Weinguide
Ausgabe 2025/26
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2023 Beerenauslese Riesling
Weingut Gerhard Deim
Kamptal

(0,375l Fl.) Ananas, Limette, Orangenschalen, Marille, Pfirsich, Wachs; faszinierende Süße mit präsenter Säure, leicht, kühle Art, faszinierende Tiefgründigkeit, Substanz für Jahrzehnte. Wie der Zauberberg von Thomas Mann.

Süßwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Weingut Gerhard Deim
Kamptal

Gerhard Deim
3562 Schönberg am Kamp
Kalvarienberg 8

Tel. +43 664 9446487
wein@deim.at
www.gerharddeim.at

Bei Gerhard Deim lässt man am besten die Weine sprechen. Nur so viel sei gesagt: Dieses Weingut ist zur Spitze des Kamptales zu zählen. Tolle Weine, insbesondere folgende 2023er: Grüner Veltliner Kalvarienberg ist zum niederknien, Bernthal von kraftvoller Eleganz. Irrsinnig gut der Riesling Irbling, der Heiligenstein ist die hohe Schule des Rieslings. Neu ist der Chardonnay Ried Gerichtsthal, vor dem ich mich verneige. Eine Riesling Beerenauslese zeigt sich von faszinierender Finesse. Aber die gesamte Serie – Gebiets- und Ortsweine – ist von überragender Qualität.

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2023 Riesling Ried Zöbinger Heiligenstein 1ÖTW
Weingut Eichinger
Kamptal

Von Pfirsichnoten eingenommen, etwas Zitrus, straffe, kühle Aromatik; salzige Würze, leichtfüßige Heiligenstein-Typizität mit enormer Vitalität, mineralisch, gelbe Pfirsiche, tropische Fruchtfülle, super Länge.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut Eichinger
Kamptal

Eichinger
3491 Straß
Langenloiser Straße 365

Vier Weinsorten, zwei Winzerinnen, eine Handschrift – das ist das Weingut Birgit Eichinger. Seit 30 Jahren ist Birgit Eichinger Winzerin, seit einigen Jahren ist Tochter Gloria dabei. Das Mutter-Tochter-Gespann harmoniert bestens, denn die beiden Frauen surfen beim Wein und auch sonst auf einer Wellenlänge. Grüner Veltliner und Riesling sind die Kamptaler DAC-Botschafter und werden bei den Eichingers bis auf jeweils einen Ortswein – aus Strass beim Grünen Veltliner und aus Zöbing beim Riesling – ausschließlich riedenrein vinifiziert. Als Abrundung gibt es noch einen Chardonnay und einen Roten Veltliner. Bei diesen Spezialitäten steht zwar keine Lage am Etikett, obwohl die Weine aus bekannten Rieden stammen, nämlich vom Gaisberg (CH) und vom Stangl (RV). Vermarktet werden diese trinkvergnüglichen Weine unter dem Label glorreich, einer Kreation von Gloria Eichinger. Die Lagenweine machen jedoch den Wind, der das Weingut weit übers Kamptal hinaus bekannt gemacht hat. Beim Grünen Veltliner stellen die Eichingers fünf Riedenweine her. Lageneinsteiger ist der mittelkräftige Veltliner vom Hasel. Der Wechselberg macht auch schon viel her. An der Spitze gibt es drei Erste Lagen. Die Ried Grub darf zwar noch keine 1ÖTW-Lage sein, weil die Eichingers den Wein erst seit 2021 machen und somit die Historie zu kurz ist – doch für Birgit Eichinger steht die Grub schon im Rang des Gaisberg- und Lamm-Veltliners. Die Ersten-Lagen-Veltliner sind aus dem Jahr 2023 und verkorkt. „Wir versuchen, dass sich die drei Ersten-Lagen-Weine unterscheiden“, sagt Birgit Eichinger. Das macht einerseits schon die Herkunft mit Lage und Boden. Andererseits macht auch der Ausbau einen Unterschied: Der Strasser Gaisberg-Veltliner wird im Stahl vergoren und reift im 2.000 Liter neutralen Akazienfass. Die Grub wird im Holz vergoren und wird im gebrauchten 1.000 Liter Eichenfass ausgebaut. Der Topwein ist der Veltliner aus der Ried Lamm, der im Holz ausgebaut ist – im gebrauchten 1.000er Eichenfass sowie teilweise in gebrauchten 300 Liter Burgunderfässern. Beim Riesling hat Eichinger nur zwei Erste Lagen: den immer zugänglicheren, voll warmer fülliger Frucht strotzenden Gaisberg, der zumeist der Riesling-Charmeur ist und auf den die Mehrheit fliegt. Der Heiligenstein-Riesling wiederum ist der Purist – straffe, kühl-aromatische Frucht und eine verführerische Säurepikanz.

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2023 Riesling Smaragd Ried Klaus
Domäne Roland Chan
Wachau

Hier dominiert Kraft und Ausdruck, enormer Stoff, Marille, Pfirsich, Citrus, tolle Struktur, tiefgründig, kompakt, das ist der männliche Typ von Riesling. Da steckt viel Mineral drinnen. Öffnet sich nur langsam. Der ist bereit für ein langes Leben. Absolute Klasse. Ein großer Riesling aus einer besonderen Lage steht vor einem.

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Domäne Roland Chan
Wachau

Roland Müksch
3610 Wösendorf
Kellergasse 102

Dipl.-Ing. Roland Mücksch hat das Weingut gemeinsam mit seiner Ehefrau Dr. Sharon Chan gegründet. Die Vinifizierung der Weine übernimmt Winzer Christoph Donabaum immer in enger Abstimmung mit Mücksch. Auf diesen Terrassenlagen sind stets mehrere Lesedurchgänge notwendig, um optimale Trauben zu ernten. Vor der Pressung gibt es eine längere Maischestandzeit und danach liegen die Weine lange auf der Feinhefe. Diese werden dann unfiltriert abgefüllt, und kommen zwei Jahre nach der Lese auf den Markt. Die aktuellen Weine stammen aus dem Jahrgang 2023. Ein bezaubernder Rosé Smaragd, der hervorragend schmeckt. Ein Weissburgunder Smaragd von wunderbarer Noblesse. Geniale Grüne Veltliner und Rieslinge Smaragd aus den Lagen Bach und Hoell. Vor allem die Rieslinge gehen durch die Decke. Was soll ich sagen – sensationell sind die Rieslinge Smaragd aus den großen Lagen Klaus und Achleiten. Klaus ist von männlicher Statur. Achleiten in femininer Ausprägung und subtilen Noten. Ich liebe beide und möchte sie nicht gegeneinander ausspielen. Ich wage zu behaupten, dass diese Weine zur Wachauer Elite zählen.

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2023 Riesling Smaragd Ried Kellerberg
Weingut Domäne Wachau
Wachau

Kündigt Kraft an, vielschichtig, Pfirsiche ebenso wie Kräuter und Limettenzesten, alles innig verwoben; aromatisches Dacapo, perfekte Balance, engmaschiges Säurenetz, Zug, vom kristallinen Boden geprägt, fruchtbetonter langer Nachhall, Zukunft.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut Domäne Wachau
Wachau

Roman Horvath (MW)
3601 Dürnstein
Dürnstein 107

Tel. +43 2711 371
Fax. -13
office@domaene-wachau.at
www.domaene-wachau.at

Die Domäne Wachau gehört zu den führenden Weingütern unseres Landes. Der Respekt vor Natur und Boden dominiert die Arbeit der Wachauer Weinhauer:innen, die über kleine Flächen verfügen, die sie als Vollprofis ausschließlich selbst bearbeiten. „Wir haben die besten Leute draußen in den Weingärten“, erklärt Heinz Frischengruber diesen enormen Vorteil. Das macht einen wesentlichen Teil der Schlagkraft aus, mit der die Domäne Wachau agieren kann. „Wenn das Wetter schlecht wird, haben wir 1.000 Leute gleichzeitig bei der Lese“, so der auf Qualität fokussierte Kellermeister. Die Domäne Wachau versteht sich als Non-Profit Unternehmen. „Alles, was wir erwirtschaften, kommt den Eigentümern, den Weinhauern zugute“. Weingutsleiter Roman Horvath MW und er, Heinz Frischengruber, seien unterstützend und beratend für die Besitzer da, sagt er mehr als bescheiden. Um der Wahrheit die Ehre zu geben: Diese beiden Herren haben die Domäne Wachau dorthin gebracht, wo sie heute steht, nämlich ganz nach vorne. Es hat sich eine bemerkenswerte Selbstsicherheit eingestellt. Man ist Vorreiter in vielen Belangen, von der Bodenpflege bis zum biologischen Weinbau. Die beiden Regisseure haben mit großer Konsequenz, aber auch mit Weitblick und Kreativität, die Weichen für den Erfolg gestellt. „Was wir gar nicht wollen: langweilige Weine“, umreißt Kellermeister Frischengruber seine Sichtweise. Wenn es um einen durch die Stilistik unbeeinflussten Vergleich der Lagencharakteristika dieses klimatisch begünstigten Flusstales geht, ist man hier an der ersten Adresse. Kein anderer Betrieb nämlich verfügt über ein derart großes Portfolio an renommierten Rieden wie die Domäne Wachau, die zugleich das bedeutendste Weingut Österreichs mit biologisch bewirtschafteten Weingärten ist.

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2024 Riesling Ried Achleithen Smaragd
Weingut Rudi Pichler
Wachau

Puristisches Fruchtspiel nach Weingartenpfirsich, druckvoll, viel Esprit, vielschichtiges Aromenspiel, feingliedrig, viel Fruchttiefe, transparente Klarheit, tolle lagentypische Rauchigkeit, alles in Balance, noch sehr juvenil, braucht viel Zeit, lang und einfach groß!

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut Rudi Pichler
Wachau

Rudi Pichler
3610 Wösendorf
Marienfeldweg 122

Kompromisslos in der Kombination von tiefgründiger Vielschichtigkeit und mineralischer Transparenz präsentiert sich der neue Jahrgang 2024 bei Rudi Pichler. Die Serie vom Grünen Veltliner zeigt sich in der juvenilen Phase mit kühler Frische noch fruchtverhalten im Vergleich zur Riesling-Serie, die mit feinstrahliger Fruchttiefe samt mineralisch betonter Finesse bereits im Frühstadium ihre Stärken zeigt. Der nun präsentierte Jahrgang zeigt sich wetter- und witterungsbedingt um Nuancen hellfruchtiger und mineralischer als die Vorgängerjahre. Ratsam ist, den Jungweinen vor dem Genuss etwas Zeit zum Atmen zu geben, sodass die versteckte ziselierte Feinheit sich in vielschichtiger Finesse und Fruchttiefe öffnen kann. Prägnant wie noch nie tritt das stilistische Markenzeichen der Pichler‘schen Weine hervor, nämlich der Gerbstoff unterstützende Einsatz im Gesamtbild der Weine. Diese Säule, die Rudi Pichler zieltreffend als „Tanninmanagement“ bezeichnet, ist eine stilbildende Komponente bei all seinen Weinen. Dies bedeutet hinsichtlich der Balance von Frucht, Mineralität und Finesse eine kompromisslose Ausdifferenzierung jener Möglichkeiten, die vom Weingartenmanagement beginnend bis zu den Methoden der Vinifizierung im Keller abgestimmt sein müssen, um zu den höchsten Qualitäten zu gelangen. In dieser Konzeption erhalten die Weine von Rudi Pichler jene stilistische Exzellenz von mineralischem Verve in kühler Frische gepaart mit einer höchstmöglichen Ausdrucksstärke, die die Spezifika der jeweiligen Toplagen Hochrain, Kollmütz und Achleithen am authentischstem zum Ausdruck bringen. Lassen wir den Komplementärsorten Weißburgunder und Roter Veltliner den Vortritt. Ersterer zählt Jahr für Jahr zur absoluten Burgunder-Elite im Lande, der heuer mit einer unglaublichen Fruchttiefe und Feinheit beeindruckt, die ihn bereits in der Jugend mit viel Trinkanimo zur Kategorie best ever im Hause Pichler macht. Den aus Mautern stammenden Roten Veltliner Smaragd gibt es jeweils nur in Minimengen, er wird im aktuellen Jahrgang hinsichtlich Fruchtschmelz in Verbindung mit feinster Säure-Frucht Balance mit zarter Botrytis sehr terroirbetont ausgebaut. In vielen Jahren wird er als Vin de Garde viel Freude bereiten. Bei den Lagen-Veltlinern ist es eine Frage der geschmacklichen Priorität, ob dem würzebetonten Ried Kollmütz, der oftmals als „burgundisch“ tituliert wird, oder dem mit hellem Fruchtcharme strahlenden Ried Hochrain der Vorzug gegeben wird. Eine Klasse für sich ist der Grüner Veltliner Ried Achleithen, der mit mineralischer Tiefe mit rauchig-würzigen Noten geprägt ist. Die aktuelle Serie vom Riesling Smaragd beeindruckt heuer unisono in klarer Mineralikfokussierung und viel Fruchttiefe. Spätfrost bedingt muss heuer auf die Federspielvariante verzichtet werden. Smaragd Ried Hochrain strahlt mit liniertem Fruchtfokus, komplementär dazu die Ried Kollmütz in vielschichtiger Tiefe. Der Primus inter pares ist Riesling Ried Achleithen, der mit der lagenspezifischen rauchig-würzigen Note bereits im juvenilen Stadium mit viel Fruchtcharme und Komplexität zukünftig als Vin de Garde viel Freude bereiten wird.

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2024 Riesling Ried Klaus Smaragd
Weingut Prager
Wachau

Noch leicht hefiges, spannungsgeladenes Duftspiel nach Weingartenpfirsichen und Yuzu, subtil und vielschichtig, atmet wieder einmal kühle Eleganz, dicht, doch feingliedrig, tänzelt quasi am Gaumen, Minze, Melisse und ein Hauch von Cassis, laserartig definiert und prickelnd frisch, rassiges Säurespiel, ein Klaus-Riesling wie aus dem Bilderbuch!

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut Prager
Wachau

Robert Bodenstein MSc
3610 Weißenkirchen
Wachaustraße 48

Sommerliche Hitze und die bekannten sintflutartigen Regenfälle Mitte September haben auch im Thal Wachau den Sommer und Herbst 2024 geprägt, doch waren diese Witterungseinflüsse bedeutend leichter zu meistern als die Kapriolen und Widrigkeiten des Vorjahres. Die reichlich vorhandene Fruchtfülle hat die Bodensteins veranlasst, die Smaragde erstmals bis zur Abfüllung auf der Hefe zu belassen, was offenbar gut funktioniert hat. Sämtliche Veltliner und Rieslinge haben nämlich mehr als genug sortenspezifische Fruchtkomponenten behalten und zudem eine seidig anmutende Struktur gewonnen. Für die Veltliner-Serie ist noch der allen Weinen innewohnende, cremige Schmelz hervorzuheben, für die Rieslinge das erstaunlich rassige Säurespiel. Auch die Charakteristika der Wachauer Toplagen treten diesmal klar hervor. So sind die Achleiten-Gewächse leicht von der Ried Klaus zu unterscheiden und die luftigen Bergweine des Wachstums Bodenstein sind ohnehin eine andere Geschichte … Im einzelnen ist das grüne Federspiel von der Ried Hinter der Burg wesentlich saftiger und charmanter ausgefallen als etwa 2022 und 2023, was auch für den Steinriegl-Riesling in ähnlicher Weise gilt, der überdies so animierend und leichtfüßig ausgefallen ist, dass sich das Prädikat „Fun“ sozusagen eo ipso ergibt. Apropos Rieslinge: Erwähnenswert ist zunächst einmal die verschwenderische Fruchtfülle und Stringenz des Achleiten-Smaragds, die ihn wohl zum mit Abstand besten Proponenten der letzten Jahre erheben. Klirrende Frische, herb-würzige wie harzige Eindrücke und ganz helle Aromen prägen den rassigen Bergriesling des Wachstums Bodenstein, und über die Vorzüge des primus inter pares von der Ried Klaus sei hier nur so viel verraten, dass er puncto kühler Eleganz und Finesse wieder einmal Maßstäbe setzt. Bei den Smaragd-Veltlinern liegen diesmal die ausgereifte und druckvolle Achleiten und die Lagen-Variante von der Stockkultur relativ eng beieinander, allerdings kann sich letztere durch die exotisch anmutende Ananasfrucht und etwas höhere Konzentration doch ein wenig abheben und hat sich mit Luftzufuhr auch stetig verbessert. Die Vorteile des Veltliners vom hoch gelegenen Wachstum Bodenstein sind mit den zuvor erwähnten des Rieslings nahezu identisch und werden durch die unleugbaren Effekte des Klimawandels offensichtlich Jahr für Jahr verstärkt. Noch etwas schwierig zu beurteilen war der zwar kraftvolle und vielschichtige Veltliner vom Zwerithaler Kammergut, der aber bei allem Respekt vor dieser begnadeten Lage noch nicht so richtig in die Gänge kam und diesmal offenbar eine etwas längere Anlaufzeit benötigt.

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2023 Riesling TBA Ried Leiten
Weingut Müller
Kremstal

Glockenklar, präzise, hochreife Pfirsiche, Dörrmarillen, dezent dunkle Tönung; aromatisches Dacapo, präzise, lebendig, tolle Balance, enormer Trinkfluss. Leichtigkeit des Seins.

Süßwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut Müller
Kremstal

Müller
3508 Krustetten
Hollenburger Straße 12

Begonnen hat alles 1936 mit weniger als einem Hektar Weingärten. Die jetzigen Eigentümer, die Brüder Leopold und Stefan Müller, haben mit Zielstrebigkeit einen stattlichen Betrieb daraus geformt. Mittlerweile hat die vierte Generation Verantwortung übernommen. Martin wurde 2023 als Kellermeister die Vinifizierung seines ersten Jahrganges übertragen, seine Schwester Diana ist für Büro und Außenkontakte zuständig, Stefan und Laurenz für die Weingärten. Die Wurzeln des Weinguts reichen weit zurück; die erste urkundliche Erwähnung als Lesehof des Stifts Göttweig gab es bereits um 1270. Heute steht Qualität ganz oben auf der Prioritätenliste. Die Weine sind keine Blender, alles Vordergründige ist ihnen fremd. Die Familie verfügt über eine Reihe renommierter Rieden mit zum Teil sehr unterschiedlichen Bodenverhältnissen und mikroklimatischen Randbedingungen, was für Abwechslung und Wiederkennbarkeit der Weine sorgt. Das Spektrum reicht von tiefgründigem Löss über Verwitterungskonglomerat bis zu kargen Böden kristallinen Ursprungs. Bei der Bewirtschaftung legt die Familie großen Wert auf einen geringen CO2-Fußabdruck. Die Weine sind präzise und spiegeln die Herkunft wider, Üppigkeit ist ihnen fremd. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist ausgesprochen attraktiv.

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2024 Riesling Smaragd Ried Kirnberg
Weingut Sigl
Wachau

Herrlich frische Marillen, Pfirsich, Marzipan, gelbe Früchte, Orangenschalen, Nougat, tolle Säure, engmaschig, spannend, enorm mineralisch, ungemein tiefgründig. Ein großer Riesling kündigt sich an.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingut Sigl
Wachau

Heinz & Adrienne Sigl
3602 Rossatz
175

Es geht einem förmlich das Herz auf, wenn man bei den Sigls die Weine probiert. Ein toller Blick auf die Donau, das Glas gefüllt mit den besten Wachauer Weinen. Das Leben kann so schön sein. Doch das Leben als Winzer kann auch ziemlich hart und unerbittlich sein. Wenn man erfährt das der Frost 50 % der Ernte von Heinz und Adrienne zerstört hat, kommt man ganz schön ins Grübeln. Doch was der Frost verschont hat, kann sich sehen lassen. Es sind wiederum hervorragende Gewächse, die keinen Vergleich zu scheuen haben. Schon der 2024 Muskateller lässt einen wieder träumen. Der zischt hoch aromatisch über den Gaumen und macht enormen Spaß. Denselben Spaß bietet der Steinfeder Grüner Veltliner, der von herrlichem Trinkfluss und Leichtigkeit durchzogen ist. Die Steigerung sind die Grünen Veltliner Federspiele wie der Rossatz Ortswein, Ried Frauenweingärten und der überaus gelungene Kirnberg. Auch das Federspiel vom Riesling aus der Ried Kirnberg ist ungemein spannend. Der Perfektion nahe ist der Riesling Smaragd vom Kirnberg. Das ist großes Kino. Daneben stehen die überaus grandiosen Smaragd Grünen Veltliner. Einer besser als der andere. Ich liebe den aus der Ried Himmelreich. Hier drängt sich fast ein Wortspiel auf. Das ist mein Wein des Herzens. Aus der Ried Frauenweingärten kommt eine zweite Charge vom Jahrgang 2023, die lange auf der Hefe lag. Ein außergewöhnlicher Wein voller Harmonie. Ebenfalls aus 2023 kommt der Grüner Veltliner Smaragd Ried Kirnberg – wie immer ein Jahr später. Der sprengt die Aufmerksamkeitsskala. Ein Langstreckenläufer, der in jede Weinsammlung gehört. Heinz Sigl macht immer besondere, höchst bekömmliche Weine, die wunderbar zu reifen verstehen. Alles in BIO.

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2024 Riesling Ried 1000-Eimerberg
Weingut FJ Gritsch
Wachau

Eröffnet mit Orange-Bitter, Zesten und baut sich binnen Kurzem mit unvergleichlicher Fruchtfülle auf, Marillenmaische, Orangentartelettes, Maracuja, ummantelt von hellen mineralischen Schichten vom weißen Marmor; fruchtsüß, konzentriert, nobel; Riesling-Prachtexemplar mit Potenzial für Jahrzehnte.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut FJ Gritsch
Wachau

Franz-Josef Gritsch
3620 Spitz
Kirchenplatz 13

Tel. +43 2713 2450
office@gritsch.at
www.gritsch.at

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet Franz-Josef Gritsch das abgelaufene Weinjahr, denn Frostschäden und extrem hohe Niederschläge im September haben den Weingärten zugesetzt. Letztere sorgten dafür, dass auch die Trockensteinmauern stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. „Heuer brauchen wir wieder ein halbes Jahr, um die Mauern auszubessern bzw. neu aufzubauen“, lässt uns der Spitzer wissen. Freilich nicht, ohne hinzuzufügen, dass die Qualität der Weine dank später Lese und damit verbunden entsprechend hoher physiologischer Traubenreife zumindest partiell noch höher einzuschätzen ist als im Vorjahr. Das wiederum erhöht die Vorfreude auf die ersten Kostproben, die erwartungsgemäß sehr positiv ausfielen. Bei den Angaben zu den Weinen selbst fehlt heuer die gewohnte Gliederung in die Qualitätsbereiche Steinfeder, Federspiel und Smaragd. Franz-Josef Gritsch hat im Vorjahr die Markengemeinschaft „Vinea Wachau“ verlassen und verwendet stattdessen die Bezeichnung der DAC-Qualitätspyramide – Gebiets-, Orts- und Riedenweine. Bei der Vielzahl an großartigen Lagen, die der umtriebige Spitzer bewirtschaftet, finden sich im Angebot auch entsprechend zahlreiche Weine, sodass wir nur einige wenige herausgreifen wollen, die einen Platz auf der großen Bühne verdienen. Heuer sind das jeweils zwei Vertreter der Wachauer Hauptsorten Grüner Veltliner und Riesling, allesamt Oberklasse, dennoch aber grundverschieden. Denn was der Veltliner aus der Weißenkirchner Ried Klaus an Präzision und Großzügigkeit in die Waagschale wirft, macht sein Pendant vom Singerriedel locker mit faszinierender Würzekühle und Finesse wett. Ähnlich dann bei den Rieslingen, wo sich der 1000-Eimerberg als extraktsüßes Prachtexemplar präsentiert und sein Namensvetter aus der Monopollage Dürnsteiner Burg die pralle Frucht mit größtmöglicher Eleganz zu verknüpfen weiß.

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2024 Riesling Ried Dürnsteiner Burg Reserve
Weingut FJ Gritsch
Wachau

Unwiderstehliche Melange aus praller Frucht und größtmöglicher Eleganz; Maracuja, Papaya, Marillen-Soufflé, stattlicher Unterbau, engmaschig, generös, fruchtsüß; Mineralität und ein dezenter Säureschliff sorgen für Spannung bis ins nahezu endlose Finish, Quintessenz eines großen Wachauer Rieslings.

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut FJ Gritsch
Wachau

Franz-Josef Gritsch
3620 Spitz
Kirchenplatz 13

Tel. +43 2713 2450
office@gritsch.at
www.gritsch.at

Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet Franz-Josef Gritsch das abgelaufene Weinjahr, denn Frostschäden und extrem hohe Niederschläge im September haben den Weingärten zugesetzt. Letztere sorgten dafür, dass auch die Trockensteinmauern stark in Mitleidenschaft gezogen wurden. „Heuer brauchen wir wieder ein halbes Jahr, um die Mauern auszubessern bzw. neu aufzubauen“, lässt uns der Spitzer wissen. Freilich nicht, ohne hinzuzufügen, dass die Qualität der Weine dank später Lese und damit verbunden entsprechend hoher physiologischer Traubenreife zumindest partiell noch höher einzuschätzen ist als im Vorjahr. Das wiederum erhöht die Vorfreude auf die ersten Kostproben, die erwartungsgemäß sehr positiv ausfielen. Bei den Angaben zu den Weinen selbst fehlt heuer die gewohnte Gliederung in die Qualitätsbereiche Steinfeder, Federspiel und Smaragd. Franz-Josef Gritsch hat im Vorjahr die Markengemeinschaft „Vinea Wachau“ verlassen und verwendet stattdessen die Bezeichnung der DAC-Qualitätspyramide – Gebiets-, Orts- und Riedenweine. Bei der Vielzahl an großartigen Lagen, die der umtriebige Spitzer bewirtschaftet, finden sich im Angebot auch entsprechend zahlreiche Weine, sodass wir nur einige wenige herausgreifen wollen, die einen Platz auf der großen Bühne verdienen. Heuer sind das jeweils zwei Vertreter der Wachauer Hauptsorten Grüner Veltliner und Riesling, allesamt Oberklasse, dennoch aber grundverschieden. Denn was der Veltliner aus der Weißenkirchner Ried Klaus an Präzision und Großzügigkeit in die Waagschale wirft, macht sein Pendant vom Singerriedel locker mit faszinierender Würzekühle und Finesse wett. Ähnlich dann bei den Rieslingen, wo sich der 1000-Eimerberg als extraktsüßes Prachtexemplar präsentiert und sein Namensvetter aus der Monopollage Dürnsteiner Burg die pralle Frucht mit größtmöglicher Eleganz zu verknüpfen weiß.

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2024 Riesling Ried Pfeningberg 1ÖTW Reserve
Weingut Familie Proidl
Kremstal

Elegant-samtig, duftig, Weingartenpfirsich, auch exotisch, fast kalkig, herrlich tief; Fruchtexplosion am Gaumen, Pfirsich-Dacapo mit Papaya und Maracuja, saftiger Biss, klirrend frisch, knackig, feine Länge.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Schraubverschluss

Weingut Familie Proidl
Kremstal

Patrick Proidl
3541 Senftenberg
Oberer Markt 5

Tel. +43 2719 2458
weingut@proidl.com
www.proidl.com

Tradition trifft Moderne: Die Familie Proidl in Senftenberg gibt es bereits in 10. Generation. Die Jüngsten davon haben sich erfolgreich ganz der Erzeugung von terroirbetonten Charakterweinen höchster Güte verschrieben. Inzwischen zählt das Familienweingut schon seit Dekaden zu den besten Weißweinbetrieben in Österreich. Das bedingungslose Streben nach Topqualitäten wurde bereits in den Neunzigerjahren unter Führung des ebenso impulsiven wie kreativen Franz Proidl und seiner Frau Andrea praktiziert. Diesem Weg hat sich Sohn sowie Weinbau- und Kellermeister Patrick Proidl ebenso gänzlich verschrieben, wobei er Klarheit, Präzision und Finesse der Weine ebenso große Aufmerksamkeit widmet wie dem unverfälschten Ausdruck der verschiedenen Rieden. Den Rückhalt familiär, aber auch fachlich – gibt Weinakademikerin Isabella Proidl sowie – derzeit noch rein familiär – ihre Kinder Frida und Luis. 2024 war ein in vielerlei Hinsicht ereignisreiches Jahr: Im Frühjahr bereicherte Luis das Familienglück. Weinbaulich war es ein auf und ab: Auf Spätfrost im Frühling folgte die nässeste Vegetationsperiode mit extremem Pilzdruck – und das in jenem Jahr, in dem die Zertifizierung zum Bio-Betrieb abgeschlossen wurde. 40 Prozent Ausfall gab es auf die Gesamtfläche berechnet. Der mancherorts minimale Behang erwies sich schlussendlich als Vorteil, da die wenigen Beeren voll ausreifen konnten. Gelesen wurde die gesamte Fläche mit Riesenteam in nur 13 Tagen. Neben den klassischen Sorten Grüner Veltliner und Riesling, die in zahlreichen Varianten ausgebaut werden, gibt es auch Chardonnay sowie Muskateller und Traminer, dazu auch einige Rotweine sowie Rosé. Neben trockenen Weißweinen findet man hier regelmäßig Süßweine der Spitzenklasse – von Auslesen bis zu TBAs. Seit ein paar Jahren werden auch immer wieder anregende PetNats erzeugt, etwa aus Riesling und Chardonnay; dazu gibt es Frizzante. Die Weingärten liegen in und um Senftenberg – zu einem guten Teil in bis zu 60 Grad steilen Hanglagen mit steinigen, kargen Böden. Vitikulturelles Herzstück des Betriebes ist die direkt unterhalb der Burgruine Senftenberg situierte Toplage Ehrenfels mit Riesling und Veltliner, weitere Spitzencrus sind Pfeningberg und Hochäcker (Riesling) sowie Pellingen. Ihrer Herkunft entsprechend sind Veltliner und Riesling tendenziell mit prägnanten Säurewerten versehen; die Zuckerreife kommt in den sonnengeküssten Lagen Senftenbergs aber auch nicht zu kurz – und so entstehen hier kraftvolle, extraktreiche Weißwein-Klassiker mit mineralischer Würze und transparenter Frucht; das große Potenzial beweisen vor allem die Lagenweine immer wieder in Altweinverkostungen. Ergänzend zum klassischen Segment mit Gebiets-, Orts- und Lagenwein setzt Patrick Proidl mit seiner eigenen Premiumlinie unter der Bezeichnung Generation X ein markantes Zeichen. Neben Grüner Veltliner und Riesling gibt es hier inzwischen auch Chardonnay, dessen 2023er-Vertreter vielversprechend ist. Isabella Proidl hat sich in dieser Kategorie ebenfalls schon eingebracht – etwa mit Generation X Rosé aus Syrah. Noch jung im Sortiment ist der Veltliner Holzhammer, der Power und Opulenz vereint. Beachtlich ist auch der Donauriesling, der die Breite mancher Vertreter aus dieser Piwi-Sorte zum Glück vermissen lässt.ps

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2023 Riesling Reserve Ried Rosenberg
Weingärtnerei Aichinger
Kamptal

Stimulierende Gelbfrucht, Pfirsich, Ananas und Limette, im Geschmacksbild auch Orangentöne sowie hauchzarte Kräuteranklänge, reichhaltig und blitzsauber definiert, ausgesprochen saftig und balanciert, straff und komplex, animierender Säurebogen, ausgeprägt mineralischer Charakter, erfrischend und zugleich tiefgründig, vergnüglich im vitalisierenden Finale.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingärtnerei Aichinger
Kamptal

Maximilian Aichinger
3562 Schönberg am Kamp
Hauptstraße 15

Maximilian Aichinger ist ein vielseitig begabter und experimentierfreudiger Weinmacher. Über die probaten Klassik- und Premiumformate hinaus werden immer wieder auch alternative Möglichkeiten ausgelotet. Naturnahe Bewirtschaftung ist gelebte Praxis im Betrieb, behutsame Kellerwirtschaft ist Standard. Eine beachtliche Bandbreite an Sorten profitiert von unterschiedlichen Bodenarten, und zwar vornehmlich Gneis, Sandstein, Kies und Löss. Die erste Geige spielen Grüner Veltliner und Riesling in diversen Spielarten, aber auch auf erlesene Formate aus Weißburgunder und Traminer ist der Winzer spezialisiert. Mit dem Wöhrleitn hat Maximilian Aichinger der Sorte Traminer im aktuellen Jahrgang ganz erstaunliche Facetten entlockt. Trittsicher ist der Winzer auch im Umgang mit vergnüglichen Schaumweinen im Premiumsegment.

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2023 Riesling Ried Hackenberg Julia
Weingut Kroiss
Wien

Piekfeine Melange aus Weingartenpfirsichen und dunklen Stachelbeeren, beschwingt und ziseliert, geht sofort in die Tiefe, bei aller Kraft vor allem die Finesse betonend, vibriert quasi vor Spannung, verströmt kühle Eleganz wie rotbeerige Aromen, nahezu forsche Säure im langen Nachhall, beste Perspektiven.

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Weingut Kroiss
Wien

Julia Kroiss
1190 Wien
Sieveringer Straße 108

Familie Kroiss hat die hoch verdiente Aufnahme in den Kreis der Österreichischen Traditionsweingüter zum Anlass genommen, die schon länger geplante Neuordnung und Straffung des Sortiments umzusetzen. Als Gebietsweine fungieren danach der Grüne Veltliner und der wieder höchst charmante Sauvignon Blanc, während die Wiener Gemischten Sätze als Ortsweine Sievering und Neustift (früher Mitterberg) und als Lagenweine Reissern und Hackenberg auftreten. Letzterer ist ja schon im Vorjahr als Sieger der Vinaria-Verkostung hervorgestochen und hat sich seither weiter gerundet und verfeinert, aber auch der nunmehr in hochwertiger Ausstattung präsentierte facettenreiche Reissern 2024 wird wohl wieder zu den allerbesten seiner Appellation zählen. Ein Sonderlob verdient diesmal auch der engmaschige und vielschichtige Veltliner von der Ried Neuberg. Ebenfalls an das unbestritten hohe Niveau seiner Vorgänger anknüpfen sollte der spannungsgeladene, mit Wellen von hellen und rotbeerigen Fruchtaromen über den Gaumen rollende Topriesling unter der Bezeichnung Ried Hackenberg Julia. In Zukunft wird diese Rebsorte übrigens nur mehr von einem Duo, bestehend aus eben diesem und dem heuer mit filigraner Eleganz und Rasse glänzenden Ortswein Sievering, vertreten werden.

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2024 Riesling Ried Singerriedel Smaragd
Weingut Franz Hirtzberger
Wachau

Enorm elegantes Duftspiel, viel Mineralität, exotischer Fruchtmix; frisch-fruchtige Aromatik, glockenklare Frucht, reife Pfirsiche, feiner Säurekitzel, straffe Mineralität, salziger Nachhall, enormer Zug, enorme Länge. Großer Riesling!

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut Franz Hirtzberger
Wachau

Franz Hirtzberger
3620 Spitz
Kremser Straße 8

Franz Hirtzberger ist Meister für große Rieslinge und Grüne Veltliner aus der Wachau und ein großer Weinbotschafter von und für Österreich. Dieses Renommée mit den großen Smaragden Singerriedel, Hochrain, Honivogl & Co strahlt in jede Ecke der Welt, wo Wein eine Bedeutung genießt. Doch Hirtzberger sind auch die Weinbasis und die Wachauer Hauer-Tradition wichtig. Daher wird Jahr für Jahr eine Steinfeder vom Veltliner gepflegt. Das war schon bei Franz Hirtzberger Senior so, der nach wie vor in der Wachau präsent ist – und ist auch bei seinem Sohn und Weingutchef Franz Hirtzberger Junior so. Als Mittelstück der Wachauer Qualitäts-Dreifaltigkeit gibt es jeweils ein für die obere Wachau herkunftstypisches Federspiel vom Riesling (Steinterrassen) und vom Veltliner (Rotes Tor). Für diese zwei Federspiele nimmt Hirtzberger Jahr für Jahr die gleichen Weingarten-Parzellen. Über den Federspielen funkeln die Smaragde. Neben den Rieslingen und Veltlinern lebt im Haus Hirtzberger auch die Burgunder-Tradition weiter, mit Weinen, die früher, vor Jahrzehnten, überall in der Wachau vorzufinden waren. Vier Burgunder-Smaragde pflegt Hirtzberger als Sortenvielfalt und Spezialitäten der Wachau. Ganz groß – und das mit großer Verlässlichkeit – ist der Chardonnay-Smaragd aus dem Spitzer Schlossweingarten, ein Burgunder mit viel Frische und Lokalkolorit. Der Neuburger ist eine klare Empfehlung, wenn man wuchtige Eleganz sucht, ist aktuell in seiner Jugend sehr lebhaft, fast vorlaut, trägt aber das Potenzial für viele weitere Genussjahre in sich. Der Grauburgunder aus der kühlen Waldrandlage Pluris und der Weißburgunder, dessen Trauben in Weingärten rund um Spitz reiften, sind jetzt schon runde Burgunder. Beim Riesling ist Hirtzberger mit dem Singerriedel das Non-plus-ultra. Der Hausberg gleich hinterm Weingut vibriert. Das ist großes Riesling-Kino. Aber auch der Hochrain, der sich als wärmerer, fülliger Riesling präsentiert und der „junge“ Steinporz, den Hirtzberger erst seit 2017 als Rieden-Riesling macht, stehen dem Singerriedel kaum nach. Und der Setzberg, der vierte Smaragd-Riesling – er gilt als Hidden Champion – ist sehr herkunftstypisch. Wer straffe, salzig-filigrane Rieslinge sucht, sollte den Setzberg unbedingt am Radar haben. Bei den Veltliner-Smaragden ist der Honivogl heuer einmal mehr der Superstar. Der Kirchweg-Smaragd aus Wösendorf ist ein lössiger schwarzpfeffriger Veltliner-Purist. Die Axpoint ist ein ähnlicher Klassiker, nur dichter, konzentrierter und etwas üppiger. Und das Rote Tor Smaragd ist sowieso eine sichere Bank: würzig, mineralisch, exotische Fruchtfrische. Das trinkt sich einfach leicht und gut.

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2023 Ried Zöbinger Gaisberg 1ÖTW Riesling
Weingut Allram
Kamptal

Tolle Fülle, ausgereift, reichhaltige Frucht, Mangos und gelber Pfirsich, mit Würze unterlegt, Paraffin; kernig, saftig, toller Biss, rasend frisch, im Moment viel Zitrus, rosa Grapefruits, dahinter saftige Fülle, sehr lang.

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Weingut Allram
Kamptal

Allram
3491 Straß im Straßertale
Herrengasse 3

Tel. +43 2735 2232
Fax. -3
weingut@allram.at
www.allram.at

Ursprünglich eine gemischte Landwirtschaft, erfolgte der Wechsel zu einem reinen Weinbaubetrieb mit rund 12 Hektar Rebfläche bereits in den 1950er-Jahren unter Großvater Walter Allram. Vinophiler Fokus und höchstes Qualitätsstreben zeichneten auch die Folgegeneration in Gestalt von Tochter Michaela Haas-Allram und Erich Haas aus, die das Weingut nicht nur national an die Spitze führten und Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter wurden, sondern auch im Ausland rege tätig waren und in der Folge den Exportanteil auf 80 Prozent hochschraubten. Seit Mitte der vorigen Dekade zeichnet Lorenz Haas für die Weine des Weinguts Allram verantwortlich, Schwester Magdalena hat ihre eigene Weinpalette unter dem Namen Jugend kreiert. Das Strasser Weingut zählt schon seit Längerem zu den renommiertesten Betrieben im Kamptal, dennoch ist es Lorenz Haas gerade im Lauf der letzten Jahren gelungen, das Profil der Allram’schen Weine weiter zu schärfen. Der Winzer absolvierte im Lauf seiner Ausbildung etliche Praktika im In- und Ausland – Stationen waren Pfalz, Steiermark, Neuseeland, Südafrika und schließlich Wachau. Dort hatte er die Möglichkeit, Methoden und Techniken aus Alter und Neuer Welt kennenzulernen und die ihm geeignet erscheinenden Praktiken aus beiden Welten zu verbinden. So konnte er den hohen Qualitätsstandard nicht nur halten, sondern weiter steigern. Auch stilistisch hat es einen behutsamen Wandel gegeben, die Weine von heute zeigen ein Plus an Finesse bei gleichzeitig straffer und pointierter Struktur sowie ausgeprägter Mineralität. Der respektvolle Umgang mit der Natur ist schon seit langem Thema im Weingut Allram. Folglich war die 2016 von Lorenz eingeleitete Umstellung in Richtung biologischer Bewirtschaftung „nicht sehr schwer“, da die Eltern bereits wichtige Vorarbeit geleistet hätten. So waren Kompostausbringung und Begrünung schon seit langem Standard. Mit dem Jahrgang 2023 erfolgte die Zertifizierung als Bio-Weingut. Dann kam mit 2024 ein Jahr mit kaum bewältigbaren Herausforderungen, von denen die argen Spätfröste Mitte April sowie die sintflutartigen Niederschläge im September die negativen Spitzen darstellten. Mehr als 50 Prozent der Erntemenge gingen letztendlich verloren. So ein Jahrgang sei auch mental sehr herausfordernd, weil man alle Weingartenarbeiten trotz minimalen Behangs dennoch durchführen müsse. Anfangs etwas skeptisch, staunte Lorenz Allram dann über die letztendlich erreichte Qualität der 2024er-Weine. Insofern sei „so ein Jahrgang ganz gut, weil man sich da durch gute Qualität abheben“ könne. Im Weingarten wird auf Handarbeit größten Wert gelegt – vom Rebschnitt über Laubarbeit bis zur ausschließlich händisch durchgeführten Lese. Im Portfolio befinden sich Weingärten in etlichen der renommiertesten Lagen von Straß und Umgebung wie Hasel und Wechselberg, Kammerner Renner, Strasser und Zöbinger Gaisberg sowie Zöbinger Heiligenstein. Zu den wichtigen Lagen zählt aber auch die kalkreiche Ried Gautscher, wo hervorragende Burgunder und Chardonnays herkommen. Noch junger Zuwachs im Lageninventar ist die an der Südostflanke vom Gaisberg situierte, terrassierte Ried Lammberg, deren Lössboden mit Kalkanteil auf Schieferuntergrund höchst eigenständige Grüne Veltliner von hoher Qualität erbringen. Den Einstieg und das Mittelsegment im Sortiment bestreiten 2024er-Weine. Sie sind von Fruchttransparenz und gutem Grip und Biss geprägt, dabei etwas leichter als ihre Vorgänger. Im Bereich der Riedenweine ist der im Hause Allram hervorragend gelungene Jahrgang 2023 aktuell: Im Veltlinerbereich strahlt der Lammberg besonders hell, bei den famosen Rieslingen sind Gaisberg und Heiligenstein nah beieinander, beides Topweine. Die Burgundersorten nehmen im Weingut Allram eine Sonderstellung ein: Es startet mit dem fruchtigen Weißburgunder Papageno, geht weiter mit dem vor Saft und Kraft strotzenden Grauburgunder und endet mit dem konturierten, pikanten Stellar aus Chardonnay.

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2023 Ried Zöbinger Heiligenstein 1ÖTW Riesling
Weingut Allram
Kamptal

Leichte Reduktion, kühle, profunde Frucht, ausgereift, Ananas und Grapefruits mit Kräuternoten; herrlich vollmundig, tolles Fruchtvolumen, ausgereift, extraktreich, Punch, Riesensäurebiss, sehr lang, große Klasse. Niederösterreich

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Weingut Allram
Kamptal

Allram
3491 Straß im Straßertale
Herrengasse 3

Tel. +43 2735 2232
Fax. -3
weingut@allram.at
www.allram.at

Ursprünglich eine gemischte Landwirtschaft, erfolgte der Wechsel zu einem reinen Weinbaubetrieb mit rund 12 Hektar Rebfläche bereits in den 1950er-Jahren unter Großvater Walter Allram. Vinophiler Fokus und höchstes Qualitätsstreben zeichneten auch die Folgegeneration in Gestalt von Tochter Michaela Haas-Allram und Erich Haas aus, die das Weingut nicht nur national an die Spitze führten und Mitglied der Österreichischen Traditionsweingüter wurden, sondern auch im Ausland rege tätig waren und in der Folge den Exportanteil auf 80 Prozent hochschraubten. Seit Mitte der vorigen Dekade zeichnet Lorenz Haas für die Weine des Weinguts Allram verantwortlich, Schwester Magdalena hat ihre eigene Weinpalette unter dem Namen Jugend kreiert. Das Strasser Weingut zählt schon seit Längerem zu den renommiertesten Betrieben im Kamptal, dennoch ist es Lorenz Haas gerade im Lauf der letzten Jahren gelungen, das Profil der Allram’schen Weine weiter zu schärfen. Der Winzer absolvierte im Lauf seiner Ausbildung etliche Praktika im In- und Ausland – Stationen waren Pfalz, Steiermark, Neuseeland, Südafrika und schließlich Wachau. Dort hatte er die Möglichkeit, Methoden und Techniken aus Alter und Neuer Welt kennenzulernen und die ihm geeignet erscheinenden Praktiken aus beiden Welten zu verbinden. So konnte er den hohen Qualitätsstandard nicht nur halten, sondern weiter steigern. Auch stilistisch hat es einen behutsamen Wandel gegeben, die Weine von heute zeigen ein Plus an Finesse bei gleichzeitig straffer und pointierter Struktur sowie ausgeprägter Mineralität. Der respektvolle Umgang mit der Natur ist schon seit langem Thema im Weingut Allram. Folglich war die 2016 von Lorenz eingeleitete Umstellung in Richtung biologischer Bewirtschaftung „nicht sehr schwer“, da die Eltern bereits wichtige Vorarbeit geleistet hätten. So waren Kompostausbringung und Begrünung schon seit langem Standard. Mit dem Jahrgang 2023 erfolgte die Zertifizierung als Bio-Weingut. Dann kam mit 2024 ein Jahr mit kaum bewältigbaren Herausforderungen, von denen die argen Spätfröste Mitte April sowie die sintflutartigen Niederschläge im September die negativen Spitzen darstellten. Mehr als 50 Prozent der Erntemenge gingen letztendlich verloren. So ein Jahrgang sei auch mental sehr herausfordernd, weil man alle Weingartenarbeiten trotz minimalen Behangs dennoch durchführen müsse. Anfangs etwas skeptisch, staunte Lorenz Allram dann über die letztendlich erreichte Qualität der 2024er-Weine. Insofern sei „so ein Jahrgang ganz gut, weil man sich da durch gute Qualität abheben“ könne. Im Weingarten wird auf Handarbeit größten Wert gelegt – vom Rebschnitt über Laubarbeit bis zur ausschließlich händisch durchgeführten Lese. Im Portfolio befinden sich Weingärten in etlichen der renommiertesten Lagen von Straß und Umgebung wie Hasel und Wechselberg, Kammerner Renner, Strasser und Zöbinger Gaisberg sowie Zöbinger Heiligenstein. Zu den wichtigen Lagen zählt aber auch die kalkreiche Ried Gautscher, wo hervorragende Burgunder und Chardonnays herkommen. Noch junger Zuwachs im Lageninventar ist die an der Südostflanke vom Gaisberg situierte, terrassierte Ried Lammberg, deren Lössboden mit Kalkanteil auf Schieferuntergrund höchst eigenständige Grüne Veltliner von hoher Qualität erbringen. Den Einstieg und das Mittelsegment im Sortiment bestreiten 2024er-Weine. Sie sind von Fruchttransparenz und gutem Grip und Biss geprägt, dabei etwas leichter als ihre Vorgänger. Im Bereich der Riedenweine ist der im Hause Allram hervorragend gelungene Jahrgang 2023 aktuell: Im Veltlinerbereich strahlt der Lammberg besonders hell, bei den famosen Rieslingen sind Gaisberg und Heiligenstein nah beieinander, beides Topweine. Die Burgundersorten nehmen im Weingut Allram eine Sonderstellung ein: Es startet mit dem fruchtigen Weißburgunder Papageno, geht weiter mit dem vor Saft und Kraft strotzenden Grauburgunder und endet mit dem konturierten, pikanten Stellar aus Chardonnay.

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2023 Zöbinger Ried Heiligenstein Riesling Alte Reben 1ÖTW
Weingut Bründlmayer
Kamptal

Vielschichtiges Duftspiel nach Salbei, Ingwer und vollreifen Pfirsichen, zahlreiche Nuancen, enorm gebündelt und ausdrucksstark, am Gaumen dann auch rotbeerige Komponenten, cremiger Schmelz und frühes Equilibre, rassiger, salzig anmutender Ausklang von beträchtlicher Länge, ein Heiligenstein-Riesling nahe der Perfektion!

Weißwein
Riesling
€€€€€€
Naturkork

Weingut Bründlmayer
Kamptal

Willi Bründlmayer
3550 Langenlois
Zwettler Straße 23

Da die zahlreichen Weine aus dem Bründlmayer’schen Repertoire immer später auf den Markt kommen, was Vinaria ja im Prinzip ausdrücklich begrüßt, ist in letzter Zeit etwas Geduld geboten. Bereits verfügbar waren aus 2024 der spritzig-frische L & T sowie die Gewächse der Kamptal-Gebietsserie, aus der diesmal der feingliedrige Riesling mit viel Esprit und früher Balance hervorstach. Erst im Herbst werden die Grünen Veltliner vom Loiserberg und der Riede Berg-Vogelsang in den Verkauf gehen, wobei sich die noch auf der Hefe liegende Fassprobe des letzteren durch messerscharfe Struktur und frühen Frucht-Überschwang auszeichnete. Die Veltliner und Rieslinge aus den Ersten Lagen dürfen ja bekanntlich seit einigen Jahren längere Fass- und Flaschenreife genießen, sodass die 2023er Spitzenveltliner, der Heiligenstein-Riesling Alte Reben und der Chardonnay vom Steinberg, erst jetzt zur Verfügung standen. Davon haben beispielsweise die immer stärker in den Vordergrund rückenden Alten Reben besonders profitiert. Der kraftvolle und saftige Veltliner aus der Lage Käferberg befand sich zum Verkostungszeitpunkt bereits in früher Hochform, während der Spiegel, der mit seiner Eleganz und dem hellen Fruchtcharme quasi den Grünen für Riesling-Fans verkörpert, noch ein bisschen Flaschenreife vertragen kann. Der noble und komplexe Veltliner von der Ried Lamm präsentierte sich schon überraschend freigebig und wirkte bei aller Fülle und Expression erstmals sogar recht leichtfüßig. Dem Wunschbild eines Heiligenstein-Riesling in Perfektion kommen die Alten Reben 2023 mit ihrem kräuterwürzigen Bukett und dem dunkelbeerigen Aromenreigen am Gaumen schon sehr, sehr nahe. Im roten Bereich setzen wieder einmal die Pinot-Interpretationen aus dem diese Rebsorte begünstigenden Jahrgang 2021 neue Maßstäbe: Während der Pinot ohne Lagenbezeichnung mit schlanker Pikanz, aber auch dunklen Fruchtaromen à la Schlehe und Felsenbirne zu gefallen versteht, bringt die vornehme und vielfältige Version von der Ried Käferberg bereits auf individuelle Weise viele Saiten zum Klingen und sollte auch über großes Reifepotenzial verfügen. Das perlende Segment wurde diesmal durch den balancierten wie cremigen, wunderbar klar gezeichneten Extra Brut bestens vertreten, der überdies ein sehr faires Preis-Leistungs-Niveau aufweist.

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2024 Riesling Ried Inzersdorfer Pletzengraben 1ÖTW
Weingut Tom Dockner
Traisental

Schmeichelnde Fülle mit guter Tiefe, Nektarinen, gelbe Pfirsiche, dezent würzig; straff, tolle frische Pfirsichnote, straffe, klirrende Säurestruktur, wirkt sehr trocken, super Anlagen, erst am Beginn seiner langen Reise. 

Weißwein
Riesling
€€€€
Naturkork

Weingut Tom Dockner
Traisental

Tom Dockner
3134 Theyern
Traminerweg 3

Die Umstellung ist geschafft. Tom Dockner ist seit heuer offiziell ein Bioweingut. Die Umstellung war behutsam. Der Traisentaler Winzer hat sich dafür rund 15 Jahre Zeit genommen. Nachhaltigkeit und Nähe zur Natur spielen auch eine wichtige Rolle. Die Ortschaft Theyern liegt zwar am Rand des Traisentals und hoch oben, schaut man aber von Theyern auf Dockners Weingartenreich, so ist Theyern der Mittelpunkt, denn „wir haben alle unsere Weingärten im Umkreis von 2,5 Kilometer“, betont der Winzer. Mit der Biobewirtschaftung gibt es eine weitere Neuerung: Künftig will Dockner wieder alle seine Lagenweine mit Naturkork verschließen, „weil der Wein eine andere Entwicklung macht – und nach fünf Jahren Lagerung ist Naturkork besser“, erzählt Dockner über seine Erfahrungen. Bei seinem Premium-Grünen-Veltliner aus der Ried Hochschopf war der Kork schon obligatorisch, beim Pletzengraben und der Riede Alte Setzen, die Dockner heuer als neue Erste Lage im Programm hat, zieht er mit dem jungen 2024er Jahrgang gleich. Alle drei Rieden sind als 1ÖTW ausgezeichnet, somit Erste Lagen der Traditionsweingüter, denen Dockner angehört. Die Unterschiede sind schmeckbar: Hochschopf ist vom Bodentypus her ein Gemenge aus Löss, Schluff und Kalk. Pletzengraben ist ein Kalkkonglomeratboden. Beide Veltliner wachsen auf mehr als 350 Meter Seehöhe, wodurch den Weinen oft eine kühle Aura innewohnt, ausgebaut werden beide im 2.500er Holzfass. Der neue 1ÖTW-Lagenwein befindet sich im nördlichsten Teil der Alten Setzen, auf einem lehmig-schluffigen Löss mit kalkhaltigem Untergrund. Der Kalk ist sowieso omnipräsent im Traisental und formt die spezielle straffe Charakteristik der Weine. Diese kalkige Straffheit und das Cool Climate des Traisentals lässt besonders den Riesling, die zweite Rebsorte im Traisentaler DAC-Herkunftssystem, leuchten. Der Pletzengraben-Lagenwein ist zwar sehr jung, zeigt aber schon sein Potenzial für eine lange Genussreise. Das heurige Filetstück in der Mitte der Pyramide ist der Riesling Ortswein – ein mittelkräftiger, vitaler Ortswein aus Inzersdorf voller Spannung. Die Trauben für diesen straffen Riesling sind aus den Lagen Himmelreich und Pletzengraben. Weil sich der Klimawandel jedoch auch im noch kühlen Traisental nicht verleugnen lässt, gewinnt der Blick auf Rotwein eine gewisse Bedeutung. Bei Tom Dockner steht dabei der Pinot Noir im Blickwinkel, wo der Winzer schon mehr Stöcke hat als vom Zweigelt – und er möchte bei ihm oben in Theyern noch mehr Pinot aussetzen. Das Burgunder-Abenteuer ist vielversprechend.

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2023 Ried Karlsberg Riesling Privat 1ÖTW
Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein
Weinviertel

Dichte Marille, Zitrusnoten, noch jung; Marille, eigenständige Würze, von prägnanter Säure getragene Eleganz, salzige Mineralik, viel Klasse. Großes Reifepotenzial.

Weißwein
Riesling
€€€€€
Naturkork

Hofkellerei des Fürsten von Liechtenstein
Weinviertel

Stefan Tscheppe
2193 Wilfersdorf
Brünner Straße 8

Tel. +43 2573 2219-27
wein@hofkellerei.at
www.hofkellerei.at

Woran kann man eine lange Tradition im Weinbau festmachen? Zum Beispiel an den noch immer existierenden Riedennamen in Herrnbaumgarten und Schrattenberg: Adamsbergen, Johannesbergen, Karlsberg – damals und heute die Vornamen der Fürsten von Liechtenstein, die auch in den nahegelegenen Schlössern Lednice und Valtice residierten. 1436 wurden die Rebberge in Urkunden erwähnt, 1725 wurden in Wilfersdorf umfangreiche Kellergewölbe errichtet, 2019 mit einem modernen Presshaus mit Gär- und Lagerkeller erweitert. 2019 war auch der Startschuss für eine Neuaufstellung, um die Jahrhunderte an Tradition in die heutige Zeit zu tragen. Stefan Tscheppe kam von Esterhazy, ist für das Ganze verantwortlich und brachte zwei Lagen/Weine vom Leithaberg mit, Josef Stumvoll ist für Weingärten und Keller zuständig. Damit ist ein junges, engagiertes und international erfahrenes Team am Werken. Mit 2025 ist das Weingut auch Teil der 13 neuen Traditionsweingüter im Weinviertel. „Wir müssen Eigenständigkeit zeigen und etablieren“, meint Stefan Tscheppe. Diese Eigenständigkeit beruht vor allem auf den „Lössböden mit dominantem Aktivkalk“ im Weinviertel und dem Muschelkalk am Leithaberg. Vor allem die Ried Karlsberg in Herrnbaumgarten, die seit diesem Jahr 1ÖTW-Lage ist, ist dazu auserkoren, die Ideen für die Zukunft zu transportieren. Verkost- und erlebbar sind die Weine am Weingut in Wilfersdorf und in der Vinothek und Bar im Park des Gartenpalais im 9. Wiener Gemeindebezirk.

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2024 Riesling Spitzer Graben Federspiel
Weingut Lagler
Wachau

Enorm duftig, Marillenfrucht, charmante Sortenaromatik; mineralisch, saftig, würzige Marillen und Pfirsiche, lässiger Wein, der von A-Z pfeift.

Weißwein
Riesling
€€€
Schraubverschluss

Weingut Lagler
Wachau

Karl Lagler
3620 Spitz
Am Hinterweg 17

„Mit dem Jahrgang 2024 sind wir zufrieden“, sagen Karl Lagler Junior und Senior unisono, obwohl das Wetter mit Frost und viel Regen genügend Herausforderungen bereitgehalten hat. Der Grüne Veltliner macht 60 Prozent aus. Der Einstieg ist eine extrem hübsche Steinfeder, deren Leichtigkeit man jeden Tag zu trinken vermag. Die Federspiele sind sortentypisch und kommen mit einer runden Säure heran. Drei unterschiedliche Smaragde bieten für jeden etwas: der kühle, straffe Spitzer Graben, die Löss-betonte würzige Axpoint und der mineralisch geprägte Steinporz als Primus-Grüner Veltliner. Der Riesling deckt 25 Prozent im Sortenspektrum ab. Mit zwei hübschen Federspielen wird der Reigen eröffnet – das vom Spitzer Graben ist heuer eine Wucht. Bei den zwei Smaragd-Rieslingen geht es einerseits um schöne Rundungen, dann sollte man den 1000Eimerberg besteigen. Der Smaragd-Riesling vom Steinporz ist graziler und hat einen größeren Spannungsbogen. Wer in die Wachauer Vielfalt eintauchen will, ist auch bei Laglers richtig. Vom Muskateller über einen Sauvignon Blanc bis zum Chardonnay und Traminer lässt sich an der Weinkost-Bar alles erkunden.

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schwacher Jahrgang annehmbarer Jahrgang guter Jahrgang sehr guter Jahrgang ausgezeichneter Jahrgang - nicht bewertet -