Hans Tschida einmal mehr überrascht – mit einem außergewöhnlichen Schilfwein, einer Sonderedition, wie der Winzer zu seinem Grüner Veltliner Late Release Schilfwein sagt. Das Besondere: Der Süßwein kommt aus dem Jahr 2013, war bis heuer im Tank gelagert und wurde jetzt abgefüllt, erzählt Tschida über diese Veltliner-Essenz: „Es war ein Top-Traubenmaterial mit 31,5 Grad KMW. Ich wollte das ausreizen. Doch ich habe nicht länger abwarten wollen.“ So kam der 2013er Schilfwein nach 13 Jahren jetzt in den Verkauf. Dieser Schilfwein ist ein enorm würziges, nektarhaftes Fruchtbündel (Südfrüchte) mit viel Sortencharakter. Der jugendlich wirkende Wein ist jetzt für eine halbe Ewigkeit freigegeben. Denn der elegante, vielschichtige Wein könnte Jahrzehnte erfreuen, doch er präsentiert sich schon jetzt perfekt zum Genießen. Auf der „jungen“ Weinseite bringt der Sweet Winemaker heuer als Ergänzung zum White Sparkling und Rosé Sparkling, beide brut nature, erstmals einen Sweet Sparkling, eine Schaumwein-Cuvée mit zugesetzter Kohlensäure. „Wir finden das cool“, sagt Hans Tschida. Wir, das sind Tschidas Frau Lisa und seine Tochter Daniela Salzl-Tschida, die seit 2018 dabei ist und den Verkauf macht, aber auch bei der Ernte und der Produktion dabei ist. Im Angerhof-Verkauf stehen rund 25 Süßweine mit beeindruckender Jahrgangstiefe bei den Hochprädikaten, teilweise zurück bis zum Jahrgang 2017. Bei der höchsten Stufe, den Trockenbeerenauslesen, gibt es bei der Sämling TBA aus der Ried Domkapitel eine Seewinkel-Reserve und einem Leuchtturmwein von Tschida – die aktuellen jungen Jahrgänge 2024 und 2023 sowie auch verfügbar 2017. Der Sämling ist mengenmäßig Tschidas Toprebsorte, dann kommen Muskat Ottonel und der Welschriesling – denn der Winzer liebt die aromatischen Sorten, die er von A bis Z im Stahltank ausbaut. Jedoch gilt das für alle Weine, denn Tschida fokussiert auf Frucht; Holzfassausbau würde etwas von der Frucht nehmen – und das will er nicht. „Ich will frische, fruchtaromatische Weine haben.“ Tschidas Weine tragen alle eine Salzigkeit in sich – und das macht sie unverkennbar. „Das ist sehr typisch für unser Terroir; das sind unsere Böden rund um die Salzlacken, die mit einer Salzschicht bedeckt sind und diese Salzigkeit spürt man im Wein.“

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2024 Grüner Veltliner Ried Setzberg Smaragd
Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Strahlt in klarer Fruchtausprägung, saftige Gelbfrucht, Exotik à la Maracuja, feine Würzenoten, stoffige Mitte, harmonisch mit viel Körper, mineralisch, kühle Aromatik im langen Finish.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Naturkork

Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Roman Gritsch
3620 Spitz
Radlbach 11

Roman Gritsch betreibt am östlichsten Ausläufer der Ried Setzberg, der quasi als Hausberg der Familie Gritsch bezeichnet werden kann, einen sympathischen Winzerbetrieb. Angeschlossen ist ein beliebter Heurigenbetrieb, von wo sich ein überwältigender Ausblick auf die Spitzer Weingärten bis zur Ruine Hinterhaus öffnet. Die aktuelle Serie ist besonders beim Grünen Veltliner bravourös ausgefallen: Federspiel als auch die Smaragdvariante präsentieren sich in heller Fruchtigkeit und verfügen über eine feine Säurestruktur. Zusehends profitieren sie von der eleganteren Stilistik, die in den letzten Jahren zusehends forciert wird. Der Grüne Veltliner von der Ried Gasslreith, die eine steinige und terrassierte Subriede vom Steinborz ist, begeistert mit viel schiefigem Verve im gehobenen Federspielbereich. Vom Steinporz gibt es noch die Smaragdvariante, die ohne Bewässerung einen hocharomatischen Top-Veltliner hervorbringt, geprägt von Mineralität und Extraktdichte. Von den beiden Riesling Smaragden zeigt sich die Ried Tausendeimerberg jahrgangsbedingt mit etwas Botrytis, die Ried Setzberg liegt noch im Fass und wird erst im Herbst auf die Flasche kommen. Von den beiden traditionellen Burgundersorten, jeweils in der Kategorie Smaragd, ist der Neuburger wetterbedingt ausgefallen, sodass hier der Weißburgunder die Ehrenrettung übernimmt. Jahr für Jahr überzeugt dieser körperreiche Wein mit kühlem Charme, doch diesmal ist seine Fruchttransparenz unübertroffen. Der heuer sich wieder mehr pikant zeigende Muskateller ist im Hause Gritsch von Jahr zu Jahr ein idealtypischer Einstieg für ein herrliches Trinkvergnügen im Gastgarten.

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2024 Ried Kirchweingarten 1ÖTW
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

(ZW) Rauchig, viel dunkle Würze, ausgereift, Tintenblei, Schwarzkirschen, cremiger Hauch; mittelkräftig, schöne Frucht, fest, griffig, sehr jugendlich, herb und noch Spur ruppig , straff, Geduld.

Rotwein
Zweigelt
€€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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2022 Muskat-Ottonel Schilfwein
Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

(300 g/l RZ) Enorm muskatig und salzig-frisch, Tomatenrispe, Minze, viel ätherische Noten; lebhaft und dabei von einnehmender Süße eingepackt, nektarhafte Frucht, sehr weich, viel Extrakt und Fruchtsüße begleitet von gutem Säurekick und Zug.

Weißwein
Muskat-Ottonel
€€€€€
Glassstöpsel

Weingut
Angerhof Tschida
Neusiedlersee

Angerhof Tschida
7142 Illmitz
Angergasse 5

Hans Tschida vom Angerhof in Illmitz gehört zu den besten Sweet Winemaker der Welt – was zahlreiche internationale Auszeichnungen bekunden. Sein Süßweinspektrum ist breit – es reicht von Spät- und Auslesen über Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen bis zu Besonderheiten wie Eiswein und Schilfwein. Wann immer man glaubt, man hat in diesem Facettenreichtum und dieser terroirgeprägten Eleganz schon alles gekostet, wird von Hans Tschida einmal mehr überrascht – mit einem außergewöhnlichen Schilfwein, einer Sonderedition, wie der Winzer zu seinem Grüner Veltliner Late Release Schilfwein sagt. Das Besondere: Der Süßwein kommt aus dem Jahr 2013, war bis heuer im Tank gelagert und wurde jetzt abgefüllt, erzählt Tschida über diese Veltliner-Essenz: „Es war ein Top-Traubenmaterial mit 31,5 Grad KMW. Ich wollte das ausreizen. Doch ich habe nicht länger abwarten wollen.“ So kam der 2013er Schilfwein nach 13 Jahren jetzt in den Verkauf. Dieser Schilfwein ist ein enorm würziges, nektarhaftes Fruchtbündel (Südfrüchte) mit viel Sortencharakter. Der jugendlich wirkende Wein ist jetzt für eine halbe Ewigkeit freigegeben. Denn der elegante, vielschichtige Wein könnte Jahrzehnte erfreuen, doch er präsentiert sich schon jetzt perfekt zum Genießen. Auf der „jungen“ Weinseite bringt der Sweet Winemaker heuer als Ergänzung zum White Sparkling und Rosé Sparkling, beide brut nature, erstmals einen Sweet Sparkling, eine Schaumwein-Cuvée mit zugesetzter Kohlensäure. „Wir finden das cool“, sagt Hans Tschida. Wir, das sind Tschidas Frau Lisa und seine Tochter Daniela Salzl-Tschida, die seit 2018 dabei ist und den Verkauf macht, aber auch bei der Ernte und der Produktion dabei ist. Im Angerhof-Verkauf stehen rund 25 Süßweine mit beeindruckender Jahrgangstiefe bei den Hochprädikaten, teilweise zurück bis zum Jahrgang 2017. Bei der höchsten Stufe, den Trockenbeerenauslesen, gibt es bei der Sämling TBA aus der Ried Domkapitel eine Seewinkel-Reserve und einem Leuchtturmwein von Tschida – die aktuellen jungen Jahrgänge 2024 und 2023 sowie auch verfügbar 2017. Der Sämling ist mengenmäßig Tschidas Toprebsorte, dann kommen Muskat Ottonel und der Welschriesling – denn der Winzer liebt die aromatischen Sorten, die er von A bis Z im Stahltank ausbaut. Jedoch gilt das für alle Weine, denn Tschida fokussiert auf Frucht; Holzfassausbau würde etwas von der Frucht nehmen – und das will er nicht. „Ich will frische, fruchtaromatische Weine haben.“ Tschidas Weine tragen alle eine Salzigkeit in sich – und das macht sie unverkennbar. „Das ist sehr typisch für unser Terroir; das sind unsere Böden rund um die Salzlacken, die mit einer Salzschicht bedeckt sind und diese Salzigkeit spürt man im Wein.“

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2025 Chardonnay Classic
Weingut
Hagn
Weinviertel

Intensives Grüngelb, duftig-frisch nach grünen Äpfeln, frischer Ananas, Grapefruit, Melone, Zitronengras, enorme Extrakte, sehr gehaltvoll, cremig, delikat und sehr ausgewogen, ausdrucksstark und lang am Gaumen.

Weißwein
Chardonnay
€€
Schraubverschluss

Weingut
Hagn
Weinviertel

Wolfgang und Leopold Hagn
2024 Mailberg
154

Wolfgang Hagn und sein Cousin Leo haben aus dem Weingut eine moderne Weinerlebniswelt geschaffen – mit dem Weindomizil als Kulinarik-Hotspot samt Nächtigungsmöglichkeit. Kulinarik und Wein sind für Wolfgang Hagn etwas ganz Besonderes. Ihr umfangreiches Sortiment wird immer wieder mit nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt. Bereits sieben Mal gab es von der Niederösterreichischen Weingala eine Auszeichnung als „Weingut des Jahres“. Mit dem aktuellen Jahrgang ist Wolfgang sehr zufrieden, die Weine sind wieder gelungen, haben Finesse und Extrakte, machen viel Freude. „Wein ist ein Handwerk, wir leben Wein und Kulinarik sieben Tage, einen ganzen Monat, ein ganzes Jahr – und es macht uns große Freude“, so der Winzer, und empfiehlt auch einen Blick in seine Weinerlebniswelt, wo man neben moderner Architektur die gesamte Produktpalette verkosten kann. Im hauseigenen Weinkino wird einem der Weg des Weines von der Rebe bis in die Flasche gezeigt.

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2024 Rotgipfler Ried Herzogberg
Weingut
Drexler-Leeb
Thermenregion

Rauchig, cremige Fülle, Vanille, Powidl, üppig, Anis, Krokant, Schoko, Brioche; schmalzig und satt, mollige Frucht, im Hintergrund Arancini, viel Power, einige Länge.

Weißwein
Rotgipfler
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Drexler-Leeb
Thermenregion

Johannes Leeb
2380 Perchtoldsdorf
Hochstraße 65

Der südlich an die Bundeshauptstadt Wien angrenzende Weinbauort Perchtoldsdorf verquickt vorstädtisches Feeling mit dem Charme traditioneller, dörflicher Heurigenkultur. In diesem Umfeld stechen engagierte Qualitätsbetriebe wie das Weingut Drexler-Leeb besonders hervor. Die Wurzeln dieser Perchtoldsdorfer Winzerfamilie reichen bis ins Jahr 1699 zurück. In der Hochstraße residiert man seit etwa 100 Jahren. Bis vor kurzem Herberge für Weingut und Heurigenlokal, wurde die Produktion im Jahr 2023 ausgelagert – als Teil eines Gemeinschaftsprojektes zählt die junge, oberhalb des Orts gelegene Weinkellerei zu den modernsten und ökologisch vorteilhaftesten der Region. Heute ist Johannes Leeb für die weinbaulichen und kellertechnischen Bereiche zuständig, seine Partnerin Sandra Dorr führt den Heurigen. Nach Abschluss der Höheren Bundeslehranstalt für Wein in Klosterneuburg stieg Hannes Leeb 2001 in den elterlichen Betrieb ein. In der Folge adaptierte und verfeinerte er die Weinstilistik und steigerte die Qualität, nahm alte Sorten wie Rotgipfler und St. Laurent wieder ins Sortiment auf und ergänzte dieses auch um PIWI-Sorten wie Muscaris und Donauveltliner. Zu den Kernsorten zählen hier auch Pinot Blanc und Riesling, zu Neuburger besteht eine spezielle Zuneigung. Neu gibt es einen kraftvollen aromatisierten Wein namens Sympatikus nach der Port-Methode. ps

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schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -