Weinguide
Ausgabe 2026/27
Filtern nach:
Sortieren nach:
2022 Blaufränkisch Ried Ruster Ludmaisch
Weingut
Feiler-Artinger
Leithaberg, Rust & Rosalia

Rotes Currypulver, dunkle Kirschen, ruhige Art, saftiger Fruchtfond am Gaumen, eindringliche Würze, kernig-trockenes Finale, derzeit zwischen drei und vier Sternen, könnte noch zulegen.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Weingut
Feiler-Artinger
Leithaberg, Rust & Rosalia

Kurt Feiler
7071 Rust
Hauptstraße 3

Das von Kurt Feiler und seiner Frau Katrin geleitete Familienweingut vermag regionstypisch mit einer beachtlichen Sortenvielfalt in Weiß, Rot und Süß zu überzeugen. Eine ruhige Handschrift und Stilsicherheit zeichnet die Weine des Hauses aus, im Fachhandel und der vinophilen Gastronomie sind sie verlässliche Fixstarter, dank vieler Stammkunden hat aber selbst das Ab-Hof Geschäft immer noch eine gewisse Relevanz. Bei den Weißweinen kommt man im Hause Feiler nicht um den Neuburger herum, der hier aus drei Weingärten in ebenso vielen Qualitäten abgebildet wird (und eine neue Neuburgeranlage kommt noch dazu). Exemplarisch sei hier der kraftvolle und dennoch strukturierte Neuburger Ried Umriss erwähnt, in Kombination mit gut 50 Prozent Chardonnay überzeugt die Sorte als Gustav, ein prachtvoller Blend, den es bereits seit 1993 gibt und der auch gut abgestimmtes neues Holz (gut 1/3) mit auf die Reise bekommt. Eine Reminiszenz an historische Sorten ist der als le H abgefüllte Hárslevelü, unfiltriert, pikant, direkt ansprechend. Bei den Rotweinen ist die Vielfalt an Komplementären in der Reserve-Liga bemerkenswert, der Solitaire liefert einen gewohnt hochseriöser Beitrag zum Thema Cuvée, Cabernet Franc zeigt sich mit Typizität und perfektem Holzeinsatz und auch der aktuelle Merlot des Hauses – saftig, druckvoll und lang anhaltend – kommt überzeugend ins Glas. Mit drei unterschiedlichen, nachvollziehbar herausgearbeiteten Lagen Blaufränkisch zeigt Kurt Feiler, wie weit fortgeschritten der Terroir-Anspruch im Weingut ist. Ruster Ludmaisch zeigt sich mit eindringlicher Würze und Kernigkeit, Oggauer Marienthal definiert sich mit jugendlicher Feurigkeit und Struktur, Ruster Oberer Wald glänzt mit eleganter Fruchtausprägung, markanter Säure und einem typisch kühlem Unterton aus dieser kalkgeprägten Lage, heuer der beste Rotwein im Feiler-Portfolio. Bei den süßen Spezialitäten des Hauses hat man die Qual der Wahl zwischen trinkanimierender Auslese in Form des Gelben Muskatellers oder den jugendlichen, lagerfähigen Ausbrüchen beziehungsweise Essenzen. Monolithisch herausragend ist die mit ihrer oxidativ ausgebauten, zeitlosen wie individuellen Art berührende Ruster Ausbruch Essenz vom Weißburgunder aus dem Jahr 2018.

mehr
2025 Chardonnay Classic
Weingut
Tanzer
Kremstal

Mineralische Nase, zart karamellige Einflüsse, Croissants, Haselnüsse und ein wenig Safran; trotz präsenter Säure sehr geschmeidig, fein gestrickt und wundervoll burgundisch.

Weißwein
Chardonnay
€€
Schraubverschluss

Weingut
Tanzer
Kremstal

Franz Xaver Tanzer
3506 Krems-Thallern
Thallerner Hauptstraße 1

Tel. +43 2739 2208
wein@tanzer.at
www.tanzer.at

Wer einmal die Südseite der Wachau bereist und sich für gute Weine interessiert, kommt früher oder später nicht am Weingut von Franz Tanzer in Thallern am Fuße des Göttweiger Bergs vorbei. Gründe dafür gibt es mehrfach. Zum einen ist das wohl die hohe Qualität seiner Weine, zum anderen die für ein relativ kleines Weingut bemerkenswerte Angebotspalette. Außerdem findet sich hier eine als Top Heuriger ausgezeichnete Buschenschank mit 45-jähriger Tradition. Bleiben wir zunächst einmal bei den Weinen, die uns aktuell zur Degustation vorgestellt wurden. Sie stammen alle aus dem letzten Jahrgang, 2025, und gebietstypisch spielen Grüne Veltliner und Rieslinge erwartungsgemäß die Hauptrolle. Der umtriebige Weinmacher beschäftigt sich aber auch mit einer Reihe von Randsorten, wie Pinot Blanc, Chardonnay, Gelber Muskateller und diversen Rotweinreben. Die Weingärten befinden sich in den besten Lagen rund um den Göttweiger; Herrentrost, Frauengrund und Goldbühel sind den Veltlinern vorbehalten, während die beiden Rieslinge aus den Rieden Steinhagen und Schweren Zapfen stammen. Der aktuelle Jahrgang war geprägt von einer verhältnismäßig frühen Reife. Die Menge stimmte und infolge der früher erfolgten physiologischen Traubenreife gab es auch herausragende Ergebnisse mit etwas leichteren, dennoch kompletten, komplexen Weinen. Der September fiel allerdings mit zwei Regenperioden sehr feucht aus und setzte vor allem den Rieslingen zu. Dass die Rieslinge mit ihrer klaren Struktur und ihrer Säurerasse dennoch reüssieren können, ist zweifellos der Hand des Winzers zu verdanken. Primus inter Pares ist heuer freilich wieder einmal der exzellente Grüne Veltliner vom Goldbühel.

mehr
2025 Grüner Veltliner Reserve Ried Freiberg Bockfließ
Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

Eine junge Reserve mit Ausblick: Honigmelone, Heublumen, gute Säure; pfiffige Herbe, würzig, guter Druck, als Speisenbegleiter zu empfehlen.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€
Schraubverschluss

Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

Manfred Ottendorfer & Florian Hofer GesbR
2214 Auersthal
Neubaugasse 66

Hermann und Maria Hofer waren vor Jahrzehnten die Vorreiter für biologischen Weinbau nicht nur in diesem Gebiet, sondern in ganz Niederösterreich, und haben über die Jahre viele Winzer beeinflusst. Für die kontinuierliche Arbeit gab es 2022 die Auszeichnung als Österreichs bester BIO-Produzent bei der Berliner Wein Trophy. Seit 2022 ist der Schwiegersohn und Quereinsteiger Manfred Ottendorfer neu im Betrieb, steuert mit dem Grünen Veltliner Fred.dO seinen eigenen Wein bei, und bringt sich mittlerweile voll ein. Mit dem Jahrgang 2025 ist auch Sohn Florian Hofer eingecheckt, und bringt zusätzlich neuen Schwung. Ab der ersten Probe merkt man, dass auch 2025 der positive Trend anhält. Alle Weine sind pointiert, fruchtbetont und frisch. Hervorheben möchte ich die drei Grünen Veltliner aus dem Jahrgang 2025, die sowohl die Sorte, als auch die Region schön repräsentieren. Der Blütenmuskateller glänzt durch seine Würze, der Naturwein Origin durch sein Fruchtaroma, und beide bieten viel Trinkvergnügen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß es hier auch feine, süffige Rotweine und viele PIWI (pilzwiderstandsfähige) Sorten gibt, mit welchen seit Jahren experimentiert wird, was man denn daraus Köstliches machen kann. Zwei alkoholfreie Schaumweine mit dem Namen Perlenspiel sowie ein köstlicher Verjus runden das Programm ab.

mehr
2025 Querfeldein Gemischter Satz
Weingut
Gebeshuber
Thermenregion

Jugendliches Bukett nach Kriecherl, Honigmelone und Golden Delicious; zeigt duftig floralen Hintergrund, mit ziselierter fruchtbetonter Säure und reifen Zitrusnuancen, gelbe Paprikaschote, charmant und schwungvoll im Wesen, die feine Mineralspur leitet den animierenden Trinkfluss auf solidem Niveau.

Weißwein
Gemischter Satz
€€
Schraubverschluss

Weingut
Gebeshuber
Thermenregion

Johannes Gebeshuber
2352 Gumpoldskirchen
Jubiläumsstraße 43

Beim Weingut Johannes Gebeshuber kann man in jeder Flasche Rebsorte, Boden, Klima und die große Leidenschaft des Kellermeisters spüren. Der Familienbetrieb steht seit Generationen für beständige Qualität, handwerkliches Können und eine klare Verbundenheit mit der Thermenegion. Diese zeichnet sich durch ein reiches Zusammenspiel aus Mikroklima, Hanglagen und kalkhaltigen Böden aus. Diese Gegebenheiten ermöglichen eine differenzierte Sortenführung und eine optimale Reifeentwicklung. Die Böden sind geprägt von Löss, Lehm und Kalk, teils mit eisenhaltigen Einschlüssen. Besonders wertvoll sind die geschichtsträchtigen Top-Lagen Ried Student 1ÖTW mit Rotgipfler, Ried Wiege 1ÖTW und Ried Modler 1ÖTW, beide mit Zierfandler bestockt, die alle mit dem Jahrgang 2024 wieder grandiose Weine hervorgebracht haben. Diese Bodencharakteristik spiegelt sich in der fein griffigen Mineralität dieser Weine wider. Das ist nicht zuletzt das Ergebnis der naturnahen Bewirtschaftung durch optimale Bodenbetreuung und einer intelligenten Laubarbeit, um das Gleichgewicht der Reben zu erhalten. Das Ziel des Kellermeisters Johannes Gebeshuber ist es, Weine zu produzieren, die den Grund erkennen lassen und zugleich den Sortencharakter gefühlvoll darbieten. Bei den Rotweinen legt Johannes Gebeshuber deshalb Wert auf sanfte Extraktion, damit Tannin und Frucht eine Harmonie bilden, um sich gegenseitig zu tragen. Die Reifung findet oft im Holz statt, jedoch mit Gefühl dosiert, dass die Frucht nicht in den Hintergrund tritt. Der Ausbau selbst erfolgt dann teils in Edelstahltanks oder Holzfass, um Substanz, Feinheit und Komplexität gezielt zu entwickeln. Die im Weingut befindlichen freundlich hellen Verkostungsräume laden zu einer entspannten, aber doch auch zu einer konzentrierten Probe ein, um Struktur und Charakter der Weine zu erleben. Sucht der Weinfreund zusätzlich auch eine adäquate kulinarische Ergänzung, so ist ein Besuch im nahen Heurigenrestaurant „Spaetrot“ zu empfehlen, wo man sich wirklich wohl fühlt und ausgezeichnete Speisen zu den hervorragenden Weinen von Johannes Gebeshuber genießen kann.

mehr
2023 Traminer BA
Bio-Weingut
Schwarz
Weinviertel

Sortentypisch, Rose, Gewürzkorb, kühle Eleganz; aromatisches Dacapo, mit viel Mineralik flankiert, nervig und elegant, langer Abgang.

Süßwein
Traminer
-
Glassstöpsel

Bio-Weingut
Schwarz
Weinviertel

Familie Schwarz
2172 Schrattenberg
Kleine Zeile 8

Tel. +43 2555 2544
Fax. -4
office@schwarzwines.com
www.schwarzwines.com

Anna-Maria und Alois Schwarz sind in Schrattenberg zu Hause, einer Rotweininsel im nördlichen Weinviertel. Entsprechend liegt der Schwerpunkt bei den roten Sorten, wenngleich man die Weißweine und – bei passender Witterung – die Süßweine nicht übersehen darf. Der Betrieb ist seit 2011 biologisch zertifiziert, denn der Grundstein für hohe Qualität werde im Weingarten gelegt. Der Keller ist in technischer Hinsicht State of the Art. Sohn Reinold verstärkt das Team und ist nach langen Jahren der Ausbildung, während derer er aber immer im Weingut mitgeholfen hat, nun fix da. Er kümmert sich stark um den Export, der immerhin 40 Prozent ausmacht. Wenn man sich die Kostnotizen der letzten Jahre ansieht, merkt man erst, wie breit das Programm ist. Von allen Sorten gibt es einen klassischen, eine Selection und einen Premium. Und jedes Jahr stechen ein paar andere Weine besonders hervor – weiß, rot, egal welche Kategorie. Familie Schwarz kann auf allen Tasten des Weinflügels groß aufspielen. Hervorheben möchte ich dieses Jahr den St. Laurent Premium 2023 mit seiner Casali-Note und den Fortified 2023, ein Portwein aus Blauer Portugieser.

mehr
2025 Weißburgunder
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Beginnt reduktiv und straff, exotische Frucht mit einiger Kräuterfrische und Würze; gelbapfelig, Weißer Tee, cremig andeutend, hinten Zitrusfrische, Orangenzesten, Grüner Spargel, leichter Gerbstoff, mittlere Länge.

Weißwein
Pinot Blanc (Weißburgunder)
€€
Schraubverschluss

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

mehr
2025 Zweigelt Goldberg
Weingut
Werner Achs
Neusiedlersee

Leuchtende Farbe – Dunkelrot mit Schwarz, Kräuter, Rauchnoten, schwarze Beeren wie Heidelbeeren, Schokonoten, Vanille, Veilchen, Dörrpflaumen, schwarze Kirschen, ein Hauch Kaffee, dezente Rösttöne, präsentes Tannin gepaart mit feinen Fruchtnoten, bestens eingesetztes Holz, würzig, ungemein pikant, super saftig, elegant, harmonisch, tolle Länge, ein ernsthafter Charmebolzen. Dieser hervorragende Zweigelt hat unbändigen Charakter und Tiefe und wird noch viele Jahre große Freude bereiten. Gehört sicher zu den Besten seiner Varietät. Großer Stoff!

Rotwein
Zweigelt
€€
Schraubverschluss

Weingut
Werner Achs
Neusiedlersee

Werner Achs
7122 Gols
Golberg 5

Also was soll man über einen Winzer berichten, der nur drei Rotweine produziert? Einen Zweigelt Goldberg, den XUR – eine Cuvée – und in großen Jahrgängen den WERNER ACHS Reserve, den es ausschließlich in Magnum Flaschen gibt. Doch könnte man über diese drei Produkte einen Roman schreiben. Der Zweigelt Goldberg – aktuell 2025 – ist – für mich – einer der besten des Landes zu einem überaus günstigen Preis. Der XUR – aus heimischen Rebsorten komponiert – ist immer eine Bank in jedem Jahrgang. So auch der aktuelle 2024er. Ein großartiger Golser Rotwein, der nie enttäuscht und viel Mineralität aufweist. WERNER ACHS Reserve – ein Blend aus Blaufränkisch und Merlot – immer in Magnum – ist ein großer Österreichischer Rotwein. Für mich zur Elite des Landes zählend. Beim Jahrgang 2023 dieses Weines, eine außergewöhnliche Qualität, wird man in der Tat zum Literaten oder Philosophen. Ein inspirierender Rotwein von überragender Feinheit und großer Eleganz. Hier zeigt Meister Achs seine feine Klinge. Jetzt höre ich auf zu schreiben, weil der Rest der Magnum auf mich wartet.

mehr
2023 Weite Welt
Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Rauchig, dunkle Würze, Pfeffer und geröstete Nüsse, fast teerig, Beeren, Laub; wuchtig, lebhaft, guter Biss, griffig, startet mächtig, breitet sich saftig am Gaumen aus, hinten viel Frucht, etwas ruppig, mittellang.

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€
Schraubverschluss

Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Günter + Regina Triebaumer
7071 Rust
Neuegasse 18

Das Ruster Weingut G(ünter) + R(egina) Triebaumer steht für schillernde Vielfalt, deren Hauptmotiv von bodenständigster Ruster Tradition geprägt ist, bereichert durch vinophile Polyphonie klassischer Weinherkünfte aus aller Welt. Die Entstehungsgeschichte dieses Weinorchesters wurde selbststverständlich durch die Vorgeschichte von Regina und Günter – beide Weinakademiker – maßgeblich geprägt: Sie, einer Golser Winzerfamilie entstammend, gestaltete jahrelang mit in der Weinakademie Österreich, war danach viele Jahre bei einem US-Weinimporteur tätig und schließlich bei Alois Kracher, wo sie beim Aufbau dessen heute renommierten Weinhandels mitwirkte. Er, Sproß einer berühmten Ruster Weinbauerndynastie, die seit 1691 in der Freistadt residierte, machte schon frühzeitig Auslandspraktika, mit Südafrika als Höhepunkt, war danach Vortragender in der Weinakademie Österreich und zudem Mitarbeiter und letzlich Filialleiter bei Wein&Co. Nach ihren beruflichen Extravaganzen übernahmen die beiden 2004 das Familienweingut in Rust. Stolz auf die Ruster Kernkompetenz und zugleich „neugierige Nasen“, schufen sie ein, in seiner ampelographischen Vielfalt einzigartiges, Weinsortiment, in dem Heimat und Fremde ein Zuhause haben. Das Sortiment wurde restrukturiert und über die Jahre durch die Einführung vieler neuer Sorten und Weine bereichert. Dazu gab es einen qualitativen Höhenflug, der den Betrieb bereits vor langem in die burgenländische Elite katapultiert hat und der ungebrochen weiter besteht. Die Weingärten liegen fast zur Gänze in und um Rust – lediglich 1,3 Hektar mit Muskateller stehen in Reginas Heimatgemeinde Gols –, wobei sich die Rebflächen auf viele der Toprieden der Freistadt verteilen. Dazu zählen etwa Geyerumriss, Plachen, und Oberer Wald, aber auch die inzwischen als Monopol bestehende Lage Gillesberg. Im Weißweinbereich gibt es eine starke Präsenz von aromatischen Sorten – neben Muskateller und Sauvignon Blanc wird auch die historische Sorte Furmint kultiviert –, eine wichtige Rolle spielt auch Chardonnay. Im Rotweinsegment dominiert die klassische pannonische Sorte Blaufränkisch, die es in mehreren Kategorien gibt mit den Lagenweinen Oberer Wald und Plachen an der Spitze. Die Liebe zu romanischen – allen voran französischen Edelsorten – wird hier voll ausgelebt: An roten Bordeauxsorten gibt es Cabernet Sauvignon und Franc sowie Merlot, dazu Petit Verdot und Carménère, darüber hinaus Syrah und Tannat sowie Nebbiolo aus dem Piemont und Tempranillo aus Spanien. Die charaktervolle Rotweincuvée namens Weite Welt besteht aus rund zehn Sorten. Weißweinsorten französischer Provenienz gibt es in Gestalt von Viognier aus dem Rhônetal sowie Petit Manseng aus den Pyrenäen. Die Darsteller in diesem experimentellen ampelografischen Spielfeld laufen ab sofort unter Limited Edition. Im Gegensatz zum sehr frühen Jahr 2024, in dem Marillen und Mandeln in der dritten Februarwoche blühten, war 2025 um einen Monat später dran, was sich auch über die weitere Vegetationsperiode fortsetzte. Eine sehr gute Blüte sorgte für gute Erträge. ps

mehr
2025 Riesling Terrassen Spitzer Graben Federspiel
Weingut
Högl
Wachau

Ein bisschen Steinobst, vor allem grüne Marillen, gefolgt von salzig dunkler Mineralität, kühle Einflüsse, Moos, Flechten; stoffige Mitte, vibrierender Säurenerv; Riesling-Herz, was willst du mehr.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Högl
Wachau

Josef & Georg Högl
3620 Spitz
Vießling 31

Der Spitzer Graben – ein in Richtung Waldviertel führendes Seitental der Donau – ist ein gutes Stück individuelle Wachau. Was dort, auf den bis knapp 500 Metern Seehöhe reichenden steilen Weinterrassen unter den Händen von Josef und Georg Högl heranwächst, darf sich nicht selten als Weltklasse bezeichnen. Vornehmlich sind es Grüne Veltliner und Rieslinge, die in dieser speziellen Cool Climate-Zone auf kargen Glimmerschiefer- und Gneisböden zu ihrer Hochform auflaufen. Die längere Verweildauer der Trauben am Rebstock bis zur physiologischen Reife bringt es mit sich, dass hier die Mineralität in den Weinen wesentlich deutlicher in den Vordergrund tritt. 2025 war für das Vater-Sohngespann ein zufriedenstellendes Jahr, wenngleich die Regenfälle im September speziell bei den Rieslingen viel penible Weingartenarbeit einforderten. Insgesamt ist ein Großteil der Weine leichter ausgefallen, mit etwas höheren Säurewerten. „Es war so wie in früheren Jahren“, meinte Georg, der Junior, und spielte damit auf die Zeit vor dem Klimawandel an. „In den höheren Lagen gab‘s von der Mitte aufwärts wesentlich mehr Federspiel-Weine, während die Smaragde vorwiegend aus den unteren, wärmeren Bereichen stammten.“ Neu im Sortiment ist, dass die Weine aus den Alten Parzellen ab heuer erst mit einem Jahr Verspätung in den Verkauf gelangen. Tipp: Der mit fünf Sternen als Topwein ausgezeichnete Grüne Veltliner aus 2024 ist nun erhältlich!

mehr
2025 Grüner Veltliner Furth
Weingut
Unger
Kremstal

Klar, sortentypisch, fein, Äpfel, Würze angedeutet, Boden zu erkennen; Würze auf dem Gaumen präsenter, kühle Frucht, kernig, mittleres Gewicht.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€
Schraubverschluss

Weingut
Unger
Kremstal

Petra Unger
3511 Furth
Lindengasse 22

Tel. +43 676 848622822
Fax. +43 2732 76801
office@ungerwein.at
www.ungerwein.at

Der Chemiker Wolfgang Unger legte 1964 den Grundstein für das heutige Weingut. Weil er als Hobby Wein machen wollte, kaufte er die charaktervolle Ried Hinters Kirchl in Stein. Gemeinsam mit seiner Frau Veronika expandierte er den kleinen Betrieb. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1999 übernahm Petra Unger die Verantwortung für das elterliche Weingut. Die Absolventin der Universität für Bodenkultur in Wien verschaffte sich zuvor einen Überblick, was in der weiten Weinwelt so gemacht wird, unter anderem im Zuge eines Praktikums in Napa Valley. Sie ist Mitglied bei den Österreichischen Traditionsweingütern, kurz ÖTW. Seit 2010 gibt es eine Kooperation mit dem Weingut Josef Edlinger, um betriebswirtschaftliche Synergien zu nutzen. Die Weinbereitung ist getrennt. Die Rieden sind beidseits der Donau gelegen, der Großteil davon auf dem Hochplateau beim Göttweiger Berg, wo der Grüne Veltliner vorwiegend in tiefem Löss wurzelt, ausgenommen die mit vielen Steinen durchsetzte Ried Gottschelle. Die Böden der Rieden Gaisberg und Hinters Kirchl jenseits des großen Stromes bei Krems hingegen bestehen aus verwittertem kristallinem Gestein; hier steht der Riesling auf Terrassen mit Natursteinmauern. Die aktuelle Serie ist präzise, fein und trinkanimierend. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse kommen klar zum Ausdruck. Die Preisgestaltung ist attraktiv.

mehr
2025 Pinot Gris
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Etwas mehr Fülle als der Weißburgunder, viel Fruchtexotik, Papaya und Maracuja, dazu weiche Mandelcreme; geschmeidige Fülle, nussig, Mandeln, feinherb, gewürzig, zart-fruchtig, Maracuja und Grapefruits, feine Rundungen.

Weißwein
Pinot Gris (Grauburgunder)
€€
Schraubverschluss

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

mehr
2025 Gelber Traminer Klöch
Weingut
Müller Klöch
Vulkanland Steiermark

Kühl und frisch, süße Blüten, eingelegte Zitronen, elegant-aromatisch, reife Bananen, ausgewogen; viel saftig-frische Frucht, mittelkräftig, fest, wirkt ganz trocken, hinten zarter.

Weißwein
Traminer
€€€
Behandelter Presskork

Weingut
Müller Klöch
Vulkanland Steiermark

Stefan Müller
8493 Klöch
51

Seit langem Vorzeigeweingut und Leitbetrieb in der historischen Weinbaugemeinde Klöch, besteht das Familienweingut Müller seit gut einem halben Jahrhundert. 1973 von Walter Müller gegründet, wurde dieser später von seinem talentierten Sohn Stefan unterstützt, der inzwischen seit gut 10 Jahren das Weingut mit Partnerin Petra führt. Das Weingut ist Mitglied der renommierten Eruptionswinzer. 2019 wurde über dem in den Hang hineingebauten Keller eine schmucke Vinothek errichtet, wo man Wein verkostend auf der Terrasse einen herrlichen Weitblick genießt. Die Familie Müller verfügt über Weingärten in den Toplagen Hochwarth und Seindl, vielfach altem Rebmaterial bestückt. Beide Rieden weisen von Vulkanit – vorrangig Tuff und Basalt – geprägte Böden mit hohem Tonanteil und roter Farbe (Eisenoxid) auf, wobei die nördlich der Gemeinde gelegene Ried Hochwarth auch Schotteranteile besitzt. Auf der Ried Seindl wird neben Riesling, Chardonnay, Pinot und Sauvignon Blanc auch Gelber Traminer kultiviert, wohingegen die Ried Hochwarth als Top-Terroir für Gewürztraminer gilt. Die nach Gebiets-, Orts- und Riedenweinen gegliederte Palette ist relativ umfangreich und umfasst ein breites Spektrum an regional gängigen Sorten. Wichtigster Einzelwein ist der Weißburgunder Gebietswein. Bei Ortsweinen tragen die Vertreter vom Basalt das Gestein als Zusatzbezeichnung. Traminer in all seinen Spielarten und Varianten, von dem es mittlerweile vier Hektar gibt, stellt aber nach wie vor den ampelografischen Nukleus im Weingut dar. Im milden, eher ertragsarmen Jahr 2024 beschloss Stefan Müller, keine Riedenweine zu füllen. 2025 konnte dafür eine quantitativ höchst zufriedenstellende Ernte in hoher Qualität eingebracht werden.ps

mehr
2025 Gelber Muskateller Gamlitz
Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Fein, freundlich, Holunderblüten, gelbe Zitrusfrüchte, Nektarinen tief im Glas; auch auf dem Gaumen feingliedrig, feines Säurenetz, lässt an sandigen Boden denken.

Weißwein
Gelber Muskateller
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Roland Riegelnegg
8462 Gamlitz
Steinbach 62

Auf dem Weingut Riegelnegg Olwitschhof arbeiten zwei Generationen Hand in Hand. Die Formkurve zeigt stetig nach oben. Im Jahr 2017 hat Roland gemeinsam mit seiner Frau Martina den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Im Jahr 2021 wurde er mit dem 2018er Ried Sernauberg Exzellenz in der Kategorie oaked Weltmeister beim Concours Mondial du Sauvignon. Der junge Weinmacher über sich selbst: „Meine Leidenschaft ist der Ausbau von Weißweinen in Holzfässern, vorzugsweise Sauvignon und Chardonnay.“ Die steile Ried Sernauberg weist zum Teil merklich unterschiedliche Parzellen auf. Die Beschaffenheit des Untergrundes reicht von Sand über Lehm bis hin zu Muschelkalk. Großes Ansehen genießen die Parzellen mit blauem Opok, ein verfestigter Lehm mit hohem Tonanteil und niedrigem Kalkgehalt. Die Vegetationsperiode ist lang, die Nächte kühl. Das fördert die Aromatik. Die Familie besitzt auch Anteile an der renommierten Ried Welles, einer Kessellage mit einem kargen Boden aus felsigem Schotterkonglomerat und einer humosen Deckschicht. Die aktuelle Serie zeigt sortentypische Gebietsweine. Die preislich moderat darüber angesiedelten Ortsweine rechtfertigen diese geringe Differenz voll und ganz. Sie sind ungewöhnlich fein. Noch mehr gilt das für die Riedenweine. Den Sauvignon Blanc Ried Sernauberg Ollwitsch und den Chardonnay Exzellenz aus der gleichen Lage haben wir letztes Jahr schon vorgestellt. Die zusätzliche Flaschenreife ist ihnen sehr gut bekommen.

mehr
2024 Riesling Seeberg 1ÖTW Reserve
Weingut
Steininger
Kamptal

Viele grüne Früchte, Ringlotten, Stachelbeeren, Marillenparfait; zart kräuterig, geradlinig ausgerichtet; feiner Riesling mit schöner Länge.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Steininger
Kamptal

Eva Steininger
3550 Langenlois
Walterstraße 2

Eva und Peter Steininger genießen mit ihrem Betrieb und dem sowohl bei Wein als auch bei Sekt überaus breit gestreuten Angebot eine österreichweite Sonderstellung – und das dank der qualitätsorientierten Bewirtschaftung von Karl Steininger, dem Senior, bereits seit vielen Jahren. Freilich setzt mittlerweile auch die nächste Generation ihre Spuren, denn trotz hohem Qualitätsstandard wird laufend weiter optimiert. Geleitet wird das Weingut heute von Tochter Eva und Schwiegersohn Peter, wobei Erstere sich hauptsächlich um die administrativen Belange und den Verkauf kümmert, während Peter – gelernter Kellermeister und Absolvent der Weinbauschule Krems – sein Zepter in Weingarten und Keller schwingt. Die besondere Liebe zum Wein und allen seinen Facetten und die Hinzunahme neuer Weingärten bringt es mit sich, dass es – entgegen eigener Bestrebungen, das Sortiment nicht noch weiter zu vergrößern – Jahr für Jahr doch ein bisschen mehr wird. „Wir finden es spannend, die Unterschiedlichkeiten der Lagen auch in unseren Weinen zu spüren“, wird uns einhellig beschieden. Der Schwerpunkt liegt auf Grünem Veltliner und Riesling, wo die Reserven mit einem Jahr längerer Reifezeit auf den Markt kommen. Aber auch mit Randsorten wie Muskateller oder Rosé vom Cabernet Sauvignon konnte man bereits mehrfach österreichweite Erfolge erzielen. Neu präsentiert wurde uns heuer auch eine ebenso vielfältige Palette an Schaumweinen – insgesamt neun an der Zahl, und einer besser als der andere. Klar, dass die reinen Riedensekte da meistens die Nase vorn haben, dennoch versteht es auch ein ausgewiesener Sortensekt ohne Lagenklassifikation, in der Phalanx der besten mitzuspielen. Der Sauvignon Blanc begeistert heuer mit Tiefgang und Bilderbuchfrucht und kann mit der Klasse der drei Großen Reserven durchaus mithalten. Offensichtlich bleibt trotz allem damit verknüpften Aufwand noch Platz für weitere Ambitionen. Denn im Vorjahr wurden die Geschicke des Loisiums – der Langenloiser Erlebnis-Weinwelt – zur Gänze in die Hände der Familie gelegt. Die nunmehrige „Steininger Weinwelt“ wird von Lisa Steininger-Fonseca, der Jüngsten des „Dreimäderlhauses“ und Joao, ihrem Gatten geleitet, während sich Peter und Eva um die angeschlossene NÖ-Vinothek kümmern.

mehr
2025 Grüner Veltliner Ried Oberfeld
Weingut
Unger
Kremstal

Sanft, Boden zu erkennen, einladend, gelbe Äpfel, feinkörnige Würze; schließt nahtlos an, feine Struktur, gute Länge, freundlich, vom Löss geprägt.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€
Schraubverschluss

Weingut
Unger
Kremstal

Petra Unger
3511 Furth
Lindengasse 22

Tel. +43 676 848622822
Fax. +43 2732 76801
office@ungerwein.at
www.ungerwein.at

Der Chemiker Wolfgang Unger legte 1964 den Grundstein für das heutige Weingut. Weil er als Hobby Wein machen wollte, kaufte er die charaktervolle Ried Hinters Kirchl in Stein. Gemeinsam mit seiner Frau Veronika expandierte er den kleinen Betrieb. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1999 übernahm Petra Unger die Verantwortung für das elterliche Weingut. Die Absolventin der Universität für Bodenkultur in Wien verschaffte sich zuvor einen Überblick, was in der weiten Weinwelt so gemacht wird, unter anderem im Zuge eines Praktikums in Napa Valley. Sie ist Mitglied bei den Österreichischen Traditionsweingütern, kurz ÖTW. Seit 2010 gibt es eine Kooperation mit dem Weingut Josef Edlinger, um betriebswirtschaftliche Synergien zu nutzen. Die Weinbereitung ist getrennt. Die Rieden sind beidseits der Donau gelegen, der Großteil davon auf dem Hochplateau beim Göttweiger Berg, wo der Grüne Veltliner vorwiegend in tiefem Löss wurzelt, ausgenommen die mit vielen Steinen durchsetzte Ried Gottschelle. Die Böden der Rieden Gaisberg und Hinters Kirchl jenseits des großen Stromes bei Krems hingegen bestehen aus verwittertem kristallinem Gestein; hier steht der Riesling auf Terrassen mit Natursteinmauern. Die aktuelle Serie ist präzise, fein und trinkanimierend. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse kommen klar zum Ausdruck. Die Preisgestaltung ist attraktiv.

mehr
2025 Rosé bio
Weingut
Martin Netzl
Carnuntum

(aus allen Rotweinsorten) Rosenwasser, wie Parfüm; vielschichtige Fruchtnuancen, mildere Säure, fein, Sommerwein!

Roséwein
Cuvée Rot
€€
Schraubverschluss

Weingut
Martin Netzl
Carnuntum

Martin Netzl
2464 Göttlesbrunn
Rosenbergstraße 1

Tel. +43 676 9513160
weingut@netzl.net
www.netzl.net

Martin Netzl ist ein ruhiger und sinnierender Mensch, der zuhört und sich seine Gedanken macht. Er lässt lieber seine Weine sprechen – und diese reden laut! Zu Recht ist er stolz auf die lange Familientradition – sein Großvater hat bereits 1952 mit der Flaschenfüllung begonnen – und führt die entwickelten Marken wie Stoana, Hoadocka und Oida Schwoaza weiter, aber mit den heutigen Möglichkeiten. St. Laurent und Blau-fränkisch vom Spitzerberg haben hier Tradition, die gepflegt wird. Bei den Weißweinen sticht wiederum – wie seit vielen Jahren – der Gelbe Traminer 2024 hervor: vielschichtig und Komplex bei großer Eleganz. Bei den Lagen-Rotweinen reiht sich ein Highlight an das nächste. 2022 ist es für mich die Ried Rosenberg, die mit ihrer gelungenen Mischung aus Mineralität, Frucht und Struktur begeistert. Zu Recht gehört Martin Netzl zu den Spitzenwinzern im Carnuntum.

mehr
2025 Chardonnay
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Viel Kernobst, gelbe Birnen, Quitten, dezent kreidig, grüne Oliven, Wiesenblumen; weicher Charme, Hefegebäck Weißbrot, jedoch auch lebhaft mit einiger Säurestruktur, strukturgebender Gerbstoff, reifes Zitrus, Limetten, guter Zug.

Weißwein
Chardonnay
€€
Schraubverschluss

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

mehr
2025 Gewürztraminer Klöch
Weingut
Müller Klöch
Vulkanland Steiermark

(halbtrocken) Rosenholz trifft rauchigen Basalt, Gewürznelken, Madagaskarpfeffer, sehr reif, Bananenchips, Riesenfülle; ungemein saftig, lebhaft, vollmundig, wohltuende Fruchtsüße, elegant, fest und lang, knapp am 4. Stern.

Weißwein
Traminer
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Müller Klöch
Vulkanland Steiermark

Stefan Müller
8493 Klöch
51

Seit langem Vorzeigeweingut und Leitbetrieb in der historischen Weinbaugemeinde Klöch, besteht das Familienweingut Müller seit gut einem halben Jahrhundert. 1973 von Walter Müller gegründet, wurde dieser später von seinem talentierten Sohn Stefan unterstützt, der inzwischen seit gut 10 Jahren das Weingut mit Partnerin Petra führt. Das Weingut ist Mitglied der renommierten Eruptionswinzer. 2019 wurde über dem in den Hang hineingebauten Keller eine schmucke Vinothek errichtet, wo man Wein verkostend auf der Terrasse einen herrlichen Weitblick genießt. Die Familie Müller verfügt über Weingärten in den Toplagen Hochwarth und Seindl, vielfach altem Rebmaterial bestückt. Beide Rieden weisen von Vulkanit – vorrangig Tuff und Basalt – geprägte Böden mit hohem Tonanteil und roter Farbe (Eisenoxid) auf, wobei die nördlich der Gemeinde gelegene Ried Hochwarth auch Schotteranteile besitzt. Auf der Ried Seindl wird neben Riesling, Chardonnay, Pinot und Sauvignon Blanc auch Gelber Traminer kultiviert, wohingegen die Ried Hochwarth als Top-Terroir für Gewürztraminer gilt. Die nach Gebiets-, Orts- und Riedenweinen gegliederte Palette ist relativ umfangreich und umfasst ein breites Spektrum an regional gängigen Sorten. Wichtigster Einzelwein ist der Weißburgunder Gebietswein. Bei Ortsweinen tragen die Vertreter vom Basalt das Gestein als Zusatzbezeichnung. Traminer in all seinen Spielarten und Varianten, von dem es mittlerweile vier Hektar gibt, stellt aber nach wie vor den ampelografischen Nukleus im Weingut dar. Im milden, eher ertragsarmen Jahr 2024 beschloss Stefan Müller, keine Riedenweine zu füllen. 2025 konnte dafür eine quantitativ höchst zufriedenstellende Ernte in hoher Qualität eingebracht werden.ps

mehr
2025 Sauvignon Blanc Tradition
Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Dezent, sonniger Typ, Stachelbeeren, weiße und rote Johannisbeeren, Prise grünblättrige Würze; Frucht gibt den Ton an, feine Würze unterlegt, harmonisch, gute Länge.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Roland Riegelnegg
8462 Gamlitz
Steinbach 62

Auf dem Weingut Riegelnegg Olwitschhof arbeiten zwei Generationen Hand in Hand. Die Formkurve zeigt stetig nach oben. Im Jahr 2017 hat Roland gemeinsam mit seiner Frau Martina den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Im Jahr 2021 wurde er mit dem 2018er Ried Sernauberg Exzellenz in der Kategorie oaked Weltmeister beim Concours Mondial du Sauvignon. Der junge Weinmacher über sich selbst: „Meine Leidenschaft ist der Ausbau von Weißweinen in Holzfässern, vorzugsweise Sauvignon und Chardonnay.“ Die steile Ried Sernauberg weist zum Teil merklich unterschiedliche Parzellen auf. Die Beschaffenheit des Untergrundes reicht von Sand über Lehm bis hin zu Muschelkalk. Großes Ansehen genießen die Parzellen mit blauem Opok, ein verfestigter Lehm mit hohem Tonanteil und niedrigem Kalkgehalt. Die Vegetationsperiode ist lang, die Nächte kühl. Das fördert die Aromatik. Die Familie besitzt auch Anteile an der renommierten Ried Welles, einer Kessellage mit einem kargen Boden aus felsigem Schotterkonglomerat und einer humosen Deckschicht. Die aktuelle Serie zeigt sortentypische Gebietsweine. Die preislich moderat darüber angesiedelten Ortsweine rechtfertigen diese geringe Differenz voll und ganz. Sie sind ungewöhnlich fein. Noch mehr gilt das für die Riedenweine. Den Sauvignon Blanc Ried Sernauberg Ollwitsch und den Chardonnay Exzellenz aus der gleichen Lage haben wir letztes Jahr schon vorgestellt. Die zusätzliche Flaschenreife ist ihnen sehr gut bekommen.

mehr
2025 Riesling
Weingut
Groiß
Wagram

Wunderbare klassische Nase, reife Marille, Himbeere, Zitronenzesten, saftig, ausdrucksstark, ausgereifte Fruchtaromatik, Steinobst, unterlegt von reifer roter Stachelbeere, stützende Säure rundet diesen kulinarischen Riesling ab.

Weißwein
Riesling
€€
Schraubverschluss

Weingut
Groiß
Wagram

Karin und Herbert Groiß
3701 Großweikersdorf
Kleinwiesendorf 24

Karin und Herbert Groiß leben ihre Leidenschaft für Wein mit spürbarer Hingabe. Eng verbunden mit der Natur folgen sie ihren Rhythmen, greifen ihre Stärken auf und formen daraus Jahr für Jahr charakterstarke Weine – und ein Leben im Einklang mit dem Weingarten. In dritter Generation führen sie das Weingut, seit 2019 auch offiziell biologisch zertifiziert, wenngleich der Bio-Gedanke längst tief in der Familie verankert ist. Bewirtschaftet wird aus Überzeugung biologisch – mit dem Ziel eines lebendigen, widerstandsfähigen Weingartens, in dem Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und Mensch im natürlichen Gleichgewicht stehen. Über Generationen gewachsenes Wissen trifft hier auf die sensible Hand des Winzers, die den Boden versteht und respektiert. Die eindrucksvolle Heimat der Weine ist eine bis zu 20 Meter hohe Geländestufe an den Ufern der einstigen Urdonau. Mächtiger Löss aus der Eiszeit trifft hier auf das pannonische Klima. Die Ried Steinberg, geprägt von Löss und Schotter und südwestlich ausgerichtet, beherbergt Reben im Alter von 20 bis 25 Jahren. Die alten Reben – im Schnitt rund 45 Jahre alt – werden separat gelesen und in 1.600-Liter-Fässern aus Manhartsberger Eiche ausgebaut. So entstehen Weine mit feiner Würze, cremiger Textur und unverwechselbarem Charakter. Jeder Wein trägt seine eigene Handschrift auch sichtbar am Etikett – und zeigt sie im Glas umso deutlicher. Die Serie des Jahrgangs 2025 präsentiert sich geradlinig und harmonisch, mit klarer Frucht, Spannung und einer wunderbar ausbalancierten Struktur aus Gerbstoff und Säure, die für animierenden Trinkfluss sorgt. Besonders die Weine der Ried Steinberg gewinnen mit Zeit und Luft deutlich an Tiefe. Im großen Glas oder in der Karaffe entfalten sie sich Schritt für Schritt, werden feiner, strukturierter und vielschichtiger. Auch die kreativen Etiketten spiegeln diese Vielfalt wider.

mehr
schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -