Weinguide
Ausgabe 2026/27
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2023 Hoadocka St. Laurent Reserve
Weingut
Martin Netzl
Carnuntum

(2000 gepflanzt) Ein Klassiker im Hause Netzl. Feine St. Laurent Nase: burgundisch mit einem Hauch Zitrus, kühl mit warmen Fruchtkomponenten; warmherzig mit viel Eleganz, mollig wegen des Jahrgangs, feingliedrig mit guter Länge.

Rotwein
St. Laurent
€€€
Naturkork

Weingut
Martin Netzl
Carnuntum

Martin Netzl
2464 Göttlesbrunn
Rosenbergstraße 1

Tel. +43 676 9513160
weingut@netzl.net
www.netzl.net

Martin Netzl ist ein ruhiger und sinnierender Mensch, der zuhört und sich seine Gedanken macht. Er lässt lieber seine Weine sprechen – und diese reden laut! Zu Recht ist er stolz auf die lange Familientradition – sein Großvater hat bereits 1952 mit der Flaschenfüllung begonnen – und führt die entwickelten Marken wie Stoana, Hoadocka und Oida Schwoaza weiter, aber mit den heutigen Möglichkeiten. St. Laurent und Blau-fränkisch vom Spitzerberg haben hier Tradition, die gepflegt wird. Bei den Weißweinen sticht wiederum – wie seit vielen Jahren – der Gelbe Traminer 2024 hervor: vielschichtig und Komplex bei großer Eleganz. Bei den Lagen-Rotweinen reiht sich ein Highlight an das nächste. 2022 ist es für mich die Ried Rosenberg, die mit ihrer gelungenen Mischung aus Mineralität, Frucht und Struktur begeistert. Zu Recht gehört Martin Netzl zu den Spitzenwinzern im Carnuntum.

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Wiener Gemischter Satz Bisamberg
Weingut
Schwarzböck
Weinviertel

Duftiger Aromafächer; pikant reifes Kernobst, Marille, Orange, komplex und vital, florale Note, feine Kräuterwürze, saftige Trinkfreude. WEINVIERTEL DAC

Weißwein
Gemischter Satz
€€
Schraubverschluss

Weingut
Schwarzböck
Weinviertel

Schwarzböck
2102 Hagenbrunn
Hauptstraße 56–58

Anita und Rudolf Schwarzböck bewirtschaften 23 Hektar Rebfläche, welche sich im Weinviertel und in Wien befindet. Also Lagen, deren Terroir höchst unterschiedlich ist und damit die vielfältig ausdrucksstarken Weine des Familienweinguts Schwarzböck hervorbringen. Dem liegt auch zugrunde, dass Anita und Rudolf Schwarzböck den Weinbau seit Jahren nach biologisch-organischen Richtlinien betreiben. Für den dazu erforderlichen gesunde Boden und die optimale Betreuung der Rebstöcke sorgen beide mit viel Liebe. Dazu bringt eine gefühlvolle Behandlung der Trauben im Keller klare und vitale Weine mit hoher Sortentypizität hervor, verbunden mit dem Charakter ihrer Herkunft.

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2023 Burgunder Tattendorf
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

(CH/WB) Anfangs reduktiv mit kalkigen Noten, kühle Aromatik, dann röstig, Schokobanane; am Gaumen klar burgundisch, tropische Frucht, Blutorangenzesten, mittlere Fülle, röstig, rauchig-würzig, betont trocken, mittellang.

Weißwein
Cuvée Weiß
€€€
Schraubverschluss

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

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2025 Sauvignon Blanc Spätlese
Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Pikant, kühl, glockenklar, transparent, klirrend frisch, helle Schoten; ungemein saftig, herrliche Frucht, toller Säurebiss, intensiv nach Maracuja, ein Büschel frischer Trauben, super Spaßwein.

Süßwein
Sauvignon Blanc
€€€
Schraubverschluss

Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Günter + Regina Triebaumer
7071 Rust
Neuegasse 18

Das Ruster Weingut G(ünter) + R(egina) Triebaumer steht für schillernde Vielfalt, deren Hauptmotiv von bodenständigster Ruster Tradition geprägt ist, bereichert durch vinophile Polyphonie klassischer Weinherkünfte aus aller Welt. Die Entstehungsgeschichte dieses Weinorchesters wurde selbststverständlich durch die Vorgeschichte von Regina und Günter – beide Weinakademiker – maßgeblich geprägt: Sie, einer Golser Winzerfamilie entstammend, gestaltete jahrelang mit in der Weinakademie Österreich, war danach viele Jahre bei einem US-Weinimporteur tätig und schließlich bei Alois Kracher, wo sie beim Aufbau dessen heute renommierten Weinhandels mitwirkte. Er, Sproß einer berühmten Ruster Weinbauerndynastie, die seit 1691 in der Freistadt residierte, machte schon frühzeitig Auslandspraktika, mit Südafrika als Höhepunkt, war danach Vortragender in der Weinakademie Österreich und zudem Mitarbeiter und letzlich Filialleiter bei Wein&Co. Nach ihren beruflichen Extravaganzen übernahmen die beiden 2004 das Familienweingut in Rust. Stolz auf die Ruster Kernkompetenz und zugleich „neugierige Nasen“, schufen sie ein, in seiner ampelographischen Vielfalt einzigartiges, Weinsortiment, in dem Heimat und Fremde ein Zuhause haben. Das Sortiment wurde restrukturiert und über die Jahre durch die Einführung vieler neuer Sorten und Weine bereichert. Dazu gab es einen qualitativen Höhenflug, der den Betrieb bereits vor langem in die burgenländische Elite katapultiert hat und der ungebrochen weiter besteht. Die Weingärten liegen fast zur Gänze in und um Rust – lediglich 1,3 Hektar mit Muskateller stehen in Reginas Heimatgemeinde Gols –, wobei sich die Rebflächen auf viele der Toprieden der Freistadt verteilen. Dazu zählen etwa Geyerumriss, Plachen, und Oberer Wald, aber auch die inzwischen als Monopol bestehende Lage Gillesberg. Im Weißweinbereich gibt es eine starke Präsenz von aromatischen Sorten – neben Muskateller und Sauvignon Blanc wird auch die historische Sorte Furmint kultiviert –, eine wichtige Rolle spielt auch Chardonnay. Im Rotweinsegment dominiert die klassische pannonische Sorte Blaufränkisch, die es in mehreren Kategorien gibt mit den Lagenweinen Oberer Wald und Plachen an der Spitze. Die Liebe zu romanischen – allen voran französischen Edelsorten – wird hier voll ausgelebt: An roten Bordeauxsorten gibt es Cabernet Sauvignon und Franc sowie Merlot, dazu Petit Verdot und Carménère, darüber hinaus Syrah und Tannat sowie Nebbiolo aus dem Piemont und Tempranillo aus Spanien. Die charaktervolle Rotweincuvée namens Weite Welt besteht aus rund zehn Sorten. Weißweinsorten französischer Provenienz gibt es in Gestalt von Viognier aus dem Rhônetal sowie Petit Manseng aus den Pyrenäen. Die Darsteller in diesem experimentellen ampelografischen Spielfeld laufen ab sofort unter Limited Edition. Im Gegensatz zum sehr frühen Jahr 2024, in dem Marillen und Mandeln in der dritten Februarwoche blühten, war 2025 um einen Monat später dran, was sich auch über die weitere Vegetationsperiode fortsetzte. Eine sehr gute Blüte sorgte für gute Erträge. ps

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2025 Sauvignon Blanc Gamlitz
Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Fokussiert, klassisch, wertig, grünblättrige Würze, gerade reif gewordene Cassisbeeren; aromatisches Dacapo, einige Substanz, Schmelz, zugängliche Säure, balanciert.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Riegelnegg Olwitschhof
Südsteiermark

Roland Riegelnegg
8462 Gamlitz
Steinbach 62

Auf dem Weingut Riegelnegg Olwitschhof arbeiten zwei Generationen Hand in Hand. Die Formkurve zeigt stetig nach oben. Im Jahr 2017 hat Roland gemeinsam mit seiner Frau Martina den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Im Jahr 2021 wurde er mit dem 2018er Ried Sernauberg Exzellenz in der Kategorie oaked Weltmeister beim Concours Mondial du Sauvignon. Der junge Weinmacher über sich selbst: „Meine Leidenschaft ist der Ausbau von Weißweinen in Holzfässern, vorzugsweise Sauvignon und Chardonnay.“ Die steile Ried Sernauberg weist zum Teil merklich unterschiedliche Parzellen auf. Die Beschaffenheit des Untergrundes reicht von Sand über Lehm bis hin zu Muschelkalk. Großes Ansehen genießen die Parzellen mit blauem Opok, ein verfestigter Lehm mit hohem Tonanteil und niedrigem Kalkgehalt. Die Vegetationsperiode ist lang, die Nächte kühl. Das fördert die Aromatik. Die Familie besitzt auch Anteile an der renommierten Ried Welles, einer Kessellage mit einem kargen Boden aus felsigem Schotterkonglomerat und einer humosen Deckschicht. Die aktuelle Serie zeigt sortentypische Gebietsweine. Die preislich moderat darüber angesiedelten Ortsweine rechtfertigen diese geringe Differenz voll und ganz. Sie sind ungewöhnlich fein. Noch mehr gilt das für die Riedenweine. Den Sauvignon Blanc Ried Sernauberg Ollwitsch und den Chardonnay Exzellenz aus der gleichen Lage haben wir letztes Jahr schon vorgestellt. Die zusätzliche Flaschenreife ist ihnen sehr gut bekommen.

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2025 Gelber Muskateller J&G
Weingut
Högl
Wachau

Holunderblüten, Rosenholz, rosa Grapefruits, alles zart bestückt, fragil; appetitanregende Säure, Aperitif-Klassiker.

Weißwein
Gelber Muskateller
€€€€
Naturkork

Weingut
Högl
Wachau

Josef & Georg Högl
3620 Spitz
Vießling 31

Der Spitzer Graben – ein in Richtung Waldviertel führendes Seitental der Donau – ist ein gutes Stück individuelle Wachau. Was dort, auf den bis knapp 500 Metern Seehöhe reichenden steilen Weinterrassen unter den Händen von Josef und Georg Högl heranwächst, darf sich nicht selten als Weltklasse bezeichnen. Vornehmlich sind es Grüne Veltliner und Rieslinge, die in dieser speziellen Cool Climate-Zone auf kargen Glimmerschiefer- und Gneisböden zu ihrer Hochform auflaufen. Die längere Verweildauer der Trauben am Rebstock bis zur physiologischen Reife bringt es mit sich, dass hier die Mineralität in den Weinen wesentlich deutlicher in den Vordergrund tritt. 2025 war für das Vater-Sohngespann ein zufriedenstellendes Jahr, wenngleich die Regenfälle im September speziell bei den Rieslingen viel penible Weingartenarbeit einforderten. Insgesamt ist ein Großteil der Weine leichter ausgefallen, mit etwas höheren Säurewerten. „Es war so wie in früheren Jahren“, meinte Georg, der Junior, und spielte damit auf die Zeit vor dem Klimawandel an. „In den höheren Lagen gab‘s von der Mitte aufwärts wesentlich mehr Federspiel-Weine, während die Smaragde vorwiegend aus den unteren, wärmeren Bereichen stammten.“ Neu im Sortiment ist, dass die Weine aus den Alten Parzellen ab heuer erst mit einem Jahr Verspätung in den Verkauf gelangen. Tipp: Der mit fünf Sternen als Topwein ausgezeichnete Grüne Veltliner aus 2024 ist nun erhältlich!

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2023 Burgunder Reserve Ried Rothenbichl
Weingut
Am Berg
Kamptal

(PG/PB/CH) Holzflair, Vanille, Mango, Ananas, Maracuja, reife Äpfel und Marillen mischen mit, das Holz ist nicht zu leugnen, welches dem Wein Süße verleiht, macht ihn – für mich - durchaus attraktiv, BSA, angenehme Säure, Zitrusnoten, der Wein entwickelt sich im Glas und wird schlussendlich komplex. Benötigt viel Luft.

Weißwein
Cuvée Weiß
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Am Berg
Kamptal

Michael Gruber
3550 Langenlois
Mittelberg 41

Das Weingut Am Berg von Michael Gruber befindet sich auf 400 Meter Seehöhe in Mittelberg oberhalb von Langenlois. Die Weine dieses Winzers aus Leidenschaft sprechen für sich. So etwa die 2024er Grüner Veltliner von den Rieden Steinhaus und Käferberg. Das sind große Gewächse, die man in eine Karaffe gießen und aus einem Burgunderglas genießen sollte. Knapp dahinter kommt die 2023 Burgunder Reserve Ried Rothenbichl. Im Ranking danach sehe ich den 2025 Grüner Veltliner Ried Kellerberg. Wunderbare 2025 Kamptaler Gewächse sind die beiden Grüner Veltliner und Riesling DAC. Wer wissen will, wie ein hochwertiger Gemischter Satz schmecken soll, der sollte den 2025 Alte Reben probieren. Hier pflegt man noch den Bouvier – eine Rebsorte, die um 1900 von Clotar Bouvier gezüchtet wurde. Herr Gruber hat dieser Rebsorte Finesse und Komplexität impliziert. Sehr gut gefallen hat mir auch der 2025 Merlot gleichgepresst – ein unkomplizierter, doch auch ernsthafter Weißwein. Es ist mir immer eine besondere Freude und Ehre, die Kreszenzen von Michael Gruber zu verkosten und attestiere, dass das Weingut Am Berg zu den Besten des Kamptales zählt.

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2025 Grüner Veltliner Ried Gottschelle 1ÖTW
Weingut
Unger
Kremstal

Feinkörnige Würze, elegante Frucht, tief im Glas ein Hauch Kümmel; aromatisches Dacapo, zugängliche Säure, sanft, Körper, fruchtig-würziger Nachhall.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€€
Schraubverschluss

Weingut
Unger
Kremstal

Petra Unger
3511 Furth
Lindengasse 22

Tel. +43 676 848622822
Fax. +43 2732 76801
office@ungerwein.at
www.ungerwein.at

Der Chemiker Wolfgang Unger legte 1964 den Grundstein für das heutige Weingut. Weil er als Hobby Wein machen wollte, kaufte er die charaktervolle Ried Hinters Kirchl in Stein. Gemeinsam mit seiner Frau Veronika expandierte er den kleinen Betrieb. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1999 übernahm Petra Unger die Verantwortung für das elterliche Weingut. Die Absolventin der Universität für Bodenkultur in Wien verschaffte sich zuvor einen Überblick, was in der weiten Weinwelt so gemacht wird, unter anderem im Zuge eines Praktikums in Napa Valley. Sie ist Mitglied bei den Österreichischen Traditionsweingütern, kurz ÖTW. Seit 2010 gibt es eine Kooperation mit dem Weingut Josef Edlinger, um betriebswirtschaftliche Synergien zu nutzen. Die Weinbereitung ist getrennt. Die Rieden sind beidseits der Donau gelegen, der Großteil davon auf dem Hochplateau beim Göttweiger Berg, wo der Grüne Veltliner vorwiegend in tiefem Löss wurzelt, ausgenommen die mit vielen Steinen durchsetzte Ried Gottschelle. Die Böden der Rieden Gaisberg und Hinters Kirchl jenseits des großen Stromes bei Krems hingegen bestehen aus verwittertem kristallinem Gestein; hier steht der Riesling auf Terrassen mit Natursteinmauern. Die aktuelle Serie ist präzise, fein und trinkanimierend. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse kommen klar zum Ausdruck. Die Preisgestaltung ist attraktiv.

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2022 Zweigelt Reserve
Weingut
Groiß
Wagram

Ausgereifte Nase, schwarze Kirsche, Weichseln, eingelegte Zwetschke, druckvoller Gaumen, Rumtopf, Kokosraspel, Weichsel, ausdrucksstark und gewisse Konzentration, runde Gerbstoffe, die druckvoll sind, der Wein lässt am Gaumen seine Muskeln spielen, mit dezentem Alkoholgehalt. NIEDERÖSTERREICH

Rotwein
Zweigelt
€€
Schraubverschluss

Weingut
Groiß
Wagram

Karin und Herbert Groiß
3701 Großweikersdorf
Kleinwiesendorf 24

Karin und Herbert Groiß leben ihre Leidenschaft für Wein mit spürbarer Hingabe. Eng verbunden mit der Natur folgen sie ihren Rhythmen, greifen ihre Stärken auf und formen daraus Jahr für Jahr charakterstarke Weine – und ein Leben im Einklang mit dem Weingarten. In dritter Generation führen sie das Weingut, seit 2019 auch offiziell biologisch zertifiziert, wenngleich der Bio-Gedanke längst tief in der Familie verankert ist. Bewirtschaftet wird aus Überzeugung biologisch – mit dem Ziel eines lebendigen, widerstandsfähigen Weingartens, in dem Pflanzen, Tiere, Mikroorganismen und Mensch im natürlichen Gleichgewicht stehen. Über Generationen gewachsenes Wissen trifft hier auf die sensible Hand des Winzers, die den Boden versteht und respektiert. Die eindrucksvolle Heimat der Weine ist eine bis zu 20 Meter hohe Geländestufe an den Ufern der einstigen Urdonau. Mächtiger Löss aus der Eiszeit trifft hier auf das pannonische Klima. Die Ried Steinberg, geprägt von Löss und Schotter und südwestlich ausgerichtet, beherbergt Reben im Alter von 20 bis 25 Jahren. Die alten Reben – im Schnitt rund 45 Jahre alt – werden separat gelesen und in 1.600-Liter-Fässern aus Manhartsberger Eiche ausgebaut. So entstehen Weine mit feiner Würze, cremiger Textur und unverwechselbarem Charakter. Jeder Wein trägt seine eigene Handschrift auch sichtbar am Etikett – und zeigt sie im Glas umso deutlicher. Die Serie des Jahrgangs 2025 präsentiert sich geradlinig und harmonisch, mit klarer Frucht, Spannung und einer wunderbar ausbalancierten Struktur aus Gerbstoff und Säure, die für animierenden Trinkfluss sorgt. Besonders die Weine der Ried Steinberg gewinnen mit Zeit und Luft deutlich an Tiefe. Im großen Glas oder in der Karaffe entfalten sie sich Schritt für Schritt, werden feiner, strukturierter und vielschichtiger. Auch die kreativen Etiketten spiegeln diese Vielfalt wider.

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2025 Grüner Veltliner Der Hase
Weingut
Oppelmayer
Carnuntum

Feine Würze, vollreif, gelbe Frucht, stoffig; wiederum gelbfruchtig, reife Säure, die den Wein unterstützt, saftig, sehr süffig.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€
Schraubverschluss

Weingut
Oppelmayer
Carnuntum

Franz Oppelmayer
2464 Göttlesbrunn
Kirchenstraße 9

Es tut sich etwas im Hause Oppelmayer: Sohn Ale-xander ist mit 31 Jahren in das heimische Weingut zurückgekehrt. Mitgeholfen hat er schon immer, aber jetzt ist die Zeit gekommen, die Staffelübergabe vorzubereiten. Nicht so schwer, denn das Feld ist gut bestellt von Vater Franz. Sowohl bei Weiß- als auch Rotweinen versteht es der Winzer spielerisch leicht, Eleganz und Vielschichtigkeit selbst aus schwierigeren Jahren herauszuholen, und die Weine auf eine lange Reise zu schicken. Faszinierend! Jeder Weißwein des Hauses steht qualitativ über den Dingen und besticht mit fairen Preisen. Genau das zeigt sich auch im Jahrgang 2025. Die Zweigelt Serie ist beeindruckend: ausgehend vom typischen Rotrock, über den gut strukturierten Rubin Carnuntum, bis zum hochwertigen Haidacker und dem großen Schüttenberg, Jahrgang 2017! Der aktuelle Jahrgang schlummert noch im Keller. Das Flaggschiff des Hauses, der Matador 2022, ist neu da und schließt in seiner Klasse unmittelbar an den großartigen 21er an! Darf es ein toller Merlot sein? Ja bitte, heißt ja schon Mythos! Und der 17er Reserve läuft und läuft und läuft – und ist immer noch zu jung …

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2025 Blütenmuskateller
Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

ist ein Muskateller Jahrgang! Tutti Frutti, Zitrusnoten, Melisse, laut und prägnant; fleischig, saftig, megasüffig, sehr ansprechend.

Weißwein
Blütenmuskateller
€€
Schraubverschluss

Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

Manfred Ottendorfer & Florian Hofer GesbR
2214 Auersthal
Neubaugasse 66

Hermann und Maria Hofer waren vor Jahrzehnten die Vorreiter für biologischen Weinbau nicht nur in diesem Gebiet, sondern in ganz Niederösterreich, und haben über die Jahre viele Winzer beeinflusst. Für die kontinuierliche Arbeit gab es 2022 die Auszeichnung als Österreichs bester BIO-Produzent bei der Berliner Wein Trophy. Seit 2022 ist der Schwiegersohn und Quereinsteiger Manfred Ottendorfer neu im Betrieb, steuert mit dem Grünen Veltliner Fred.dO seinen eigenen Wein bei, und bringt sich mittlerweile voll ein. Mit dem Jahrgang 2025 ist auch Sohn Florian Hofer eingecheckt, und bringt zusätzlich neuen Schwung. Ab der ersten Probe merkt man, dass auch 2025 der positive Trend anhält. Alle Weine sind pointiert, fruchtbetont und frisch. Hervorheben möchte ich die drei Grünen Veltliner aus dem Jahrgang 2025, die sowohl die Sorte, als auch die Region schön repräsentieren. Der Blütenmuskateller glänzt durch seine Würze, der Naturwein Origin durch sein Fruchtaroma, und beide bieten viel Trinkvergnügen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß es hier auch feine, süffige Rotweine und viele PIWI (pilzwiderstandsfähige) Sorten gibt, mit welchen seit Jahren experimentiert wird, was man denn daraus Köstliches machen kann. Zwei alkoholfreie Schaumweine mit dem Namen Perlenspiel sowie ein köstlicher Verjus runden das Programm ab.

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2023 Weißburgunder Tattendorfer Ried Gestein
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Einige Fülle, zarte Röstnoten, Haselnuss, Hefegebäck, Banane, Grüner Jasmintee, Wiesenblumen; am Gaumen fruchtiger, Honigmelone, rosa Grapefruits, Limettenzesten, etwas gerbstoffig, pikante Säure, mittellang bis lang.

Weißwein
Pinot Blanc (Weißburgunder)
€€€€
Behandelter Presskork

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

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2025 Welschriesling
Weingut
Pfeifer
Vulkanland Steiermark

Eleganter Ausdruck, Frühlingswiese und Kernobst, Hauch Fenchel; lebhaft, guter Biss, Zitrusfrische, pikant, pointiert, gelungen.

Weißwein
Welschriesling
€€
Schraubverschluss

Weingut
Pfeifer
Vulkanland Steiermark

Daniel Pfeifer
8354 St. Anna am Aigen
Plesch 43a

„Wir Leben für den Genuss“ lautet die Philosophie im Weingut Pfeifer, und an dieser lässt die Familie alle Weinfreunde und sonstigen Genussgäste teilnehmen. Das oberhalb der Gemeinde St. Anna in Höhenlage situierte Gut bietet einen atemberaubenden Panoramablick ins Vulkanland. Jüngst wurde ein reizvoller wie funktioneller Neubau eröffnet, der als Vinothek und Präsentationsraum fungiert, vor allem aber auch den flüssigen und festen Genussmomenten gewidmet ist. Hier kann man sich durch das vielgestaltige Sortiment an hochwertigen Weinen kosten und dazu köstliche Schmankerln inklusive verführerischer Süßspeisen von Daniel Pfeifers Lebenspartnerin und Diplomsommelière Lisa Krispel genießen, die 2023 Gault-Millau Patissière des Jahres war. Im Familienweingut Pfeifer werken zwei Generationen. Seit 2010 im Betrieb tätig, hat sich Daniel Pfeifer als Kellermeister mit Können und Fingerspitzengefühl schon längst etabliert, wobei er schon lange auf separaten Ausbau der einzelnen Parzellen setzt. Schon vor Jahren hat er sich dem sanften Rebschnitt verschrieben, der von Vater Alois und dem Weingartenteam perfekt umgesetzt wird. Das Sortiment an Charakterweinen ist nach dem hiesigen DAC-System in Gebiets-, Orts- und Riedenweine gegliedert. Herzstück des Betriebs ist die insgesamt 26 Hektar umfassende Ried Schemming, von der man gut ein Drittel bewirtschaftet. Die vielfältige Hanglage westlich von St. Anna am Aigen unterhalb des Hochstradner Kogels neigt sich von Südwest nach Osten und verfügt über vielfältige Bodenformationen. Das aktuelle Sortiment umfasst Gebietsweine aus 2025, einige 2025er Ortsweine kommen im Herbst, die restlichen sind aus 2024; die Riedenweine aus 2023 (Herbst) und 2022. ps

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2014 Pinot Noir Große Reserve Ried Mittelberger Rothenbichl
Weingut
Am Berg
Kamptal

(Ausbau: 120 Monate in neuen Ö Barriques) Ledrige Töne, Pilze, insgesamt dunkel, Zwetschken, Kirschen, Himbeeren, feingliedrig, stoffig, strukturiert, super Säure, unglaublich jugendlicher, rassiger Pinot Noir, der aus diesem kleinen Jahrgang brilliert. Nach über elf Jahren Reife präsentiert sich dieser Wein von seiner besten Seite. Von kühler Intension.

Rotwein
Pinot Noir (Blauburgunder)
€€
Naturkork

Weingut
Am Berg
Kamptal

Michael Gruber
3550 Langenlois
Mittelberg 41

Das Weingut Am Berg von Michael Gruber befindet sich auf 400 Meter Seehöhe in Mittelberg oberhalb von Langenlois. Die Weine dieses Winzers aus Leidenschaft sprechen für sich. So etwa die 2024er Grüner Veltliner von den Rieden Steinhaus und Käferberg. Das sind große Gewächse, die man in eine Karaffe gießen und aus einem Burgunderglas genießen sollte. Knapp dahinter kommt die 2023 Burgunder Reserve Ried Rothenbichl. Im Ranking danach sehe ich den 2025 Grüner Veltliner Ried Kellerberg. Wunderbare 2025 Kamptaler Gewächse sind die beiden Grüner Veltliner und Riesling DAC. Wer wissen will, wie ein hochwertiger Gemischter Satz schmecken soll, der sollte den 2025 Alte Reben probieren. Hier pflegt man noch den Bouvier – eine Rebsorte, die um 1900 von Clotar Bouvier gezüchtet wurde. Herr Gruber hat dieser Rebsorte Finesse und Komplexität impliziert. Sehr gut gefallen hat mir auch der 2025 Merlot gleichgepresst – ein unkomplizierter, doch auch ernsthafter Weißwein. Es ist mir immer eine besondere Freude und Ehre, die Kreszenzen von Michael Gruber zu verkosten und attestiere, dass das Weingut Am Berg zu den Besten des Kamptales zählt.

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2025 Rosé Cabernet Sauvignon
Weingut
Steininger
Kamptal

Fragile Nase, die kleine rote Walderdbeere in Reinkultur; am Gaumen fruchtsüß bei gleichzeitig pikantem Säureschliff; feingestrickt, wirkt leichtfüßiger, als er ist.

Blauburger
€€
Schraubverschluss

Weingut
Steininger
Kamptal

Eva Steininger
3550 Langenlois
Walterstraße 2

Eva und Peter Steininger genießen mit ihrem Betrieb und dem sowohl bei Wein als auch bei Sekt überaus breit gestreuten Angebot eine österreichweite Sonderstellung – und das dank der qualitätsorientierten Bewirtschaftung von Karl Steininger, dem Senior, bereits seit vielen Jahren. Freilich setzt mittlerweile auch die nächste Generation ihre Spuren, denn trotz hohem Qualitätsstandard wird laufend weiter optimiert. Geleitet wird das Weingut heute von Tochter Eva und Schwiegersohn Peter, wobei Erstere sich hauptsächlich um die administrativen Belange und den Verkauf kümmert, während Peter – gelernter Kellermeister und Absolvent der Weinbauschule Krems – sein Zepter in Weingarten und Keller schwingt. Die besondere Liebe zum Wein und allen seinen Facetten und die Hinzunahme neuer Weingärten bringt es mit sich, dass es – entgegen eigener Bestrebungen, das Sortiment nicht noch weiter zu vergrößern – Jahr für Jahr doch ein bisschen mehr wird. „Wir finden es spannend, die Unterschiedlichkeiten der Lagen auch in unseren Weinen zu spüren“, wird uns einhellig beschieden. Der Schwerpunkt liegt auf Grünem Veltliner und Riesling, wo die Reserven mit einem Jahr längerer Reifezeit auf den Markt kommen. Aber auch mit Randsorten wie Muskateller oder Rosé vom Cabernet Sauvignon konnte man bereits mehrfach österreichweite Erfolge erzielen. Neu präsentiert wurde uns heuer auch eine ebenso vielfältige Palette an Schaumweinen – insgesamt neun an der Zahl, und einer besser als der andere. Klar, dass die reinen Riedensekte da meistens die Nase vorn haben, dennoch versteht es auch ein ausgewiesener Sortensekt ohne Lagenklassifikation, in der Phalanx der besten mitzuspielen. Der Sauvignon Blanc begeistert heuer mit Tiefgang und Bilderbuchfrucht und kann mit der Klasse der drei Großen Reserven durchaus mithalten. Offensichtlich bleibt trotz allem damit verknüpften Aufwand noch Platz für weitere Ambitionen. Denn im Vorjahr wurden die Geschicke des Loisiums – der Langenloiser Erlebnis-Weinwelt – zur Gänze in die Hände der Familie gelegt. Die nunmehrige „Steininger Weinwelt“ wird von Lisa Steininger-Fonseca, der Jüngsten des „Dreimäderlhauses“ und Joao, ihrem Gatten geleitet, während sich Peter und Eva um die angeschlossene NÖ-Vinothek kümmern.

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2025 Riesling Furth
Weingut
Unger
Kremstal

Freundlich, fein, Pfirsiche; fruchtbetont, belebendes Säurespiel, glockenklar, passende Substanz, Trinkfluss.

Weißwein
Riesling
€€
Schraubverschluss

Weingut
Unger
Kremstal

Petra Unger
3511 Furth
Lindengasse 22

Tel. +43 676 848622822
Fax. +43 2732 76801
office@ungerwein.at
www.ungerwein.at

Der Chemiker Wolfgang Unger legte 1964 den Grundstein für das heutige Weingut. Weil er als Hobby Wein machen wollte, kaufte er die charaktervolle Ried Hinters Kirchl in Stein. Gemeinsam mit seiner Frau Veronika expandierte er den kleinen Betrieb. Nach seinem frühen Tod im Jahr 1999 übernahm Petra Unger die Verantwortung für das elterliche Weingut. Die Absolventin der Universität für Bodenkultur in Wien verschaffte sich zuvor einen Überblick, was in der weiten Weinwelt so gemacht wird, unter anderem im Zuge eines Praktikums in Napa Valley. Sie ist Mitglied bei den Österreichischen Traditionsweingütern, kurz ÖTW. Seit 2010 gibt es eine Kooperation mit dem Weingut Josef Edlinger, um betriebswirtschaftliche Synergien zu nutzen. Die Weinbereitung ist getrennt. Die Rieden sind beidseits der Donau gelegen, der Großteil davon auf dem Hochplateau beim Göttweiger Berg, wo der Grüne Veltliner vorwiegend in tiefem Löss wurzelt, ausgenommen die mit vielen Steinen durchsetzte Ried Gottschelle. Die Böden der Rieden Gaisberg und Hinters Kirchl jenseits des großen Stromes bei Krems hingegen bestehen aus verwittertem kristallinem Gestein; hier steht der Riesling auf Terrassen mit Natursteinmauern. Die aktuelle Serie ist präzise, fein und trinkanimierend. Die unterschiedlichen Bodenverhältnisse kommen klar zum Ausdruck. Die Preisgestaltung ist attraktiv.

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2025 Origin
Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

(Naturwein, 100%GM) Moscato, fast Traminer-Noten, vielschichtig, interessant; saftige Frucht, feingliedrig, stoffig.

Weißwein
Gelber Muskateller
€€€
Schraubverschluss

Bio-Weingut
H. u. M. Hofer
Weinviertel

Manfred Ottendorfer & Florian Hofer GesbR
2214 Auersthal
Neubaugasse 66

Hermann und Maria Hofer waren vor Jahrzehnten die Vorreiter für biologischen Weinbau nicht nur in diesem Gebiet, sondern in ganz Niederösterreich, und haben über die Jahre viele Winzer beeinflusst. Für die kontinuierliche Arbeit gab es 2022 die Auszeichnung als Österreichs bester BIO-Produzent bei der Berliner Wein Trophy. Seit 2022 ist der Schwiegersohn und Quereinsteiger Manfred Ottendorfer neu im Betrieb, steuert mit dem Grünen Veltliner Fred.dO seinen eigenen Wein bei, und bringt sich mittlerweile voll ein. Mit dem Jahrgang 2025 ist auch Sohn Florian Hofer eingecheckt, und bringt zusätzlich neuen Schwung. Ab der ersten Probe merkt man, dass auch 2025 der positive Trend anhält. Alle Weine sind pointiert, fruchtbetont und frisch. Hervorheben möchte ich die drei Grünen Veltliner aus dem Jahrgang 2025, die sowohl die Sorte, als auch die Region schön repräsentieren. Der Blütenmuskateller glänzt durch seine Würze, der Naturwein Origin durch sein Fruchtaroma, und beide bieten viel Trinkvergnügen. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß es hier auch feine, süffige Rotweine und viele PIWI (pilzwiderstandsfähige) Sorten gibt, mit welchen seit Jahren experimentiert wird, was man denn daraus Köstliches machen kann. Zwei alkoholfreie Schaumweine mit dem Namen Perlenspiel sowie ein köstlicher Verjus runden das Programm ab.

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2023 Pinot Gris Tattendorfer Ried Gestein
Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Marzipan und Honigmelone, geschmeidig bei einiger Fülle, rotbeerig; am Gaumen anfangs straff, dann tropische Fruchtfülle, reife Grapefruits, getrocknete Bananen mit Zartbitterschoko, feiner Säurekick, gut eingebundener Gerbstoff.

Weißwein
Pinot Gris (Grauburgunder)
€€€€
Behandelter Presskork

Burgundermacher Weingut
Johann Gisperg
Thermenregion

Johann Gisperg
2524 Teesdorf
Hauptstraße 14

Gisperg aus Teesdorf gehört zu den Weingutsklassikern in der Thermenregion. Was Vater Johann Gisperg aufgebaut hat und dabei das Familienweingut zu einem der Leuchttürme des Gebiets gemacht hat, führt sein Sohn Johann junior seit einigen Jahren in dieser Weise fort. Die Gispergs gelten als Burgundermacher-Weingut, wobei Pinot Noir und St. Laurent immer die erste Geige gespielt haben – und weiter tun. Die roten Burgunder gibt es als Gebietsweine, als Ortsweine Tattendorf und als Lagen-Reserven aus der Tattendorfer Ried Holzspur. Neben seiner Burgunder-Qualitätspyramide in Rot hat der Teesdorfer Winzer über die vergangenen Jahre auch ein weiße Pyramide gebaut, an deren Spitze drei Burgunder aus der Teesdorfer Ried Gestein stehen – auf einem Schotterboden mit 80 Prozent Aktivkalk. Die Weißburgunder-, Grauburgunder- und Chardonnay-Reben wurden von den Gispergs in den 1980er-Jahren gepflanzt und sind damit auch schon alt und strotzen vor Kraft. Alle drei Gestein-Lagenweine werden gleich ausgebaut, in neuen und gebrauchten Barriques. Während es bei Weiß- oder Grauburgunder meist geschmacklich nach Vorlieben geht, leuchtet der Chardonnay als klarer Primus inter Pares heraus, auch diesmal beim 2023er-Jahrgang. Nebst der Burgunderliebe bietet Gisperg auch einen Geschmacksbogen an Sortenvielfalt, besonders in Rot. Wobei sich Gisperg Junior besonders als Zweigelt-Könner hervortut. Seine besten Zweigelt Stöcke stehen auch in der Holzspur – und diese Lagenreserve zählt Jahr für Jahr zu Gispergs Jahrgangsspitzen. Die sortenrein ausgebauten Cabernet Sauvignon und Merlot bieten viel Trinkvergnügen mit viel Niveau. Die beiden französischen Rebsorten drücken auch zwei weiteren Gisperg-Weinen ihren Stempel auf. Im Terroir de Pierre 2023 führt der Winzer St. Laurent und Zweigelt zusammen und würzt die Cuvée mit einem kräftigen Schuss Cabernet und Merlot. In der der anderen Vierer-Cuvée Kontrast übernehmen die beiden Bordeaux-Sorten die Hauptrolle; als Juniorpartner fungieren Rösler und St. Laurent. Mit seinem Kontrast ist der junge Gisperg zeitlebens verbunden. Es war sein erster Wein, den er eigenständig nach seinen Vorstellungen gemacht hat. Übrigens: Sein Erstling war der Jahrgang 2009. Der aktuelle Kontrast, Jahrgang 2022, wurde zwölf Monate in neuen und gebrauchten Barriques ausgebaut, um dann im großen Holz fertig zu reifen. Das Ergebnis, das ist ein Top-Pick!

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2022 Gelber Muskateller Auslese
Weingut
Feiler-Artinger
Leithaberg, Rust & Rosalia

Viel Frische und klare, sortentypische Frucht, super saftig, nervige Säure sorgt für knisterndes Trinkvergnügen. RUST

Weißwein
Gelber Muskateller
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Feiler-Artinger
Leithaberg, Rust & Rosalia

Kurt Feiler
7071 Rust
Hauptstraße 3

Das von Kurt Feiler und seiner Frau Katrin geleitete Familienweingut vermag regionstypisch mit einer beachtlichen Sortenvielfalt in Weiß, Rot und Süß zu überzeugen. Eine ruhige Handschrift und Stilsicherheit zeichnet die Weine des Hauses aus, im Fachhandel und der vinophilen Gastronomie sind sie verlässliche Fixstarter, dank vieler Stammkunden hat aber selbst das Ab-Hof Geschäft immer noch eine gewisse Relevanz. Bei den Weißweinen kommt man im Hause Feiler nicht um den Neuburger herum, der hier aus drei Weingärten in ebenso vielen Qualitäten abgebildet wird (und eine neue Neuburgeranlage kommt noch dazu). Exemplarisch sei hier der kraftvolle und dennoch strukturierte Neuburger Ried Umriss erwähnt, in Kombination mit gut 50 Prozent Chardonnay überzeugt die Sorte als Gustav, ein prachtvoller Blend, den es bereits seit 1993 gibt und der auch gut abgestimmtes neues Holz (gut 1/3) mit auf die Reise bekommt. Eine Reminiszenz an historische Sorten ist der als le H abgefüllte Hárslevelü, unfiltriert, pikant, direkt ansprechend. Bei den Rotweinen ist die Vielfalt an Komplementären in der Reserve-Liga bemerkenswert, der Solitaire liefert einen gewohnt hochseriöser Beitrag zum Thema Cuvée, Cabernet Franc zeigt sich mit Typizität und perfektem Holzeinsatz und auch der aktuelle Merlot des Hauses – saftig, druckvoll und lang anhaltend – kommt überzeugend ins Glas. Mit drei unterschiedlichen, nachvollziehbar herausgearbeiteten Lagen Blaufränkisch zeigt Kurt Feiler, wie weit fortgeschritten der Terroir-Anspruch im Weingut ist. Ruster Ludmaisch zeigt sich mit eindringlicher Würze und Kernigkeit, Oggauer Marienthal definiert sich mit jugendlicher Feurigkeit und Struktur, Ruster Oberer Wald glänzt mit eleganter Fruchtausprägung, markanter Säure und einem typisch kühlem Unterton aus dieser kalkgeprägten Lage, heuer der beste Rotwein im Feiler-Portfolio. Bei den süßen Spezialitäten des Hauses hat man die Qual der Wahl zwischen trinkanimierender Auslese in Form des Gelben Muskatellers oder den jugendlichen, lagerfähigen Ausbrüchen beziehungsweise Essenzen. Monolithisch herausragend ist die mit ihrer oxidativ ausgebauten, zeitlosen wie individuellen Art berührende Ruster Ausbruch Essenz vom Weißburgunder aus dem Jahr 2018.

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Muscato Perlwein
Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Voller weiße Trauben, Holunderblüten, duftig, frisch gebackenes Weißbrot, weiße Schote; supersaftig, verlockend traubig, knackig, tolle Frische, zart cremige Mitte, pikant, schlank.

Schaumwein
Gelber Muskateller
€€€
Schraubverschluss

Weingut
G + R Triebaumer
Leithaberg, Rust & Rosalia

Günter + Regina Triebaumer
7071 Rust
Neuegasse 18

Das Ruster Weingut G(ünter) + R(egina) Triebaumer steht für schillernde Vielfalt, deren Hauptmotiv von bodenständigster Ruster Tradition geprägt ist, bereichert durch vinophile Polyphonie klassischer Weinherkünfte aus aller Welt. Die Entstehungsgeschichte dieses Weinorchesters wurde selbststverständlich durch die Vorgeschichte von Regina und Günter – beide Weinakademiker – maßgeblich geprägt: Sie, einer Golser Winzerfamilie entstammend, gestaltete jahrelang mit in der Weinakademie Österreich, war danach viele Jahre bei einem US-Weinimporteur tätig und schließlich bei Alois Kracher, wo sie beim Aufbau dessen heute renommierten Weinhandels mitwirkte. Er, Sproß einer berühmten Ruster Weinbauerndynastie, die seit 1691 in der Freistadt residierte, machte schon frühzeitig Auslandspraktika, mit Südafrika als Höhepunkt, war danach Vortragender in der Weinakademie Österreich und zudem Mitarbeiter und letzlich Filialleiter bei Wein&Co. Nach ihren beruflichen Extravaganzen übernahmen die beiden 2004 das Familienweingut in Rust. Stolz auf die Ruster Kernkompetenz und zugleich „neugierige Nasen“, schufen sie ein, in seiner ampelographischen Vielfalt einzigartiges, Weinsortiment, in dem Heimat und Fremde ein Zuhause haben. Das Sortiment wurde restrukturiert und über die Jahre durch die Einführung vieler neuer Sorten und Weine bereichert. Dazu gab es einen qualitativen Höhenflug, der den Betrieb bereits vor langem in die burgenländische Elite katapultiert hat und der ungebrochen weiter besteht. Die Weingärten liegen fast zur Gänze in und um Rust – lediglich 1,3 Hektar mit Muskateller stehen in Reginas Heimatgemeinde Gols –, wobei sich die Rebflächen auf viele der Toprieden der Freistadt verteilen. Dazu zählen etwa Geyerumriss, Plachen, und Oberer Wald, aber auch die inzwischen als Monopol bestehende Lage Gillesberg. Im Weißweinbereich gibt es eine starke Präsenz von aromatischen Sorten – neben Muskateller und Sauvignon Blanc wird auch die historische Sorte Furmint kultiviert –, eine wichtige Rolle spielt auch Chardonnay. Im Rotweinsegment dominiert die klassische pannonische Sorte Blaufränkisch, die es in mehreren Kategorien gibt mit den Lagenweinen Oberer Wald und Plachen an der Spitze. Die Liebe zu romanischen – allen voran französischen Edelsorten – wird hier voll ausgelebt: An roten Bordeauxsorten gibt es Cabernet Sauvignon und Franc sowie Merlot, dazu Petit Verdot und Carménère, darüber hinaus Syrah und Tannat sowie Nebbiolo aus dem Piemont und Tempranillo aus Spanien. Die charaktervolle Rotweincuvée namens Weite Welt besteht aus rund zehn Sorten. Weißweinsorten französischer Provenienz gibt es in Gestalt von Viognier aus dem Rhônetal sowie Petit Manseng aus den Pyrenäen. Die Darsteller in diesem experimentellen ampelografischen Spielfeld laufen ab sofort unter Limited Edition. Im Gegensatz zum sehr frühen Jahr 2024, in dem Marillen und Mandeln in der dritten Februarwoche blühten, war 2025 um einen Monat später dran, was sich auch über die weitere Vegetationsperiode fortsetzte. Eine sehr gute Blüte sorgte für gute Erträge. ps

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schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -