Weinguide
Ausgabe 2026/27
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2023 Sauvignon Blanc Ried Am Walts
Weingut
Oberguess
Südsteiermark

Samtig, voll ausgereift, gelbes Fruchtgelee mit Vanilletouch, Stachelbeeren, Weihrauch, Paraffin, Quitte, Chilis; kernig, und strukturiert mit beachtlichem Extrakt, toller Grip, viel Grapefruits, sehr kompakt, gute Gerbstoffstruktur, Spannung.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€
Naturkork

Weingut
Oberguess
Südsteiermark

Christian Krampl & Birgit Koch
8463 Leutschach
Schlossberg 9

In spektakulärer Höhenlage auf 600 Metern Seehöhe ganz nahe der slowenischen Grenze gelegen, ist das bereits 1495 erstmals urkundlich erwähnte Gut oberGuess ein Schmuckstück in einer pittoresken Landschaft. Über Jahrhunderte wurde der Viereckhof als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb geführt, ab den 1960er-Jahren wurde der Fokus immer stärker auf Weinbau gesetzt. Im Zuge der 2010 begonnenen umfassenden Revitalisierung und Umstrukturierung wurde das ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude als bildhübscher Buschenschank samt Verkostungs- und Verkaufsräumlichkeiten und einer Kunst-galerie adaptiert. Mittlerweile gibt es auch eine geräumige Ferienwohnung. Christian Krampl ist Regisseur des Weinbaubetriebs, seine Frau Birgit Koch führt die Buschenschank. Aktuell sind rund 6,5 Hektar Rebfläche im Ertrag, die sich auf zwei in luftiger Lage zwischen 550 und 600 Meter Seehöhe liegenden Rieden aufteilen. In der Ried Schlossberg gibt es karge, kalkfreie Verwitterungsböden aus Sandstein und kristallinem Schiefer, in der Ried Am Walts befinden sich im oberen Hangbereich aufgewitterte Kalkmergel und Sandstein, im unteren Hangbereich kommen Sedimente aus verwittertem Sandstein, Schiefer sowie Konglomeraten vor. Sortenmäßig dominiert Sauvignon, dazu gibt es Chardonnay und ein wenig Muskateller. 2018 erfolgte die Umstellung auf biologisch-organische Bewirtschaftung der Weingärten. Späte Handlese und schonende Traubenverarbeitung sind selbstverständlich, bei der Weinwerdung vertraut man auf Spontangärung, viel Hefekontakt und Lagerung – alles im Holzfass. Die Weine sind durchwegs Charakterköpfe – profunde Weine mit Kraft und Eleganz und einer markanten mineralischen Würze. Im Fokus der aktuellen Palette steht der kühlere Jahrgang 2023, der relativ alkoholreiche, rassige und spannungsgeladene Vertreter mit Schneid und Mineralität erbracht hat. Vom Chardonnay gibt es 2023 nur eine Variante – Ried Am Walts.ps

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2025 Riesling Smaragd Ried Rothenberg
Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Reife Marille, Pfirsich, Ananas, Orangenblüten, Zitrus, füllige Frucht mit toller Säure, körperreich, intensiv, saftig, ausgewogen, zeigt Finesse und Reichtum. Ausdrucksstark, macht schon jetzt großen Spaß.

Weißwein
Riesling
€€€€
Schraubverschluss

Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Paul Stierschneider
3601 Dürnstein
Oberloiben 17

„Ein sehr guter Jahrgang der 2025iger“, meinte Paul Stierschneider – eine Aussage, die bei der Verkostung bestätigt wurde. Es gab etwas Hagel in diesem Jahr in der Region. Doch fast ohne Schäden. Dadurch Ertragsreduzierung, was sich sogar als positiv herausgestellt hat. Leider gibt es weniger Riesling in diesem Jahrgang. Man arbeitet halt mit der Natur. Seit zirka 60 Jahren gibt es in diesem Haus einen Zweigelt Rosé. Immer mit Verve und höchster Güte. Herrliche Grüne Veltliner Federspiele. Vor allem der produced by Valentin vom Sohn des Hauses ragt heraus. Bei den Smaragd Weinen stechen die Gewächse vom Loibenberg hervor. Wie Riesling Terrassen Loibenberg oder der 351 Smaragd Riesling – die Seehöhe anzeigend. Der Riesling Loibenberg, welcher kein Smaragd ist, da 9,4 Gramm Restzucker: ganz einfach brillant. Ebenfalls der Grüner Veltliner Smaragd aus dieser großen Lage. Hinweisen möchte ich aber auch auf den Gelber Muskateller Federspiel Guglzipf.

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2023 Ried Bärnreiser 1ÖTW
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

(BF) Wunderschöne Frucht, Unmengen Brombeeren, Kakaohauch, Wacholder, tiefe Fülle, Suppenwürze; saftige Dunkelfrucht, mittelkräftig, schöne Fülle, ausgereift, dicht, lebhaft, viel Frische, Biss, recht lang. NIEDERÖSTERREICH

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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2023 Chardonnay BIO unique
Weingut
Hagn
Weinviertel

Leuchtend helles Gold im Glas, opulente Nase nach reifer Exotik wie Mango, Maracuja, Orangenzesten, geröstete Haselnüsse, reife, gelbe Birnen, Rosinen, süßliche Extrakte, Harmonie, Finesse, Eleganz, Fruchtschmelz und Potenzial. Ein kraftvoller Wein für noch lange Jahre.

Weißwein
Chardonnay
€€€€€
Naturkork

Weingut
Hagn
Weinviertel

Wolfgang und Leopold Hagn
2024 Mailberg
154

Wolfgang Hagn und sein Cousin Leo haben aus dem Weingut eine moderne Weinerlebniswelt geschaffen – mit dem Weindomizil als Kulinarik-Hotspot samt Nächtigungsmöglichkeit. Kulinarik und Wein sind für Wolfgang Hagn etwas ganz Besonderes. Ihr umfangreiches Sortiment wird immer wieder mit nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt. Bereits sieben Mal gab es von der Niederösterreichischen Weingala eine Auszeichnung als „Weingut des Jahres“. Mit dem aktuellen Jahrgang ist Wolfgang sehr zufrieden, die Weine sind wieder gelungen, haben Finesse und Extrakte, machen viel Freude. „Wein ist ein Handwerk, wir leben Wein und Kulinarik sieben Tage, einen ganzen Monat, ein ganzes Jahr – und es macht uns große Freude“, so der Winzer, und empfiehlt auch einen Blick in seine Weinerlebniswelt, wo man neben moderner Architektur die gesamte Produktpalette verkosten kann. Im hauseigenen Weinkino wird einem der Weg des Weines von der Rebe bis in die Flasche gezeigt.

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2024 Wiener Gemischter Satz DAC Nussberg-Ried Preussen 1ÖTW
Weingut
Rotes Haus
Wien

Aber hallo, der geht in die Tiefe. Eiche, salzig-würzig, Waldhonig, Kräuter, Zitrus, füllig, konzentriert, kalkige Töne, stoffig, druckvoll, langatmig. Absolute Klasse und ein Langstreckenläufer.

Weißwein
Gemischter Satz
€€€€
Naturkork

Weingut
Rotes Haus
Wien

Thomas Podsednik
1190 Wien
Pfarrplatz 2

Das Weingut Rotes Haus ist seit 2001 im Besitz von Dipl. Kfm. Hans Schmid und wird aktuell von Betriebsleiter Thomas Podsednik im Verbund mit Kellermeister Dragos Pavelescu geführt. Es ist an sich als ein Burgunder Weingut zu bezeichnen. Hier gedeihen – natürlich am Nussberg – überwiegend Chardonnay, Weissburgunder, Grauburgunder, Neuburger, Traminer und einige andere. Diese Rebsorten werden zu großartigen Wiener Gemischten Sätzen veredelt oder auch zu reinsortigen Gewächsen. Es sind kompakte, ausdrucksstarke, von Burgundischer Stilistik geprägte Weine, die hervorragend lagern können. Ich möchte eigentlich keinen Wein hervorheben. Es ist jeder einzelne Wein charaktervoll mit strukturierter Ausprägung. Trotzdem möchte ich auf den 2024 Gemischter Satz von der Ried Langteufel hinweisen, und wenn ich schon dabei bin, auch auf den 2023 Chardonnay Ried Obere Schos. Übrigens, nur zur Erinnerung: Wien ist die einzige Metropole weltweit, wo nennenswert Wein gekeltert wird. Wien hat eine Rebfläche von 640 Hektar.

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2021 Blaufränkisch Ried Szapary Eisenberg an der Pinka
Weingut
Schiefer
Eisenberg

Verführerische Himbeernase, saftige Rotbeeraromatik in glockenklarer Fruchtführung, saftig, kleinbeerige Dichte, viel Fruchtcharme, straffe Fruchtführung, engmaschig, feiner Würzehintergrund, druckvoll, beeindruckende Balance, elegante Stilistik, nuanciert, tolle Perspektiven.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Weingut
Schiefer
Eisenberg

Uwe Schiefer
7503 Welgersdorf
Angerstraße 14

Uwe Schiefer ist ein Garant für authentische Terroir-Interpretationen in seidig-mineralischer Stilistik. Seine Weine sind geprägt vom allgegenwärtigen Schieferboden und offenbaren jene unverkennbare Stilistik und Bekömmlichkeit in Vollendung, die im Einklang mit naturnahem Weinbau und seiner minimalinvasiven Ausbauweise steht. Das schiefer.pur Weinsortiment ist vielfältig und umspannt die Klassiklinie ebenso wie die hochgepriesenen Premiumweine in Weiß samt der maischevergorenen Sortencuvée m und den Varietäten in Rot. Mit der Marke Weißer Schiefer begründete Uwe Schiefer nicht nur die Welschriesling-Renaissance in Österreich, sondern setzte zugleich die Benchmark für diese hierzulande im trocken werdenden Klima zu höchsten Ehren gekommene Rebsorte. Heute sind von seinen Varietäten der komplexe Weißer Schiefer s und die maischevergorene Variante m gefragte Welschriesling-Klassiker. Entsprechend den Erfahrungswerten des Winzers wird den Welschriesling-Varietäten geringfügig nun Weißburgunder beigefügt, um etwas mehr an gerundeter Tiefe zu erhalten. Der klassische Weißer Schiefer als auch sein Premiumpartner s präsentieren sich in feinziselierter Struktur mit viel Mineralik, wobei Letzterer mit engmaschiger Dichte in perfekter Struktur erneut eine Benchmark für diese Sorte in Österreich darstellt. Die Basis für den in gebrauchten Barriques ausgebauten Schiefer s bildet eine 30-jährige Altanlage der Ried Hummelgraben (toniger Lehm), die unterhalb an die Ried Saybritz anschließt. Ein beeindruckendes Lebenszeichen gibt die maischevergorene Variante m im aktuell verfügbaren Jahrgang 2017, die durch ihre feinziselierte Spielart auch in diesem Segment die zukünftige Stilistik vorgeben wird. Im Bereich der klassischen Rotweinlinie widmet sich Uwe Schiefer erwartungsgemäß ausschließlich der Sorte Blaufränkisch. Diese überzeugt Jahr für Jahr im traditionellen Lagerholzfass-Ausbau in feinziselierter Fruchtstilistik und bereitet in perfekter Balance höchsten Trinkgenuss. Die Lagencuvée Vom blauen Schiefer ist als eine idealtypische Eisenberg-Interpretation von feinster Fruchttiefe im noblen Understatement zu bezeichnen. Die rote Premiumlinie vom Blaufränkisch Eisenberg präsentiert sich im Einzellagen-Ausbau unisono erwartungsgemäß in höchster Qualität. Innerhalb dieser Kollektion gilt Blaufränkisch Ried Szapary (karge Schieferverwitterungsböden) als die feingliedrigste Interpretation. Entsprechend dem Witterungsverlauf tritt der sonst mit filigraner Frucht gekennzeichnete Ried Szapary vom Jahrgang 2021 mit straffer Frucht und viel Extraktdichte auf. Komplementär dazu verhält sich die kräftige Blaufränkisch-Variante aus der Ried Reihburg (Grün- und Blauschiefer, tonige Lehmböden), die international zur Benchmark für Top-Blaufränkische zu zählen ist. Das stilistisch komplementäre Meisterstück dazu bildet der Blaufränkische aus Uwe Schiefers Altbesitzungen im Mittelburgenland vom Lutzmannsburg V.V. (Vieille Vigne), der die saftige und fruchtcharmante Seite des Blaufränkisch verkörpert. Die betreffenden Weingärten wurden inzwischen aufgegeben, sodass diese Weine nur mehr aus historischen Jahrgängen erhältlich sind. Parallel dazu hat Uwe Schiefer den Grand Reserve Club als neue Linie ins Leben gerufen. Umwerfend, welch herrliche Stilperspektiven in höchster Perfektion und Qualität Uwe Schiefer von den Sorten Merlot und Pinot Noir am Eisenberg eröffnet hat. Merlot 2021 ist der würdige Nachfolger vom Jahrgang 2018, der diesen vermutlich durch sein mehr an Fruchtklarheit und Tiefe übertreffen wird, und der Pinot Noir 2023 schwebt puncto hellfruchtiger Finesse und Vielschichtigkeit in jenen Höhen, die ihn in die Liga der besten Pinots dieser Welt einordnen lassen.

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2022 Sauvignon Blanc Ried Am Walts Reserve
Weingut
Oberguess
Südsteiermark

Konzentriertes Bukett, Würze, ölig-harzig, Schoten, Rosmarin, Wachs, Vanille, dunkle Blüten, getrocknete dunkle Beeren; mächtig, ein Maulvoll Wein, Gewürzbrot, Dörrzwetschken, rauchig, hinten leicht tabakig, endlos, noch verkapselt, viel Geduld.

Weißwein
Sauvignon Blanc
€€€€
Naturkork

Weingut
Oberguess
Südsteiermark

Christian Krampl & Birgit Koch
8463 Leutschach
Schlossberg 9

In spektakulärer Höhenlage auf 600 Metern Seehöhe ganz nahe der slowenischen Grenze gelegen, ist das bereits 1495 erstmals urkundlich erwähnte Gut oberGuess ein Schmuckstück in einer pittoresken Landschaft. Über Jahrhunderte wurde der Viereckhof als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb geführt, ab den 1960er-Jahren wurde der Fokus immer stärker auf Weinbau gesetzt. Im Zuge der 2010 begonnenen umfassenden Revitalisierung und Umstrukturierung wurde das ehemalige Stall- und Wirtschaftsgebäude als bildhübscher Buschenschank samt Verkostungs- und Verkaufsräumlichkeiten und einer Kunst-galerie adaptiert. Mittlerweile gibt es auch eine geräumige Ferienwohnung. Christian Krampl ist Regisseur des Weinbaubetriebs, seine Frau Birgit Koch führt die Buschenschank. Aktuell sind rund 6,5 Hektar Rebfläche im Ertrag, die sich auf zwei in luftiger Lage zwischen 550 und 600 Meter Seehöhe liegenden Rieden aufteilen. In der Ried Schlossberg gibt es karge, kalkfreie Verwitterungsböden aus Sandstein und kristallinem Schiefer, in der Ried Am Walts befinden sich im oberen Hangbereich aufgewitterte Kalkmergel und Sandstein, im unteren Hangbereich kommen Sedimente aus verwittertem Sandstein, Schiefer sowie Konglomeraten vor. Sortenmäßig dominiert Sauvignon, dazu gibt es Chardonnay und ein wenig Muskateller. 2018 erfolgte die Umstellung auf biologisch-organische Bewirtschaftung der Weingärten. Späte Handlese und schonende Traubenverarbeitung sind selbstverständlich, bei der Weinwerdung vertraut man auf Spontangärung, viel Hefekontakt und Lagerung – alles im Holzfass. Die Weine sind durchwegs Charakterköpfe – profunde Weine mit Kraft und Eleganz und einer markanten mineralischen Würze. Im Fokus der aktuellen Palette steht der kühlere Jahrgang 2023, der relativ alkoholreiche, rassige und spannungsgeladene Vertreter mit Schneid und Mineralität erbracht hat. Vom Chardonnay gibt es 2023 nur eine Variante – Ried Am Walts.ps

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2025 Weißburgunder Smaragd
Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Helle Gelbfrucht, Kräuternoten, knackig mit viel Frische, Ananas, Maracuja, feine Wallnussnote, Orangenzeste, ziseliert, viel Fruchttransparenz, sehr animierend.

Weißwein
Pinot Blanc (Weißburgunder)
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Roman Gritsch
Wachau

Roman Gritsch
3620 Spitz
Radlbach 11

Roman Gritsch betreibt am östlichsten Ausläufer der Ried Setzberg, der quasi als Hausberg der Familie Gritsch bezeichnet werden kann, einen sympathischen Winzerbetrieb. Angeschlossen ist ein beliebter Heurigenbetrieb, von wo sich ein überwältigender Ausblick auf die Spitzer Weingärten bis zur Ruine Hinterhaus öffnet. Die aktuelle Serie ist besonders beim Grünen Veltliner bravourös ausgefallen: Federspiel als auch die Smaragdvariante präsentieren sich in heller Fruchtigkeit und verfügen über eine feine Säurestruktur. Zusehends profitieren sie von der eleganteren Stilistik, die in den letzten Jahren zusehends forciert wird. Der Grüne Veltliner von der Ried Gasslreith, die eine steinige und terrassierte Subriede vom Steinborz ist, begeistert mit viel schiefigem Verve im gehobenen Federspielbereich. Vom Steinporz gibt es noch die Smaragdvariante, die ohne Bewässerung einen hocharomatischen Top-Veltliner hervorbringt, geprägt von Mineralität und Extraktdichte. Von den beiden Riesling Smaragden zeigt sich die Ried Tausendeimerberg jahrgangsbedingt mit etwas Botrytis, die Ried Setzberg liegt noch im Fass und wird erst im Herbst auf die Flasche kommen. Von den beiden traditionellen Burgundersorten, jeweils in der Kategorie Smaragd, ist der Neuburger wetterbedingt ausgefallen, sodass hier der Weißburgunder die Ehrenrettung übernimmt. Jahr für Jahr überzeugt dieser körperreiche Wein mit kühlem Charme, doch diesmal ist seine Fruchttransparenz unübertroffen. Der heuer sich wieder mehr pikant zeigende Muskateller ist im Hause Gritsch von Jahr zu Jahr ein idealtypischer Einstieg für ein herrliches Trinkvergnügen im Gastgarten.

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2025 Riesling Smaragd 351 Ried Loibenberg
Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Kühl, feinstrahlig, Steinobst, Mandarinen, Ananas, Exotik, das Urgestein schimmert aus dem Glas, voller Rasse, immer elegant, intensiv, dicht, noch trinkt man reine Zukunft. Der wird im Herbst explodieren.

Weißwein
Riesling
€€€€
Schraubverschluss

Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Paul Stierschneider
3601 Dürnstein
Oberloiben 17

„Ein sehr guter Jahrgang der 2025iger“, meinte Paul Stierschneider – eine Aussage, die bei der Verkostung bestätigt wurde. Es gab etwas Hagel in diesem Jahr in der Region. Doch fast ohne Schäden. Dadurch Ertragsreduzierung, was sich sogar als positiv herausgestellt hat. Leider gibt es weniger Riesling in diesem Jahrgang. Man arbeitet halt mit der Natur. Seit zirka 60 Jahren gibt es in diesem Haus einen Zweigelt Rosé. Immer mit Verve und höchster Güte. Herrliche Grüne Veltliner Federspiele. Vor allem der produced by Valentin vom Sohn des Hauses ragt heraus. Bei den Smaragd Weinen stechen die Gewächse vom Loibenberg hervor. Wie Riesling Terrassen Loibenberg oder der 351 Smaragd Riesling – die Seehöhe anzeigend. Der Riesling Loibenberg, welcher kein Smaragd ist, da 9,4 Gramm Restzucker: ganz einfach brillant. Ebenfalls der Grüner Veltliner Smaragd aus dieser großen Lage. Hinweisen möchte ich aber auch auf den Gelber Muskateller Federspiel Guglzipf.

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2025 Grüner Veltliner Ried Mordthal
Weinhof
Ehn
Wagram

In der Nase schon zugänglich, Mandarine, Quitte, Limette, Weißbrotrinde, saftiger mundfüllender Gaumen, Grüntee-Gerbstoff, kernige Mitte, Mostapfel, Lorbeer, bleibt im Abgang kompakt zusammen und wirkt mit dunkler Kräuterwürze nach.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€
Schraubverschluss

Weinhof
Ehn
Wagram

Gerhard Ehn
3470 Engelmannsbrunn
Kapellenberg 47

Tel. +43 664 1951163
Fax. +43 2279 27377
office@weinhofehn.at
www.weinhofehn.at

Als Gerhard Ehn im Jahr 2003 die Leitung des Weinhofs Ehn übernahm, setzte er ein klares Zeichen für die Zukunft. Mit umfassenden Modernisierungen – vom Neubau des Kellers bis hin zur Neugestaltung der Etiketten in einem klaren, zeitgemäßen Design – stellte er kompromisslos die Qualität der Weine in den Mittelpunkt. Er erzeugt Weine mit Ruhe, Tiefe und charaktervoller Komplexität. Der Weinhof Ehn ist Mitglied der „Wagramer Selektion“. Wie es für den Wagram typisch ist, steht auch bei Ehn der Grüne Veltliner im Zentrum. In vier unterschiedlichen Stilrichtungen zeigt er eindrucksvoll seine Vielseitigkeit – vom unkomplizierten, animierenden Sommerwein Grüner Veltliner Swing bis hin zum tiefgründigen und komplexen Ried Mordthal. Der Name „Mordthal“ hat dabei nichts Düsteres an sich. Er leitet sich von „am Ort“ ab und bezeichnet das äußerste Ende einer Riede in Ruppersthal auf rund 300 Metern Seehöhe. Schiefer und Konglomerat, überlagert von Löss, schaffen hier die Grundlage für Weine von beeindruckender Ruhe, Präzision und Komplexität. Die elegante Ried Satz wurzelt in einer bis zu 20 Meter mächtigen Lössformation und bringt dichte, extraktreiche und zugleich feingliedrige Weine hervor. Der Hochrain oberhalb von Engelmannsbrunn, geprägt von kalkhaltigen Einschlüssen, steht für frische, strahlende Weine mit einer feinen, zitrischen Säurestruktur. Die Ried Bromberg, die sich über Kirchberg am Wagram und Königsbrunn am Wagram erstreckt, bietet mit ihrem Lössboden und eingelagertem Schotter ideale Voraussetzungen für außergewöhnliche Rote Veltliner. Der Ausbau erfolgt mit viel Fingerspitzengefühl und ganz nach Stilistik – im Stahltank, im großen Holzfass, im Barrique und sogar in Akazienfässern aus dem Holz eigener Bäume. Der Jahrgang 2025 präsentiert sich komplex, feingliedrig und sehr harmonisch. Mein persönlicher Favorit ist der Grüne Veltliner Ried Mordthal 2025.

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2024 Wiener Gemischter Satz DAC Nussberg-Ried Langteufel 1ÖTW
Weingut
Rotes Haus
Wien

Yes, da geht die Post ab, enorme Struktur, tief, salzig, Zitrus, Nüsse, Ingwer, Orangenschalen, Exotik, extraktsüß, entwickelt einen enormen Druck am Gaumen, perfekter Eicheneinsatz, erinnert verdammt an einen großen Burgunder. Ein großer, reichhaltiger, ja extravaganter Wein mit großer Zukunft.

Weißwein
Gemischter Satz
€€€€€
Naturkork

Weingut
Rotes Haus
Wien

Thomas Podsednik
1190 Wien
Pfarrplatz 2

Das Weingut Rotes Haus ist seit 2001 im Besitz von Dipl. Kfm. Hans Schmid und wird aktuell von Betriebsleiter Thomas Podsednik im Verbund mit Kellermeister Dragos Pavelescu geführt. Es ist an sich als ein Burgunder Weingut zu bezeichnen. Hier gedeihen – natürlich am Nussberg – überwiegend Chardonnay, Weissburgunder, Grauburgunder, Neuburger, Traminer und einige andere. Diese Rebsorten werden zu großartigen Wiener Gemischten Sätzen veredelt oder auch zu reinsortigen Gewächsen. Es sind kompakte, ausdrucksstarke, von Burgundischer Stilistik geprägte Weine, die hervorragend lagern können. Ich möchte eigentlich keinen Wein hervorheben. Es ist jeder einzelne Wein charaktervoll mit strukturierter Ausprägung. Trotzdem möchte ich auf den 2024 Gemischter Satz von der Ried Langteufel hinweisen, und wenn ich schon dabei bin, auch auf den 2023 Chardonnay Ried Obere Schos. Übrigens, nur zur Erinnerung: Wien ist die einzige Metropole weltweit, wo nennenswert Wein gekeltert wird. Wien hat eine Rebfläche von 640 Hektar.

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2024 Beerenauslese
Weingut
Heidi Schröck & Söhne
Leithaberg, Rust & Rosalia

(PB/WR) Bukett von gelben Früchten, Orangenzesten, viel Exotik, intensive Fruchtaromatik, Mandarine, viel primäre Fruchtigkeit, glockenklar, viel Säurehintergrund, kühler Touch, alles in perfekter Balance, beeindruckendes Understatement in fruchtklarer Intensität und Finesse. RUSTER AUSBRUCH DAC

Süßwein
Cuvée Weiß
€€€
Schraubverschluss

Weingut
Heidi Schröck & Söhne
Leithaberg, Rust & Rosalia

Heidi, Johannes & Georg Schröck
7071 Rust
Rathausplatz 8

Das Familienweingut Heidi Schröck & Söhne zählt zur höchsten Weinprominenz in Österreich. Nicht nur im süßen Segment des Ruster Ausbruchs, sondern auch im trockenen Bereich ist von den beiden Jungwinzern Johannes und Georg Schröck in den letzten Jahren ein spannendes Portefeuille mit einem vielfältigen Spektrum von traditionellen Rebsorten, die in unterschiedlichen Weinstilistiken ausgebaut werden, entwickelt worden. Das besondere Augenmerk gilt den traditionellen Sorten um Rust, die im trockenen Bereich vielfältig vertreten sind – vor allem durch die weißen Burgundersorten, die entweder reinsortig oder im Sortenverschnitt angeboten werden. Die Vinifizierung startet generell mit Spontangärung, Weiß wie Rot durchlaufen den biologischen Säureabbau und die anschließende Reifung erfolgt auf der Vollhefe alternativ im Edelstahl oder in großen Holzfässern. Große Aufmerksamkeit und Feingefühl werden den unterschiedlichen Bodenformationen gegeben, wie zum Beispiel der Furmint-Rebe aus der Ried Vogelsang, die auf dem Ruster Schotter (Schiefer, Quarz, Schotter) gedeiht. Die uneingeschränkten Klassiker im Hause Schröck sind die berühmten Süßwein-Varietäten. Auch hier wird das Fenster zu Neuinterpretationen geöffnet, wie die edelsüße Sortencuvée namens Anthologie zeigt. Diese ist als eine Art „Süßwein-Solera“ in Anlehnung an das Sherry-Solera-Modell zu sehen.

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2014 Blaufränkisch Ried Szapary
Weingut
Schiefer
Eisenberg

Hellfruchtiges Entrée, gereifte rote Früchte, Kirsche, Weichsel, Wildkirsche, ruhige, pointierte Anmutung, lineare Struktur mit viel Fruchtcharme, ziseliert mit viel Finesse, delikates Würzespiel, viel rotbeerige Noten, tiefgründig, glockenklar, viel Fruchtfrische, seidige Textur, lang im Finish, modellhafte Terroirinterpretation.

Rotwein
Blaufränkisch
€€€€€
Naturkork

Weingut
Schiefer
Eisenberg

Uwe Schiefer
7503 Welgersdorf
Angerstraße 14

Uwe Schiefer ist ein Garant für authentische Terroir-Interpretationen in seidig-mineralischer Stilistik. Seine Weine sind geprägt vom allgegenwärtigen Schieferboden und offenbaren jene unverkennbare Stilistik und Bekömmlichkeit in Vollendung, die im Einklang mit naturnahem Weinbau und seiner minimalinvasiven Ausbauweise steht. Das schiefer.pur Weinsortiment ist vielfältig und umspannt die Klassiklinie ebenso wie die hochgepriesenen Premiumweine in Weiß samt der maischevergorenen Sortencuvée m und den Varietäten in Rot. Mit der Marke Weißer Schiefer begründete Uwe Schiefer nicht nur die Welschriesling-Renaissance in Österreich, sondern setzte zugleich die Benchmark für diese hierzulande im trocken werdenden Klima zu höchsten Ehren gekommene Rebsorte. Heute sind von seinen Varietäten der komplexe Weißer Schiefer s und die maischevergorene Variante m gefragte Welschriesling-Klassiker. Entsprechend den Erfahrungswerten des Winzers wird den Welschriesling-Varietäten geringfügig nun Weißburgunder beigefügt, um etwas mehr an gerundeter Tiefe zu erhalten. Der klassische Weißer Schiefer als auch sein Premiumpartner s präsentieren sich in feinziselierter Struktur mit viel Mineralik, wobei Letzterer mit engmaschiger Dichte in perfekter Struktur erneut eine Benchmark für diese Sorte in Österreich darstellt. Die Basis für den in gebrauchten Barriques ausgebauten Schiefer s bildet eine 30-jährige Altanlage der Ried Hummelgraben (toniger Lehm), die unterhalb an die Ried Saybritz anschließt. Ein beeindruckendes Lebenszeichen gibt die maischevergorene Variante m im aktuell verfügbaren Jahrgang 2017, die durch ihre feinziselierte Spielart auch in diesem Segment die zukünftige Stilistik vorgeben wird. Im Bereich der klassischen Rotweinlinie widmet sich Uwe Schiefer erwartungsgemäß ausschließlich der Sorte Blaufränkisch. Diese überzeugt Jahr für Jahr im traditionellen Lagerholzfass-Ausbau in feinziselierter Fruchtstilistik und bereitet in perfekter Balance höchsten Trinkgenuss. Die Lagencuvée Vom blauen Schiefer ist als eine idealtypische Eisenberg-Interpretation von feinster Fruchttiefe im noblen Understatement zu bezeichnen. Die rote Premiumlinie vom Blaufränkisch Eisenberg präsentiert sich im Einzellagen-Ausbau unisono erwartungsgemäß in höchster Qualität. Innerhalb dieser Kollektion gilt Blaufränkisch Ried Szapary (karge Schieferverwitterungsböden) als die feingliedrigste Interpretation. Entsprechend dem Witterungsverlauf tritt der sonst mit filigraner Frucht gekennzeichnete Ried Szapary vom Jahrgang 2021 mit straffer Frucht und viel Extraktdichte auf. Komplementär dazu verhält sich die kräftige Blaufränkisch-Variante aus der Ried Reihburg (Grün- und Blauschiefer, tonige Lehmböden), die international zur Benchmark für Top-Blaufränkische zu zählen ist. Das stilistisch komplementäre Meisterstück dazu bildet der Blaufränkische aus Uwe Schiefers Altbesitzungen im Mittelburgenland vom Lutzmannsburg V.V. (Vieille Vigne), der die saftige und fruchtcharmante Seite des Blaufränkisch verkörpert. Die betreffenden Weingärten wurden inzwischen aufgegeben, sodass diese Weine nur mehr aus historischen Jahrgängen erhältlich sind. Parallel dazu hat Uwe Schiefer den Grand Reserve Club als neue Linie ins Leben gerufen. Umwerfend, welch herrliche Stilperspektiven in höchster Perfektion und Qualität Uwe Schiefer von den Sorten Merlot und Pinot Noir am Eisenberg eröffnet hat. Merlot 2021 ist der würdige Nachfolger vom Jahrgang 2018, der diesen vermutlich durch sein mehr an Fruchtklarheit und Tiefe übertreffen wird, und der Pinot Noir 2023 schwebt puncto hellfruchtiger Finesse und Vielschichtigkeit in jenen Höhen, die ihn in die Liga der besten Pinots dieser Welt einordnen lassen.

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2025 Riesling Ried Loibenberg
Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

(kein Smaragd, da 9,4 g RZ) Hier regieren Eleganz, Feinheit, Subtilität und der Berg. Reife Marille, Weingartenpfirsich, Ananas, Zitrus, Marzipan, Mandarinen, viel Ausdruck, vielschichtig, anspruchsvoll, perfekte Säure, dezenter Restzucker adelt diesen prachtvollen Riesling Loibenberg!

Weißwein
Riesling
€€€€
Schraubverschluss

Urbanushof
Paul Stierschneider
Wachau

Paul Stierschneider
3601 Dürnstein
Oberloiben 17

„Ein sehr guter Jahrgang der 2025iger“, meinte Paul Stierschneider – eine Aussage, die bei der Verkostung bestätigt wurde. Es gab etwas Hagel in diesem Jahr in der Region. Doch fast ohne Schäden. Dadurch Ertragsreduzierung, was sich sogar als positiv herausgestellt hat. Leider gibt es weniger Riesling in diesem Jahrgang. Man arbeitet halt mit der Natur. Seit zirka 60 Jahren gibt es in diesem Haus einen Zweigelt Rosé. Immer mit Verve und höchster Güte. Herrliche Grüne Veltliner Federspiele. Vor allem der produced by Valentin vom Sohn des Hauses ragt heraus. Bei den Smaragd Weinen stechen die Gewächse vom Loibenberg hervor. Wie Riesling Terrassen Loibenberg oder der 351 Smaragd Riesling – die Seehöhe anzeigend. Der Riesling Loibenberg, welcher kein Smaragd ist, da 9,4 Gramm Restzucker: ganz einfach brillant. Ebenfalls der Grüner Veltliner Smaragd aus dieser großen Lage. Hinweisen möchte ich aber auch auf den Gelber Muskateller Federspiel Guglzipf.

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2024 Riesling Ried Schenkenbichl Alte Reben Reserve
Weingut
Rabl
Kamptal

Dezente Rieslingnase, Nektarinen, Ananas, Litschi, Gesteinsmehl; extraktsüß, entwickelt sich voll Rasse und Klasse, tolles Potenzial!

Weißwein
Riesling
€€€€
Schraubverschluss

Weingut
Rabl
Kamptal

Rudolf Rabl
3550 Langenlois
Weraingraben 10

Rudolf Rabl – im Outfit mehr Manager als Winzer – ist 1986 in den Betrieb eingetreten und setzte von Anfang an auf Erweiterung und Modernisierung des Weinguts, dessen Geschichte bis ins Jahr 1750 zurückreicht. In den 50er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde bereits in Flaschen gefüllt, und wenig später erfolgten mit dem Grünen Veltliner Käferberg und dem Riesling Schenkenbichl auch die ersten riedenreinen Füllungen im Haus. Mittlerweile gilt das Weingut mit einer bewirtschafteten Fläche von 80 Hektar als Kamptaler Vorzeigeunternehmen, das nach wie vor von der Familie geführt wird. Rabls Kinder sind beide im Betrieb tätig, Sohn Tobias hat an der HBLA Klosterneuburg maturiert und ist nach Praxis in Südafrika Teil des Kellerteams. Tochter Johanna, die mit ihrem Partner Jonas aus Kanada zurückgekehrt ist, kümmert sich vornehmlich um die Bereiche Präsentation und Vermarktung. Eine penible Bearbeitung der Rebanlagen sorgt zusammen mit modernster Kellertechnik Jahr für Jahr für eine Palette feiner Weine, die das Kamptaler Terroir vollständig abdeckt. Denn die Reben stehen sowohl in Urgesteinslagen (Schenkenbichl, Käferberg, Steinmassl, Steinhaus) als auch in reinen Lössweingärten, wie Kittmannsberg oder Spiegel. Hinzu kommt im Zuge einer Betriebsübernahme ab heuer eine beachtliche Größenordnung von Weingärten aus Grafenegg.

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2023 Grüner Veltliner Reserve Ried Eichbühel
Weingut
Müller
Kremstal

Eigenständig, Gewürzaromen à la Anis und Kümmel, steinige Bodentöne, subtile Frucht; schließt nahtlos an, präzise, fest, fernab jeglicher Üppigkeit, Boden kommt durch, große Länge.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Naturkork

Weingut
Müller
Kremstal

Müller
3508 Krustetten
Hollenburger Straße 12

Das Weingut Müller ist ein Familienbetrieb wie aus dem Bilderbuch. Die Aufgaben und Verantwortlichkeiten sind klar verteilt. „Jedes Detail liegt in den Händen der Familie. Von der Rebschule bis zu den Raritäten im Keller. Die Liebe zum Weinhandwerk treibt uns an, die Lust am Gestalten verbindet. Alle für den Wein!“, so die Müllers im O-Ton. Begonnen hat alles 1936 mit weniger als einem Hektar Weingärten. Die jetzigen Eigentümer, die Brüder Leopold und Stefan Müller, haben mit Fleiß und Zielstrebigkeit einen stattlichen Betrieb daraus geformt. Die historischen Wurzeln reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Der Chef, der Herr im Haus, ist der Wein. Nicht von ungefähr findet sich das Siegel „VINUM EST DOMINUS“ auf den neu gestalteten Etiketten. Die leichteren Weine werden mit einem sandfarbenen Etikett ausgestattet, die schwereren Kaliber glänzen in Quarzblau. Die Zusatzbezeichnung „Hofwerk“ steht für Gebietsweine. Behutsam und konsequent wurde an der Weinstilistik gefeilt. Die aktuelle Serie ist spannend, keiner der Weine ist ermüdend oder vorlaut, die Riedencharakteristika wurden präzise herausgearbeitet. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist nach wie vor ausgesprochen attraktiv.

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2024 Pinot Noir Reserve
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Wunderschön eleganter Fruchtausdruck, Waldhimbeeren, Wildkirschen, hochelegant, reif, ruhige Fülle; mittelgewichtig, saftige Mitte, feines Tannin, kernig, viel Biss, ganz jugendlich, fest und mittellang.

Rotwein
Pinot Noir (Blauburgunder)
€€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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2021 Riesling BIO unique
Weingut
Hagn
Weinviertel

Runde, volle, gereifte Fruchtnase nach Marille, Pfirsich, Birne, Exotik, Kräuterwürze, süßliche Extrakte, viel Kraft, Körper, Harmonie und Eleganz, Süße und Säure in perfekter Balance, geschmeidiger Abgang. Wunderbarer Speisenbegleiter!

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut
Hagn
Weinviertel

Wolfgang und Leopold Hagn
2024 Mailberg
154

Wolfgang Hagn und sein Cousin Leo haben aus dem Weingut eine moderne Weinerlebniswelt geschaffen – mit dem Weindomizil als Kulinarik-Hotspot samt Nächtigungsmöglichkeit. Kulinarik und Wein sind für Wolfgang Hagn etwas ganz Besonderes. Ihr umfangreiches Sortiment wird immer wieder mit nationalen und internationalen Auszeichnungen gewürdigt. Bereits sieben Mal gab es von der Niederösterreichischen Weingala eine Auszeichnung als „Weingut des Jahres“. Mit dem aktuellen Jahrgang ist Wolfgang sehr zufrieden, die Weine sind wieder gelungen, haben Finesse und Extrakte, machen viel Freude. „Wein ist ein Handwerk, wir leben Wein und Kulinarik sieben Tage, einen ganzen Monat, ein ganzes Jahr – und es macht uns große Freude“, so der Winzer, und empfiehlt auch einen Blick in seine Weinerlebniswelt, wo man neben moderner Architektur die gesamte Produktpalette verkosten kann. Im hauseigenen Weinkino wird einem der Weg des Weines von der Rebe bis in die Flasche gezeigt.

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2024 Grüner Veltliner Gehnius Große Reserve
Weinhof
Ehn
Wagram

Verwobener Auftakt mit Honigwabe, Lakritze, roter Apfel, mit Luft sich öffnender Gaumen, der Tiefe und Struktur hat, Lakritze, gebrannte Mandeln, schwarzer Tee, Wacholder, langer Pfeffer, spannende Interpretation der Sorte mit Lagerpotenzial.

Weißwein
Grüner Veltliner
€€€
Schraubverschluss

Weinhof
Ehn
Wagram

Gerhard Ehn
3470 Engelmannsbrunn
Kapellenberg 47

Tel. +43 664 1951163
Fax. +43 2279 27377
office@weinhofehn.at
www.weinhofehn.at

Als Gerhard Ehn im Jahr 2003 die Leitung des Weinhofs Ehn übernahm, setzte er ein klares Zeichen für die Zukunft. Mit umfassenden Modernisierungen – vom Neubau des Kellers bis hin zur Neugestaltung der Etiketten in einem klaren, zeitgemäßen Design – stellte er kompromisslos die Qualität der Weine in den Mittelpunkt. Er erzeugt Weine mit Ruhe, Tiefe und charaktervoller Komplexität. Der Weinhof Ehn ist Mitglied der „Wagramer Selektion“. Wie es für den Wagram typisch ist, steht auch bei Ehn der Grüne Veltliner im Zentrum. In vier unterschiedlichen Stilrichtungen zeigt er eindrucksvoll seine Vielseitigkeit – vom unkomplizierten, animierenden Sommerwein Grüner Veltliner Swing bis hin zum tiefgründigen und komplexen Ried Mordthal. Der Name „Mordthal“ hat dabei nichts Düsteres an sich. Er leitet sich von „am Ort“ ab und bezeichnet das äußerste Ende einer Riede in Ruppersthal auf rund 300 Metern Seehöhe. Schiefer und Konglomerat, überlagert von Löss, schaffen hier die Grundlage für Weine von beeindruckender Ruhe, Präzision und Komplexität. Die elegante Ried Satz wurzelt in einer bis zu 20 Meter mächtigen Lössformation und bringt dichte, extraktreiche und zugleich feingliedrige Weine hervor. Der Hochrain oberhalb von Engelmannsbrunn, geprägt von kalkhaltigen Einschlüssen, steht für frische, strahlende Weine mit einer feinen, zitrischen Säurestruktur. Die Ried Bromberg, die sich über Kirchberg am Wagram und Königsbrunn am Wagram erstreckt, bietet mit ihrem Lössboden und eingelagertem Schotter ideale Voraussetzungen für außergewöhnliche Rote Veltliner. Der Ausbau erfolgt mit viel Fingerspitzengefühl und ganz nach Stilistik – im Stahltank, im großen Holzfass, im Barrique und sogar in Akazienfässern aus dem Holz eigener Bäume. Der Jahrgang 2025 präsentiert sich komplex, feingliedrig und sehr harmonisch. Mein persönlicher Favorit ist der Grüne Veltliner Ried Mordthal 2025.

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2023 M1
Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

(ME/BF) Toller Cabernet Charakter, Cassisnoten, überhaupt sehr dunkelbeerig, Menthol, ausgereift, reichhaltig; supersaftig, vermittelt Fülle und Fruchttiefe, Cassis, Riesenpower, noch ein wenig eingesperrt, ruppig, ziemlich lang, braucht noch. ÖSTERREICH

Rotwein
Cuvée Rot
€€€€€€
Naturkork

Weingut
Gerhard Markowitsch
Carnuntum

Gerhard Markowitsch
2464 Göttlesbrunn
Pfarrgasse 6

Der in Göttlesbrunn im Herzen der Herkunft Carnuntum beheimatete Weinbaubetrieb von Gerhard und Christine Markowitsch wird sehr oft als Spitzenweingut und Quelle begehrter Kultweine ins Rampenlicht gestellt. Vollkommen zu Recht, dennoch wird diese Darstellung dem Wirken der Familie Markowitsch nicht gerecht. Das nämlich, was für den Erfolg dieses Weinguts noch wesentlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass man hier bereits seit Jahrzehnten eine Palette vorgesetzt bekommt, die vom kleinsten, günstigsten Wein bis zu den limitierten Topweinen in jeder Kategorie hervorragende Qualität bietet. Im Weingut werken mittlerweile vier Familienmitglieder: Christine und Gerhard werden tatkräftig von ihren beiden Töchtern unterstützt. Johanna absolvierte Praxisaufenthalte in Südafrika und Deutschland und kehrte nach dreijähriger Tätigkeit bei Wein&Co. im Marketingbereich schon vor etlichen Jahren ins familiäre Weingut zurück. Inzwischen ist ihre jüngere Schwester Helene, die an der Fachhochschule Krems das Bachelorstudium International Wine Business abgeschlossen und Praktika in renommierten Betrieben absolviert hat, auch voll im Betrieb integriert. Das vitikulturelle Kerngebiet des Weinguts erstreckt sich über Göttlesbrunn und Höflein, wo Toplagen wie Rosenberg und Schüttenberg sowie Aubühl, Scheibner, Bärnreiser und Kirchweingarten zur Verfügung stehen. Seit einigen Jahren werden auch Weine aus dem Osten der Herkunft, vom Spitzerberg unter eigenem Etikett als Ortsweine in Weiß und Rot vermarktet. Mit dem Jahrgang 2023 wurde die Zertifizierungsphase für Bio-Produktion abgeschlossen, seit 2024 sind auch alle Lieferanten auf Bio umgestiegen, somit 100 Prozent Bio. Das Sortiment im Hause Gerhard Markowitsch ist klar strukturiert. Es teilt sich einerseits in die Herkunftsweine der Stufen Gebiets-, Orts- sowie Lagenweine, andererseits in die Kategorie Sortenvielfalt auf. Letztere tragen die Herkunftsbezeichnung Niederösterreich. Eine eigene Kategorie gibt es für Johanna Markowitsch‘ JOMA-Weine, die PetNats sowie Weine namens Halligalli und Spektakel umfassen. Zusätzlich gibt es noch den Rosé Mardonna. Bei der Verarbeitung wird sehr sanft agiert, diverse Eingriffe werden im Lauf der Jahre reduziert. Die Weißen werden nun überwiegend als ganze Trauben – teils angequetscht – gepresst, zur Klärung setzt man auf natürliche Sedimentation. Bei den Rotweinen geht man in Sachen Extraktion tendenziell zurück. Spontanvergärung kommt mittlerweile bei den meisten Weinen zum Tragen, eine malolaktische Gärung ist bei den Roten selbstverständlich Standard, bei den Weißen wird sie je nach Stufe und Charakter eingesetzt. Für die Lagerung werden neben Edelstahl und Holz teils auch Betoneier eingesetzt. Im Weißweinbereich haben Chardonnay und Grüner Veltliner die größte Bedeutung – beide gibt es in einer klassischen Variante sowie als Premiumwein. Bei zweiterer Sorte ist das der Alte Reben, der ein Modellbeispiel für Veltliner aus Carnuntum darstellt. Seit einigen Jahren pflegt der Winzer auch eine heimliche Liebe zu Pinot Blanc, der wie Chardonnay bei den Ortsweinen eine wesentliche Rolle spielt. Besonders beeindruckt der reinsortige Pinot Blanc Ortswein aus Prellenkirchen, der auch 2024 den gelungenen Chardonnay Göttlesbrunn noch überflügelt. Top im Weißweinsegment ist heuer jedoch der Chardonnay Ries Schüttenberg. Der Rotweinsektor wird durch einen abwechslungsreichen wie hochwertigen Mix aus sortenreinen Weinen – Zweigelt, Blaufränkisch und Pinot Noir – und Cuvées abgedeckt. Bereits im Einstiegbereich und im mittleren Segment sind alle Weine hervorragende Vertreter ihrer Kategorie. Ein tolles Händchen hat man hier auch für Pinot Noir, den es in zwei Varianten gibt. Der Zweigelt Ried Kirchweingarten zählt auch heuer fraglos zu den absolut besten Sortenvertretern des Landes. Als Topwein konnte sich heuer die Cuvée Rosenberg 2024 etablieren, Blaufränkisch Ried Bärnreiser sowie der M1 2023 gaben sich noch relativ verschlossen und brauchen Zeit um ihre wahre Größe zu zeigen. ps

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schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -